Nosferatu – Der Untote (Originaltitel: Nosferatu) ist ein US-amerikanischer Horrorfilm des Regisseurs Robert Eggers, der am 25. Dezember 2024 in die US-amerikanischen und am 2. Januar 2025 in die deutschen Kinos kam. Es handelt sich um die zweite Neuverfilmung des Stummfilmklassikers Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens (1922), der wiederum lose auf Bram Stokers Roman Dracula basiert. Die Titelrolle des Vampirs Nosferatu übernahm Bill Skarsgård, während Lily-Rose Depp und Nicholas Hoult in weiteren Hauptrollen zu sehen sind.
Die Kritiken zu Nosferatu – Der Untote fielen mehrheitlich positiv aus und bezeichneten das atmosphärische Werk als gelungenes Remake des Stummfilmklassikers. Neben den schauspielerischen Darbietungen erfuhr insbesondere die Ästhetik des Films großes Lob, was sich in vier Nominierungen im Rahmen des Oscarverleihung 2025 für die Kamera, das Szenenbild, das Kostümdesign und die Maske niederschlug. Auch an den Kinokassen war Nosferatu – Der Untote mit weltweiten Einnahmen von rund 180 Millionen US-Dollar ein finanzieller Erfolg.
Handlung 1838 in der deutschen Hafenstadt Wisborg: Die junge Ellen ist einsam und sucht verzweifelt nach Beistand. Durch ihre Gebete wird der transsylvanische Vampir Nosferatu aus seinem Jahrhunderte andauernden Schlaf geweckt, woraufhin eine innige Bindung zwischen beiden entsteht. Nosferatu besucht Ellen fortan mehrere Jahre lang in ihren Albträumen und befriedigt ihre körperlichen Bedürfnisse, bis sich die junge Frau eines Tages den angehenden Immobilienmakler Thomas Hutter zum Mann nimmt.
Um seinen Bund mit Ellen zu erneuern, erwirbt Nosferatu bei der Firma von Thomas ein verfallenes Anwesen in Wisborg. Er korrumpiert dessen Vorgesetzten Herr Knock und fädelt so ein, dass sich der frischgebackene Ehemann für die Unterzeichnung des Kaufvertrags in die Karpaten begeben soll. Thomas lässt Ellen in der Obhut der befreundeten Familie Harding zurück und reist nach Osteuropa. In einem Wirtshaus in Transsylvanien wird er von den Einheimischen eindringlich davor gewarnt, das Schloss des sich als Graf Orlok ausgebenden Käufers aufzusuchen. In der Nacht hat Thomas verstörende Visionen eines untoten Leichnams, setzt seine Reise aber dennoch unbeirrt fort.
Das in Dunkelheit gehüllte Schloss von Graf Orlok ist abgelegen und verlassen. Auch der Hausherr selbst macht ob seines äußeren, verfallenen Antlitzes einen unheimlichen Eindruck auf Thomas. Der Immobilienmakler möchte den Kauf so schnell wie möglich abschließen und das Weite suchen, wird von Orlok aber für die Nacht eingeladen. Am nächsten Morgen erwacht Thomas mit zahlreichen Bisswunden auf seinem Körper und findet Orlok in einer Gruft liegend vor. Ihm kommt der Verdacht, dass es sich bei seinem Gastgeber um einen Vampir handeln könnte, weshalb er Orlok einen Pflock ins Herz rammen möchte. Der Graf erwacht jedoch und Thomas rettet sich durch einen Sprung in den Fluss.
In Wisborg leidet Ellen unterdessen vermehrt unter Albträumen und spricht von der baldigen Ankunft eines großen Grauens. Die Hardings beauftragen den Arzt Dr. Wilhelm Sievers mit der Behandlung, der sich Ellens auch körperlichen Anfällen gegenüber allerdings machtlos sieht. In seiner Verzweiflung kontaktiert Sievers seinen ehemaligen Lehrmeister Prof. Albin Eberhart von Franz, der sich mittlerweile jedoch mehr dem Okkultismus zugewandt hat. Von Franz nimmt sich Ellens Fall an und erkennt schon bald, dass die junge Frau unter einer Art von Besessenheit leidet. Gleichzeitig erreicht die Empusa den Hafen Wisborgs, an Bord derer Nosferatu die Überfahrt nach Deutschland bestritten hat. Die komplette Besatzung des Schiffes scheint verstorben zu sein, während tausende von Ratten in die Stadt einfallen und eine Plage auslösen. Die Bewohner vermuten als Auslöser der zahlreichen Todesfälle einen neuerlichen Ausbruch der Pest, doch von Franz erkennt, dass in Wahrheit Nosferatu hinter der Epidemie steckt.
In der Nacht wird Ellen von Nosferatu aufgesucht, verweigert ihm allerdings die Erneuerung ihres Bundes. Der Vampir gibt ihr daraufhin zwei weitere Nächte Zeit, ehe er mit dem Tod ihres Ehemannes Thomas droht. Dieser wurde nach seiner Flucht von Nonnen gefunden und behandelt, ehe er die Heimreise nach Deutschland antrat und sich mit Ellen wiedervereinigte. Zum Schutz seiner Ehefrau beschließt der Immobilienmakler nun, Nosferatu endgültig zu töten. Von Franz ist sich der Aussichtslosigkeit dieses Vorhabens allerdings bewusst und instruiert Ellen, dass nur sie allein den Vampir vernichten könne. In der ersten Nacht fallen Anna Harding und ihre beiden Kinder dem Untoten zum Opfer, woraufhin sich auch Friedrich Harding das Leben nimmt. Von Franz lockt Thomas am Folgeabend zum Anwesen von Nosferatu, wohl wissend, dass der Vampir in Wahrheit dessen Ehefrau aufsuchen wird. Ellen zeigt sich Nosferatu gegenüber bereitwillig, den gemeinsamen Bund zu erneuern, und schläft mit ihm. Durch ihr menschliches Opfer hält sie den Vampir so lange von seinem Sarg fern, bis er am Morgen von den ersten Sonnenstrahlen getroffen wird und stirbt. Als Thomas eintrifft, verstirbt auch Ellen an ihren zahlreichen Bissverletzungen. Mit dem Tod des Grafen ist auch die Epidemie in Wisborg besiegt.
Produktion Entstehung und Besetzung
Im Jahr 2015 kündigte das von Jeff Robinov geführte Produktionsunternehmen Studio 8 eine Neuverfilmung des Stummfilmklassikers Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens an, der wiederum auf dem Roman Dracula von Bram Stoker basiert. Als Regisseur und Drehbuchautor wurde Robert Eggers engagiert, der zuvor den Horrorfilm The Witch inszenierte. Nach Eigenaussage war der Filmemacher bereits in seiner Jugend vom Filmklassiker begeistert und inszenierte als 17-Jähriger eine High-School-Theateradaption von Nosferatu. Im August 2017 wurde Anya Taylor-Joy als Darstellerin verpflichtet, während sich Chris Columbus und Eleanor Columbus dem Filmprojekt als Produzenten anschlossen. Zwei Jahre später äußerte Regisseur Eggers allerdings Bedenken, ob die Verfilmung trotz seiner großen Bemühungen tatsächlich realisiert werde. Eine Umsetzung von Nosferatu verschob er letztendlich zugunsten seines Historiendramas The Northman, woraufhin Harry Styles, der zwischenzeitlich mit der Hauptrolle in Verbindung gebracht wurde, das Filmprojekt aufgrund von Terminkonflikten wieder verließ.
Nachdem sich Focus Features im Jahr 2022 die Vertriebsrechte am Film gesichert hatte, erklärte Regisseur Robert Eggers Nosferatu zu seinem nächsten Filmprojekt. Für die Hauptrolle des Graf Orlok wurden zunächst ältere Darsteller wie Willem Dafoe, der zuvor bereits im Jahr 2000 an der Nosferatu-Verfilmung Shadow of the Vampire mitgewirkt hatte, Daniel Day-Lewis und Mads Mikkelsen in Betracht gezogen. Dafoe übernahm letztendlich in seiner dritten Zusammenarbeit mit Eggers nach Der Leuchtturm und The Northman die Rolle des Okkultisten Albin Eberhart von Franz, während Nosferatu mit Bill Skarsgård besetzt wurde. Der schwedische Schauspieler wurde bereits Jahre zuvor von Eggers in Erwägung gezogen, sprach ursprünglich aber für die Rolle des Ehemannes Thomas Hutter vor. In Vorbereitung auf die Rolle verlor Skarsgård „enorm“ an Gewicht und arbeitete mit einem Operncoach zusammen, um seine Stimme um eine Oktave zu vertiefen. An Drehtagen verbrachte er bis zu sechs Stunden in der Maske, um das von Eggers gewünschte verfremdete Aussehen zu erhalten.
In weiteren Hauptrollen verkörpern Lily-Rose Depp und Nicholas Hoult die von Nosferatu verfolgten Eheleute Ellen und Thomas Hutter, nachdem die ursprünglich vorgesehene Darstellerin Anya Taylor-Joy das Filmprojekt zwischenzeitlich wieder verlassen hatte. Daneben übernahmen Emma Corrin und Aaron Taylor-Johnson die Rollen des mit den Hutters befreundeten Ehepaares Harding, während Simon McBurney als Thomas’ Vorgesetzter Herr Knock und Ralph Ineson als Ellens Arzt Dr. Wilhelm Sievers zu sehen sind.
Dreharbeiten und Filmmusik mini|hochkant=0.85|Die rumänische Burg Hunedoara Die Dreharbeiten mit Kameramann Jarin Blaschke erfolgten vom 23. Februar bis zum 19. Mai 2023 in Prag. Zu den Drehorten in der tschechischen Hauptstadt zählten vorrangig die Filmstudios Barrandov, aber auch der in den 1730er Jahren erbaute Barockkomplex Invalidovna und die Altstadt. Später erfolgten Dreharbeiten an Bord eines Schiffes auf offenem Meer, wo Eggers unter erschwerten Wetterbedingungen mit russischen Seeleuten zusammenarbeitete. Für Außenaufnahmen des Schlosses von Graf Orlok diente die Burg Hunedoara in Rumänien als Kulisse; Innenaufnahmen erfolgten hingegen in Filmstudios, auf der tschechischen Burg Pernštejn und im Schloss der Kleinstadt Rožmitál pod Třemšínem. Für die Dreharbeiten kamen insgesamt rund 5000 trainierte Ratten zum Einsatz, was von der Tierrechtsorganisation PETA kritisiert wurde.
Im Unterschied zum Originalfilm Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens wurde das Remake in Farbe auf 35-mm-Film gedreht, sollte visuell allerdings an den Stil der Romantik des 19. Jahrhunderts erinnern. Kameramann Jarin Blaschke setzte dafür neben symmetrischen Bildern auch auf natürliche Lichtquellen wie den Mond, Feuer und Kerzenschein, was allerdings zu Problemen bei der Beleuchtung von größtenteils in der Dunkelheit spielenden Szenen führte. Für die authentische Nachbildung von Mondlicht nutzte der Kameramann einen speziellen Farbfilter, der nur die für das menschliche Auge bei Dunkelheit sichtbaren Wellenlängen des Lichts durchließ und etwa sämtliche Rottöne herausfilterte. In Reaktion darauf setzte der Szenenbildner Craig Lathrop bei seinen Kulissen auf helle, aus der Dunkelheit stechende Farben, während die Kostümbildnerin Linda Muir ihre Kostüme aus Licht reflektierenden Stoffen anfertigte und mit glitzernden Accessoires ausstattete. Das Spiel mit Dunkelheit und Gegenlicht wurde unter anderem dazu genutzt, Graf Orlok so wenig wie möglich zeigen zu müssen und stattdessen die Phantasie des Zuschauers anzuregen. Das Budget betrug rund 50 Millionen US-Dollar.
Die Filmmusik komponierte der Brite Robin Carolan,Robin Carolan Scoring Robert Eggers’ ‘Nosferatu’. In: filmmusicreporter.com, 25. Juni 2024. für den Eggers Vorgängerfilm The Northman die erste Filmarbeit darstellte. Carolan begann bereits vor Beginn der Dreharbeiten mit der Komposition, damit Eggers am Filmset auf die Musik zurückgreifen und so eine gewisse Atmosphäre erzeugen konnte. Auf Bestreben des Regisseurs verzichtete Carolan für seine Komposition auf die Nutzung von elektronischen Instrumenten und Synthesizern, sondern setzte stattdessen auf ein von 60 Streichern angeführtes Orchester, das mit Klängen des klassischen rumänischen Instruments Toaca kombiniert wurde. Ende September 2024 wurden von Back Lot Music die ersten beiden Stücke der Filmmusik veröffentlicht.First Tracks from Robin Carolan’s ‘Nosferatu’ Score Released. In: filmmusicreporter.com, 30. September 2024. Das komplette, aus 43 Musikstücken bestehenden Soundtrack-Album erschien am 22. November 2024 bei den Musiklabels Bones Records sowie Waxwork Records und war sowohl in Vinyl-, CD- und digitalen Varianten erhältlich.‘Nosferatu’ Soundtrack Album Details. In: filmmusicreporter.com, 30. September 2024.
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