Die Liste von Zen-Meistern umfasst Meister aus allen Zen-Schulen, also Personen mit der Fähigkeit zur sogenannten Dharma-Übertragung (; alternativer Begriff japanisch ), der Nachfolgeermächtigung oder Lehrberechtigung eines Meisters gegenüber einem Schüler. Die Liste strebt, soweit dies möglich ist, Vollständigkeit an.
A M. Shudo Andre (* 1953), ist ein deutscher Zen-Meister, der seit 1978 Zazen praktiziert und ab 1979 Schüler von Taisen Deshimaru war. Seit 1979 leitet er das Hamburger Zen-Dojo Ryumon. Nach dem Tod von Deshimaru Roshi wurde er 1982 Schüler vom Soto Zen-Meister Ludger Tenbreul, von dem er auch die Dharma-Übermittlung erhielt. Robert Baker Dairyu Chotan Aitken (1917–2010), war ein US-amerikanischer Literaturwissenschaftler, Friedensaktivist, Zen-Lehrer und Zen-Meister. In Deutschland ist er in erster Linie durch seine Praxisanleitung Zen als Lebenspraxis bekannt sowie als Lehrer von Rolf Drosten (Gründer der „Wolken-und-Mond-Sangha“Wolken und Mond Sangha.). Seine Autorisierung erhielt er von dem japanischen Zen-Meister Yamada Koun. Aitken gehörte zu den ersten, die auf die Notwendigkeit einer ökologischen Betrachtungsweise aufmerksam machten. Zusammen mit Anne Hopkins Aitken, Gary Snyder und anderen gründete er die Buddhist Peace FellowshipBuddhist Peace Fellowship.
B Stefan Bauberger (* 1960), ist ein deutscher Jesuit, Physiker, Philosoph und Priester. Er wurde vom indischen Jesuiten Ama Samy SJ. als Zen-Meister der Sanbo Kyodan bzw. Sanbo-Zen Linie autorisiert. Charlotte Joko Beck (1917–2011)Biographische Daten bei ZenHomeSchool: Joko retired at age 93. On June 15, 2011, at 94 she died peacefully at home in Arizona. (englisch)., war eine US-amerikanische Zen-Lehrerin und eröffnete 1983 das San Diego Zen Center, das sie bis Juli 2006 leitete. (englisch). Sie erhielt die Dharma-Übertragung von Taizan Maezumi Roshi (Sōtō-shū). Mehrere ihrer Dharma-Erben sind praktizierende Psychologen/Psychiater. Claus Heiki Bockbreder (* 1948), ist deutscher Naturwissenschaftler, Arzt, Psychotherapeut und Soto Zen-Meister. Seit 1980 praktiziert er Zazen. Im Jahr 1995 erfolgte die Gründung des Zen-Dojo in Melle. Von 1994 bis 2001 studierte er Buddhismus unter Geshe Thubten Ngawang am Tibetischen Zentrum e.V. in Hamburg. Im Jahr 2018 gründete er das Zendo Osnabrück. Im Jahr 2024 erhielt Bockbreder von seinem Meister Roland Yuno Rech das Shiho, wodurch die Authentizität seiner Unterweisung bestätigt wurde. Taego Bou (1301–1382), war ein koreanischer buddhistischer Son-Meister, der in Goryeo lebte. Sein Name bedeutet „Große alte und universelle Dummheit“. Er ist zusammen mit Jinul der Mitbegründer des Jogye-Ordens. Er soll das Rinzai-Zen nach Korea gebracht haben. Außerdem beruft sich der 1969 in Korea gegründete Taego-Orden auf seinen Namen. Missen Michel Bovay (1945–2009), war Schweizer Zen-Meister der Sōtō-shū, Präsident und Lehrer der Association Zen Internationale und leitete das Zen-Dōjō sowie den Tempel Muijo (Schloss der Nicht-Angst) in Zürich (Schweiz). Er erhielt die Dharma-Übermittlung (shiho) von Yuko Okamoto Roshi und wurde von den Haupttempeln des Soto-Zen, Eiheiji und Sojiji, als Meister bestätigt. Niklaus Brantschen (* 1937), ist ein Schweizer Jesuit, Zen-Meister der White Plum Sangha-Linie und mit Pia Gyger Mitgründer des Lassalle-Instituts innerhalb des Lassalle-Hauses in Bad Schönbrunn. 1999 erhielt er die Bestätigung zum Zen-Meister („inka shōmei“) von Glassman Roshi. Edward Espe Brown (* 1945), ist ein US-amerikanischer Zen-Lehrer, -Meister und Buchautor. Er unterrichtet Zen, Zen-Kochen, Yoga und Chi Gong. Brown wurde durch den Dokumentarfilm How to Cook Your Life von Doris Dörrie einem breiteren Publikum im deutschsprachigen Raum bekannt. Er bekam die Dharma-Übertragung von Mel Weitsman.
C Chih-wei (646–722; J. Chii), war ein chinesischer Zen-Mönch aus der T'ang-Periode (618–907). Er soll der fünfte Patriarch der Ochsenkopfschule des frühen Zen gewesen sein. Zusammen mit seinem Meister Fa-ch'ih hat Chih-wei eine Weile lang unter dem fünften Patriarchen des Zen, Hungjen (601–674), praktiziert und von ihm die Dharma-Übertragung erhalten. Danach sind sie beide nach Niu-t'ou zurückgekehrt, wo sie eine kurze Wiederbelebung der Ochsenkopfschule angeführt haben. Zhaozhou Congshen (Pinyin Zhàozhōu Cōngshěn, W.-G. Chao-chou Ts'ung-shen; jap. Jōshū Jūshin; 778–897) war ein Meister des Chan. Seine Koans im Biyan Lu und im Wumenguan zählen zu den bekanntesten. Anton Tenkei Coppens (* 1949), ist ein niederländischer Zen-Meister, Autor und Gründer des Zen River Zentrums in den Niederlanden. Er praktiziert Zen seit 1976 unter anderem mit Maezumi Roshi und Genpo Roshi in den USA. Nach der Dharma-Übertragung 1996 assistierte er Genpo Roshi vier Jahre und praktizierte dann mit Maezumi Junyu Kuroda Roshi in Japan. Coppens gründete das Zen River Zentrum und erhielt 2006 das Inka von Genpo Roshi. Philippe Coupey (* 1937), ist US-amerikanischer Autor, Zen-Mönch sowie -Meister in der Sōtō-Traditionslinie und lehrt in über dreißig Dōjōs in Frankreich, Deutschland, Großbritannien und der Schweiz. Hierarchien, Rituale und Zeremonien verzichten. Er erhielt die Dharma-Übertragung von Meister Kojun Kishigami im Pariser Zen Dojo. Coupey hat Zen Einfaches Sitzen (Shikantaza) mitgegründet. Das ist ein Zusammenschluss alter Zen-Schüler in der Deshimaru-Linie. Diese praktizieren ein Zen, das auf klerikale Hierarchien, Rituale und Zeremonien verzichtet.
D Lanxi Daolong (jap. Rankei Dōryū; 1213–1278), war ein chinesischer Chan-Meister und Kalligraph, der wesentlich dazu beitrug, Zen in Japan als eigenständige Schule zu etablieren. Sein postumer Ehrentitel lautet Daikaku ZenjiMatsunaga 1976, S. 219. Taisen Deshimaru (1914–1982), war ein japanischer Gründer des ersten Zen-Tempels Europas La Gendronnière und der Association Zen Internationale (AZI), die die größte zen-buddhistische Gruppe (Sangha) in Europa ist und Autor. In den 1970er-Jahren erhielt er von Meister Yamada Reirin, dem damaligen Leiter des von Eihei Dōgen Zenji gegründeten Eihei-ji-Tempels in Japan, Shihō Dōgen Zenji (1200–1253). Meister Dōgen, war ein Lehrer und Zen-Meister des japanischen Zen-Buddhismus, Autor und einflussreicher Abt. Er übertrug die Chan-Schule mit der rituell und kollektiv geübten Sitzmeditation Zazen aus China nach Japan. In seinen Schriften zeigen sich die Besonderheiten seiner Praxis und Lehre: Shikantaza („nur sitzen“), Hishiryō („das dem Denken Unermessliche“), Shoshin Tanza („regelmäßige Übung“) und Shinjin datsuraku („Körper und Geist abstreifen“). Er setzte auch die Praxis des Zazen mit der Buddhaschaft gleich. Dōgen bezeichnet in seinen Schriften nur Myōzen (der in China starb) und Rujing als seine „senshi“ (früheren Lehrer). Das Kloster, das er übernahm und ausbaute, nannte er Eihei-ji. Außer der Halle für Zazen (Zendo) übernahm Dōgen auch andere Bestandteile des Klosteraufbaus und der Mönchsorganisation aus China. Brigitte D’Ortschy (1921–1990), war die erste deutsche Zen-Meisterin und bekannt unter dem Namen Koun-An Doru Chiko Roshi. Ihr Lehrer war Yamada Koun von der Zenvereinigung Sanbo. Claude Durix (1921–2012), war ein französischer, Autor, Mediziner und Zenmeister. Er übte Judo, Kendō, Iaidō sowie Aikidō und lernte dadurch Zen in Japan kennen. Durix gründete Zen-Gruppen in Casablanca, Rabat und in Marrakesch.
E Hakuin Ekaku (1686–1769), gilt als der Vater der modernen Rinzai-shū, die er reformierte und erneuerte, indem er möglichst einfache Praktiken lehrte und sie für Laien verständlich formulierte. Myōan Eisai (1141–1215), war ein japanischer buddhistischer Priester, der die Rinzai-Schule des Zen-Buddhismus und den Tee von China nach Japan gebracht hat. Er wird oft einfach als Eisai Zenji (Meister Eisai) bezeichnet. Bankei Eitaku (Yōtaku), auch Bankei Kokushi (1622–1693), ist einer der populärsten japanischen Zen-Meister der Rinzai-Schule der wesentlich zu einer Neubelebung des japanischen Zen beitrug. Hugo Enomiya-Lassalle (1898–1990), war ein deutsch-japanischer Jesuit der als ein Wegbereiter der Verständigung zwischen Zen-Buddhismus und Christentum angesehen werden (Christlich-buddhistischer Dialog) kann.
F Keidō Fukushima (jap. Fukushima Keidō; 1933–2011), war ein japanischer Rinzai-Zenmeister, der dem Tōfuku-ji in Kyōto als Abt vorstand. Unter seiner Leitung praktizierten auch Nicht-Japaner, darunter der deutsche Zen-Meister Muhō Nölke, im Tōfuku-ji.
G Tammy Myoho Gabrysch (* 1961), ist eine britische Zen-Meisterin. Sie absolvierte ein Studium der Bildenden Künste in Manchester und arbeitete als freischaffende Künstlerin und Musikerin, bis sie 1988 Genpo Roshi traf. Im Anschluss daran lebte sie zwölf Jahre im Zen-Kloster in Maine und Utah. Dort entdeckte sie ihre Berufung als Chefköchin (Tenzo). Im Jahr 2000 absolvierte sie ein Studium bei Junyu Kuroda Roshi und schloss später eine Soto-Tempelausbildung im Tosho-ji ab. Im Jahr 2008 erhielt sie die Dharma-Übertragung von Genpo Roshi und im Jahr 2018 von Inka. Sie ist Mitgründerin des niederländischen Zen River Temple der White Plum Asanga. Bernard Tetsugen Glassman (1939–2018), war ein US-Zenmeister und Sachbuchautor. Er entstammte einer jüdischen Familie und war Initiator und Manager der Zen-Peacemakers, einer Gruppe sozial engagierter Buddhisten. Gemeinsam mit Menschen vieler Religionen übte er Offenheit, besonders an gesellschaftlichen Schmerzorten wie dem Ankunftsgleis im ehemaligen KZ Auschwitz oder auf den Straßen in New York unter Obdachlosen. Pia Gyger (1940–2014), war eine schweizerische Heilpädagogin, Psychologin, Kontemplationslehrerin, Zen-Meisterin und Mitgründerin des Lassalle-Instituts und der Glassmann-Lassalle Zenlinie, Sie wurde durch Bernard Glassman Roshi von der White Plum Asanga, zur Zen-Meisterin „Jin-Ju“ ernannt.
H Joan Jiko Halifax (* 1942) ist eine US-amerikanische Anthropologin, Ethnologin, Zen-Buddhistin, Autorin und Menschenrechtsaktivistin. Sie ist Gründerin, Äbtissin und Lehrerin des Upaya Institute and Zen Center, in Santa Fe (New Mexico), praktizierte bei dem Zen-Lehrer Seung Sahn und war Lehrerin von dessen Kwan-Um-Zen-Schule. Halifax erhielt die Dharma-Übertragung von Bernard Glassman. Shōdō Harada (jap. Harada Shōdō; * 1940), ist ein japanischer Zen-Meister. Er ist ein Vertreter der Rinzai-Schule und Nachfolger von Yamada Mumon. Harada Roshi betreut Zendos in Ungarn, Polen, Litauen, Lettland, Italien, Dänemark, Mexiko und vielen weiteren Ländern. Carl Hooper (* 1943), Philosoph, Jesuit, Zen-Meister. Gründer und Lehrer des Bodhimount Zendo in Armidale im australischen Bundesstaat New South Wales. Ho-un-Ken Roshi siehe Johannes Kopp. Baizhang Huaihai (jap. Hyakujō Ekai; 720–814), war ein chinesischer Zen-Meister zur Zeit der Tang-Dynastie. Er stand in der Dharma-Tradition von Mazu Daoyi. Zu seinen Schülern gehörten Huangbo Xiyun, Linji Yixuan und Zhenzhou Puhua. Dazu Huike (Pinyin Dàzǔ Huìkě, jap. gleiche Schreibung; Taiso Eka) (484–590 n. Chr. oder 487–593), ist der zweite Patriarch des Chan-Buddhismus in China. Sein unmittelbarer Vorgänger war Bodhidharma. Dàjiàn Huìnéng (jap. Daikan Enō; 638–713), war ein chinesischer Meister des Chan-Buddhismus. Er wird weithin als eine der wichtigsten Figuren in der gesamten Zen-Tradition angesehen. Er gilt als Begründer der sogenannten Südlichen Schule des Chan, die auch als Schule der plötzlichen Erleuchtung bekannt ist. Darüber hinaus ist er der Autor des Plattform-Sutra, das für die Entwicklung der „Südlichen Schule“ des Chan von großer Bedeutung war. Wu-men Hui-k'ai siehe Ekai Mumon.