mini|hochkant|Sitz des Hamburg Institute for Advanced Study, Rothenbaumchaussee 45 Das Hamburg Institute for Advanced Study (HIAS) ist ein 2019 in der Form eines gemeinnützigen Vereins gegründetes Wissenschaftskolleg für interdisziplinäre Spitzenforschung in Hamburg nach dem Vorbild des ältesten Wissenschaftsinstitutes der Welt, dem Institute for Advanced Study in Princeton, das durch Albert Einstein und andere deutsche Emigranten geprägt wurde. Das HIAS wird getragen von acht Hamburger Hochschulen und der Akademie der Wissenschaften.

Beschreibung Das Institut beruft jährlich bis zu 20 herausragende Wissenschaftler aus allen Fachrichtungen sowie bildende und darstellende Künstler nach Hamburg, die in dem Institut gemeinsam arbeiten. Deren selbst ausgewählte Forschungsvorhaben und Projekte werden zwischen drei und zehn Monaten organisatorisch unterstützt und finanziert.Fegebank holt die klugen Köpfe, Welt am Sonntag, 1. November 2020, S. 2Marc Hasse: Die Wissenschaftler-WG an der Rothenbaumchaussee, Hamburger Abendblatt, 23. Oktober 2020 Ziel des Kollegs ist der Austausch der Fellows mit Hamburger Forschenden.

Das Institut finanziert sich aus Mitteln der Freien und Hansestadt Hamburg, der Universität Hamburg, der Akademie der Wissenschaften in Hamburg, der Joachim Herz, der Zeit-StiftungHamburg Institute for Advanced Study. In: Anlage zu den Entwicklungsperspektiven von Institutes for Advanced Studies (IAS) in Deutschland. Kurzprofile der im Rahmen der Bestandsaufnahme betrachteten IAS. Wissenschaftsrat, 23. April 2021, pdf, S. 32–35 und der Hapag-Lloyd Stiftung.

Mitgliedsinstitutionen Das Institut wurde auf Initiative der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und der Universität Hamburg sowie sechs weiterer Hamburger Hochschulen (Bucerius Law School, HafenCity Universität Hamburg, Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg, Hochschule für bildende Künste Hamburg, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, Technische Universität Hamburg) gegründet. Seit 2020 gehört das Deutsche Elektronen-Synchrotron zu den Mitgliedsinstitutionen.

Organe Organe des HIAS sind die Mitgliederversammlung, der Vorstand und das Präsidium.

Vorstand Den Vorstand bilden Andreas Timm-Giel (Vorsitzender), Präsident der Technischen Universität Hamburg, Martin Köttering, Präsident der Hochschule für bildende Künste Hamburg, Mojib Latif, Präsident der Akademie der Wissenschaften in Hamburg, Hauke Heekeren, Präsident der Universität Hamburg und seit 1. Januar 2025 Christian Suhm, Generalsekretär des HIAS.Dr. Christian Suhm wird neuer Generalsekretär des HIASRüland wechselt zum Hamburg Institute for Advanced Study, Zeit Online (dpa Hamburg), 17. Juni 2021

Sprecherin des Präsidiums Sprecherin des Präsidiums ist seit Herbst 2022 Iris Wenderholm, Professorin für Kunstgeschichte an der Universität Hamburg in der Nachfolge von Frank Fehrenbach, ebenfalls Professor für Kunstgeschichte in Hamburg.Wissenschaftskonferenz „Hamburger Horizonte“Hias, Institutionen

Beirat Seit 2022 berät ein für drei Jahre gewählter internationaler zehnköpfiger Beirat aus Experten unterschiedlicher Wissenschaftsbereiche den Vorstand und das Präsidium in allen wissenschaftlichen Angelegenheiten und der Auswahl der Fellows:

Technikwissenschaften: Frank Allgöwer, Universität Stuttgart Öffentliches Recht und Geschlechterstudien: Susanne Baer, Humboldt-Universität zu Berlin Sprache/Literatur: Elisabeth Bronfen, Universität Zürich / New York University Musikwissenschaften: Thomas Christensen, University of Chicago Politische Philosophie: Lisa Maria Herzog, Rijksuniversiteit Groningen Aktuelle Kunst: Alexander Klar, Direktor der Hamburger Kunsthalle Experte für Forschungspolitik und Institutes for Advanced Study: Wilhelm Krull Verfassungsrecht, Völkerrecht und Rechtsvergleichung: Angelika Nußberger, Universität zu Köln Mathematik: Peter Scholze, Universität Bonn Sozialwissenschaften: Rudolf Stichweh, Universität Bonn

Förderungen und Fellowships Die Joachim Herz Stiftung und die Zeit-Stiftung fördern das Hamburg Institute for Advanced Study und den Aufenthalt der Wissenschaftler mit insgesamt 1,3 Millionen Euro. Zum Herbst 2022 schrieb die Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH) mit dem Hamburg Institute for Advanced Study (HIAS) zum ersten Mal ein bis zwei Fellowships zum Thema Urbanität und Stadtgeschichte in zeithistorischer Perspektive aus, für 2023 zwei bis drei Fellowships.Forschungsstelle für Zeitgeschichte

2020/21 Anna Katharina Schaffner, Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin, erste Gerd Bucerius Fellowship Nach eigenen Angaben vollendete sie während des Aufenthalts ihr Buch The Art of Self-Improvement. Ten Timeless Truths.Anna Katharina Schaffner: The Art of Self-Improvement. Ten Timeless Truths, Yale University Press, London 2021, ISBN 978-0-300-26239-1, Acknowledgements, S. 252 Katrin Hammerschmidt, Mikrobiologin und Evolutionsforscherin der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. 2021/22 Andrea Frisch, Professorin für französische Literatur und vergleichende Literaturwissenschaft an der University of Maryland, College Park, Bucerius Fellowship.Andrea Frisch is Senior Fellow at the Hamburg Institute for Advanced Study in 2021–22, School of Languages, Literatures, and Cultures. University of Maryland, 12. September 2021 2022/23 Stephen Barber, Christine Hobden, Cat Hope und Jeanette Kohl. 2023/24 Elisabeth Bronfen, Tsitsi Dangarembga, Davide Giuriato, Rüdiger Görner, Stefan Huster, Eva Illouz, Janusz Reiter, Sabine Schmidtke und Natan Sznaider 2024/25 Grzegorz Ochała, Assistenzprofessor für Archäologie der Universität WarschauHIAS: Ochała Andreas Dorschel, Professor für Ästhetik und Leiter des Instituts für Musikästhetik der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz (Österreich)HIAS: Dorschel 2025/26 Yuval Birnboim, Astrophysiker, Professor an der Hebräischen Universität JerusalemHIAS: Birnboim Nadine Klass, Rechtswissenschaftlerin, Professorin an der Universität AugsburgHIAS: Klass Ralph Kaufmann, Professor für Mathematik an der Purdue University, Fellowship der Joachim Herz StiftungHIAS: Kaufmann Warren Breckman, Sheldon- und Lucy-Hackney-Professor für Geschichte an der University of PennsylvaniaHIAS: Breckman

Wissenschaftskonferenz „Hamburger Horizonte“ Das Hamburg Institute for Advanced Study (HIAS) ist zusammen mit der Körber-Stiftung und der Universität Hamburg Veranstalter der „Hamburger Horizonte“, einem jährlichen Austausch von Wissenschaft und Gesellschaft. An der Wissenschaftskonferenz 2022 wirkten die Fellows als Diskutanten mit.

Sitz Rothenbaumchaussee 45 mini Das Institut hat seinen Sitz auf der Rothenbaumchaussee 45. Das denkmalgeschützte 1892 als Teil eines Ensembles von drei Häusern (41–45) von dem Hamburger Architekten Richard Jacobssen errichtete Haus wurde 1935 von dem benachbarten (43) Hamburger Kaffeehändler und Bankier Eduard Lassally (1854–1939) erworben. Als Protestant mit jüdischen Wurzeln musste er 1939 das Haus verkaufen und beging Selbstmord. An ihn erinnert ein vor der Nr. 43 verlegter Stolperstein. Eduard Lassallys Sohn Oswald und der Erbe der Käuferin, einigten sich 1951 auf einen Vergleich. Seit 1961 gehört das Haus der Universität Hamburg.

Weblinks Website Zeit-Stiftung Joachim Herz-Stiftung

Einzelnachweise

Kategorie:Forschungseinrichtung in Hamburg Kategorie:Vereinsgründung 2019 Kategorie:Verein (Hamburg) Kategorie:Interdisziplinäres Forschungsinstitut