Dieter Zimmermann (* 28. November 1942 in Slupca) ist ein deutscher Maler und Grafiker, einer der wichtigsten und produktivsten zeitgenössischen Maler der Lausitz.

Leben und Werk Die Familie Zimmermanns kam infolge des Zweiten Weltkriegs als Flüchtlinge in die Sowjetische Besatzungszone. Zimmermann absolvierte in Cottbus eine Lehre als Theatermaler. Von 1964 bis 1967 besuchte er die Arbeiter- und Bauernfakultät für Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK). Anschließend studierte er bis 1973 bei Hannes H. Wagner und Willi Sitte an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle – Burg Giebichenstein. Seitdem arbeitet er als freischaffender Maler und Grafiker, erst als Mitglied der Künstler-Produktionsgenossenschaft „Neue Form“ in Seidewinkel und seit 1981 in Werben-Brahmow bei Cottbus. In den 1970er und 1980er Jahren schuf Zimmermann neben Grafik und Zeichnungen vor allem Werke in Hinterglasmalerei. „Seine Darstellungen kontrastieren zwischen Ornamentalem und Abbildhaftem in einer kauzig-grotesk anmutenden Zeichensprache. Er bringt alle Objekte, die seine Vorstellungskraft beschäftigen, ins Bild.“Frank Nolde: Dieter Zimmermann. In: Bildende Kunst, Berlin, 10/1986, S. 466 In den letzten Jahren entstanden mehrere umfangreiche Werkzyklen wie ab 2002 Der Grübelzwang, der aus Hunderten von 40 × 50 cm großen graffitihaften Comics besteht, die in 3 × 4 cm große Segmente aufgeteilt sindKlaus Hammer: Dieter Zimmermanns Bilderteppich „Der Grübelzwang“. In: Das Blättchen, Berlin, Nr. 14, 9. Juli 2012, oder Zeitfluss – Lausitz und Die Quadratur des Spreewalds. Zimmermann machte auch Arbeiten in Keramik und Email, auch als architekturgebundene Werke, und malt auf Postkarten und Briefumschlägen. In der letzten Zeit der DDR veröffentlichte die alternativen Berliner Kunstzeitschrift Liane Comics Zimmermanns.

Zimmermann war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR.

1993 erhielt er den Förderpreis für Bildende Kunst des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg. 2000 hielt er sich mit einem Stipendium des Ministeriums sechs Monate im Pariser Künstlerhaus Cite Internationale des Arts auf.

Zimmermann hatte bis in die jüngste Zeit eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, in der DDR u. a. von 1977 bis 1988 an der VIII. bis X. Kunstausstellung der DDR.

Arbeiten Zimmermanns befinden sich u. a. im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst, Museum der bildenden Künste Leipzig, Schloss-Museum Bernburg, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), in der Stiftung Kunstforum der Berliner Volksbank und im Kunstarchiv Beeskow.

Ehrungen 1980: Händelpreis des Bezirkes Halle 1981: Kunstpreis der Stadt Halle 1986: Kunstpreis der DSF 1993: Förderpreis für Bildende Kunst des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

Fotografische Darstellung Zimmermanns

Thomas Kläber (* 1955): Portrait des Malers Dieter Zimmermann (1981)

Rezeption „In der Auseinandersetzung mit den kulturellen Eigenheiten (Sorben), landschaftlichen Besonderheiten (Spreewald) und Verwerfungen (Braunkohlebergbau) hat er stets auch das Welttheater wie zeitgeschichtliche Phänomene im Blick und in seinem vielgestaltigen Œuvre sinnbildreich ausgebreitet. Die wimmelnden Bildgeschichten und überbordenden Kompositionen leben von einer ganz eigenen Auffassung.“Doppelausstellung Dieter Zimmermann: Vom Ausschwärmen der Bilder – Galerie Brandenburg

„Mit Spontanität, Skurrilität, Humor, Hinter- und Tiefsinn schafft er seinen schier unendlichen Bilderkosmos von großer Farb- und Formästhetik. Ausgehend von skizzenhaften Notaten, die er Muzel nennt, kann er große Räume mit Motivanhäufungen fluten.“Dieter Zimmermann- 24 Himmelsleitern usw., usw. (senftenberger-see.de)

Weitere Werkbeispiele

Hinterglasmalerei

Geyerswalde am See (1977; 38 × 44 cm)Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 12/79, S. 600 In der und um die Sauenzuchtanlage Dörgenhausen herum – In der und um die Schweinemastanlage Köhnicht herum – wiedibum (1981/1982)

Alles auf nach … (1982/1983; neunteilige Arbeit, je 40 × 50 cm; Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst Cottbus) Tierarzt (1985)

Druckgrafik

Ballade von der Billigung der Welt; zu Brecht (1972; Lithografie, 30 × 40 cm)Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 10/1986, S. 326

Architekturbezogenes Werk

Sorbische Hochzeit im Spreewald (1984; Wandgestaltung in einer Polytechnischen Oberschule)

Keramik

Apfelschimmel (1978; kleinkeramisch)Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 10/79, S. 504

Einzelausstellungen seit der deutschen Wiedervereinigung (unvollständig) 2022/2023: Cottbus, Galerie MA/RIE/MIX 23 und Kunsthalle Lausitz ("Vom Ausschwärmen der Bilder")

Literatur

Frank Nolde: Dieter Zimmermann. In: Bildende Kunst, Berlin, 10/1986, S. 466–468

Zimmermann, Dieter. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 1071

Weblinks Vita und Werke bei der Sperlgalerie Bilderbuch & Doppelausstellung in Cottbus: Ehrung für Dieter Zimmermann in Niederlausitz Aktuell Dieter Zimmermann - Galerie Brandenburg

Einzelnachweise

Kategorie:Grafiker (DDR) Kategorie:Grafiker (Deutschland) Kategorie:Person (Lausitz) Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Maler (DDR) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1942 Kategorie:Mann