mini|Wappen derer von Hadewig im Wappenbuch des Westfälischen Adels Hadewig (auch Hadewich, Hadewech, Hadewych, Hardewech, Hadvig, Hadewieg, Haddewige oder Hathewig) ist der Name eines ausgestorbenen niedersächsisch-westfälischen Niederadelsgeschlechts.

Geschichte Die zunächst ravensbergische, später mindensche MinisterialenfamilieSpießen (1901–1903), S. 83. derer von Hadewig wird mit dem in Gadderbaum besitzlichen Gerlagus von Hadewig erstmals 1201 erwähnt. Das ritterliche Geschlecht stellte Burgmänner, Bürgermeister, Ratsherren, Domherren, Ritter und Knappen.Private Webseite Historisches Ritterlager Heinrich von Aspelkamp; Geschichtlicher Hintergrund (2013), mit Quellenangaben. (Abgerufen am 24. Februar 2023) Zudem stiftete es 1423Spahn (1980) S. 123, 127 eine bis 1811 bestehende Vikarie am Kollegiatstift St. Andreas in Lübbecke, nämlich die Hadewigsche Vikarie St. Andreae, Nicolai et Luciae, die Angehörigen dieser Familie sowie der Klenckes und Mentzingen vorbehalten war.vgl. Stift Lübbecke / Urkunden (Bestand), Landesarchiv NRW Abt. Westfalen, D 352u; online auf Archivportal-d.de. (Abgerufen am 25. Februar 2023) mini|Gut Obernfelde mini|Herrenhaus, Gut Renkhausen 1453 saß das Geschlecht von Hadewig auf Gut Renkhausen, dem HauptbesitzFranz Herberhold: Das Urbar der Grafschaft Ravensberg von 1556, Teil 2 (Münster 1981), S. 110 (online als PDF 34,3 MB). Abgerufen am 27. Februar 2023 der Familie, um 1550 auf Gut Obernfelde, bis 1591 auf drei Burgmannshöfen in LübbeckeKarl Adolf v. d. Horst: Vademekum für Kirchenbuchforscher im Fürstenthum Minden in: Der Deutsche Herold (Hg. Adolf Hildebrandt) 29. Jg. (Carl Heymanns Verlag, Berlin 1898), S. 122f. (Digitalisat) sowie um 1600 in MenneFahne (1858), S. 104.. Es war bereits seit dem 13. Jahrhundert bei Gadderbaum (Sandhagen und Habichtshöhe, dort namensgebend: Hadewech>Hawech>Havig>Habig>Habicht)Birgit Meineke: Die Ortsnamen der Stadt Bielefeld. (Westf. Ortsnamensbuch Bd. 5; Bielefeld 2013), S. 92 und 107. ISBN 978-3-89534-935-5 (online bei Akademie der Wissenschaften zu Göttingen) begütert und besaß später den Gorthumbschen Hof in Gehlenbeck. Das Rittergut Obernfelde ging durch Heirat und Erbe 1591 an die Familie von Wulffen über. Ein Caspar von Hadewig besitzt 1611 und 1628 noch das Gut Klein-Eickel bei Blasheim.

Das Geschlecht erlosch im frühen 18. Jahrhundert.Ledebur (1855), S. 307. Um die Hadewig-Wulfenschen Lehen in und bei Lübbecke währten lange (1726, 1751, 1756) Rechtsstreitigkeiten unter den Nacherben an, so zwischen den Familien von der Recke-Obernfelde, von Klencke und von Holle.vgl. Landesarchiv NRW Abt. Westfalen, U 190, 1397 (online) sowie U 190, 47(online) auf Archivportal-d.de (Abgerufen am 27. Februar 2023).

Familienangehörige (Auszüge) Gerlagus Hathewig († 1221), ab 1201 im Osnabrücker Urkundenbuch als Gerlagus miles cognominatur Hadvig in Gadderbaum besitzlich erwähnt Rotger Hadewig, 1265 bis 1270 urkundlich als Ritter erwähntLandesarchiv NRW Abt. Westfalen, Stift auf dem Berge, Herford - Urkunden, Nr. 8 (online, abgerufen am 25. Februar 2023) (?) Gebrüder Johannes und Winandus Hadewig, 1278 und 1294 als Knappen erwähnt Hermannus Hadewich, erwähnt 1323 als Ravensberger Ministeriale Rotger von Hadewich, als Knappe 1365 von Simon III. zur Lippe belehnt, 1368, 1371 erwähntOtto Preuß: Lippische Regesten. Aus gedruckten und ungedruckten Quellen, Band 3 (Meyer, Lemgo 1866) S. 27 (books.google.de), Siegel 1371 Rotger Hadewych, erw. 1421 in Gadderbaum Hinrik Hadewich, 1419 als Zeuge des verkauften Erbes Nyehus im Kirchspiel Holte erwähnt Hardeke von Hadewig, erhielt 1406 die Holzgrafschaft in Hedem als Pfand vom Knappen Statius von Schloen gen. GehleKarl Adolf von der Horst: Nachtrag zu den Rittersitzen der Grafschaft Ravensberg und des Fürstenthums Minden, in: Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, hrsg. v. Adolf Matthias Hildebrandt (Band 27, Verlag C. Heymann, Berlin 1899), S. 63, 108 (books.google.de). Harteke von Hadewig, urk. 1453; ⚭ Vredeke von Exterde (* um 1440)Karl Adolf v. d. Horst: Heraldisch-genealogische Denkmäler in der Andreaskirche zu Lübbecke i. W. In: Der Deutsche Herold (Hg. Adolf Hildebrandt) 30. Jg. (Carl Heymanns, Berlin 1899) S. 152. (Digitalisat. Abgerufen am 25. Februar 2023) (?) N.N. von Hadewig zu Lübbecke; ⚭ Statius (Wustatius) von Barkhausen (* um 1420), Burgmann zu Petershagen 1469 Elisabeth von Barkhausen (* ca. 1465); ⚭ um 1504 Johann von Schloen gen. Gehle zu Hollwinkel († vor 1527)Karl Adolf von der Horst (Berlin 1899) S. 64. Benedikt von Barkhausen, erwähnt 1509, Großvater des Bartold von Barkhausen († 1584) (?) Elska von Hadewig; ⚭ Harteke von Monnich (Münch) zu Ellerburg (Fehde 1475; † um 1508)Karl Adolf von der Horst: Grabsteine aus der Kirche zu Alswede, in: Der Deutsche Herold, Band 24 (1893) S. S. 153.; Erbteilung ab 1510 bei deren Söhnen in Linien Benkhausen (Hardeke von Münch) und Ellerburg (Statius von Münch) Johann von Hadewig, 1481 und 1486 als Knappe erwähntLandesarchiv NRW Abt. Westfalen U 102u, 8 (online auf Archivportal-d.de. Abgerufen am 27. Februar 2023). Albert von Hadewig (* um 1470, lebt 1520); ⚭ N.N. von Bockenförde gen. SchüngelEckhard Preuschhof: Ahnen von Eckhard Preuschhof (Homberg/Efze 1998, Neuauflage 2016 Selbstverlag) ISBN 3-00-002482-4 (Online als PDF. Abgerufen am 25. Februar 2023) Catharina von Hadewig (* um 1507; † 6. Oktober 1565); ⚭ vor 1529 Hermann I. von Westrup auf Stockhausen (* 1503, † 2. April 1560 in Lübbecke, Bürgermeister ebenda)Private Webseite Ahnen Bernd Josef Jansen. (Abgerufen am 25. Februar 2023) 1525 Mitglied der Mindenschen RitterschaftKarl Adolf von der Horst (Berlin 1899) S. 77. (?) Herman Hadewich, erwähnt 1487 im Verkauf von GüternAkten Melitta Freifrau von dem Bussche-Münch zu Benkhausen; Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen, U 102u Haus Benkhausen (Dep.), 9. Cord von Hadewig zu Renkhausen, erwähnt 1436, 1452 (Ratsmitglied Lübbecke), 1453, 1460Nordsiek (1966) S. 190 wohl Erbauer des Kapitelshofes in Lübbecke Ernst von Hadewig (* 1445/1460; † 1520) Erbherr in Renkhausen, 1483 Bürgermeister in LübbeckeFriedrich Bernward Fahlbusch (Hg.): Beiträge zur westfälischen Stadtgeschichte, Band 1 von Beiträge und Quellen zur Stadtgeschichte Niederdeutschlands (1992) S. 110, 111; ⚭ 1480 N.N. von JeinsenPrivate Website Hpenke.de (Abgerufen am 28. Februar 2023). Elseke von Hadewig (* 1480); ⚭ 1518 Caspar von Aschwede, Erbherr in Arkenstedt und Volmerdingsen (Sohn von Cord von Aschwede und N.N. von Korff) Konrad (Curt) von Hadewig, 1516 Domherr von Minden und Inhaber der Hadewigschen Vikarie zu LübbeckeSpahn (1980) S. 123f. Heinrich von Hadewig (Söhne Ernst und Claus), erwähnt 1531, 1544, 1547Landesarchiv NRW Abt. Westfalen D 352u / Stift Lübbecke / Urkunden, Nr. 146-a sowie D 352, 186; sowie B 401u / Fürstbistum Paderborn / Urkunden, Nr. 2741 Clawes (Nikolaus) von Hadewig († 1591 in hohem Alter), ⚭ Hedwig von Alden (Tochter des Johann und der Catharine von Frese); erwähnt 1543, belehnt 1548 (u. a. Hof in Haddenhausen sowie Burghof vor Petershagen), 1557 LehnserneuerungKurt Heidenreich: Die Burgmannshöfe in der Stadt Lübbecke, in: Heimatgeschichtl. Beiträge aus dem Kreis Lübbecke Bd. 1 (1969) S. 37f. (Online als PDF, bei Monumenta Germaniae Historica; abgerufen am 27. Februar 2023), erwähnt 1558 (ansässig in Minden), 1561, 1565Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen F 001 Reichskammergericht-Akten, H 54 - Band: 1 sowie U 126u / Familie von der Horst (Dep.) / Urkunden, Nr. 116 und 117., besitzt 1567 drei Burgmannshöfe in Lübbecke, das Rittergut Renkhausen nebst Pertinenzen, den Borchhof zu Petershagen sowie das Gut Obernfelde, das durch Heirat seiner jüngsten Tochter Gertrud an die Familie von Wulfen geht. (?) Nikolaus Hadewig († n. 1611), ab 1577 Inhaber der Hadewigschen Vikarie bis zur Resignation 1611 Conrad (Cord) Hadewig, vorgeschlagen 1611 als Inhaber der Hadewigschen Vikarie, 1624, 1629 und 1632 als solcher erwähnt, ab 1640 an KlenckeSpahn (1980) S. 124; auch erwähnt 1630 beim Verkauf eines Lehnhauses in Minden Gertrud von Hadewig († 1614); ⚭ Stats Balthasar von Wulffen zu Lemgo († 1626 in Lübbecke, als adeliger Bürgermeister ebendort)vgl. Aufschwörungstafel der Lisbeth Anna Hermina von Oer 1696, Landesarchiv NRW Abt. Westfalen, W 101 (Aufschwörungstafeln), Nr. 1124,0 Digitalisat. (Abgerufen am 25. Februar 2023); 1591 mit Hadewig’schem Lehen belehnt, seit 1614 Herr zu LübbeckeKarl Adolf v. d. Horst (1899), S. 95 (Stammtafel „v. Wulfen“). (~ 2° Marg. v. Alden [1598-1657], Tochter von Ernst v. Alden, Landdrost [~ 1° Anna v. Hodenberg; ~ 2° Marg. v. Bülow]) Anna Margarethe von Wulffen; ⚭ Hieronymus von Schloen gen. Tribbe (* 1589; † 26. Dezember 1646)Karl Adolf von der Horst (Berlin 1899) S. 77. Catharine Klara von Wulffen (Wulfen)Karl Adolf v. der Horst (1894), S. 131f: „1 5 4 3 und 1567 ist Klaus v. H a d e w i g Besitzer [von Obernfelde in Lübbecke], der mit Hedwig v. Alden vermählt war. Seine jüngste Tochter Gertrud v. Hadewig († 1614) brachte Obernfelde um 1 5 8 3 an Stats Balthasar v. W u l f e n zu Lemgo. Nachdem dann Nikolaus v. Hadewig im Jahre 1 5 9 1 das Zeitliche gesegnet, succedierte ihm sein Schwiegersohn Balthasar v. Wulfen im Besitz von Obernfelde und wurde 1591 mit einem Teil der Hadewigschen Lehne belehnt. 1614 starb seine Frau Gertrud v. Hadewig. Und als Balthasar v. Wulfen dann zur zweiten Ehe mit Margarethe v. Alden schritt, hat er die Hälfte seiner Güter, darunter auch Obernfelde, seinem Sohne erster Ehe Adrian v. Wulfen abgetreten. Letzterer ist 1622 nicht mehr am Leben und hinterließ einen unmündigen Sohn namens: Stats Balthasar. / Nach dem Teilungsrezeß und Verfügung des Bischofs Christian vom Jahre 1622 könne Balthasar v. Wulfen den Hof in Lübbecke für sich, seine jetzige Hausfrau und Kinder anderer Ehe erblich behalten. Adrians v. Wulfen Söhnlein Stats Balthasar solle dagegen das Haus Obernfelde, wie solches sein Vater zu seiner Absteuer empfangen und noch jetzt im Namen des Mündleins verwaltet wird, bekommen. Stats Balthasar wird noch 1 6 5 7 als Herr von Obernfelde genannt. Bei seinem kinderlosen Tode schenkte er das Gut seinem Vetter Asver Balthasar v. S c h e l e. Die Schwester seines Vaters: Catharine Klara v. Wulfen war nämlich mit Adam v. Schele vermählt. Asver Balthasar v. Schele ist der Sohn aus dieser Ehe. / Der Sohn des Asver Balthasar v. Schele: Rabo Wilhelm v. Schele-Schelenburg ist nach 1730 Besitzer und verkaufte das Gut an den späteren mindenschen Landrat und Oberforstmeister Jobst Henrich v. Korff a. d. H. Waghorst (geb. 1709), dem 1 7 3 4 Obernfelde bereits gehört.“ ⚭ Adam v. Schele (Mutter: Adelheid [Aleijd] Ripperda, Tochter von Unico IV Baron Ripperda und Judith van Twickelo: siehe Ripperda (Adelsgeschlecht)) II: Katharine Margarethe von Wulffen († 1677) ⚭ Hermann Freiherr v. Westerholt a. Sandfort (ca. 1602 – 3. Juni 1665) (siehe Westerholt (Adelsgeschlecht)), Kaiserlicher Rittmeister, Oberstleutnant, Drost von Bocholt (~ 1° Katharina Roland, Erbin von Gut Sandfort) Anna von Hadewig, Erbin zu Renkhausen; ⚭ Dietrich von Klencke; 1591 mit Hadewig’schem Lehen durch Bischof Anton belehnt, auch 1595/1616 zu Renkhausen