mini|Freisaalwiesen

Freisaal ist ein stadtnaher Freiraum in der österreichischen Landeshauptstadt Salzburg im Stadtteil Nonntal. Der Grünraum ist Teil des Landschaftsgartens Hellbrunn und wird geprägt durch das einst bedeutende fürsterzbischöfliche Wasserschloss Freisaal. Am südöstlichen Rand steht die Natur- und Lebenswissenschaftliche Fakultät der Universität Salzburg mit dem angeschlossenen Botanischen Garten der Universität Salzburg. Teile des Naturraums sind als Geschützter Landschaftsteil ausgewiesen, im Gebiet befinden sich zudem zwei Naturdenkmale.

Geografie mini|Bildmitte: die Lage von Freisaal im südlichen Stadtgebiet

Freisaal nennt sich der vielfältig gestaltete alte Kulturraum rund um ein gleichnamiges Schloss und dem zugehörigen Weiher, das im Kern im 14. Jahrhundert als Lustschloss errichtet wurde. Dieser Raum gehörte stets zum "Weichbild" der Stadt, in dem das Stadtrecht Geltung hatte und damit auch zur eigentlichen Vorstadt Nonntal. Der Raum befindet sich etwa 500 bis 1000 MeterAlle Maßangaben gem. Messung im SAGIS. südlich der Altstadt und istDer Begriff Äußeres Nonntal umfasst im engeren Sinn nur den geschlossenen Siedlungsraum des Stadtteils. Vgl. dazu Karten mit den Stadtteilen Salzburgs. – Teil des sog. Äußeren Nonntals. Seine Ost-West-Ausdehnung beläuft sich auf ungefähr 500 Meter, die von Nord nach Süd etwa 600 Meter; die Fläche beträgt etwa 28 Hektar. Begrenzt wird der Grünraum Freisaal im Norden von den Bauten entlang der Akademiestraße (Pädagogische Hochschule, drei Gymnasien sowie Wohnhäuser), im Osten von den Bauten entlang der Hellbrunnerstraße (vor allem Altersheim und das Universitätsgebäude), im Süden von der Hofhaymer-Allee und im Westen weitgehend vom Hellbrunnerbach und dem Hechtenbach. Im Süden bildet die Hofhaymer-Allee (historisch früher Freisaal-Allee) die Begrenzung von Freisaal und damit gleichzeitig die Grenze zum südlich anschließenden Stadtteil Morzg, bzw. im Osten entlang der Hellbrunnerstraße die Stadtteilgrenze zu Salzburg-Süd bzw. zu den dortigen Stadtvierteln Josefiau (nördlich) und Herrnau (weiter im Süden).

Als Gewässer befinden sich im Raum Freisaal neben dem Hellbrunnerbach der Hechtenbach, ein kulturgeschichtlich altes Nebengerinne dieses Baches (am Rand von Morzg von ihm abzweigend und in Freisaal wieder in ihn mündend), der gleichzeitig (unter der amtlichen Bezeichnung Hechtenbach-Unterlauf) seit dem Mittelalter den Zu- und Abfluss des Freisaal-Weihers um das alte Schloss Freisaal bildet. Östlich fließen parallel dazu zwei weitere kurze Bäche, amtlich als Hechtenbach-Unterlauf Ha und Hechtenbach-Unterlauf Hb bezeichnet, wovon letzterer den Teich beim Universitätsgebäude durchfließt.

Freisaal ist der nördlichste Teil des Landschaftsschutzgebiets Salzburg-Süd.

Bauwerke Freisaalweg und Schloss Freisaal mini|Haus Freisaalweg 16 mini|Schloss Freisaal und der Freisaalweg auf dem Sattler-Panorama (1829) mini|Schloss Freisaal (2007)

Von Nord nach Süd führt durch Freisaal ein Fuß- und Radweg, der Freisaalweg, der sich nach Süden hin in der historischen Hellbrunner Allee fortsetzt. Nur zwei Adressen von Häusern existieren entlang des Freisaalwegs: am Nordrand von Freisaal mit der Nummer 16 der Salzburger Standort der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, eine einstöckige Villa aus der Gründerzeit mit ehemals größerem Garten, und mittig im Freisaal mit der Nummer 31 das Schloss Freisaal selbst.

Schloss Freisaal stammt im Kern aus der Zeit nach 1350 und wird 1392 erstmals urkundlich erwähnt. Es wurde im frühen 15. Jahrhundert erweitert und 1549 unter dem erzbischöflichen Administrator Ernst von Bayern wieder erneuert. Damals wurde auch der Weiher um das Schloss, der offensichtlich damals stark verlandet war, wieder instand gesetzt, das Wasserschloss erhielt so seinen Charakter zurück. Die Gegend von Freisaal war zu jener Zeit nächst dem Auwaldsaum der Salzach gelegen sehr wasserreich. Das Anwesen Freisaal, zu dem auch ein Meierhof gehört, stand im Besitz der Salzburger Erzbischöfe. Seit 1811 ist das Schloss in Privatbesitz.

Der vom Schloss auf seine Umgebung übertragene Name Freisaal leitet sich von Freudensaal her (in alten Schreibungen wie Freydensall, Freyensahl und ähnlich) mit der im Mittelhochdeutschen vorliegenden Bedeutung von sal als ‚Haus, Halle‘.Ingo Reiffenstein und Thomas Lindner: Historisch-Etymologisches Lexikon der Salzburger Ortsnamen (HELSON). Band 1 – Stadt Salzburg und Flachgau, Edition Tandem, Salzburg 2015 (= 32. Ergänzungsband der Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde), ISBN 978-3-902932-30-3. Vgl. hier auch zu historischen Schreibweisen des Namens. – Die bei Pillwein angegebene Bedeutung von sal ist unrichtig. Der Name des Schlosses ist damit gewissermaßen eine Alternativbezeichnung für ‚Lustschloss‘.

Spätestens seit 1452 war Schloss Freisaal jener Ort, an dem die neu gewählten Erzbischöfe formell ihre Machtbefugnisse als Fürsten erhielten (ausgenommen davon ist die Zeit von 1670 bis 1750, wo der Zug in die Stadt und zum Dom beim Schloss Mirabell begann). In der Folge zogen die neuen Fürsten nach einem festgelegten Protokoll über die Fürstenallee oder über die Hellbrunnerstraße prunkvoll in die Bischofsstadt Salzburg und weiter zum Dom ein. Dieser Einzug wurde als Adventus (lateinisch adventus, ‚Ankunft‘), also als Ankunft (des Erzbischofs) bezeichnet und hatte sein Vorbild in den Einzügen der Kaiser in die deutschen Reichshauptstädte. Das Ritual hat seine Wurzeln in den Triumphzügen der altrömischen Kaiser. Festgehalten ist ein derartiges Zeremoniell in einem Fresko aus dem Jahr 1558 also der Renaissancezeit von Hans Bocksberger dem Älteren im Festsaal des Schlosses. Dargestellt sind der Fürsterzbischof zu Pferd und die zahlreichen weltlichen und geistlichen Teilnehmer der Prozession (unter anderem in einer ersten Abbildung der Salzburger Domchor) in der Art, wie der Einzug des Erzbischofs in den schriftlichen Quellen der Frühneuzeit und des Barock beschrieben wird. Aufgrund des zeitlichen Zusammentreffens (das Gemälde stammt von 1558) wird vermutet, dass es sich bei der dargestellten Prozession um den Einzug von Erzbischof Michael von Kuenburg im Jahr 1555 handelt. Gesichert ist dies jedoch nicht.Vgl. Rainer 2015, S. 21. Letztmalig gab es einen derartigen Festzug mit Fürsterzbischof Hieronymus von Colloredo 1772. Nach 1800 verloren die Fürsterzbischöfe die weltliche Macht über das Land Salzburg, damit büßte auch Schloss Freisaal seine einst prägende herrschaftliche Bedeutung ein.

Seniorenwohnhaus Hellbrunn

1839 wird berichtet, dass das umliegende Gelände von Schloss Freisaal für militärische Übungszwecke genutzt wird. 1898 wurde angrenzend in der Hellbrunnerstraße durch dne Baumeister Jakob Cecconi eine Landwehr-Kaserne errichtet (genannt Hellbrunner Kaserne, wiewohl sie nur an der Hellbrunnerstraße liegt und nicht in diesem Stadtteil). Die Exerzierplätze wurden gegenüberliegend Richtung Salzach verlegt. Nach 1921 wurde das Gebäude für Wohnzwecke genutzt. 1961 kaufte die Stadt Salzburg das Gelände und baute es zu einem Altersheim um. Der Zubauten durch das "Haus Freisaal" erfolgten nach dem Jahr 2000. Die Anlage mit dem denkmalgeschützten Haupthaus nennt sich nun Seniorenwohnhaus Hellbrunn.

Natur- und Lebenswissenschaftliche Fakultät der Universität Salzburg Ein vom Freisaalweg östlich abzweigender Weg führt zu dem von 1982 bis 1986 errichteten Gebäude der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg – örtlich kurz als Nawi oder Nawi-Gebäude bekannt. Seit Jahresbeginn 2022 lautet die Bezeichnung der universitären Organisationseinheit Natur- und Lebenswissenschaftliche Fakultät (NLW). Neben dem Haus wurde in Anlehnung an das Schlossareal ein Teich angelegt, südlich ist für Forschungszwecke ein botanischer Garten eingerichtet. Diese Anlage steht angrenzend an den Schlosspark von Freisaal an der Hellbrunnerstraße südlich des Altersheims.

Geschichte Die Institute der 1962 neu gegründeten Universität waren ursprünglich über die Stadt verstreut. Deshalb kam es zu Diskussionen über den Bau einer Campus-Uni und im Jahr 1973 zu einem Architekturwettbewerb für ein gemeinsames Fakultätsgebäude in Freisaal für die Große Philosophische Fakultät (die Vorläuferin der nachfolgenden Naturwissenschaftlichen und Geisteswissenschaftlichen Fakultät). Da die Projektvorstellung 1975 große Proteste ausgelöst hatte durch eine großflächige Verbauung von kulturhistorisch bedeutsamen Grünland, entschied man, ein Gebäude nur für die Institute der (seit 1975) bestehenden Naturwissenschaftlichen Fakultät zu bauen. Die Institute der ebenfalls neuen Geisteswissenschaftlichen Fakultät verblieben teilweise (bis zum Bau des Uniparks Nonntal) in den Provisorien an der Akademiestraße bzw. bezogen verschiedene bestehende Gebäude in der Altstadt (darunter die ehemalige Gewerbeschule, das jetzige Haus für Gesellschaftswissenschaften). Das Landessportzentrum kam nach Hallein-Rif.

Im Jahr 1978 erging an eine Planungsgemeinschaft „Architektengruppe Universität Salzburg“ (Mitglieder Wilhelm Holzbauer, Stefan Hübner, Heinz Ekhart, Georg Ladstätter und Heinz Marschalek), die die mit dem ersten und zweiten Preis ausgezeichneten Teilnehmer der Architekturwettbewerbs auf Wunsch der Universität gebildet hatten, der Auftrag das neue Gebäude zu planen. Statt der ursprünglich geplanten 67.000 m² wurden nur 16.000 m² verbaut. Die restlichen Flächen in Freisaal verblieben als Grünland. Nach weiteren Diskussionen um den Bau kam es 1982 unter Anwesenheit von Wissenschaftsministerin Hertha Firnberg zum Spatenstich. 1986 nahm das Gebäude seinen Betrieb auf. Im selben Jahr wurde der Architektengruppe der Salzburger Architekturpreis zugesprochen.

Einrichtungen Mit der 2022 erfolgten Teilung der Universität in sechs statt bisher fünf Fakultäten beherbergt das Gebäude nunmehr Fachbereiche (FB) zweier Fakultäten. Der Natur- und Lebenswissenschaftlichen Fakultät sind zugeordnet: FB Biowissenschaften und Medizinische Biologie (ehemaliges Institut für Biologie, das bis 1986 in der Villa am Freisaalweg untergebracht war), FB Umwelt und Biodiversität (in den der vormalige FB Geografie und Geologie aufgegangen ist) und FB Psychologie (ehemaliges Institut für Psychologie, das sich zuvor in der Akademiestraße befand). Der FB Gerichtsmedizin und Forensische Psychiatrie wurde 2022 neu geschaffen (ein Teil befand sich schon als Interfakultärer Fachbereich seit 2004 in dem Haus). Der FB Chemie und Physik der Materialien ist 2017 in ein neues Laborgebäude in Itzling übersiedelt. Der FB Sport und Bewegungswissenschaft befindet sich weiterhin im Universitäts- und Landessportzentrum Salzburg Rif in Hallein.

Der neu gegründeten Fakultät für Digitale und Analytische Wissenschaften (abgek. DAW, auch DAS für Digital and Analytical Sciences) ist der FB Mathematik zugeordnet sowie der FB Geoinformatik - Z_GIS, der bis dahin keiner Fakultät angehörte. Zwei weitere Fachbereiche dieser Fakultät – FB Informatik und FB Artificial Intelligence and Human Interfaces (kurz AIHI) – befinden sich gemeinsam mit Chemie und Physik in Itzling.

Die vormals im Freisaalgebäude untergebrachte, keiner Fakultät zugeordnete School of Education befindet sich im Unipark Nonntal. Weiterhin in Freisaal vorhanden sind die IT-Services, die Büros beider Fakultäten, die naturwissenschaftliche Fachbibliothek (als Teilbibliothek der Universitätsbibliothek Salzburg) und eine Mensa. Unter den Hörsälen befindet sich auch das Auditorium maximum (Audimax) der Universität.

Natur Landschaftsschutz und Naturdenkmale mini|Geschützter Landschaftsteil Freisaal mini|Naturdenkmal Linden in Freisaal mini|Naturdenkmal Hainbuche am Freisaalweg

Landschaftsschutzgebiet Salzburg-Süd