Nowosjolowo (, , ) ist ein verlassener Ort im Rajon Krasnosnamensk der russischen Oblast Kaliningrad.
Der nächstgelegene bewohnte Ort ist die vier Kilometer südöstlich gelegene Siedlung Prawdino (Grumbkowkeiten/Grumbkowsfelde).
Geschichte mini|Die Gemeinde Siedlerfelde auf einem Messtischblatt von 1938
Der zunächst Kurschinehlen und Kurschellen genannte Ort war ein 1643 gegründetes kölmisches Gut.Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): SiedlerfeldeJohann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Littthauischen Cammer-Departement, S. 80. 1874 wurde der Gutsbezirk Kurschehlen dem neu gebildeten Amtsbezirk Grumbkowkeiten im Kreis Pillkallen zugeordnet.Rolf Jehke, Amtsbezirk Grumbkowsfelde Bis 1875 gehörte das Gut der Familie Preugschat, dann bis 1888 dem aus der Schweiz stammenden Henri von Wattenrögl, danach bis 1899 Mathes Heisel aus Szirgupönen und bis 1912 Augat. Nach weiteren Besitzerwechseln wurde es 1920 von einer Siedlungsgesellschaft erworben, die es ab 1923 aufsiedelte. 1928 wurde der Gutsbezirk in eine Landgemeinde umgewandelt. 1929 wurde die Forstkolonie Milchbude (s. u.) angeschlossen. 1938 erfolgte die Umbenennung von Kurschehlen in Siedlerfelde.
In Folge des Zweiten Weltkrieges kam der Ort 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Im Jahr 1950 erhielt er die russische Bezeichnung Nowosjolowo (etwa „Neusiedlerort“) und wurde dem Dorfsowjet Prawdinski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., № 745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 5. Juli 1950) Nowosjolowo wurde vor 1975 aus dem Ortsregister gestrichen.In der Административно-территориальное деление Калининградской области 1975 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1975, herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf soldat.ru (rar-Datei) taucht der Ort nicht mehr auf. Überbleibsel des Ortes gehörten möglicherweise in den 1970er Jahren noch zu Archangelskoje (Kurschen).
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 62 1871 78 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 77 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 56 1910 77 1925Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, Band 67, 1927 216 nach der Aufsiedelung 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 190 einschließlich der Forstkolonie Milchbude 1939 169
Forstkolonie Milchbude Die Forstkolonie Milchbude entstand (offenbar) im 19. Jahrhundert. Seit 1874 gehörte sie als eigenständiger Gutsbezirk zum neu gebildeten Amtsbezirk Grumbkowkeiten, wurde aber spätestens 1885 dem Gutsbezirk des Forstes Schorellen angeschlossen. 1929 erfolgte der Anschluss an die Landgemeinde Kurschehlen.
Nach 1945 gehörten Überbleibsel von Milchbude offenbar noch zu Archangelskoje (Kurschen).Gemäß dem in Kaliningrad erschienenen russisch-deutschen Ortsverzeichnis Населенные пункты Калининградской области: краткий справочник. / Ред. В.П. Ассоров, В.В. Гаврилова, Н.Е. Макаренко, Э.М. Медведева, Н.Н. Семушина. - Калининград: Калининградское книжное издательство, 1976
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867 79 1871 70 1885 66 1905 58
Kirche Kurschehlen gehörte zum evangelischen Kirchspiel Pillkallen. Nachdem das Gut von 1913 bis 1918 dem Baptistenprediger Gezork gehört hatte, wurde dort zur Festigung des evangelischen Glaubens seit 1927 alle vierzehn Tage in einem Bethaus ein Außengottesdienst abgehalten.Gemäß der Schulchronik von Kurschen.
Weblinks Schul- und Gemeinde-Chronik der Schule zu Kurschen (überbracht von Gertraude Kahn) [PDF, 535 KB]
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung im Rajon Krasnosnamensk