mini|Säule im Lohmühlenpark, Hamburg, 2006 mini|Drei Vogelsäulen für Borgfelde, Skulptur Klaus Becker (* 31. März 1956 in Hamburg) ist ein deutscher freischaffender Künstler und Bildhauer.
Leben Klaus Becker wurde 1956 in Hamburg geboren. Seine Eltern waren der Rechtsanwalt Horst Becker und die Fotografin Ursula Becker-Mosbach. Nach Abitur, Zivildienst und kurzem Versuch eines Chemiestudiums studierte Becker 1980–1987 freie Kunst und Bildhauerei an der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HfbK) bei Claus Böhmler und Ulrich Rückriem. Von 2000 bis 2002 lehrte Becker als Gastprofessor an der HfbK Hamburg.
Klaus Becker arbeitet in Ateliers in Anröchte-Klieve und Hemmoor-Basbeck.
Werk Beckers Werk umfasst Skulpturen aus Holz, Stein, Bronze und Kupferblech, sowie Radierungen, Fotografien, Zeichnungen und Steinabreibungen.
Seine Suche nach Elementarformen, die in allen Kulturen zu finden sind, führte ihn über die Beschäftigung mit Symmetrien zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit: prozesshaft algorithmische Steinreihen zur Entstehung von Kugeln aus den Grundformen Würfel und Oktaeder. Hierbei werden die Ecken und Kanten der Grundformen nach einer festgelegten Regel Schritt für Schritt gebrochen. Die Wandlungen der Geometrien auf den Oberflächen der Steinpolyeder auf dem Weg zur Kugel dokumentiert Becker mit Steinabreibungen auf Papier, Abformungen aus Bronze oder Kupferblech und mit Reihen von Fotografien. Die im Werkprozess gefundenen geometrischen Formen bilden die Grundlage für seine weiteren Arbeiten wie Säulen- und Kapitellformen.
Die mathematisch-philosophischen Aspekte der algorithmischen Arbeiten behandelt Becker in Texten und Vorträgen sowie im Dialog mit Mathematikern und Philosophen, die er im Rahmen seiner Ausstellungen zu Gesprächen und Vorträgen einlädt.
Außerdem arbeitet Becker mit Skulpturen aus Holz (Vogelskulpturen) sowie mit Skulpturen, die aus Blättern, Schilfstängeln und Wachs geformt und aus Bronze gegossen werden. Als Gegensatz zur präzisen, regelhaften Arbeit an den Steinreihen liegt Beckers Interesse hierbei auf den nicht kontrollierbaren Arbeitsprozessen. Die Wahl der Materialien und die Gussprozesse erzeugen zufällige, „wilde“ Ergebnisse.
Stipendien/Auszeichnungen 1990 Arbeitsstipendium der Stadt Hamburg 1998 Förderung durch die Erdwin-Amsinck-Stiftung 1998 Arbeitsstipendium des Kunstfonds e.V. 2011 Phenomena 1. Preis der Deutschen Gesellschaft für Geometrie und Graphik
Arbeiten im öffentlichen Raum 1982 Zwei Vogel Raum, Traunspark, Hamburg 1988 Drei Vogel Raum, Oben Borgfelde, Hamburg 1988 Oktaederkugel für das Geomatikum in Hamburg 1992 Säule für die Seegeniederung, Gartow 1998 Offener Kugelraum für Anröchte, Anröchte 2006 Säule für den Lohmühlenpark, Hamburg, St. Georg 2007 Beobachtungsfeld für die Vogelschau, Anröchte-Klieve 2018 Schöpfungskreuz Waldhausen, Sichtigvor
Ausstellungen (Auswahl)
Einzelausstellungen 1989 Drei Vogel Raum, Westwerk, Hamburg 1993 Sechsflächner-Kugel, Galerie BASTA, Hamburg (K) 1995 Achtflächner-Kugel, Galerie BASTA, Hamburg 1997 Die Dodekaederkugel, Kooperative K, Hagen und Künstlerhaus Bergedorf, Hamburg 1999 Verzweigungen, Kunstverein Springhornhof, Neuenkirchen (K) 2002 Wilde Alte Seele, Westwerk e.V., Hamburg 2004 Großer Fluss, Kunstverein Lippstadt (K) 2009 Arbeit an der Form, Westwerk, Hamburg 2016 Nach-Ein-Ander:Neben-Ein-Ander, Galerie Hof Schulte, Anröchte 2016 Nach-Ein-Ander:Neben-Ein-Ander, Kloster Kamp, Kamp-Lintfort 2018 AllesGanzEinfach/EinfachAllesGanz/GanzEinfachAlles, Kunstraum Scheer, Lippstadt 2019 Bedingt Abhängiges Entstehen, Spenner Forum, Erwitte 2020 Das Diamantene Fahrzeug, Einstellungsraum, Hamburg 2021 Vom Tsantsa Zum Yantra, Internet
Gruppenausstellungen 1989 Hamburg-Projekt (K) 1992 Wendland-Symposion, Gartow (K) 1998 Algorithmen in Stein, Internationaler Mathematikerkongress Berlin (K)ARTE Metropolis: Sendung am 22. August 1998 zum ICM 1998 Die Hexaederkugel, Galerie KunstMitte Berlin (Galerie Löhrl) 1999 Zwei Bildhauer, Galerie Hof Schulte, Anröchte (mit Ulrich Rückriem) 1999 Hexaederkugel, Ministerium für Arbeit, Soziales NRW, Düsseldorf (K)Friedrich Meschede: Pygmalion, Katalog zur Ausstellung im Ministerium für Arbeit, 1999 2000 Am Rande des Jahrtausends, Bielefelder Kunstverein, Bielefeld (K) 2008 Algorithmen in Stein, Akademie der Wissenschaften, Berlin 2010 Ästhetische Geometrie-geometrische Ästhetik, Reichsabtei, Kornelimünster 2010 Form aus der Stille, ZEN-Tempel Butsugenji, Lippstadt (mit Kuzu) 2014 Zwischen/Zwei, PleasureGroundGalerie, Hamburg (mit Maria Fisahn) 2020 Einander, Künstlerhaus Sootbörn, Hamburg (mit Bernhard Striebel) (K=Katalog)
Ausstellungskataloge Kubus-Kugel. Galerie Basta, Hamburg 1993, . Algorithmen in Stein. Verlag nicht ermittelbar, Anröchte-Klieve 1998, (Internationaler Mathematikerkongress Berlin). Verzweigungen. Kunstverein Springhornhof, Neuenkirchen 1999, / . Die Hexaederkugel; Skulpturen, Steinabreibungen. Galerie Löhrl, Mönchengladbach 1999, (Ausstellung im Ministerium für Arbeit NRW). Am Rande des Jahrtausends (= Bielefelder Kunstverein: Edition; Bd. 26). Pendragon, Bielefeld 2000, ISBN 978-3-934872-00-4. Großer Fluss. Kunstverein Lippstadt, Lippstadt 2004, ISBN 978-3-9806707-6-0.
Weblinks
Website von Klaus Becker Klaus Becker auf Kunst@SH Gero von Randow über Klaus Becker auf zeit.de
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Hamburg) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1956 Kategorie:Mann