mini|Gemeindestand bis zur Fusion am 6. April 2025 mini|hochkant=.7|Kirche Santo Stefano al Colle mini|hochkant=.7|Kirche Santo Stefano al Colle: Fresken mini|Miglieglia. Historisches Luftbild von Werner Friedli (1948)
Miglieglia ist ein Dorf in der politischen Gemeinde Lema im Schweizer Kanton Tessin. Es liegt am Fusse des Monte Lema und bildete bis zum 6. April 2025 eine eigenständige Gemeinde.
Geographie Das von Wald umgebene Dorf Miglieglia liegt auf oberhalb des Magliasina-Tals am Südosthang des Monte Lema, der mit einer Höhe von die höchste Erhebung der Gemeinde bildet. Die tiefste Stelle liegt im äussersten Südosten der Gemeinde auf an der Mündung des Riale di Monte Pellegrino in die Magliasina.
Die Nachbargemeinden sind im Norden Alto Malcantone, im Osten Aranno, im Süden Novaggio und im Westen Curiglia con Monteviasco und Dumenza (IT-VA).
Geschichte Vermutlich schon in römischer Zeit besiedelt, wird das Dorf 1214 als Mullielia erstmals erwähnt.
Das Dorf Tortoglio (1335 Tortolio) wird als Gemeinde erwähnt. Es bezahlte seine Zehnten dem Kloster Sankt Abbondio von Como und 1431 der Pfarrkirche San Lorenzo von Breno. Nach der Sage soll seine Bevölkerung durch die Pest dahingerafft worden sein, nachher wurde das Dorf vor 1445 verlassen; ein Teil der Bevölkerung begab sich im 16. Jahrhundert nach Miglieglia. Ein langer Streit zwischen Miglieglia und Breno über die Gerichtsbarkeit und den Besitz von Grundstücken von Tortoglio kam erst 1890 zum Abschluss.Celestino Trezzini: Tortoglio. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 7, Attinger, Neuenburg 1934, S. 28 (PDF Digitalisat), abgerufen am 23. Oktober 2017. Im Jahr 1818 fand man dort eine Goldmünze von Kaiser Nero und andere Gegenstände der Römerzeit. Die Gemeinde sollte in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts dem Herzog von Mailand 12 Soldaten sowie Kriegsmaterial stellen.
Am 26. November 2023 wurde in einer konsultativen Volksabstimmung der Vorschlag angenommen, mit den Nachbargemeinden Astano, Curio, Bedigliora und Novaggio zur neuen Gemeinde Lema zu fusionieren und damit die 20 Jahre zuvor abgelehnte Idee wieder aufzugreifen.Medio Malcantone Lema, «i cittadini ci hanno dato fiducia» auf cdt.ch (italienisch) Die Fusion wurde am 6. April 2025 vollzogen.
Miglieglia bildet nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.Patriziato di Miglieglia auf patriziatidelmalcantone.ch
Bevölkerung Einwohnerzahlen: Volkszählungsdaten
Sehenswürdigkeiten Die ehemalige Pfarrkirche Santo Stefano stammt wahrscheinlich aus dem 13. Jahrhundert. Sie ist die älteste der Gegend und besitzt Fresken von 1511 und einen bemerkenswerten hölzernen Hauptaltar aus dem 16. JahrhundertCelestino Trezzinbi: Miglieglia. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Paul Attinger, Neuenburg 1929, Band 5, S. 115 (PDF Digitalisat)Simona Martinoli und andere.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 388–390.Kirche Santo Stefano al Colle und Beinhaus (mit Foto) (PDF; 50 kB) Beinhaus Pfarrkirche Santo Stefano mit Tabernakel Betkapelle im Ortsteil Tortoglio BurgruinenBurgruine (Foto) auf ticino.ch Monte Lema Gipfelkreuz: Auf Initiative des Priesters Ferdinando Andina des katholischen Komitees Unione Popolare Cattolica Malcantonese wurde anlässlich der Feier zum 1900sten Jahrestag der Auferstehung Christi auf dem Berg am 10. August 1934 ein Gipfelkreuz errichtet. Seitdem ist das Kreuz das Symbol des Malcantone, ein Zeichen des Glaubens und der Zugehörigkeit zu dieser Region. Im Jahr 2000 wurde das ursprüngliche Kreuz durch eine Neukonstruktion aus Edelstahl von gleicher Grösse und Form ersetzt.Seilbahn und Kreuz auf den Monte Lema auf montelema.ch/de/monte-lema (abgerufen am 27. Februar 2017).
Infrastruktur Seilbahn auf den Monte Lema seit 13. Juli 1952 Gipfelrestaurant mit Aussichtsterrasse und Hotelbetrieb
Sport Ausflug La traversta Tamaro – Monte LemaDer Höhenweg Monte Tamaro - Monte Lema (mit Foto) auf ticino.ch
Persönlichkeiten Angelo Tamburini (* 12. Januar 1867 in Miglieglia; † 9. August 1942 in Novaggio), Sohn des Luigi, Lehrer, Autor und PublizistAngelo Tamburini. In: Plinio Grossi: Il Malcantone. Edizioni Edelweis, Lugano-Pregassona 1984, S. 24–32.Angelo Tamburini. In: Virgilio Chiesa: Lineamenti storici del Malcantone. Gaggini-Bizzozero, Curio 2002, S. 253. Isidoro Fonti (* 28. Dezember 1846 in Miglieglia; † 5. Juni 1911 in Locarno), Erzpriester von Locarno, Gründer der Institute Santa Caterina und Sant’Eugenio (für Taubstumme) in LocarnoAlberto Lepori, Fabrizio Panzera (Hrsg.): Isidoro Fonti. In: Uomini nostri. Trenta biografie di uomini politici. Armando Dadò Editore, Locarno 1989, S. 19. Ovidio Fonti (* 18. September 1878 in Miglieglia; † 5. April 1944 in Mendrisio), Kunstmaler, Restaurator und Dozent, Ritter der italienischen KroneCelestino Trezzini: Ovidio Fonti. In Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 8, Supplement, S. 63 (PDF Digitalisat), abgerufen am 9. Oktober 2017Ovidio Fonti, in: Virgilio Chiesa: Lineamenti storici... 2002, S. 219, 220. Lauro Degiorgi (* 19. September 1941 in Lugano), (Herkunftsort Miglieglia), Mathematiker (Universität Freiburg (Schweiz)), Pädagoge der Universität Parma, Sekundarlehrer in Lugano, (italienisch) auf clubdelcuore.ch Präsident der Società Demopedeutica, Präsident der Cantori di PregassonaLauro Degiorgi Präsident der Cantori di Pregassona (italienisch) auf cantoridipregassona.blogspot.ch (abgerufen am 21. Dezember 2016). Marco Marcozzi (* 9. November 1965), Forstingenieur der ETHZ und Politiker (PS), Gemeindepräsident von MigliegliaMarco Marcozzi in ti.ch/poteri/gc (abgerufen am: 22. Juni 2016.)
Literatur Virgilio Chiesa: Lineamenti storici del Malcantone. Tipografia Gaggini-Bizzozero, Lugano 1961.
Virgilio Gilardoni: Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino. La Vesconta, Casagrande S.A., Bellinzona 1967, S. 37, 44, 323, 392, 423, 426–430, 517, 539. Plinio Grossi: Il Malcantone. Guida Galli-Tamburini (Neue Auflage), Fontana Print S.A. Pregassona 1984, S. 80–82, 144, 147. Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 388–390. Johann Rudolf Rahn: I monumenti artistici del medio evo nel Cantone Ticino. Tipo-Litografia di Carlo Salvioni, Bellinzona 1894, S. 213–214. Agostino Robertini, Silvano Toppi, Gian Piero Pedrazzi: Miglieglia. In: Il Comune. Edizioni Giornale del Popolo, Lugano 1974, S. 211–220. Giovanni Maria Staffieri: Miglieglia. In: Malcantone. Testimonianze culturali nei comuni malcantonesi. Lugano-Agno 1985, S. 62–65, 67, 69, 95. Celestino Trezzini: Miglieglia. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 5: Maillard – Saint Didier. Attinger, Neuenburg 1929, S. 115 (Digitalisat).
Weblinks
Webauftritt der Gemeinde Miglieglia Amt für Statistik des Kantons Tessin: Miglieglia (italienisch) Miglieglia: Kulturgüterinventar des Kantons Tessin Burgenwelt: Castello di Magliasina (Bün) Ticinoinfoto: Pfarrkirche Santo Stefano auf Ticinoinfoto
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Kanton Tessin Kategorie:Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz Kategorie:Ersterwähnung 1214 Kategorie:Gemeindeauflösung 2025 Kategorie:Lema TI