Karl Schrage (* 24. Juli 1904 in Opladen; † 17. Februar 1972In einigen Unterlagen wird irrtümlich der 16. Februar 1972 als Todestag genannt. Der Irrtum entstand vermutlich dadurch, dass es hieß, Karl Schrage habe „auf dem Weg zum Aschermittwoch der Künstler“ in Köln einen Schlaganfall erlitten. 1972 war Aschermittwoch am 16. Februar. in Wuppertal) war ein deutscher Gold- und Silberschmiedemeister, zunächst Leiter der Werkkunstschule Münster, später der Werkkunstschule Wuppertal. Sein Werk umfasst neben profanen Gegenständen insbesondere viele kirchliche Werke.

Leben Karl Schrage besuchte die Volksschule und später das Gymnasium bis zur Obersekundareife. Nach einem Praktikum begann er eine Handwerkslehre bei Krupp in Essen. Während der Lehrzeit besuchte er Abendkurse von Erich Friedemann Werner, die ihn in die künstlerische Richtung lenkten. Nach der Gesellenprüfung wechselte er 1924 bis 1927 an die Handwerker- und Kunstgewerbeschule Elberfeld zu Hilmar Lauterbach. Zwischen 1927 und 1928 war Schrage in Berliner Ateliers und Werkstätten tätig. Ende 1928 nahm er nach der Ersatzreifeprüfung das Gewerbelehrerstudium am Berufspädagogischen Institut der Universität zu Köln auf. Parallel war er Schüler der Kölner Werkschulen bei Hermann Schmidthuber und Jakob Erbar. 1931 legte er das Staatliche Gewerbelehrerexamen ab, 1932 bestand er die Meisterprüfung als Gold- und Silberschmied.

Ab 1932 hatte Karl Schrage eine eigene Gold- und Silberschmiedewerkstatt in Telgte und arbeitete als Berufsschullehrer in Münster. 1937 übernahm er die Gold- und Silberschmiedeklasse an der Gewerblichen Berufsschule Münster und der damit verbundenen Städtischen Schule für Handwerk und Kunstgewerbe. 1939 bis 1945 leistete er Kriegsdienst und kehrte danach in die frühere Tätigkeit zurück. 1948 wurde er zum Direktor der Werkkunstschule Münster berufen, die aus der früheren Städtischen Schule für Handwerk und Kunstgewerbe hervorging. 1956 berief man ihn zum Direktor der Werkkunstschule Wuppertal und gleichzeitig zum Leiter der Werkgruppe Metall (Gold- und Silberschmiede) an dieser Schule. 1971 trat er in den Ruhestand.

Er war mit Barbara Schrage geb. Dargel (2. März 1909 – 5. Oktober 1973) verheiratet.

Arbeitsbereich Karl Schrage fertigte Schmuck und Geräte in Metall, darunter viele Ehrengaben und Festgeschenke für amtliche Stellen, Organisationen und Firmen. Im kirchlichen Bereich wirkte er an der Ausstattung von neuerbauten Kirchen mit und fertigte z. B. Tabernakel, des Weiteren Monstranzen, Kelche,Zwei Beispielabbildungen in: Anton Henze: Der Goldschmied Karl Schrage. In: Das Münster. Zeitschrift für kirchliche Kunst und Kunstwissenschaft. Bd. 5, 1952, S. 98. Ziborien, Messkännchen,Beispiel-Abbildung in: Anton Henze: Der Goldschmied Karl Schrage. In: Das Münster. Zeitschrift für kirchliche Kunst und Kunstwissenschaft. Bd. 5, 1952, S. 98. Altarkreuze und Leuchter, auch Bischofsstäbe und -kreuze.

Ausgewählte Arbeiten Bürgermeisterketten für die Städte DetmoldNiederschrift über die Überreichung der Amtskette an den damaligen Bürgermeister Kirchhof in der Ratssitzung vom 12. November 1959 im Stadtarchiv Detmold. und WipperfürthIm Archiv der Stadt Wipperfürth finden sich die Niederschrift über die Ratssitzung vom 29.03.1963, in welcher die Bürgermeisterkette überreicht wurde, sowie eine Abbildung der Kette in einem Artikel der Bergischen Landeszeitung vom 29.03.1963 zur Überreichung der Kette. Ehrenring des Deutschen Handwerks für Ministerpräsident Karl Arnold (NRW) Ehrenring der Deutschen Werkkunstschulen für Kultusminister Werner Schütz (NRW) „Preis der Länder“ Wanderpreis für das Turnier der Sieger (Pferdesport), gestiftet vom Ministerpräsidenten von NRW Wetterfahne für das Heimathaus in TelgteÜber das „Windspiel Michael mit Heiligenschein, Schwert und Posaune“ berichten die Westfälischen Nachrichten vom 12. August 1987 mit Foto. Bischofsstab und Bischofsring für Johannes Pohlschneider, Bischof von Aachen Bischofsstab für Heinrich Pachowiak, Weihbischof von Hildesheim Bischofsstab für Julius Angerhausen, Weihbischof von EssenAbbildung in Deutsche Goldschmiedezeitung 11/1959, S. 669.

Zusammenarbeit mit dem Architekten Rudolf Schwarz bei Kirchenneubauten Tabernakel für die Kirche Hl. Kreuz, Bottrop Tabernakel für die Kirche St. Christophorus, Köln-Niehl Tabernakel für die Kirche St. Maria Königin, Saarbrücken Tabernakel in der Kapelle der Burg Rothenfels/MainEine Abbildung findet sich auf der Titelseite des „Deutschen Handwerksblatts“, Jg. 1961, Dezember-Ausgabe. Tabernakel für die Kirche St. Marien, OberhausenEine Abbildung findet sich in der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ 11/1959, S. 670;

Zusammenarbeit mit dem Architekten Hans Schwippert Tabernakel, Hängekreuz, Leuchter und Ewiglicht für die Kirche Hl. Familie, Düsseldorf-StockumEine Abbildung dieses Ensembles findet sich in der „Deutschen Goldschmiede-Zeitung“ 12/1963, S. 966. Tabernakel für die Kirche St. Maria Rosenkranz, Düsseldorf-Wersten

Weitere Arbeiten für Kirchen Tabernakel in St. Suitbertus, Wuppertal-Elberfeld Tabernakel und Altarkreuz in St. Michael, Wuppertal-Elberfeld Tabernakel in St. Elisabeth, Wuppertal-Barmen Tabernakel für Haus Elisabeth vom Berge, Wuppertal-Elberfeld Tabernakel für die Kirche St. Heinrich, Marl-Drewer Tabernakeltüren (Silberplatten mit emaillierten Engelsdarstellungen und Steinen, Rosenquarz und Chalzedone) für die Kirche St. Mauritz in Münster/Westf.Abbildung in: Anton Henze: Der Goldschmied Karl Schrage. In: Das Münster. Zeitschrift für kirchliche Kunst und Kunstwissenschaft. Bd. 5, 1952, S. 99. Tabernakel für die Kirche St. Elisabeth, Mönchengladbach Abendmahlskelch, Brotteller, Taufgerät und Altarleuchter für die Ev. Universitätskirche Münster/Westf. Altargerät für den Gottesdienst in der Paracelsus-Klinik, Marl Weihwasserbecken und Tabernakel für die Kirche St. Ludger, Wuppertal; ;

Monstranz im Dom zu Münster/Westf. St. Konrad-Reliquiar (Silber vergoldet mit Emailplatten) für das Benediktinerinnen-Kloster Maria Hamicolt bei DülmenDas Münster. Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft 6, 1953, S. 231. Tabernakel und Leuchter für die Kirche St. Godehard, HannoverDas Münster. Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft 6, 1953, S. 231. Tabernakelverkleidung für die Kapelle des Clemenshospitals, MünsterDas Münster. Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft 6, 1953, S. 231. Monstranz (Silber vergoldet mit Chalzedonen und Bergkristallkugeln) für die Kirche St. Konrad, MünsterDas Münster. Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft 6, 1953, S. 231. Tabernakel für die Kapelle Unserer Lieben Frau in Ahlen/Westf.Abbildung in: Anton Henze: Der Goldschmied Karl Schrage. In: Das Münster. Zeitschrift für kirchliche Kunst und Kunstwissenschaft. Bd. 9, 1956, S. 351.

Profane Arbeiten und Schmuck Karl Schrage fertigte u. a. Dosen, Teekessel, Mokkakännchen, Milchkannen und Zuckerdosen, Tabletts, Teller, Schalen, Löffel, Becher, Teedosen, Leuchter, Buchdeckel u.ä.m, etliches davon befindet sich in Privatbesitz. Renate Schaub erfasst in ihrer Übersicht 36 Gegenstände, zum Teil existieren Fotos.

Ferner fertigte Karl Schrage eine große Anzahl Schmuckstücke. Die Aufstellung von Renate Schaub nennt Armschmuck, Halsschmuck (Ketten und Anhänger), Ringe und Manschettenknöpfe mit Hinweisen zur verwendeten Technik, von den meisten existieren Fotos.

Auszeichnungen 1960 Goldmedaille der Internationalen Handwerksmesse München (Bayerischer Staatspreis). 1961 Verleihung des Titels „Professor“ durch das Kultusministerium des Landes Nordrhein-Westfalen.

Ehrenamtliche Tätigkeit 1959 bis 1967 war er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks Nordrhein-Westfalen und als solcher Hauptinitiator des mit 40.000 DM dotierten Staatspreises für das Kunsthandwerk in NRW. Er war Mitglied im Kulturausschuss des Zentralverbands des Deutschen Handwerks.

Teilnahme an Ausstellungen 1958 und 1960 Biennale christlicher Kunst, Salzburg 1960 Ausstellung Kirchen, Bau und Ausstattung, München Ähnliche Ausstellungen in Rom, Köln, Irland, Spanien, USA Ab 1950 Internationale Handwerksmesse, München 1958 deutscher Pavillon auf der Weltausstellung in Brüssel17.4. bis 19.10.1958; für seine dort gezeigten Exponate erhielt Karl Schrage eine Urkunde, vgl. Schreiben an Ministerialrat Kassebeer vom 29.3.1961; Archiv der Werkkunstschule Wuppertal, heute Archiv der Bergischen Universität Wuppertal, Signatur 110200010033 Korrespondenz Karl Schrage. 1960 und 1963 Ausstellungen Internationales Kunsthandwerk, Stuttgart Ausstellungen der Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks in Nordrhein-Westfalen 1964 Ars Sacra, Köln 1964 Qualität und Norm, München

Vorträge Karl Schrage: Das gestaltende Handwerk in der modernen Gesellschaft. Fassung des Vortrags für die Tagung des Zentralverbandes für das Juwelier-, Gold- und Silberschmiedehandwerk. In: Deutsche Goldschmiedezeitung (in drei Fortsetzungen) 10/1963, S. 773–774, 11/1963, S. 899–901, 12/1963, S. 968–970.

Trivia Die biografischen Angaben und die Liste der Werke wurden zusammengestellt von Renate Schaub, geb. Niemer. Sie war von 1947 bis 1952 zunächst Lehrling, dann Schülerin von Karl Schrage in der Werkkunstschule Münster/Westf. als Goldschmiedin. Es bestand eine lebenslange Freundschaft mit Karl Schrage und seiner Frau Barbara. Nach Karl Schrages Tod hat Renate Schaub Fotos, Berichte und Veröffentlichungen gesammelt und in einem Ordner zusammengestellt. Sie suchte gemeinsam mit ihrem Ehemann in verschiedenen Kirchen nach dem Verbleib der sakralen Gegenstände, um sie fotografisch festzuhalten. Nicht alle waren auffindbar. Je einen Ordner ihrer Recherchen hat Renate Schaub 1991 dem Museum für Angewandte Kunst in Köln und dem Diözesanmuseum Köln übergeben.

Literatur

Anton Henze: Der Goldschmied Karl Schrage. In: Das Münster. Zeitschrift für kirchliche Kunst und Kunstwissenschaft. Bd. 5, 1952, S. 98–100. Kirchengerät der Gegenwart, in: Deutsche Goldschmiedezeitung 7/1959, S. 369 Meisterhaftes Kunsthandwerk. Zu Arbeiten von Karl Schrage (Wuppertal). In: Deutsche Goldschmiedezeitung 11/1959, S. 668–669. Hermann J. Mahlberg: Karl Schrage. In: ders. (Hrsg.): Kunst/Design & Co. Von der Kunstgewerbeschule Barmen/Elberfeld – Meisterschule – Werkkunstschule zum FB 5 der Bergischen Universität Gesamthochschule Wuppertal. 1894–1994. Festschrift zum 100jährigen Jubiläum. Wuppertal 1994, S. 94–95. Handwerks-Zeitung, Artikel „Zum 60. Geburtstag von Prof. Karl Schrage“ vom 24. Juli 1964 Handwerks-Zeitung, Artikel „Professor Schrage im Ruhestand“ vom 6. August 1971 Einige Abbildungen von Werken Karl Schrages finden sich im „Jahrbuch für christliche Kunst 1957/58“. Rundbrief der Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks NRW an Mitglieder und Freunde vom 18. Februar 1972 (Nachricht vom Tod Karl Schrages)

Weblinks weitere Hinweise, teilweise kommerzielle Links, unter artnews.de.

Einzelnachweise

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