mini|Thur Himmighoffen, um 1926 Franz Arthur „Thur“ Himmighoffen (* 26. März 1891 in Eisenach; † 12. November 1944 in Böblingen) war ein deutscher Theaterregisseur und Intendant.
Leben Franz Arthur Himmighoffen wurde am 26. März 1891 in Eisenach geboren. Er war der Sohn des Schauspielers und Regisseurs Ferdinand Himmighoffen und der Albertine Knupfer.Standesamt Hamburg 3a, Heiratsregister 1919, Nr. 26 (ancestry.com).
Nach dem Besuch des Berthold-Gymnasiums Freiburg studierte er von 1910 bis 1914 Germanistik, Literaturgeschichte, Kunstwissenschaft, Musikgeschichte und Dramaturgie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Parallel war er als Schauspieler im Theater Freiburg tätig. Von 1914 bis 1918 diente er im Ersten Weltkrieg als Kriegsfreiwilliger an der Westfront. Anschließend wurde er 1919 in Freiburg zum Doktor der Philosophie promoviert. Er setzte seine künstlerische Laufbahn vorwiegend als Regisseur und später als Intendant an unterschiedlichen Häusern fort.
Er heiratete 1919 Olga Gertrud Moller.
Von 1919 bis 1920 war er Dramaturg in Freiburger Stadttheater. Zudem führte er zwischen 1919 und 1925 unter der Intendanz von Leopold Jessner am Preußischen Staatstheater Berlin Regie, gehörte jedoch nicht zu dessen favorisierten Dramaturgen.
Dortmund, 1920 bis 1925 Im Mai 1920 wurde er an das Stadttheater Dortmund berufen. Dort wirkte er bis 1925 als Dramaturg, Oberspielleiter des Schauspiels und der Oper sowie stellvertretender Intendant.
Lübeck, 1925 bis 1929 Beim Stadttheater und den Kammerspielen Lübeck war Himmighoffen von 1925 bis 1929 leitender Direktor. Er inszenierte u. a. publikumswirksam Georg Büchners „Woyzeck“.
Braunschweig, 1929 bis 1933 Thur Himmighoffen wechselte von Lübeck an das mehrspartige Staatstheater Braunschweig. Dort war er bis zur Spielzeit 1932/33 als Intendant tätig.
Karlsruhe, 1933 bis 1944 Zum 1. Mai 1933 trat Himmighoffen der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.801.428).Bundesarchiv R 9361-VIII KARTEI/11131566https://regionalia.blb-karlsruhe.de/frontdoor/deliver/index/docId/13017/file/BLB_Ellwardt_Badische_Staatskapelle.pdf Im August 1933 wurde er an das Badische Staatstheater Karlsruhe berufen. Seinen Vorgänger Hans Waag hatten die neuen Machthaber entlassen. 1935 wird Thur Himmighoffen Generalintendant.
Am 12. November 1944 nahm sich Himmighoffen das Leben. Im offiziellen Nachruf heißt es, Hauptmann Himmighoffen sei auf einer Dienstfahrt tödlich verunglückt.Aus Stadt und Land. Aus Baden: Generalintendant Dr. Thur Himmighoffen tödlich verunglückt. In: Breisgauer Nachrichten, Heimatzeitung für den Kreis Emmendingen 18. November 1944.
Literatur Jörg Osterloh: Ausschaltung der Juden und des jüdischen Geistes: Nationalsozialistische Kulturpolitik 1920–1945. Campus Verlag, Frankfurt am Main, 2020, S. 247 und S. 248. ISBN 978-3-593-51129-0 Hansmartin Schwarzmaier: Theater im Dienste des NS-Staates. In: Karlsruher Theatergeschichte. Vom Hoftheater zum Staatstheater, Berlin / Heidelberg 1982. Josef Werner: Judenstern. Das Schicksal der Karlsruher Juden im Dritten Reich. In: Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs, Band 9, Badenia Verlag, Karlsruhe 1988.
Weblinks Zum Tode Dr. Thur Himmighoffen in den Breisgauer Nachrichten
Einzelnachweise
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