mini|Dorfkirche Mellen Die evangelische, denkmalgeschützte Dorfkirche Mellen steht in Mellen, einem Gemeindeteil der Stadt Lenzen (Elbe) im Landkreis Prignitz in Brandenburg. Die Kirche gehört zur Gesamtkirchengemeinde Westprignitz im Kirchenkreis Prignitz der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.
Beschreibung Die Saalkirche wurde um die Mitte des 14. Jahrhunderts aus Feldsteinen im Stil der Gotik erbaut. Sie besteht aus einem Langhaus, das mit einem Satteldach bedeckt ist. Das Dachwerk stammt aus dem Jahr 1490.Andreas Flender: Die Dorfkirchen in Mellen und Milow: Wertvolles Kulturgut in einer länderübergreifenden Kirchengemeinde, veröffentlicht in Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Alte Kirchen – Mitgliederzeitung des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e. V., Ausgabe Juni 2026, S. 4 und 5. Seine Westwand wird von zwei Strebepfeilern gestützt. Die Gefache der Giebel aus Holzfachwerk sind seit dem Jahr 1628 mit Backsteinen ausgefüllt. An der Ostwand stabilisieren zwei Strebepfeiler aus Findlingen und Backsteinen das Bauwerk; eine Feldsteinmauer an der Nordwestecke des Bauwerks sorgt für zusätzliche Stabilität. In dieser Zeit wurden die Fenster barock verändert und das Westportal verschlossen. Ursprünglich besaß die Kirche einen holzverkleideten Westturm, der 1982 wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste. Die Kirchengemeinde ließ einen separaten Glockenturm errichten, der im Dezember 2023 in Betrieb genommen werden konnte. In diesem Jahr erfolgte auch die letzte Instandsetzung des Kirchenschiffs. Im Jahr 2026 zeigen sich im Innen- und Außenbereich Risse, die durch aufsteigende Feuchtigkeit entstehen. Die Kirchengemeinde plant daher, lose und gerissene Zementfugen neu auszubauen und neu zu verfüllen. Außerdem ist eine neue mineralische Abdichtung des Sockelbereichs erforderlich.
Zur Kirchenausstattung gehört ein spätgotischer Flügelaltar aus dem ersten Viertel des 16. Jahrhunderts, in dessen Altarretabel in der Mitte eine Mondsichelmadonna dargestellt ist, in den Flügeln sind es Heilige in zwei Reihen. Experten vermuten, dass der Altar durch den fränkischen Bildschnitzer Tilman Riemenschneider beeinflusst wurde. Das Kirchengestühl stammt aus dem Jahr 1579.
Literatur Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2012, ISBN 978-3-422-03123-4, S. 689.
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