Machilus thunbergii ist ein Baum in der Familie der Lorbeergewächse aus Japan, Korea, Taiwan, dem süd- und nordöstlichen China und Vietnam. In Japan ist er bekannt als Tabunoki () oder Inugusu () auch Tama-, Yamakusu sowie Madami.Agricultural Society of Japan (Dai Nihon Nōkai): Useful Plants of Japan Described and Illustrated. Volume II, 1895, S. 102, 137, . Auch ist er bekannt als Red Nanmu, .Machilus thunbergii auf kplant.biodiv.tw.
mini|Blüten Beschreibung Machilus thunbergii wächst als immergrüner Baum mit kurzem Stamm bis zu 20 Meter hoch. Der Stammdurchmesser erreicht über 1,3 Meter. Die Borke ist im Alter gräulich, rau und rissig bis schuppig. Der Baum ist recht langlebig.
Die wechselständigen, kurz gestielten, festledrigen Laubblätter an den Zweigenden sind ganzrandig und bespitzt bis zugespitzt. Die eiförmigen bis elliptischen oder verkehrt-eiförmigen, kahlen Blätter sind bis zu 13 Zentimeter lang. Sie sind unterseits blasser und „bereift“, glauk. Die jungen Blätter sind rötlich.
Machilus thunbergii ist heterodichogam, also mit protogynen und protandrischen Blüten auf einem Exemplar.Flowering phenology and mating success of the heterodichogamous tree Machilus thunbergii Sieb. et Zucc (Lauraceae). in: Plant Species Biology. 31(1), 2015, doi:10.1111/1442-1984.12078, online auf researchgate.net. Es werden auffällige, große, orange-rote und pelzige Blütenknospen an den Zweigenden gebildet. Es werden kürzere, endständige, rispige und vielblütige Blütenstände gebildet. Die kleinen, gelblich-grünlichen, zwittrigen und kurz gestielten Blüten sind dreizählig mit einfacher Blütenhülle. Es sind 6 Tepalen in zwei Kreisen vorhanden. Es sind 9 kurze Staubblätter und 3 Staminodien in 4 Kreisen vorhanden, drei Kreise sind fertil und der innerste ist staminodial. Die Staubblätter im 3. Kreis besitzen an der Basis gestielte Drüsen. Der kahle, einkammerige Fruchtknoten ist oberständig mit kurzem Griffel und schwach gelappter Narbe.
Es werden kleine, rundliche und purpur-schwärzliche, etwa 1–1,2 Zentimeter große, einsamige, dünnfleischige Früchte, Beeren, mit beständigem, zurückgelegtem Perianth an rötlichen Fruchtständen gebildet. Die großen, weiß-braunen Samen sind dünnschalig und aromatisch.
Vorkommen Machilus thunbergii kommt vom östlichen und südöstlichen China bis Vietnam, im südlichen Korea und vom zentralen und südlichen Japan bis Taiwan vor.
Taxonomie Machilus thunbergii wurde 1846 von Philipp Franz von Siebold und Joseph Gerhard Zuccarini in Abhandlungen der Mathematisch-Physikalischen Classe der Königlich Bayerischen Akademie der Wissenschaften München, Band 4 Teil 3 Seite 202 erstbeschrieben. Siebold und Zuccarini bezogen sich dabei auf Laurus indica in Carl Peter Thunberg Flora Japonica Seite 173 und benannten die Art auch nach ihm.
Verwendung Die gemahlene, fast geruchlose Rinde wird als Bindemittel in Räucherstäbchen, -waren verwendet. Sie ist bekannt als Tabu, Makko oder Tabunoki.Juliette Goggin, Abi Righton: Handmade Spa. jacqui small, 2018, ISBN 978-1-911127-19-2, S. 134.Carl F. Neal: Incense. Second Edition, Llewellyn Pub., 2014, ISBN 978-0-7387-4155-0. Ähnlich verwendet wird die Rinde und das Holz von Litsea glutinosa (Laha), Litsea monopetala oder Machilus glaucescens (Syn.: Persea macrantha) (Jigat, Joss; Agarbatti).Ellen M. Donoghue, Gary L. Benson, James L. Chamberlain: Sustainable Production of Wood and Non-Wood Forest Products. General Technical Report PNW-GTR, 604, USDA, 2004, S. 75–81. Aus der Rinde kann auch ein brauner Farbstoff zum Färben gewonnen werden.Dyeing & Weaving auf kimono.or.jp.
Das schöne, recht harte und mittelschwere Holz wird wenig genutzt, z. B. für Holzdruckstöcke oder Holzdielen.Sang-jin Park: Under the Microscope. Cambridge Scholars Pub., 2013, ISBN 978-1-4438-4608-0, S. 45 f.Mechtild Mertz: Wood and Traditional Woodworking in Japan. Second Edition, Kaiseisha Press, 2016, ISBN 978-486099-323-8, S. 12 f, 35, 194, 202. Eingeweichte Holzspäne (Bandoline) erzeugen einen Schleim der als Haarfestiger, Pomade, Verwendung fand.Kew, Bulletin of Miscellaneous Information. 1897, Band 11, S. 336 f, online auf biodiversitylibrary.org.K. Schumann (Hrsg.): Just’s Botanischer Jahresbericht. 29. Jahrg., 1901, Borntraeger, 1903, S. 99, online auf biodiversitylibrary.org.
Literatur
William T. Thiselton-Dyer: Hooker’s Icons Plantarum. Vol. XXVI, Plate 2538, Dulau, 1897 (1899), online auf biodiversitylibrary.org.
Weblinks
Machilus thunbergii in der Flora of China, Vol. 7. Persea thunbergii bei PROSEA. Machilus thunbergii bei iNaturalist (Bilder).
Einzelnachweise
Kategorie:Lorbeergewächse Kategorie:Lauraceae Kategorie:Baum Kategorie:Räucherwerk