mini|alt=Das Bild zeigt das Logo des Deutschen Filmpreises. Es ist auf einem schwarzen Hintergrund dargestellt, was die anderen Elemente des Logos betont. Im Zentrum des Logos befindet sich der Schriftzug „DEUTSCHER FILMPREIS“ in Großbuchstaben und in einer modernen, serifenlosen Schriftart. Die Buchstaben sind weiß und stehen klar im Kontrast zum dunklen Hintergrund. Der Text wird von einem goldenen Rahmen eingefasst, der an der oberen und rechten Seite des Logos sichtbar ist. Dieser Rahmen verleiht dem Logo eine elegante und hochwertige Wirkung, die die Bedeutung des Deutschen Filmpreises als renommierte Auszeichnung in der deutschen Filmindustrie unterstreicht.|hochkant=1.3|Logo des Deutschen Filmpreises seit 2019 mini|hochkant|İlker Çatak, Regisseur des preisgekrönten Films Das Lehrerzimmer Die 73. Verleihung des Deutschen Filmpreises (Lola) fand am 12. Mai 2023 in Berlin statt. Die Mitglieder der Deutschen Filmakademie ehrten dabei die aus ihrer Sicht besten Filme und Filmschaffenden mit Auszeichnungen in 17 Kategorien. Zusätzlich wurden ein Ehren- und ein Sonderpreis vergeben. Als bester Spielfilm des Jahres setzte sich İlker Çataks Drama Das Lehrerzimmer durch, das unter anderem auch die Auszeichnungen für Regie, Drehbuch und Hauptdarstellerin zuerkannt bekam. In den meisten Kategorien triumphierte dagegen das bereits zuvor vielfach preisgekrönte Kriegsdrama Im Westen nichts Neues von Edward Berger.Die Preisträger:innen 2023. In: deutscher-filmpreis.de (abgerufen am 13. Mai 2023). Für teils heftige Kritik sorgte die Nichtberücksichtigung von Christian Petzolds auf der Berlinale preisgekröntem Film Roter Himmel. Daraufhin wurde der Auswahlprozess reformiert.

Die erfolgreichsten Filme(mindestens zwei Nominierungen, exkl. Jury- oder Publikumspreise;hervorgehoben = meiste AuszeichnungenN = Nominierung; A = Auszeichnung) Film N A Im Westen nichts Neues 12 9 Das Lehrerzimmer 7 5 Holy Spider 4 1 Sisi & Ich 4 1 Sonne und Beton 4 0 In einem Land, das es nicht mehr gibt 3 1 Elfriede Jelinek – Die Sprache von der Leine lassen 2 1 Mittagsstunde 2 0 The Ordinaries 2 0 Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war 2 0

Hintergrund Die Nominierungen wurden am 24. März 2023 von Lucas Reiber und Lea van Acken sowie Alexandra Maria Lara, Florian Gallenberger und Claudia Roth bekanntgegeben. Als Favorit in die Preisverleihung ging die deutsche Koproduktion Im Westen nichts Neues von Edward Berger, die in 12 Kategorien berücksichtigt wurde. Das Kriegsdrama hatte bereits zuvor vier Oscars und sieben British Academy Film Awards erhalten. Mit sieben Nominierungen zweiterfolgreichster Film war das auf der Berlinale 2023 preisgekrönte Drama Das Lehrerzimmer von İlker Çatak. In vier Kategorien berücksichtigt wurde der in Jordanien gedrehte Thriller Holy Spider des in Dänemark lebenden iranischen Regisseurs Ali Abbasi, an dessen Herstellung die deutsche Produktionsfirma One Two Films mit 41,36 Prozent Anteil beteiligt gewesen sein soll. Auf dieselbe Anzahl an Nominierungen kamen der Historienfilm Sisi & Ich von Frauke Finsterwalder und der Jugendfilm Sonne und Beton von David Wnendt. Komplettiert wurde die Kategorie Bester Spielfilm durch die Literaturverfilmung Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war von Sonja Heiss (2 Nominierungen) und Fatih Akins Gangster-Drama Rheingold (1 Nominierung).

mini|Das Theater am Potsdamer Platz, neuer Veranstaltungsort der Preisverleihung Die künstlerische Leitung der Preisgala oblag der Regisseurin Katja von Garnier und Vartan Bassil, Gründer und Künstlerischer Leiter der Berliner Tanzgruppe Flying Steps.Katja von Garnier & Vartan Bassil als Künstlerische Leitung. In: deutscher-filmpreis.de (abgerufen am 30. März 2023). Als Moderatorin wurde die Musikerin und Schauspielerin Jasmin Shakeri verpflichtet, die unter anderem in der für einen Preis nominierten Komödie Einfach mal was Schönes (2022) zu sehen war. Der Fernsehsender ZDF plante, die Gala live in seiner Online-Mediathek und zeitversetzt im linearen Fernsehen auszustrahlen.Jasmin Shakeri moderiert den Deutschen Filmpreis. In: deutscher-filmpreis.de (abgerufen am 30. März 2023). Veranstaltungsort war das Theater am Potsdamer Platz, das auch als Hauptspielstätte der Berlinale genutzt wird. Zuvor war die Preisverleihung acht Jahre in Folge auf dem Gelände der Messe Berlin abgehalten worden.Jasmin Shakeri moderiert die Verleihung des Deutschen Filmpreises. In: filmportal.de (abgerufen am 30. März 2023).

Für Unverständnis bei vielen Kritikern sorgte die Tatsache, dass Christian Petzolds Drama Roter Himmel nicht für die Verleihung berücksichtigt wurde. Der Film, der auf der Berlinale 2023 mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet worden war, gelangte auch nicht in die Vorauswahl der aus Sicht der Deutschen Filmakademie besten 26 Spielfilme und fünf nachnominierten Einzelleistungen. Vielfach wurde dies als Systemversagen im Auswahlprozess zum Deutschen Filmpreis gesehen.Hanns-Georg Rodek: Chronik eines Systemversagens. In: Die Welt, 27. März 2023, Nr. 61, S. 14.David Steinitz: Der Filmpreis ist peinlich. In: Süddeutsche Zeitung, 19. April 2023, S. 9.Katja Nicodemus: Was für ein Ding!; Wie man einen Bären gewinnt und einen Filmpreis verliert. In: Die Zeit, 2. März 2023, Nr. 10, S. 51. Die Schauspielerin Alexandra Maria Lara und der Regisseur Florian Gallenberger, die beide die Deutsche Filmakademie leiten, plädierten daraufhin dafür, das Wahlverfahren unabhängig von Einzelfällen zu reformieren.Akademie will Auswahlverfahren überdenken. In: deutschlandfunk.de, 10. Mai 2023 (abgerufen am 12. Mai 2023). Im Herbst 2023 änderte die Deutsche Filmakademie ihren Auswahlprozess. So fiel zur Verleihung 2024 die erste Stufe des bislang dreistufigen Auswahlverfahrens weg, das eine Vorauswahl der Produktionen durch eine Kommission vorsah. Laut Angaben der Filmakademie war bereits im Herbst 2022 mit der Ausarbeitung eines neuen Wahlverfahrens begonnen worden, das zu ihrem 20. Geburtstag in Kraft trat.Deutscher Filmpreis 2024. In: deutscher-filmpreis.de (abgerufen am 5. März 2024).

Bereits im Vorfeld als Laureaten fest standen der Ehrenpreisträger Volker Schlöndorff und der Familienfilm Die Schule der magischen Tiere 2 von Sven Unterwaldt als besucherstärkster Film. Bereits der erste Teil von Gregor Schnitzler hatte bei der Verleihung im Vorjahr dieselbe Auszeichnung erhalten.

Preisträger und Nominierungen

Bester Spielfilm Auszeichnung Filmtitel Produktion Regie Filmpreis in Gold Das Lehrerzimmer Ingo Fliess İlker Çatak Filmpreis in Silber Im Westen nichts Neues Malte Grunert Edward Berger Holy Spider Sol Bondy und Jacob Jarek Ali Abbasi

außerdem nominiert: Rheingold – Produktion: Fatih Akin, Nurhan Şekerci-Porst und Herman Weigel Sonne und Beton – Produktion: Fabian Gasmia, David Wnendt und Seven Elephants Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war – Produktion: Janine Jackowski, Jonas Dornbach und Maren Ade

Bester Dokumentarfilm Elfriede Jelinek – Die Sprache von der Leine lassen – Produktion: Martina Haubrich und Claudia Wohlgenannt Aşk, Mark ve Ölüm – Liebe, D-Mark und Tod – Produktion: Claus Reichel, Mehmet Akif Büyükatalay, Florian Schewe und Stefan Kauertz Kalle Kosmonaut – Produktion: Tine Kugler und Günther Kurth

Bester Kinderfilm Mission Ulja Funk – Produktion: Roshanak Behesht Nedjad Der Räuber Hotzenplotz – Produktion: Jakob Claussen und Uli Putz

Beste Regie Ilker Çatak – Das Lehrerzimmer Ali Abbasi – Holy Spider Edward Berger – Im Westen nichts Neues Sonja Heiss – Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war

Bestes Drehbuch Johannes Duncker und Ilker Çatak – Das Lehrerzimmer Jan Braren, Marc Blöbaum und Kilian Riedhof – Meinen Hass bekommt ihr nicht David Wnendt und Felix Lobrecht – Sonne und Beton

Beste weibliche Hauptrolle Leonie Benesch – Das Lehrerzimmer Zar Amir Ebrahimi – Holy Spider Sandra Hüller – Sisi & Ich

Beste männliche Hauptrolle Felix Kammerer – Im Westen nichts Neues Mehdi Bajestani – Holy Spider Charly Hübner – Mittagsstunde

Beste weibliche Nebenrolle Jördis Triebel – In einem Land, das es nicht mehr gibt Ulrike Kriener – Einfach mal was Schönes Hildegard Schmahl – Mittagsstunde

Beste männliche Nebenrolle Albrecht Schuch – Im Westen nichts Neues Karl Markovics – Was man von hier aus sehen kann Clemens Schick – Servus Papa, See You in Hell

Beste Kamera/Bildgestaltung James Friend – Im Westen nichts Neues Judith Kaufmann – Das Lehrerzimmer Thomas W. Kiennast – Sisi & Ich

Bester Schnitt Gesa Jäger – Das Lehrerzimmer Mechthild Barth – Elfriede Jelinek – Die Sprache von der Leine lassen Sven Budelmann – Im Westen nichts Neues Andreas Wodraschke – Sonne und Beton

Beste Tongestaltung Frank Kruse, Markus Stemler, Viktor Prášil, Lars Ginzel und Alexander Buck – Im Westen nichts Neues Paul Rischer und Jan Petzold – Sonne und Beton Marco Teufen, Paul Rischer und Gregor Bonse – Sisi & Ich

Beste Filmmusik Volker Bertelmann – Im Westen nichts Neues Marvin Miller – Das Lehrerzimmer The Notwist – Wir sind dann wohl die Angehörigen Ralf Wengenmayr – Tausend Zeilen

Bestes Szenenbild Christian M. Goldbeck – Im Westen nichts Neues Josefine Lindner und Max-Josef Schönborn – The Ordinaries Sebastian Soukup – Der vermessene Mensch

Bestes Kostümbild Tanja Hausner – Sisi & Ich Lisy Christl – Im Westen nichts Neues Regina Tiedeken – In einem Land, das es nicht mehr gibt

Bestes Maskenbild Heike Merker – Im Westen nichts Neues Julia Böhm und Friederike Schäfer – Seneca – Oder: Über die Geburt von Erdbeben Annett Schulze, Dorit Jur und Ines Ransch – In einem Land, das es nicht mehr gibt

Beste visuelle Effekte Frank Petzold, Viktor Müller und Markus Frank – Im Westen nichts Neues Johannes Blech – The Ordinaries Dennis Rettkowski, Tomer Eshed und Markus Frank – Die Schule der magischen Tiere 2

Besucherstärkster Film Die Schule der magischen Tiere 2

Ehrenpreis Volker Schlöndorff

Vorauswahl Die Vorauswahl der Filme wurde am 16. Januar 2023 veröffentlicht. Die aus 18 Mitgliedern bestehende Vorauswahlkommission Spielfilm nahm 26 Spielfilme in die Vorauswahl. Die zwölf Kommissionsmitglieder der Kategorie Kinderfilm wählten sechs Filme aus, die zehnköpfige Dokumentarfilmkommission schlug 16 Dokumentarfilme vor. Aus den vorausgewählten Filmen wählten die über 2200 Mitglieder der Deutschen Filmakademie die Nominierungen für den Deutschen Filmpreis 2023.

Spielfilme

Dokumentarfilme

Kinderfilme

Weblinks Auszeichnungen und Nominierungen 2023 auf der offiziellen Website Preisverleihung in der ZDFmediathek (211 min; verfügbar bis 11. Mai 2028)

Einzelnachweise

#2023 Kategorie:Preisverleihung 2023 Kategorie:Filmjahr 2023 Kategorie:Filmpreisverleihung in Berlin Kategorie:Theater am Potsdamer Platz