mini|Dorfkirche Nahmitz Die evangelische, denkmalgeschützte Dorfkirche Nahmitz steht in Nahmitz, einem Ortsteil der Gemeinde Kloster Lehnin im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Das heutige Kirchengebäude entstand 1744 auf den Grundmauern eines Vorgängerbaus. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.
Lage Die Dorfkirche steht leicht erhöht mitten im Ort auf einer dreieckigen Grünfläche und trägt die Adresse Dorfstraße 1001, 14797 Kloster Lehnin Ortsteil Nahmitz. Sie ist geostet. Die Kirche liegt am Jakobsweg auf der Etappe Kloster Lehnin-Brandenburg. Auch der Bernhardspfad-Pilgerrundweg berührt die Kirche in Nahmitz.Visitenkarte Kloster Lehnin, abgerufen am 3. April 2026.
Geschichte und Architektur Ein erstes Gotteshaus gab es in dem Ort schon lange vor dem 16. Jahrhundert, dessen hölzerner Kirchturm in den 1720er Jahren baufällig geworden war und abgetragen werden musste. Die Gemeinde ließ dann auf anordnung von Friedrich dem Großen bis zum Jahr 1744 aus einem Langhaus und einem mit Brettern verkleideten Dachturm aus Holzfachwerk einen neuen Kirchenbau mit Pultdach errichten, dessen Haupthaus verputzt wurde. Im Westturm entstand eine Glockenstube für ein Zweier-Geläut, welches im 16. Jahrhundert vom letzten Lehniner Klosterabt Valentin gestiftet worden war.
Nach einer im Jahr 1894 in der Kirche vollzogenen Trauung stürzte die Wetterfahne, die die Jahreszahl 1844 trug, samt Turmknopf herunter.
In der NS-Zeit, 1934 folgten Reparaturarbeiten – das Dach wurde neu eingedeckt und die vorhandene Orgel repariert. In diesem Zusammenhang erhielt die um die Kirche herumführende Straße neues Pflaster.
Die gequaderten Lisenen an den Ecken und das Gesims unter der Dachtraufe erhielten bei der Erneuerung des Putzes 1961 wieder die alte Form.
Im Innenraum der Saalkirche mit rechteckigem Grundriss wird der Dachturm von zwei hölzernen toskanischen Säulen und zwei über die Empore im Westen hinausreichenden Säulen getragen. Unter der Empore wurde im Jahr 1955 die Winterkirche abgeteilt. Eine Renovierung des Innenraums kam um 1967 zustande, ohne an der erhaltenen Ausstattung etwas zu verändern. Dabei erhielt die unmittelbare Fläche um das Sakralgebäude, wo sich bis dahin der Kirchhof befunden hatte, eine neue Grünanlage. Mitte des 19. Jahrhunderts war der frühere Friedhof zum westlichen Dorfrand verlegt worden.Nahmitz und seine Kirche, auf einer privaten Homepage, abgerufen am 3. April 2026.
Einige Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung konnte die Kirchengemeinde 1997 bis 2005 das ganze Kirchengebäude außen und innen gründlich sanieren lassen, unter anderem erfolgte eine Neueindeckung des Daches mit historischen Biberschwänzen. Zudem wurde der sich neigende Turm durch Beton unterfangen und damit stabilisiert. Schließlich konnte im Jahr 2013 die Orgel noch einmal repariert werden.
Ausstattung Die barocke Kirchenausstattung einschließlich des Kanzelaltars stammen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Sie ist insgesamt aber sehr schlicht gehalten.
Die auf der Empore installierte Orgel ist ein 1911 von der Firma Orgelbau Schuke hergestelltes Instrument (Opus 73).Information zur Orgel der Kirche in Nahmitz Weil diese Orgel als „heutige Orgel“ bezeichnet wird, darf angenommen werden, dass es schon vorher ein kleines Kirchenmusikinstrument zur musikalischen Begleitung des Gemeindegesangs gegeben hat, zumal auch die Empore aus der Bauzeit in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt.
Gemeindeleben Die Kirche wird aktiv für Gottesdienste und christliche Feste genutzt. Die Gemeinde unterhält einen Kirchenchor und einen Kindergarten und feiert Gemeindefeste.Gemeinde Netzen, abgerufen am 3. April 2026.
Die Kirchengemeinde in Nahmitz war in der Vergangenheit meist Teil eines Kirchensprengels, zu welchem die Nachbarorte Lehnin und Netzen gehörten; Nahmitz war eine Filialkirche. Daher gab es keinen eigenen Geistlichen.
Nach der Wende schlossen sich die Kirchengemeinden Grebs, Nahmitz, Netzen und Prützke zu einer Pfarrei zusammen, die zuständige Pfarrstelle für Nahmitz ist seitdem die der Evangelischen Kirchengemeinde Netzen. In diesem Kirchenbezirk agiert Pfarrer Anselm Babin (Stand März 2026).Kloster Lehnin – Evangelische Kirche Netzen, abgerufen am 3. April 2026.
Nahe der Kirche befinden sich (oder gab es) mehrere Kriegerdenkmale oder entsprechende Ehrentafeln, angefangen von den Befreiungskriegen (1813–1815), über den Deutsch-Französischen Krieg (1871) bis zu den beiden Weltkriegen im 20. Jahrhundert. Alle ehren die aus der Nahmitzer Kirchengemeinde gestorbenen Personen namentlich.Denkmalprojekt Kriegsopfer in Nahmitz, mit detaillierten Fotos und Namensnennungen, abgerufen am 3. April 2026.
Literatur Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg. Bearbeitet von Gerhard Vinken, durchgesehen und erweitert von Barbara Rimpel; Deutscher Kunstverlag 2012, S. 725.
Weblinks
Einzelnachweise Kloster Lehnin – Kirche Nahmitz, abgerufen am 3. April 2026. Dorfkirche Trechwitz – Dorfkirche Nahmitz Runde von Netzen, abgerufen am 3. April 2026.
Kategorie:Kirchengebäude in Kloster Lehnin (Gemeinde) Kategorie:Baudenkmal in Kloster Lehnin (Gemeinde) Kategorie:Kirchengebäude des Evangelischen Kirchenkreises Mittelmark-Brandenburg Kategorie:Barocke Kirche Kategorie:Barockbauwerk in Brandenburg Kategorie:Saalkirche in Brandenburg Kategorie:Erbaut in den 1740er Jahren Kategorie:Kirchengebäude in Europa