Miron Schmückle (* 1966 in Sibiu/Hermannstadt) ist ein deutsch-rumänischer Künstler, Bühnenbildner und Kulturwissenschaftler. Er lebt und arbeitet als freischaffender Künstler seit 2008 in Berlin.

Schmückle entwickelt in seinen Zeichnungen durch sein Interesse für Kunstgeschichte sowie seine Auseinandersetzung mit außer-europäischer Flora und Fauna eine hybride, botanische Formenwelt, die sich zwischen Hyperrealismus und Wirklichkeitsflucht bewegt. Dieser Still findet vor allem Anwendung in seinen wissenschaftlich-botanischen Pflanzenstillleben, dessen komplexe Strukturen Schmückle nicht von natürlichen Modellen kopiert, sondern eigenständig komponiert.

Leben und künstlerische Entwicklung

Schmückle wächst in Rumänien während der Ceaușescu-Diktatur auf. Laut Schmückles autobiografischen Texten wird sein Interesse für Kunstgeschichte durch einen gemeinsamen Besuch des Brukenthal-Museums mit seinem Vater in den 1970er Jahren geweckt. Hier ist er von den Bildern des Universalgelehrten Joris Hoefnagel mit seinen allegorischen Kabinettminiaturen von 1597 beeindruckt.

1988 verlässt er Rumänien und wandert in die Bundesrepublik Deutschland aus. Zwischen 1991 und 1996 studiert er Experimentelle Malerei an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel, u. a. bei Renate Anger. 1994 geht er zur Performance-Künstlerin Marina Abramović an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Da aus Sicht Schmückles die Konzeptkunst Mitte der 1990er Jahre an den Hochschulen sehr dominant ist und das Zeichnen an der Universität nicht gelehrt wird, bringt er sich dies eigenständig bei. Seine im Selbststudium entstandenen Zeichnungen dienen schließlich als Abschlussarbeit an der Muthesius.

Zwischen 1995 und 1996 hat Schmückle einen Lehrauftrag an der Sankt Petersburger Theaterakademie im Bereich Installationskunst.

Als aufgrund der Finanzkrise 2008 der Kunstmarkt zusammenbricht und die Aufträge somit ausbleiben, schreibt Schmückle seine Doktorarbeit, welche 2016 mit dem Titel Una terza natura an der Muthesius Kunsthochschule veröffentlicht wird. Inhaltlich setzt er sich in seiner Promotion mit den Kabinettminiaturen von Joris Hoefnagel auseinander.

2014 entstand ein erstes Bühnenbild Schmückles für das Theaterstück Im tiefen Tal der Todeskralle von Boris von Brauchitsch (Regie Patrick Schlösser), am Staatstheater Kassel.Boris von Brauchitsch: Im tiefen Tal der Todeskralle, Staatstheater Kassel, Siebenhaar Verlag Berlin, ISBN 978-3-943132-36-6

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen 1997 – Museum Ostdeutsche Galerie, Regensburg (Deutschland): Hortus conclusus 1997 – Kunsthalle zu Kiel, Kiel (Deutschland): over a long season 2001 – Galerie Anita Beckers, Frankfurt am Main (Deutschland): Super Cascade Improved Mixed 2002 – Hamburger Kunsthalle, Hamburg (Deutschland): Fountains of Joy. Improved Formula 2004 – Galerie Anita Beckers, Frankfurt am Main (Deutschland): Capriccio 2005 – Galerie Dörrie*Priess, Hamburg (Deutschland): New Works 2007 – Galerie Emmanuel Post, Leipzig (Deutschland): de naturae corporis fabrica 2007 – Gallery Rena Bransten, San Francisco (USA): Rococo Revisited 2009 – Brukenthal-Museum, Sibiu (Rumänien): The Strife of Love in a Dream 2010 – Galerie Dörrie*Priess, Hamburg (Deutschland): illectus eram 2011 – Galerie Manzoni Schäper, Berlin (Deutschland): As You Desire Me 2016 – Kunstmuseum Bayreuth, Bayreuth (Deutschland): Una terza natura 2017 – Anca Poteraşu Gallery, Bukarest (Rumänien): Non saturatur oculus visu 2023 – Städel Museum, Frankfurt am Main (Deutschland): Miron Schmückle. Flesh for Fantasy Gruppenausstellungen 1998 – 4. Internationale Foto-Triennale, Esslingen (Deutschland) 1999 – 2. Ars Baltica Triennial of Photographic Art 1999 – Kunsthalle zu Kiel, Kiel (Deutschland): Fotografie vor Ort 2000 – Galerie Dörrie*Priess, Hamburg (Deutschland): Im Garten 2000 – Kunsthaus Hamburg, Hamburg (Deutschland): Reflected Images 2001 – Ursula-Blickle-Foundation, Kraichtal (Deutschland) 2001 – Palais für Aktuelle Kunst, Glückstadt (Deutschland): Desire 2002 – Museo Galleria d’Arte Moderna, Bologna (Italien): Desire 2002 – 2. Triennial of Photography, Hamburg (Deutschland): Still Life 2002 – Kallmann-Museum, Ismaning (Deutschland): Selbstbildnisse 2003 – Kunsthaus Erfurt, Erfurt (Deutschland): Kunsthappen 2003 – Kunsthaus Erfurt, Erfurt (Deutschland): Du und dein Garten 2004 – Museum Haus Esters, Krefeld (Deutschland): Zwischenwelten 2004 – Schwules Museum, Berlin (Deutschland): 19 Künstler zu Gast im Schwulen Museum 2004 – Wifredo Lam Foundation, Havana (Kuba): Bailar en la casa del trompo 2005 – Kunstraum München, München (Deutschland): Jungle Park 2005 – Museum Morsbroich, Leverkusen (Deutschland): Blumenstücke 2006 – Chiesa di San Paolo, Modena (Italien): Fai da te - il mondo dell artista 2007 – Post Fine Arts, Freiburg (Deutschland): Bilderbühne 2008 – Post Fine Arts, Freiburg (Deutschland): Menschenskind 2008 – Städtische Galerie Villa Zanders, Bergisch Gladbach (Deutschland): Pas de deux 2009 – Post Fine Arts, Freiburg (Deutschland): Comming Under the Spotlight 2009 – Kunsthalle Göppingen, Göppingen (Deutschland): Blumenstücke 2010 – Alexander Ochs Galleries, Beijing (China): Beauty - Flowers in Photography 2013 – Collège des Bernardins, Paris (Frankreich): Tree of Life 2017 – Kallmann-Museum, Ismaning (Deutschland): Schön vergänglich – Blumen in der zeitgenössischen Kunst 2019 – Sprengel Museum, Hannover (Deutschland): Viermal Neues auf Papier 2021 – Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Karlsruhe (Deutschland): Inventing Nature. Pflanzen in der Kunst 2023 – Kunsthalle München, München (Deutschland): Flowers Forever. Blumen in Kunst und Kultur Arbeiten in öffentlichen und privaten Kunstsammlungen (Auswahl) Schmückles Werke sind in renommierten Sammlungen weltweit vertreten, darunter sind u. a.: Kunsthalle zu Kiel, Kiel (Deutschland) Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen (Deutschland) Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg (Deutschland) Internationales Künstlerhaus Villa Concordia, Bamberg (Deutschland) Isobe Art Collection, Tokio (Japan) West Collection, Pennsylvania (USA) Schwules Museum, Berlin (Deutschland) Stadtgalerie, Kiel (Deutschland) Berlinischen Galerie – Landesmuseum für Moderne Kunst, Berlin (Deutschland) Weblinks Website des Künstlers

Einzelnachweise

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