Die PDC Women’s Series 2023 war die vierte Austragung der Damen-Turnierserie der Professional Darts Corporation (PDC). Sie begann am 25. Februar 2023 und endete am 15. Oktober 2023. Dabei bestand sie aus insgesamt 24 Turnieren, was erneut einen Rekord bedeutete.2023 PDC calendar unveiled abgerufen am 22. Februar 2023
Die Siegerin und Zweitplatzierte der PDC Women’s Series Order of Merit qualifizierten sich für die PDC World Darts Championship 2024. Außerdem wurde ein Platz für den Grand Slam of Darts 2023 vergeben. Zusätzlich bestimmte eine Ein-Jahres-Rangliste zum Sommer die acht Teilnehmerinnen beim Women’s World Matchplay 2023.
Ereignisse im Vorfeld Bereits am 21. Juli 2022, wenige Tage vor dem Women’s World Matchplay 2022, erfolgte seitens der PDC nicht nur die Bekanntgabe für eine weitere Austragung des Turniers, sondern auch für die Aufstockung der Women’s Series auf nun 24 Turniere.PDC to expand commitment to women's darts in 2023 abgerufen am 22. Februar 2023 Die exakten Datierungen wurden schließlich mit der Bekanntgabe des kompletten PDC-Turnierkalenders für 2023 am 30. September 2022 verkündet.
Am 23. Januar 2023 teilte die PDC mit, dass das Preisgeld für jedes einzelne Turnier verdoppelt wird.PDC Women's Series & Winmau Development Tour entries open abgerufen am 22. Februar 2023
Format Die Turniere wurden im K.-o.-System gespielt. Bis zum Achtelfinale galt der Modus best of 7 legs, im Viertel- und Halbfinale sowie im Finale wurde auf best of 9 legs erhöht.
An den Turnieren teilnehmen konnte jede weibliche Dartspielerin, welche zum Zeitpunkt des Turniers das 16. Lebensjahr vollendet hatte.
Preisgeld Insgesamt wurden in dieser Saison £ 10.000 pro Turnier ausgespielt, 5.000 mehr als im Vorjahr. Es verteilte sich unter den Spielerinnen wie folgt: Runde PDC Women’s Series 2023 Sieg £ 2.000 Finale £ 1.000 Halbfinale £ 500 Viertelfinale £ 300 Achtelfinale £ 200 Letzte 32 £ 100 Letzte 64 £ 50 Gesamt £ 10.000 Die Ausschüttung eines Preisgeldes an die letzten 64 erfolgte nur, wenn insgesamt 128 oder mehr Spielerinnen an einem Turnier teilnahmen.Further boost for PDC Women’s Series as prize money increased with £10,000 overall per tournament from 2023 onwards abgerufen am 22. Februar 2023
Verlauf Die PDC Women’s Series begann direkt mit einem neuen Rekord an Teilnehmerinnen. Gleich am ersten Turnier nahmen insgesamt 138 Spielerinnen teil, was bis zum Ende des Jahres unerreicht bleiben sollte. Ansonsten blieb Beau Greaves auch in diesem Turnier die dominierende Spielerin und gewann ihren neunten Titel in Folge. Im Finale besiegte sie Mikuru Suzuki mit 5:3, nachdem sie zuvor Adrienne van Wijgerden-Vermaat mit 5:0 und Fallon Sherrock mit 4:1 geschlagen hatte. Rhian O’Sullivan erreichte erneut das Halbfinale. Auch das zweite Turnier entschied abermals Greaves für sich. Im Finale stand dabei erstmals Kim Holden, hatte aber mit 0:5 und einem 3-Dart-Average von 66 Punkten keine Chance. Holden besiegte zuvor knapp Lisa Ashton mit 5:4. Greaves war im Halbfinale gegen Suzuki erfolgreich. Bei Turnier drei riss dann erstmals die Siegesserie von Greaves nach insgesamt 70 gewonnenen Spielen in Folge, nachdem sie im Viertelfinale gegen Suzuki mit 4:5 verlor. Suzuki krönte sich daraufhin auch zur Turniersiegerin und gewann ihren ersten Titel seit Oktober 2021 auf der Women’s Series. Im Finale besiegte sie dafür O’Sullivan mit 5:1, nachdem sie zuvor mit 5:0 Trina Gulliver geschlagen hatte. Als vierte Halbfinalistin war Lorraine Winstanley gegen O’Sullivan mit 1:5 chancenlos. Das vierte und letzte Turnier des Wochenendes entschied dann erneut Greaves für sich, auch wenn es im Halbfinale gegen Suzuki erneut knapp geworden war. Beim 5:4 überlebte sie zwei bis vier Matchdarts, bevor sie das letzte Leg schließlich selbst mit 17 Darts beendete. Im Finale dominierte Greaves wiederum gegen Robyn Byrne und übernahm nach ihrem 5:0 die Führung in der PDC Women’s Series Order of Merit. Kim Holden bestätigte ihren Finaleinzug bei Turnier zwei nochmal mit einem Halbfinaleinzug. Noa-Lynn van Leuven, Lorraine Winstanley, Kirsty Hutchinson und Lindsey Ashton (die Tochter von Lisa Ashton) standen im Viertelfinale. Lisa Ashton und Sherrock verloren beide ihr Achtelfinale mit 1:4.
Auch das zweite Turnierwochenende begann mit einem Turniersieg für Beau Greaves. Sie gewann dieses Turnier nach Siegen über Anca Zijlstra und Lisa Ashton mit 5:2 gegen Fallon Sherrock, die ein ebenfalls gutes Spiel machte und zuvor Robyn Byrne und Kirsty Hutchinson besiegt hatte. Lisa Ashton hatte zuvor im Viertelfinale im Mutter-Tochter-Duell Lindsey Ashton mit 5:0 besiegt. Turnier Nummer sechs des Jahres entschied erstmals in ihrer Karriere Rhian O’Sullivan für sich. Sie besiegte Greaves im Finale mit 5:3, nachdem Greaves leistungstechnisch von der Runde zuvor abgebaut hatte. Greaves hatte zuvor Aileen de Graaf im Halbfinale und Fallon Sherrock im Viertelfinale jeweils mit 5:1 problemlos geschlagen. O’Sullivan besiegte im Halbfinale Trina Gulliver mit 5:3 und Mikuru Suzuki mit 5:2. Bei Turnier drei verlor Greaves im Viertelfinale mit einem 75er-Schnitt mit 4:5 gegen Laura Turner, welche daraufhin ins Finale einzog. Zuvor besiegte Turner jedoch – ebenfalls mit 5:4 – die Spanierin Almudena Fajardo, welche seit diesem Jahr an den Turnieren der PDC Women’s Series teilnahm, nachdem sie im Jahr zuvor beim WDF Europe Cup für Aufsehen gesorgt hatte, als sie völlig überraschend das Einzel-Finale erreichte. Als zweite Finalistin spielte sich Robyn Byrne hervor, welche zuvor die Finnin Kirsi Viinikainen und Lisa Ashton mit je 5:3 besiegte. Im Finale war Byrne dann die dominante Spielerin und besiegte Turner mit 5:1, was auch ihren ersten Titel auf der Women’s Series bedeutete. Turnier Nummer acht gewann dann letztlich Mikuru Suzuki, die sich im Finale gegen Noa-Lynn van Leuven durchsetzte. van Leuven war es auch, die bei diesem Turnier Greaves – diesmal im Halbfinale – mit 5:3 ausschaltete. Als vierte Halbfinalistin unterlag Sherrock mit 2:5 Suzuki. Almudena Fajardo konnte ihren Halbfinaleinzug mit einem Viertelfinale bestätigen.
Das dritte Turnierwochenende fand wieder in Deutschland statt und war mit circa 80 Spielerinnen auch wieder schwächer besucht als die anderen Turniere. Beau Greaves fand mit dieser Grundlage wieder zu annähernd alter Dominanz zurück und gewann drei der vier Turniere. Das erste davon mit 5:1 gegen ihre Rivalin Mikuru Suzuki. Lisa Ashton und die Australierin Corrine Hammond standen im Halbfinale und Fallon Sherrock im Viertelfinale, bevor sie das zweite Turnier gewann. Im Finale besiegte sie Robyn Byrne mit 5:2, nachdem sie im Halbfinale mit dem gleichen Ergebnis auch Aileen de Graaf geschlagen hatte. Byrne gewann zuvor gegen Mikuru Suzuki mit 5:4. Beau Greaves erreichte erstmals seit 2020 wieder nicht das Viertelfinale, sondern verlor im Achtelfinale gegen Paula Jacklin mit 2:4. Dafür blieb Greaves am Sonntag wieder ungeschlagen. Das Turnier elf gewann sie mit 5:4 im Finale gegen Sherrock, nachdem sie zwischenzeitlich mit 2:4 zurückgelegen hatte, Sherrock aber dennoch keinen Matchdart überließ. Im Halbfinale stand erstmals Kirsi Viinikainen, nachdem sie zuvor Suzuki überwunden hatte. Viinikainen unterlag jedoch Greaves, während Sherrock Aileen de Graaf besiegte. Als Viertelfinalistin ist außerdem die zu diesem Zeitpunkt 17-jährige Aurora Fochesato hervorzuheben, welche erstmals unter den letzten acht stand. Im Turnier Nummer 12 gewann Greaves das Finale mit 5:0 gegen Noa-Lynn van Leuven. Zuvor besiegte Greaves mit 5:4 Suzuki und mit 5:3 Sherrock, während van Leuven gegen Priscilla Steenbergen und Rhian O’Sullivan mit je 5:2 erfolgreich war. Durch den Finaleinzug gelang van Leuven noch knapp die Qualifikation für das Women’s World Matchplay 2023, womit sie zur ersten Transfrau auf einer PDC-Bühne wurde.(INTERVIEW) Noa-Lynn van Leuven wird erste Transfrau bei einem im Fernsehen übertragenen PDC-Turnier: Es ist schwer, in einer solchen Position Spitzensport zu betreiben abgerufen am 21. März 2024 Weiterhin standen de Graaf, Ashton, O’Sullivan, Byrne, Sherrock, Suzuki und Greaves als Teilnehmerinnen fest.2023 Betfred Women's World Matchplay field confirmed abgerufen am 21. März 2024
Das vierte Turnierwochenende fand wieder in England statt. Turnier Nummer 13 hatte dabei 30 Teilnehmerinnen mehr als Turnier Nummer 12. Die Siegerin hieß jedoch erneut Beau Greaves, welche im Finale Lisa Ashton mit 5:2 schlagen konnte. Es war Ashtons erster Finaleinzug in diesem Jahr. Zuvor siegte Greaves mit dem gleichen Ergebnis über Aoife McCormack im Halbfinale und Fallon Sherrock im Viertelfinale. Ashton zeigte sich zuvor gegen Rhian O’Sullivan siegreich. Auch Turnier 14 gewann Greaves, dieses Mal gegen Sherrock im Finale mit 5:1. Dabei spielte sie einen 3-Dart-Average von 104,96. Im Halbfinale standen Ashton und O’Sullivan. Auch am zweiten Tag des Wochenendes blieb Greaves ungeschlagen. Turnier 15 gewann sie im Finale gegen Mikuru Suzuki mit 5:0. O’Sullivan und Ashton waren die unterlegenen Halbfinalistinnen. Suzuki war es auch, die im Finale Nummer 16 unterlegen war. Das Spiel gestaltete sich jedoch deutlich knapper als zuvor, Suzuki lag dabei sogar mit 4:3 vorne, bevor Greaves die Partie in 15 und 16 Darts beendete. Zuvor siegte Greaves gegen Aileen de Graaf und Noa-Lynn van Leuven. Ebenfalls im Halbfinale stand die unter neutraler Flagge spielende Russin Anastassija Dobromyslowa. Unter den letzten vier stand Dobromyslowa zuletzt beim Turnier Nummer 10 im Jahr 2021, damals zog sie auch ins Finale ein, dieses Mal unterlag sie Suzuki mit 0:5. Mit zwei Viertelfinale an diesem Wochenende zeichnete sich außerdem Priscilla Steenbergen aus, die beide Mal erst im Last-Leg-Decider scheiterte.
Mitte September stand dann das fünfte Turnierwochenende an. Erste Siegerin wurde hierbei Mikuru Suzuki, die sich im Finale mit 5:1 gegen Lisa Ashton durchsetzte, nachdem sie zuvor Maria O’Brien und Natalie Gilbert mit dem gleichen Ergebnis besiegt hatte. Es war O’Briens erstes Halbfinale seit exakt einem Jahr. Im anderen Halbfinale stand Rhian O’Sullivan, die mit 2:5 Ashton unterlegen war. Fallon Sherrock stand im Viertelfinale, Beau Greaves erreichte das Achtelfinale. Bei Turnier 18 schied sie im Viertelfinale gegen Ashton aus, die auch das Turnier für sich entschied. Nach einem knappen 5:4 gegen Sherrock, in dem sie einen 1:3-Rückstand aufgeholt hatte, siegte sie im Finale komfortabel mit 5:0 gegen Anastassija Dobromyslowa. Dobromyslowa spielte dabei lediglich einen 3-Dart-Average von 68 Punkten, nachdem sie bei ihrem 5:1-Halbfinalerfolg über Aileen de Graaf noch 94 im Schnitt gespielt hatte. Dafür konnte Dobromyslowa auch bei Turnier 19 das Finale erreichen. Dafür besiegte sie O’Sullivan im Viertelfinale und Lorraine Hyde im Halbfinale. Gegen Beau Greaves, die zuvor drei Matchdarts gegen Noa-Lynn van Leuven überstanden hattem, blieb Dobromyslowa dann aber ohne wirkliche Chance und verlor mit 2:5. Greaves stand nach Siegen über Kirsty Hutchinson und Hyde auch bei Turnier 20 im Finale. Gegnerin Fallon Sherrock besiegte zuvor Kirsi Viinikainen und O’Sullivan. Das Finale entwickelte sich daraufhin zu einem spannenden Schlagabtausch, in dem jede Spielerin ihren Anwurf auch gewinnen konnte. Da Sherrock die Partie begonnen hatte, setzte sie sich somit mit 5:4 durch und gewinnt damit zum ersten Mal seit Juni 2022 ein Turnier auf der Women’s Series. Sherrock brach damit eine Serie von sechs verlorenen Spielen gegen Greaves in Folge, drei davon im Finale des Turniers.