mini|306x306px|Prix de l’Arc de Triomphe 2014 Siegerehrung mini|307x307px|Ace Impact, Sieger im Prix de l’Arc de Triomphe 2023 mit Jockey Christian Demuro Der Prix de l’Arc de Triomphe ist ein Pferderennen in Paris, Longchamp über 2.400 m der Gruppe I für dreijährige und ältere Hengste und Stuten. Es gilt als das größte und wichtigste Rennen auf dem europäischen Kontinent.
Seit 2023 beträgt das Preisgeld 5.000.000 € und ist damit das höchstdotierte Pferderennen Europas. Das Rennen wird alljährlich am ersten Sonntag im Oktober ausgetragen, in 60 Ländern der Welt übertragen und von ca. 40.000–50.000 Zuschauern vor Ort besucht. Austragungsort ist die Pariser Pferderennbahn Longchamp im Bois de Boulogne.
Neben dem Epsom Derby, dem Kentucky Derby, dem Japan Cup, dem Dubai World Cup, dem Breeders Cup Classic und dem Melbourne Cup, ist der Prix de l’Arc de Triomphe eines der prestigeträchtigsten internationalen Pferderennen seiner Kategorie. Inoffiziell wird es als die Weltmeisterschaft im Galopprennsport betrachtet, obwohl dieser Titel inzwischen auch von anderen Galopprennen auf der Welt (Breeders’ Cup) beansprucht wird.
Geschichte
Entstehung Nach dem Ersten Weltkrieg entstand in Frankreich der Wunsch nach einem neuen internationalen Spitzenrennen, das insbesondere die Qualität der französischen Vollblutzucht unter Beweis stellen sollte. Die Société d’Encouragement, der damalige Dachverband des französischen Rennsports, hatte ursprünglich ihre Rennen zunächst auf Vollblüter beschränkt, die in Frankreich geboren und aufgezogen worden waren. 1863 führte sie den Grand Prix de Paris ein, ein Rennen, das die besten dreijährigen Pferde unabhängig von ihrem Herkunftsland zusammenführen sollte. Dreißig Jahre später folgte der Prix du Conseil Municipal, ein internationales Rennen für die besten Pferde verschiedener Altersklassen.
Die Einführung eines dritten Rennens dieser Art wurde bei einer Sitzung des Komitees am 24. Januar 1920 vorgeschlagen. Das neue Rennen sollte über 2.400 Meter ausgetragen, den Grand Prix de Paris ergänzen und als internationales Schaufenster für die französische Vollblutzucht dienen. Angesichts der erst kurz zurückliegenden Ereignisse des Ersten Weltkriegs wurde beschlossen, das Rennen nach dem Arc de Triomphe zu benennen, einem berühmten Pariser Bauwerk, an dem 1919 eine Siegesparade der Alliierten stattgefunden hatte. Als weiterer Namensvorschlag war „Prix de la Victoire“ („Preis des Sieges“) im Gespräch.
In den 1930er Jahren gewann das Rennen zunehmend an Bedeutung und erhielt erstmals staatliche Unterstützung. Der Zweite Weltkrieg unterbrach die Austragung des Rennens: 1939 und 1940 fand der Prix de l’Arc de Triomphe nicht statt. 1943 und 1944 fand er auf der inzwischen nicht mehr bestehenden Rennbahn Le Tremblay statt und wurde dabei über eine verkürzte Distanz von 2300 Metern gelaufen. Ab 1945 kehrte das Rennen nach Longchamp zurück. Nach Kriegsende entwickelte sich der Prix de l’Arc de Triomphe zunehmend zu einem internationalen Ereignis. Ab 1949 wurde die staatliche Lotteriefinanzierung aufgenommen. Die dadurch zur Verfügung stehenden Mittel ermöglichten eine deutliche Erhöhung des Preisgeldes und stärkten zugleich weitere Rennen, die am selben Tag ausgetragen wurden. In den folgenden Jahrzehnten wurde der Prix de L’Arc de Triomphe immer wieder von verschiedenen internationalen Unternehmen und Hotelgruppen wie Lucien Barrière, Trusthouse Forte und die Ciga Hotels Group unterstützt. In den 1980er und 1990er Jahren entwickelte sich insbesondere das zweitägige Rennwochenende rund um den Arc zu einem bedeutenden internationalen Ereignis mit mehreren hochklassigen Rennen auf Gruppe I-Niveau. Eine neue Ära begann 2008 mit der Partnerschaft zwischen France Galop, dem Dachverband des französischen Rennsports, und dem Qatar Racing and Equestrian Club. Durch die zunächst auf fünf Jahre angelegte Zusammenarbeit wurde das Preisgeld des Prix de l’Arc de Triomphe von zwei auf vier Millionen Euro erhöht. Die Partnerschaft wurde anschließend immer wieder verlängert und trug wesentlich dazu bei, den Arc zu dem höchstdotierten und international bedeutendsten Rennen der Welt zu machen. Das Preisgeld des Hauptrennens beträgt inzwischen fünf Millionen Euro.
Aufgrund umfangreicher Renovierungs- und Neubauarbeiten auf der Rennbahn wurde der Prix de l’Arc de Triomphe 2016 und 2017 das erste Mal seit über 70 Jahren nicht auf der Rennbahn in Longchamp, sondern auf der Rennbahn von Chantilly ausgetragen. Seit 2018 findet das Rennen wieder auf der vollständig modernisierten Rennbahn "ParisLongchamp" statt.
Geschichte des Rennens Die erste Austragung am 3. Oktober 1920 gewann der dreijährige französische Hengst Comrade im Besitz von Évremond de Saint-Alary. Die Siegprämie betrug 150.000 Francs. Nach Comrades Premierensieg 1920 prägten zunächst französische Champions wie Ksar, der 1921 und 1922 als erster zweifacher Sieger triumphierte, sowie Motrico und Corrida die Geschichte des Rennens. Bereits 1923 gewann mit Parth erstmals ein im Ausland trainiertes Pferd das Rennen. 1931 war Pearl Cap die erste Stute, die den Arc für sich entscheiden konnte. Corrida gelang 1936 und 1937 als erster Stute der Doppelerfolg. Nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte sich der Arc endgültig als internationales Spitzenevent. Zu den herausragenden Siegern dieser Zeit zählen insbesondere Tantième, der 1950 und 1951 gewann, sowie der italienisch gezogene Ribot, der 1955 und 1956 ungeschlagen seinen zweiten Arc-Sieg feierte. In den 1960er- und 1970er-Jahren folgten weitere herausragende Champions wie Sea Bird (1965), Mill Reef (1971), Allez France (1974) und Alleged, der 1977 und 1978 als bis dahin sechstes Pferd das Rennen zweimal gewann. Das Rennen von 1986 gilt unter den europäischen Rennsport-Anhängern als »Jahrhundert-Arc«. In diesem Rennen bestimmte das deutsche Pferd Acatenango lange Zeit das Tempo in der Spitzengruppe mit, musste sich allerdings in der Zielgeraden der Übermacht der Konkurrenten (u. a. Dancing Brave, Bering, Sharastani, Shadari, Tryptich) beugen und belegte den 7. Platz.
Insgesamt acht Pferde konnten das Rennen bislang zweimal gewinnen, darunter Ksar, Ribot, Alleged, Trêve und Enable. Der Versuch, den Arc ein drittes Mal zu gewinnen, ist jedoch bisher stets gescheitert. Trêve, die 2013 und 2014 triumphierte und 2015 als klare Favoritin ihren dritten Sieg anstrebte musste sich Golden Horn geschlagen geben und wurde Vierte. Besonders knapp an dieser historischen Marke war Enable, die 2017 und 2018 das Rennen gewann, 2019 jedoch knapp als Zweite an Waldgeist scheiterte. Der dreifache Arc-Sieg gilt damit weiterhin als einer der großen, bislang unerreichten sportlichen Meilensteine des Rennens. mini|305x305px|Die Rennbahn in Longchamp am Tag des Prix de l’Arc de Triomphe mini|304x304px|Deutscher Sieg durch Danedream und Andrasch Starke im Jahr 2011 Lange war Star Appeal (v. Appiani II a.d. Sterna v. Neckar) der einzige deutsche Sieger. Er gewann 1975 den Prix de l’Arc de Triomphe überlegen mit drei Längen Vorsprung als bislang größter Außenseiter aller Zeiten (Siegquote 1197:10) und sorgte damit für einer der berühmtesten Überraschungssiege der Arc-Geschichte. Nach vielen erfolglosen Anläufen in den darauffolgenden Jahrzehnten gewann 2011 mit der Stute Danedream erneut ein deutsches Pferd. Nur zehn Jahre später gab es 2021 mit Torquator Tasso einen weiteren deutschen Sieger. Seine Siegquote von 725:10 war die dritthöchste in der Geschichte des Rennens. In der Gesamtbetrachtung waren deutschstämmige Pferde im Prix de l’Arc de Triomphe eher selten mit dem Glück verbündet. So gelangen ihnen nur noch einige dritte (Oleander, Tiger Hill, Borgia, It’s Gino), vierte (Lando, Shirocco, Getaway) oder fünfte Plätze (Oleander, Sturmvogel, Nebos, Caitano, Tiger Hill). 2019 siegte mit Waldgeist ein in deutschem Besitz stehendes und der deutschen Zucht zuzurechnedes, aber in Frankreich von André Fabre trainiertes Pferd. Ebenfalls von André Fabre trainiert siegte 2005 der vom Gestüt Ammerland aus einer Surumu-Tochter gezogene Hurricane Run, wurde aber wenige Monate vor dem Rennen an das Coolmore Syndikat verkauft. 2020 belegte der im Besitz des Gestüts Schlenderhan stehende und von Francis-Henri Graffard in Frankreich trainierte In Swoop einen 2. Platz.
Siegerliste