Die Oberliga Baden-Württemberg ist eine Spielklasse der fünften Ebene im Ligasystem in Deutschland. Sie wurde mit Beginn der Saison 1978/79 als Zusammenschluss der besten Mannschaften aus den Verbänden Nordbaden, Südbaden und Württemberg gegründet. Anders als für die Oberliga Südwest, die sich ebenfalls über drei Verbände erstreckt, wurde für die Oberliga Baden-Württemberg kein Dachverband gegründet. Die Liga wird vom Württembergischen Fußballverband, vom Badischen Fußballverband und vom Südbadischen Fußballverband gemeinsam direkt verwaltet. Bis zur Einführung der 3. Liga zur Saison 2008/09 war sie die vierthöchste Spielklasse.

Modus Die Oberliga Baden-Württemberg umfasst in der Regel 18 Vereine. Mit der Einführung der drittklassigen Regionalliga zur Saison 1994/95 stieg der Meister der Oberliga direkt in die Regionalliga Süd auf. Zuvor nahm der Oberligameister an der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga teil. Seit der Einführung der 3. Liga im Jahr 2008 ist die Oberliga Baden-Württemberg nur noch fünftklassig, und seit 2012 steigt der Meister in die Regionalliga Südwest auf. Seit der Saison 2013/14 hat der Vizemeister der Oberliga Baden-Württemberg die Chance, durch Aufstiegsspiele gegen die Vizemeister der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar und der Hessenliga ebenfalls aufzusteigen.

Die drei Letztplatzierten steigen in die Verbandsliga Baden, Verbandsliga Südbaden oder Verbandsliga Württemberg ab. Für jeden Absteiger aus der Regionalliga in die Oberliga Baden-Württemberg steigt ein weiterer Oberligist in die Verbandsligen ab, wobei auch bei drei oder vier Regionalligaabsteigern nicht mehr als fünf Vereine aus der Oberliga absteigen. In diesem Fall würde die Oberliga ein Jahr lang mit 19 beziehungsweise 20 Vereinen spielen.

Die Meister der Verbandsligen Baden, Südbaden und Württemberg steigen direkt in die Oberliga Baden-Württemberg auf. Die beiden Tabellenzweiten der beiden badischen Verbandsligen spielen in zwei Aufstiegsspielen gegeneinander, der Sieger dieser Spiele spielt dann gegen den Tabellenzweiten aus der Verbandsliga Württemberg in einem Hin- und Rückspiel den vierten Aufsteiger aus. Die Aufstiegsregelung in der Oberliga Baden-Württemberg ist unabhängig von möglichen Absteigern aus der Regionalliga, so dass immer vier Vereine aus den Verbandsligen aufsteigen.

Infolge der COVID-19-Pandemie wurde für den baden-württembergischen Amateurfußball entschieden, die Saison 2019/20 abzubrechen und zwar Aufsteiger, nicht aber Absteiger festzulegen. In der Folge wurde die Saison 2020/21 ausnahmsweise mit 21 Teilnehmern begonnen. Nach einem mit den Pandemieregeln begründeten Unterbruch im Oktober 2020 wurde die Saison am 29. April 2021 endgültig abgebrochen und sportlich annulliert. Somit wären für die Saison 2021/22 alle Teilnehmer der Vorsaison erneut startberechtigt gewesen. Dennoch startete die Saison mit nur noch 20 Teilnehmern, weil der SV Sandhausen zum Ende der Saison 2020/21 die II. Mannschaft vom Spielbetrieb abgemeldet hat.Wer ist schuld am Aus des Nachwuchsteams? RNZ, 12. Mai 2021, abgerufen am 4. Juli 2021.

Geschichte Vorgeschichte Die Oberliga Baden-Württemberg wurde 1978 gegründet. Zuvor gab es die vier Amateurligen Nordwürttemberg, Schwarzwald-Bodensee, Südbaden und Nordbaden, welche den Unterbau der 2. Bundesliga Süd bildeten. Jedoch hatte sich herausgestellt, dass das Leistungsgefälle zur zweithöchsten Spielklasse zu groß war, zumal die vier Amateurligen nur einen Aufsteiger stellen durften und die beiden ersten Aufsteiger in die zweite Bundesliga, SSV Reutlingen und BSV 07 Schwenningen nach nur einem Jahr wieder abstiegen. Die Amateurligen wurden im Zuge der Einführung der neuen Spielklasse in „Verbandsligen“ umbenannt.

Für die neu gegründete Oberliga qualifizierten sich die jeweils fünf bestplatzierten Mannschaften aus den vier baden-württembergischen Amateurligen.

Die 20 Gründungsmitglieder der Oberliga Baden-Württemberg waren schließlich: aus der Amateurliga Nordwürttemberg: SSV Ulm 1846, 1. Göppinger SV, SpVgg 07 Ludwigsburg, 1. FC Eislingen, Heidenheimer SB aus der Amateurliga Schwarzwald-Bodensee: SSV Reutlingen, FV Biberach, FC Tailfingen, FV Ravensburg, VfB Friedrichshafen aus der Amateurliga Nordbaden: FV 09 Weinheim, SV Sandhausen, 1. FC Pforzheim, VfR Mannheim, SV Neckargerach aus der Amateurliga Südbaden: FC Rastatt 04, FC 08 Villingen, SV Kuppenheim, DJK Konstanz, Offenburger FV

Saison Oberliga-Meister 1978/79 SSV Ulm 1846 1979/80 VfB Stuttgart Amateure 1980/81 SV Sandhausen 1981/82 SSV Ulm 1846 1982/83 SSV Ulm 1846 1983/84 Freiburger FC 1984/85 SV Sandhausen 1985/86 SSV Ulm 1846 1986/87 SV Sandhausen 1987/88 FV 09 Weinheim 1988/89 SSV Reutlingen 1989/90 Karlsruher SC Amateure 1990/91 1. FC Pforzheim 1991/92 SSV Reutlingen 1992/93 SSV Ulm 1846 1993/94 SSV Ulm 1846 1994/95 SV Sandhausen 1995/96 Karlsruher SC Amateure 1996/97 VfL Kirchheim/Teck 1997/98 VfB Stuttgart Amateure 1998/99 VfR Aalen 1999/2000 SV Sandhausen 2000/01 TSG Hoffenheim 2001/02 SC Pfullendorf 2002/03 VfB Stuttgart Amateure 2003/04 FC Nöttingen 2004/05 Karlsruher SC Amateure 2005/06 SSV Reutlingen 2006/07 SV Sandhausen 2007/08 SC Freiburg II 2008/09 SG Sonnenhof Großaspach 2009/10 TSG 1899 Hoffenheim II 2010/11 SV Waldhof Mannheim 2011/12 SSV Ulm 1846 2012/13 SpVgg Neckarelz 2013/14 FC-Astoria Walldorf 2014/15 SV Spielberg 2015/16 SSV Ulm 1846 2016/17 SC Freiburg II 2017/18 TSG Balingen 2018/19 Bahlinger SC 2019/20 VfB Stuttgart II 2020/21 Saison annulliert 2021/22 SGV Freiberg 2022/23 Stuttgarter Kickers 2023/24 FC 08 Villingen2024/25SG Sonnenhof Großaspach2025/26VfR Aalen

Die ersten Jahre Die erste Oberligaspielzeit wurde im August 1978 angepfiffen. In der ersten Saison spielten 20 Mannschaften um den direkten Aufstieg in die 2. Bundesliga Süd. Am Ende gewann der SSV Ulm 1846 mit vier Punkten Vorsprung vor dem 1. Göppinger SV die erste Oberliga-Meisterschaft. Um die Liga auf die vorgesehene Zahl von 18 zu reduzieren, mussten nach dem ersten Jahr gleich sechs Vereine absteigen. Der Zuschauerzuspruch in der Premierensaison lag über den Erwartungen. Mehr als 1500 Besucher kamen durchschnittlich zu jedem Oberligaspiel in die Stadien, eine Zahl die bis heute nicht wieder erreicht wurde.

In der Folgesaison gewannen die Amateure des VfB Stuttgart als Neuling auf Anhieb den Titel. Da die Stuttgarter Reserve jedoch aufgrund der bereits in der Bundesliga spielenden Profimannschaft nicht in die 2. Bundesliga aufsteigen durfte, ging das Aufstiegsrecht auf den Vizemeister VfB Eppingen über. Dem ebenfalls als Aufsteiger in die Saison gestartete VfB Eppingen gelang damit der direkte Durchmarsch aus der Verbandsliga in die 2. Bundesliga. Die VfB Stuttgart Amateure nahmen im Gegenzug anstatt der Mannschaft Eppingens an der deutschen Amateurmeisterschaft teil und wurden durch ein 2:1 im Endspiel gegen den FC Augsburg zum zweiten Mal nach 1963 deutscher Amateurmeister.

Durch die Einführung der eingleisigen 2. Bundesliga gab es in der Saison 1980/81 keinen Zweitligaaufsteiger. Meister SV Sandhausen hatte somit keine Möglichkeit, sich für die 2. Bundesliga zu qualifizieren. In der Folgezeit wurden die beiden für den Süden vorgesehenen Aufstiegsplätze in einer Aufstiegsrunde mit den Meistern der Oberliga Bayern, Hessen und Südwest ermittelt.

Die Oberligasaison 1988/89 war eine der spannendsten der Geschichte. Am Ende der Saison befanden sich der SSV Reutlingen und der 1. FC Pforzheim mit jeweils 50:18 Punkten und einer Tordifferenz von +41 an der Spitze der Tabelle, sodass der Meister aufgrund der damaligen Spielordnung durch ein Entscheidungsspiel bestimmt wurde. Dieses gewann der SSV Reutlingen, der bereits das Hin- und Rückspiel während der regulären Saison für sich entschied, vor 13.000 Zuschauern im Heilbronner Frankenstadion mit 3:1.

In der Folgesaison belegten erneut zwei punktgleiche Mannschaften die ersten beiden Plätze, diesmal hatte jedoch der Meister Karlsruher SC Amateure, in dessen Reihen die späteren Nationalspieler Oliver Kahn und Mehmet Scholl standen, eine um drei Tore bessere Tordifferenz als der Zweitplatzierte SSV Reutlingen. Da die KSC-Amateure nicht aufsteigen durften, nahm der SSV Reutlingen erneut an den Aufstiegsspielen zur 2. Bundesliga teil, konnte sich jedoch abermals nicht durchsetzen.

Die Oberliga als Regionalliga-Unterbau 1993 beschloss der DFB zur Saison 1994/95 die Wiedereinführung der Regionalligen, angelegt als dritthöchste Spielklasse zwischen 2. Bundesliga und den Oberligen. Für die Qualifikation zur neugegründeten Liga wurde im Süden eine Dreijahres-Multiplikationswertung zugrunde gelegt, bei der die Saison 1991/92 einfach, die Serie 1992/93 doppelt und die Spielrunde 1993/94 dreifach zählte; die so ermittelten besten sechs Mannschaften zogen in die Regionalliga ein. Da die Stuttgarter Kickers am Ende der Saison 1993/94 aus der 2. Bundesliga abstiegen, konnten mit dem Meister SSV Ulm 1846, dem SSV Reutlingen, dem VfR Mannheim, der TSF Ditzingen und der SpVgg 07 Ludwigsburg schließlich nur noch fünf weitere Oberligamannschaften an der ersten Regionalligasaison teilnehmen.

Die Einführung der neuen 3. Liga sowie einer weiteren Regionalligastaffel ab der Saison 2008/09 hatte zur Folge, dass es aus der Oberliga Baden-Württemberg nach der Saison 2007/08 einen vermehrten Aufstieg (SC Freiburg II, SSV Ulm 1846, SV Waldhof Mannheim und 1. FC Heidenheim) in die Regionalliga Süd gab. Zudem erfolgte ein verminderter Abstieg aus der Ober- in die Verbandsliga (TSV Schwieberdingen und SV Linx). Um in der Fußball-Oberliga auch 2008/09 mit 18 Vereinen spielen zu können, sind aus den drei darunter liegenden Verbandsligen Baden, Südbaden und Württemberg insgesamt sechs Teams aufgestiegen. Dies sind zum einen direkt die Meister der Verbandsligen Baden (ASV Durlach) und Südbaden (Offenburger FV), sowie die Erst- und Zweitplatzierten der Verbandsliga Württemberg (TSG Balingen und SpVgg Au/Iller). Die beiden restlichen Aufstiegsplätze spielten die Vizemeister aus Südbaden (Kehler FV) und Baden (Amicitia Viernheim) sowie der Rangdritte von Württemberg (FV Illertissen) aus. Alle drei Teams erzielten in einer einfachen Runde, wo jeder Verein ein Heim- und ein Auswärtsspiel spielte, auf drei Punkte. Die bessere Tordifferenz bescherte Illertissen (5:4 Tore) und Kehler FV (5:5) den Aufstieg, während Amicitia Viernheim (3:4) scheiterte.

Zur Saison 2017/18 wurde erstmals ein eigenes Logo für die Oberliga Baden-Württemberg eingeführt, um einen einheitlichen Auftritt für die von den drei Landesverbänden ausgetragene Spielklasse herzustellen. Das Logo soll mit seiner Form auf einen Meister-Wimpel verweisen, wobei der seitlich überlappende Kreis einen Ball darstellen soll.

Vereine

Seit Gründung der Oberliga Baden-Württemberg im Jahr 1978 bis 2026 spielten bislang insgesamt 109 Vereine in der höchsten baden-württembergischen Spielklasse. Mit dem 1. FC Mühlhausen und Young Boys Reutlingen steigen die Vereine 110 und 111 zur Saison 2026/27 in die Oberliga Baden-Württemberg auf. Der Verein mit der längsten Ligazugehörigkeit ist der SSV Reutlingen, welcher der Oberliga 32 Spielzeiten angehörte. Es folgen der VfR Mannheim und der SV Sandhausen mit jeweils 28 Oberligaspielzeiten.

Neben den langjährigen Oberligamitgliedern prägten die Liga vor allem bekannte Traditionsmannschaften wie die ehemaligen Bundesligisten SV Waldhof Mannheim und SSV Ulm 1846 und die früheren deutschen Meister Freiburger FC und VfR Mannheim. Hinzu kommen auch Vereine aus kleineren Ortschaften, wie die Sportfreunde Dorfmerkingen aus dem bislang kleinsten Oberligadorf, sowie die Amateurmannschaften verschiedener Profiklubs.

Mit zwei Klubs aus dem bayerischen Illertissen (SpVgg Au, FV Illertissen) sowie dem hessischen Klub Amicitia Viernheim spielten auch drei Vereine in dieser Oberliga, die nicht aus Baden-Württemberg, sondern aus direkt angrenzenden Städten stammen.

Vereine der Spielzeit 2026/27: 25x25px TSG Balingen 22px|Bahlinger SC Bahlinger SC 22px FC Nöttingen 22px FV Ravensburg