mini|220px|Symbol der Metro de Santiago mini|220px|Das Verwaltungsgebäude der Metro S.A. an der Kreuzung Alameda / Lord Cochrane mini|220px|Der U-Bahnhof Universidad de Chile (1) mini|220px|Der U-Bahnhof Santa Ana (2) ist Kreuzungsbahnhof mit der Linie 5 mini|220px|Die U-Bahn-Station Ñuble (6) ist Kreuzungsbahnhof mit der Linie 5 mini|220px|Linie 2 im Mittelstreifen der »Autopista Central« zwischen Calle Agustinas und Bahnhof Los Héroes, das zusätzliche Gleis rechts ist eine Verbindung mit und zwischen den Linien 1 unter der Avenida Alameda und der Linie 5 unter der Calle Catedral
Das U-Bahn-Netz in der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile () ist das größte U-Bahn-Netz Südamerikas und drittälteste nach Buenos Aires und São Paulo. Es erschließt große Teile der Hauptstadtregion. Das Streckennetz umfasst 143 U-Bahn-Stationen auf 149 Kilometern. Für den Einsatz auf den sieben Linien stehen 245 Züge bereit (Stand 2021). Sie wurden geliefert von Alstom, Concarril und CAF.
Betreiber ist die Empresa de Transporte de Pasajeros Metro S.A., meistens als Metro S.A. bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Aktiengesellschaft, deren Kapital sich aber vollständig in staatlicher Hand befindet.
Die Metro wird von den Bewohnern Santiagos nicht nur als Transportsystem, sondern auch als ihr kulturelles Erbe angesehen. Die U-Bahn-Station Universidad de Chile besitzt ein großflächiges Wandgemälde von Mario Toral, das die Geschichte des Landes darstellt. Andere Kunstwerke befinden sich in den U-Bahnhöfen Baquedano, Bellas Artes, Santa Lucía (portugiesische Azulejos, ein Geschenk der Metro Lissabon), República sowie in vielen anderen Stationen.
Geschichte und Entwicklung Die Metro de Santiago wurde 1968 während der Regierungszeit von Eduardo Frei Montalva konzipiert und am 15. September 1975 von Diktator Augusto Pinochet eröffnet. Sie wurde durch ein französisch-chilenisches Konsortium BCEOM SOFRETU CADE gebaut, das zuvor eine internationale Ausschreibung gewonnen hatte. Juan Parrochia Beguin war als leitender Architekt und Generaldirektor maßgeblich an der Planung, Projektleitung und Umsetzung der Metro beteiligt und koordinierte die Design- und Machbarkeitsstudien von 1964 bis zur Eröffnung.
Zunächst wurde das von der Pariser Metro bekannte System mit zusätzlichen luftbereiften Rädern auf Betonlaufbahnen außerhalb der regelspurigen Fahrschienen mit Führung und Stromzuführung über beidseitige, von der Seite bestrichene Stromschienen angewendet.
Zunächst wurde das von der Pariser Metro bekannte System mit zusätzlichen luftbereiften Rädern auf Betonlaufbahnen außerhalb der regelspurigen Fahrschienen mit Führung und Stromzuführung über beidseitige, von der Seite bestrichene Stromschienen angewendet.
Die technische Einheit des Streckennetzes ging aber bald verloren, die Linien 4 und 4A wurden als klassische Zweischienenbahnen ohne zusätzliche Luftbereifung und einseitig angeordneten, von oben bestrichenen Stromschienen gebaut. Die Linie 6 erhielt außerdem Oberleitungen und Wagen mit Dachstromabnehmern. Nicht alle Strecken verlaufen im Tunnel, auf den Linien 2, 4, 4A und 5 gibt es ebenerdige und Hochbahnabschnitte.
Linie 1 mini|zentriert|600px|Linie 1
Der erste Teilabschnitt der Linie 1, wurde 1975 als erste U-Bahn-Strecke Santiagos eröffnet und führt von San Pablo unter der repräsentativen Hauptstraße Santiagos, der Avenida Libertador General Bernardo O’Higgins bis La Moneda. Im Jahr 1977 wurde diese Linie bis zur Station Salvador, 1980 bis Escuela Militar und 2010 bis Los Dominicos verlängert.
Linie 2 mini|zentriert|500px|Linie 2 mit roten und grünen Stationen
Die Linie 2 wurde im März 1978 als zweite U-Bahn-Linie auf dem Streckenabschnitt zwischen Los Héroes und Franklin eröffnet. Im Dezember des gleichen Jahres wurde diese Linie bis zur Station Lo Ovalle in 1987 bis Puente Cal y Canto und im September 2004 bis Cerro Blanco verlängert. Am 22. Dezember 2004 wurde die südliche Verlängerung bis zur Station La Cisterna eröffnet. Mit dieser Strecke wurde die erste Ausbauphase der Metro während der Regierungszeit von Ricardo Lagos Escobar abgeschlossen. Seit Dezember 2006 führt die Linie 2 im Norden bis Vespucio Norte. Eine weitere Verlängerung ist geplant.
Linie 3 mini|zentriert|500px|Linie 3 Die Linie 3 ging als zweite vollautomatische und fahrerlose Linie Santiagos am 22. Januar 2019 in Betrieb. Der erste Bauabschnitt verbindet über 21,7 Kilometer Los Libertadores im Norden der Stadt mit La Reina im Osten durch die Bezirke Conchalí, Independencia, Santiago Centro und Ñuñoa. Damit entstanden Umsteigemöglichkeiten zur Linie 1 in Universidad de Chile, zur Linie 2 in Cal y Canto, zur Linie 5 in Plaza de Armas und Irarrázaval, zur Linie 6 in Ñuñoa und zur Linie 4 in Plaza Egaña. Die Strecke erhielt in Los Libertadores eine eigene Betriebswerkstatt, der östliche Endpunkt ist Fernando Castillo Velasco. Im September 2023 ist im Nordwesten eine Streckenverlängerung über 3,8 Kilometer mit drei Stationen von Los Libertadores bis zum Bahnhof Plaza de Quilicura in Betrieb genommen worden.
Auf der 25,5 Kilometer langen Strecke liegen 21 Stationen. Eine Fahrt dauert 34 Minuten.
Es werden 22 Stück der gleichen fünfteiligen Züge vom Typ AS 2014 eingesetzt, die auf Linie 6 verkehren und von CAF geliefert wurden. Die 120 Meter langen Züge haben eine Kapazität von 1285 Fahrgästen und sind für eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h ausgelegt.
Wenn 2026 die Linien 7, 8 und 9 in Betrieb gehen, werden in den Bahnhöfen Puente Cal y Canto, Matta und Chile España weitere Umsteigemöglichkeiten entstehen.
Linie 4 mini|zentriert|700px|Linie 4 mit roten und grünen Stationen Die Linie 4 wurde als klassische Zweischienenbahn mit von oben bestrichenen Stromschienen 2005 eröffnet. Die Betriebswerkstatt, die auch die Wagen der Linie 4A betreut, liegt zwischen den Bahnhöfen Quillín und Las Torres.
Linie 4A zentriert|mini|200px|Linie 4A Die Linie 4A zweigt am Bahnhof Vicuña Mackenna von der Linie 4 ab und verläuft überwiegend oberirdisch auf dem Mittelstreifen des südlichen Autobahnrings. Sie ist die kürzeste Linie, das System mit Stahlradsätzen und von oben bestrichenen Stromschienen entspricht der Linie 4. Die Linie berührt das Stadtzentrum nicht, sondern führt vom Geschäftszentrum La Cisterna im Süden der Stadt tangential in den Vorort Puente Alto.
Linie 5 mini|Linie 5: Ein Bahnsteig der Station San Joaquin mini|zentriert|700px|Linie 5 mit roten und grünen Stationen Die Linie 5 konnte im April 1997 als dritte U-Bahn-Linie in Betrieb genommen werden. Ihr erster Streckenabschnitt führte von der Station Baquedano bis Bellavista de La Florida. Im März 2000 wurde sie bis Santa Ana, im März 2004 bis Quinta Normal, 2010 bis Pudahuel und 2011 bis Plaza de Maipú verlängert. Diese Endstation befindet sich unter der Plaza de Armas de Maipú in Maipú.
An der 30 km langen Strecke gibt es 30 Stationen, welche sich in den Gemeinden Maipú, Pudahuel, Lo Prado, Quinta Normal, Santiago de Chile, Providencia, Ñuñoa, Macul, San Joaquín und Florida befinden.
Linie 6 mini|Auch der Bahnsteig der Station Los Leones ist mit Bahnsteigtüren gesichert mini|zentriert|300px|Linie 6 Die Linie 6 wurde im November 2017 als erste vollautomatische, fahrerlose U-Bahn-Linie in Betrieb genommen. Neben Umsteigemöglichkeiten zu den Linien 1, 2, 3 und 5 gibt es am Haltepunkt Lo Valledor einen Übergang zur Regionalbahnlinie Metrotren Nos. Die 15,3 km lange Strecke hat zehn Stationen. Die Strecke ist wie die der Linie 4 und 4A eine regelspurige Zweischienenbahn, die Stromversorgung erfolgt jedoch über eine Oberleitung in Form von Deckenstromschienen. Die Betriebswerkstatt der Linie 6 liegt westlich des Endpunktes Cerillos.
Das spanische Unternehmen CAF lieferte für diese Linie 15 durchgehend begehbare Fünfwagenzüge der Reihe AS 2014 mit einem Fassungsvermögen von 1285 Fahrgästen.
Chronologie: Inbetriebnahme der einzelnen Streckenabschnitte Linie Strecke Länge Stationen Eröffnung Lage20px San Pablo – La Moneda 8,2 km 12 Sep. 1975 Tunnel La Moneda – Salvador 3,2 km 5 März 1977 Tunnel20px Los Héroes – Franklin 4,9 km 4 März 1978 ebenerdig Franklin – Lo Ovalle 4,8 km 6 Dez. 1978 Tunnel 20px Salvador – Escuela Militar 4,5 km 6 Aug. 1980 Tunnel20px Los Héroes – Santa Ana 0,7 km 1 Juli 1986 Trog Santa Ana – Puente Cal y Canto 1,0 km 1 Sep. 1987 Trog / Tunnel20px Baquedano – Bellavista de La Florida 10,3 km 11 April 1997 Viadukt Baquedano – Santa Ana 2,8 km 2 März 2000 Tunnel Santa Ana – Quinta Normal 2,0 km 2 März 2004 Tunnel20px Puente Cal y Canto – Cerro Blanco 1,6 km 2 Sep. 2004 Tunnel Lo Ovalle – La Cisterna 2,1 km 2 Dez. 2004 Tunnel 20px Bellavista de La Florida – Vicente Valdés 1,6 km 1 Okt. 2005 Tunnel20px Vicente Valdés – Plaza de Puente Alto 10,9 km 9 Okt. 2005 Viadukt Tobalaba – Grecia 7,7 km 8 Dez. 2005 Tunnel 20px Cerro Blanco – Einstein 1,9 km 2 Dez. 2005 Tunnel 20px Grecia – Vicente Valdés 6,1 km 5 März 2006 ebenerdig 20px Vicuña Mackenna – La Cisterna 7,7 km 6 Juli 2006 ebenerdig 20px Einstein – Vespucio Norte 2,4 km 3 Dez. 2006 Tunnel 20px San José de La Estrella – 1 Nov. 2009 ebenerdig 20px Escuela Militar – Los Domínicos 4,0 km 5 Jan. 2010 Tunnel20px Quinta Normal – Pudahuel 6,8 km 5 Jan. 2010 Tunnel Pudahuel – Plaza de Maipú 8,0 km 7 Feb. 2011 Tunnel / Viadukt 20px Cerrillos – Los Leones 15,3 km 10 Nov. 2017 Tunnel 20px Los Libertadores – Fernando Castillo Velasco 21,7 km 18 Jan. 2019 Tunnel Los Libertadores – Plaza de Quilicura 3,8 km 3 Sep. 2023 Tunnel 20px La Cisterna – Hospital El Pino 5,0 km 4 Nov. 2023 Tunnel20px Cerrillos – Lo Errázuriz 3,0 km 1 2027 Tunnel Los Leones – Isidora Goyenechea 1,4 km 1 2028 Tunnel 20px Brasil – Estoril 24,8 km 19 2028 Tunnel20px Bío-Bío – Plaza de La Pintana 12,2 km 10 2030 Tunnel 20px Chile España – El Peral 14,7 km 11 2032 Tunnel 20px Aeropuerto-Estoril 6,5 km 2 2032 Tunnel20px Puente Cal y Canto – Bío Bío 5,4 km 4 2032 Tunnel Plaza de La Pintana – Plaza de Puente Alto 9,8 km 5 2033 Tunnel 20px Los Leones - Chile España 4,3 km 3 2033 Tunnel 20px Hospital El Carmen – Lo Errázuriz 6,4 km 3 2037 Tunnel 20px Del Sol - La Cisterna 10 km 7 2037 Tunnel
Transantiago mini|Metrolinien vor den Lokalzonen des Transantiago mit den Verknüpfungen zwischen Metro- und Buslinien Im Februar 2007 wurde ein kombiniertes öffentliches Verkehrssystem bestehend aus Metro und Bussen namens Transantiago in Betrieb genommen. Hauptziel war eine Verbesserung der Verkehrs- und Umweltsituation, indem die vielen kleinen Busse, die auch stark für die Smogbelastung verantwortlich waren, aus dem Verkehr gezogen wurden und durch größere Busse in einem abgestimmten Liniennetz ersetzt wurden. Dabei wurde die Metro als Grundliniennetz betrachtet, zu der Zubringerbuslinien eingerichtet wurden. Außerdem wurde ein einheitlicher Zonentarif eingeführt, um die Benutzung mehrerer Verkehrsmittel zu erleichtern.
Das System startete mit Schwierigkeiten, da zu Beginn zu wenige Busse im Einsatz waren und die Metro chronisch überfüllt war. Die erste Zeit war chaotisch, es kam zu Protesten, das Ansehen der Regierung unter Präsidentin Bachelet sank spürbar und ausschließlich aufgrund des neuen Verkehrssystems. Die Zahl der Metro-Fahrgäste stieg schlagartig von 1,3 auf 2,2 Millionen pro Tag, was eine Stehplatzdichte von 6 Personen/m² zur Folge hatte. In Deutschland gelten im Normalfall 4 Personen/m² als höchster Wert.
mini|zentriert|500px|Linie 5 mit roten und grünen Stationen
Ausbau und Planungen mini|220px|Bis 2033 geplantes Streckennetz der Metro de Santiago und der Regionalbahn Metrotren Nos Linie 7 mini|zentriert|500px|Die geplante Linie 7 Der Bau dieser Linie wurde 2017 angekündigt. Sie wird in einem großen Bereich parallel zur Linie 1 verlaufen. Man erwartet, dass es dadurch zu einer Entlastung der Linie 1 kommt. Es entstehen Umsteigemöglichkeiten zu den Linien 1, 2, 3, 5 und 6. Die Inbetriebnahme ist für 2028 vorgesehen.
Linie 8