Steklno ( Stecklin, früher auch Steklin) ist ein Dorf in der Landgemeinde (Gmina) Gryfino im Powiat Gryfiński der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

mini|Dorfkirche, bis 1945 Gotteshaus der evangelischen Gemeinde Stecklin (Aufnahme 2007)

Geographie Das Kirchdorf liegt in Hinterpommern, etwa 25 Kilometer südlich des Stadtzentrums von Stettin und sechs Kilometer südsüdöstlich der Stadt Gryfino. mini|Stecklin südsüdöstlich von Greifenhagen auf einer Landkarte vom Ende des 18. Jahrhunderts Geschichte mini|Stecklin (Stekelin) südsüdöstlich des Stettiner Haffs, südlich der Stadt Stettin und südöstlich der Stadt Greifenhagen (Griffenhagen), auf der Lubinschen Karte von 1618 (Ausschnitt)

Das Dorf wurde urkundlich erstmals im Jahr 1212 unter dem Namen Stikilin als Grenzort des Gebietes um Woltin genanntHermann Hoogeweg: Die Stifter und Klöster der Provinz Pommern, Band 1, Leon Saunier, Stettin 1924, S. 298 (Teil-Digitalisat). und war bereits 1222 eine Eigentumsortschaft des Klosters Kolbatz. Die ältere Ortsbezeichnung ist slawischen Ursprungs: Stykelin bedeutet so viel wie Pfütze und dürfte sich auf die beiden benachbarten Seen Großer Stecklin und Kleiner Stecklin beziehen.Codex Pomeraniae Diplomaticus oder Sammlung der die Geschichte Pommerns und Rügens betreffenden Urkunden (Karl Friedrich Wilhelm Hasselbach, Johann Gottfried Ludwig Kosegarten und Friedrich von Medem, Hrsg.). Erster Band, C. A. Koch, Greifswald 1843, S. 329 (Digitalisat) Bevor das Kloster Kolbatz 1535 aufgehoben wurde, trug das Dorf den Namen Stekelin.Christian Friedrich Wutstrack: Nachtrag zur Kurzen historisch-geographisch-statistischen Beschreibung von dem königlich-preußischen Herzogtum Vor- und Hinterpommern. Stettin 1795, S. 162, Fußnote 226 (Digitalisat). 1756 wurde in einem Reisebuch angegeben, das Dorf in Pommern heiße Steketin, nicht mehr Stekelin, und dessen Besitzer seien die Herren von Kreuz.Ch. L. Eber: Geographisches Reise- Post- und Zeitungs-Lexicon von Teutschland. Teil II: M – Z, Jena 1756, S. 380–381 (Digitalisat). Andere Schreibweisen dieses Familiennamens sind Kreutz und Creutz. Brüggemanns Ortschaftsbeschreibung zufolge befand sich Stecklin um 1784 im Besitz des Majors Friedrich Wilhelm Graf von Hacke.

Der Wechsel des Allodialbesitzes von der Familie von Creutz zur Familie von Hacke fand statt, weil Ehrenreich Bogislaus von Creutz (* um 1670, † 1733) keine Söhne hinterlassen hatte.Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon, Band 1: A – D. Leipzig 1836, S. 382 (Digitalisat).Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, 4. Band, Leipzig 1862, S. 123 (Digitalisat). Seine Witwe Gertrud starb am 1. Oktober 1741 in Berlin. Seine Tochter Sophie Albertine (1710–1757) heiratete den preußischen Hofjägermeister, Kapitän im Potsdamer Leibregiment, späteren General und Stadtkommandanten Hans Christoph Friedrich Graf von Hacke (1699–1754). Aus der Ehe ging u. a. der oben bereits erwähnte Sohn Friedrich Wilhelm Graf Hacke hervor († 1789), der Stecklin erhielt. Dieser wiederum vererbte es einen seiner Söhne, die alle auf die Ritterakademie Brandenburg gingen, hier im Erbgang an Georg Leopold Gustav August von Hake.

In der Folgezeit wurde mit dem Besitz nicht sorgsam genug umgegangen, so dass schließlich der Verkauf des Anwesens gerichtlich angeordnet wurde und die Besitzer es mittellos verlassen mussten. Das Gut wurde von dem Amtsrat Bayer erstanden, der es anfangs von seinem Sohn, dem Oberamtmann Carl Wilhelm Gottlieb Bayer, bewirtschaften ließ, es ihm aber 1817 eigentümlich übertrug. Nach dessen Ableben kam es 1861 an dessen Neffen, Friedrich Wilhelm Hermann Pastorff.

1892 wird als Besitzer des Gutes Karl Adalbert Pfeil (* 22. April 1840 in Louisa, Kreis Sternberg,+ in Stecklin) genannt.Hrsg. Universität Mannheim: Erste Beilage vom 26.01.1892, In: Deutscher Reichsanzeiger und Königlich Preußischer Staatsanzeiger 1892. (Digitalisat)

1899 wird als Besitzerin des Rittergutes seine Frau Klara Emma Luise Pfeil (* 3. März 1857 in Greifenhagen, † 13. Dez 1940 in Prenzlau), geborene Flogertzy genannt.

Im Jahr 1907 wurde Wilhelm Stühmke als Besitzer des Ritterguts Stecklin genannt.Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Pommern. . In: Niekammer’s Güter-Adreßbücher, Band I, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 32–33 (Teil-Digitalisat).

1939 wurde Ferdinand Bernhard als Eigentümer des Rittgergutes mit 574 ha genannt.Landwirtschaftliches Adreßbuch der Provinz Pommern. 1939. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher, Band I, 9. Auflage, Leipzig 1939, S. 142. PDFHrsg. Municipal Public Library Maria Dąbrowska ul. Grodzka 3. 76-200 Słupsk, Poland.

Im Jahr 1945 gehörte Stecklin zum Landkreis Greifenhagen im Regierungsbezirk Stettin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Die Ortschaft war dem Amtsbezirk Rosenfelde angegliedert.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region von der Roten Armee besetzt. Nach Kriegsende wurde Stecklin seitens der sowjetischen Besatzungsmacht der Volksrepublik Polen zur Verwaltung unterstellt. Allmählich begann danach die Zuwanderung polnischer Zivilisten. Die Ortschaft wurde in „Steklno“ umbenannt. Anschließend wurde die einheimische Bevölkerung von der polnischen Administration aus dem Kreisgebiet vertrieben.

Demographie

+ Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1782 – 45 Feuerstellen (Haushaltungen)Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. II. Teil, 1. Band: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Stettin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 85 (Digitalisat). 1818 241 Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 4: P–S, Halle 1823, S. 368, Ziffer 6371 (Digitalisat).Johann Daniel Friedrich Rumpf und Heinrich Friedrich Rumpf: Vollständiges topographisches Wörterbuch des preußischen Staates. Band 3, Berlin 1821, S. 148, rechte Spalte (Digitalisat).Friedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht. Nicolai, Berlin und Stettin 1827, S. 198, Ziffer 13 (Digitalisat). 1852 455 Kraatz (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats, enthaltend die sämmtlichen Städte, Flecken, Dörfer … mit Angabe des Gerichts erster Instanz … Unter Benutzung der Akten des Königlichen Justiz-Ministeriums. Deckersche Geheime Ober-Hofbuchdruckerei, Berlin 1856, S. 595 (Digitalisat). 1862 952 auf einer Gemarkungsfläche von 6076 Morgen, in 101 WohnhäusernHeinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen. Teil II, Band 3, W. Dietze, Anklam 1868, S. 379–381 (Digitalisat). 1867 688 am 3. Dezember, davon 428 im Dorf und 260 im GutsbezirkKönigliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preußischen Staats und ihre Bevölkerung. Teil III: Provinz Pommern, Berlin 1874, S. 36–37, Ziffer 70 (Digitalisat), und S. 38–39, Ziffer 113 (Digitalisat). 1871 662 am 1. Dezember, davon 482 im Dorf und (478 Evangelische, ein Katholik und drei Juden) und 180 (sämtlich Evangelische) im Gutsbezirk 1910 390 am 1. Dezember, davon 311 im Dorf, 77 im Gutsbezirk und zwei Einwohner in der FörstereiStecklin, Dorf, Rittergut und Försterei, Kreis Greifenhagen, Pommern, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Stecklin (meyersgaz.org). 1925 413 davon 408 Evangelische und fünf Katholiken Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft: Der Kreis Greifenhagen in der ehemaligen Provinz Pommern (2011). 1933 419 1939 413

Kirchspiel

Das evangelische Kirchspiel der Mutterkirche von Stecklin, deren Filialen die Dörfer Rosenfelde und Langenhagen waren, gehörte vor 1945 zur Synode Greifenhagen; Patron der Kirche war im 19. Jahrhundert der Gutsherr.Heinrich Berghaus: Landbuch. W. Dietze, Anklam 1868, ebenda, S. 281 (Digitalisat).

Söhne und Töchter Friedrich Wilhelm Krause (1765–1840), deutscher Kaufmann und Reeder

Literatur Stecklin, Dorf, Rittergut und Försterei, Kreis Greifenhagen, Pommern, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Stecklin (Meyersgaz.org). Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen. Teil II, Band 3, W. Dietze, Anklam 1868, S. 379–381 (Digitalisat). Stecklin, In: Beilage zum 157. Stück der Berlinschen Nachrichten von Staats- und gelehrten Sachen. Berlin, 31. Dezember 1816. Unpagniert. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. II. Teil, 1. Band: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Stettin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 85 (Digitalisat).

Weblinks

Stecklin (Pommerscher Greif e. V.) Stecklin (Heimatkreis Greifenhagen – Pommern) Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Gemeinde Stecklin im ehemaligen Kreis Greifenhagen in Pommern (2011). Amtsbezirk Rosenfelde., In: Rolf Jehke (Hrsg.): Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten 1874–1945. Herdecke. Zuletzt geändert am 22. Juli 2011.

Einzelnachweise

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