350px Unheilig veröffentlicht in Deutschland mit Große Freiheit das erfolgreichste Album des Jahres. Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 2010.

Zu den erfolgreichsten Künstlern gehörte – sowohl national, als auch international – die US-Amerikanerin Lady Gaga, die mit dem Album The Fame / The Fame Monster bzw. Liedern daraus sowohl in den Charts reüssierte als auch bei Preisverleihungen. Die wohl berühmteste verstorbene Musiker des Jahres war Ronnie James Dio, Hard-Rock- und Heavy-Metal-Sänger der Bands Elf, Rainbow, Black Sabbath, Dio und Heaven and Hell und in diesem Bereich der Musik einer der bedeutendsten Vertreter. Die erfolgreichste Single in Deutschland war Somewhere over the Rainbow / What a Wonderful World von Israel Kamakawiwoʻole.

Ereignisse Populäre Musik und Jazz 1. Januar: Zu den Musikern, die in der Neujahrs-Ehrenliste von Queen Elizabeth II geehrt werden, gehören Francis Rossi und Rick Parfitt von Status Quo, sowie Jet Harris, Gitarrist und Gründungsmitglied von Cliff Richards Begleitband The Shadows. 1. Januar: Chris Cornell kündigt die Wiedervereinigung von Soundgarden an. 9. Januar: Jamie Cullum heiratet die Schriftstellerin und das ehemalige Model Sophie Dahl. 11. Januar: Shavo Odadjian, Bassist von System of a Down, postet auf Twitter die Nachricht: „Seid ihr bereit für System???“, was Spekulationen über ein Comeback der Band auslöst. Wochen später erklärte Frontmann Serj Tankian jedoch, dass die Pause von System of a Down noch nicht beendet sei und fügte hinzu: „Wir bekommen ständig Angebote für Auftritte, von Festivals und so weiter, aber wir haben uns noch nicht entschieden.“ 13. Januar: Rhythm-and-Blues- und Soul-Legende Teddy Pendergrass stirbt im Alter von 59 Jahren. 13. Januar: Jay Reatard wird im Alter von 29 Jahren tot aufgefunden; als Todesursache wird eine Kokain-Überdosis angegeben. 18. Januar: Die verbliebenen Mitglieder von Sublime einigen sich in ihrem Rechtsstreit um die Nutzung des Bandnamens. Die neue Besetzung von Sublime (Rome Ramirez, Eric Wilson und Bud Gaugh) tritt bis zu ihrer Auflösung im Jahr 2024 unter dem Bandnamen Sublime with Rome auf. 29. Januar: Die Red Hot Chili Peppers stellen den Gitarristen Josh Klinghoffer als Nachfolger für ihren Ende des Vorjahres zum zweiten Mal ausgestiegenen Gitarristen John Frusciante vor. 31. Januar: Die 52. Grammy Awards finden im Staples Center in Los Angeles statt. Beyoncé bricht den Rekord von Lauryn Hill im Jahr 1999 und gewinnt als Solokünstlerin sechs Grammys an einem Abend, darunter den Preis für den Song des Jahres für Single Ladies (Put a Ring on It). Taylor Swift gewinnt vier Auszeichnungen, darunter in der Kategorie „Album des Jahres“ für Fearless. Mit nur 20 Jahren ist Swift die jüngste Gewinnerin des Grammys für das Album des Jahres aller Zeiten. 4. Februar: Der australische Bundesgerichtshof befindet, dass der Hit Down Under von Men at Work aus dem Jahr 1982 zu einem wesentlichen Teil ein Plagiat des australischen Kinderliedes Kookaburra Sits in the Old Gum Tree sei und das Urheberrecht des Musikverlags Larrikin verletze. 12. Februar: Die Neuaufnahme des Liedes We Are the World aus dem Jahr 1985 zugunsten der Betroffenen des Erdbebens in Haiti 2010 wird vom All-Star-Benefiz-Projekt Artists for Haiti bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver uraufgeführt. An der Aufnahme des Liedes sind u. a. Justin Bieber, Nicole Scherzinger, Josh Groban, Tony Bennett, Mary J. Blige, Janet Jackson, Barbra Streisand, Miley Cyrus, Enrique Iglesias, Wyclef Jean, Adam Levine, Pink, Usher, Céline Dion, Fergie, Nick Jonas, Lil Wayne und Carlos Santana beteiligt; für den Rap-Teil zeichnen LL Cool J, Will.i.am, Snoop Dogg, Busta Rhymes und Kanye West verantwortlich. Der ebenfalls beteiligte Michael Jackson starb im Juni 2009 bereits Monate vor der Veröffentlichung des Liedes, aber seine Gesangsaufnahme aus der Originalversion von We Are the World aus dem Jahr 1985 wurde auf Anfrage seiner Mutter Katherine in die Neuaufnahme mit eingeschnitten. Seine jüngere Schwester Janet singt zweistimmig mit seiner Stimme aus der Aufnahme von 1985 und seine Neffen Taj, TJ und Taryll (gemeinsam bekannt als 3T) begleiten Jacksons Stimme im Refrain. 18. Februar: Die Benefiz-Single We Are the World 25 for Haiti debütiert auf Platz 2 der Billboard Hot 100 mit 267.000 digitalen Downloads. 15. März: ABBA, Jimmy Cliff, Genesis, The Hollies und The Stooges werden in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. 1. April: Justin Bieber steigt mit seinem Debütalbum My World 2.0 direkt auf Platz 1 der Billboard 200 ein. Mit 16 Jahren ist er damit der jüngste männliche Solokünstler seit Stevie Wonder mit seinem Album The 12 Year Old Genius im Jahr 1963. Bieber ist außerdem der zweitjüngste Künstler überhaupt, der die Spitze der US-amerikanischen Albumcharts direkt erklomm; lediglich überholt durch die im Jahr 2008 15-jährige Miley Cyrus mit Breakout. 4. Mai: Die Deftones veröffentlichten mit Diamond Eyes ihr erstes Studioalbum seit fast vier Jahren. Es ist ihr erstes Album ohne ihren ursprünglichen Bassisten Chi Cheng, der im November 2008 bei einem Autounfall lebensgefährlich verunglückte und an dessen Spätfolgen im April 2013 verstirbt. 24. Mai: Slipknot-Bassist Paul Gray stirbt in einem Hotelzimmer in Iowa City an einer versehentlichen Überdosis Morphin- und Fentanyl-Tabletten. 29. Mai: Die 19-jährige Lena Meyer-Landrut gewinnt in Oslo mit dem Lied Satellite für Deutschland die 55. Auflage des Eurovision Song Contest. Es ist nach Ein bißchen Frieden von Nicole im Jahr 1982 der zweite deutsche ESC-Sieg. 12. Juni: Zu den Musikern, die in der „List of Birthday Honours“ von Queen Elizabeth II geehrt werden, gehören Karl Jenkins, Graham Nash und John Cale. 29. Juni: Drake wird von Playboy Enterprises wegen der Verwendung eines Samples aus dem Hit Fallin’ in Love von Hamilton, Joe Frank & Reynolds aus dem Jahr 1974 in dessen Hit Best I Ever Had aus dem Jahr 2009 verklagt. Playboy, Inhaber der Rechte an Fallin’ in Love, behauptet, Drake habe das Sample ohne Erlaubnis verwendet und fordert alle mit der Single erzielten Gewinne. 6. Juli: Enrique Iglesias veröffentlicht sein erstes zweisprachiges Album Euphoria, das zu gleichen Teilen aus englischen und spanischen Originaltiteln besteht. 7. Juli: Ringo Starr tritt anlässlich seines 70. Geburtstags mit der elften Inkarnation seiner All-Starr Band in der Radio City Music Hall in New York City auf. Während der Zugaben With a Little Help from My Friends, gefolgt von Give Peace a Chance, kommen Steven Van Zandt, Nils Lofgren, Billy Squier, Colin Hay von Men at Work, Dr. John, Ray Davies, Starrs Sohn Zak Starkey und John Lennons Witwe und Yoko Ono auf die Bühne. Starrs Enkelkinder überreichen ihm eine Geburtstagstorte in Form eines Schlagzeugs. Gerade als Starr denkt, das Konzert sei vorbei, kommt sein ehemaliger Beatles-Kollege Paul McCartney auf die Bühne und spielt mit der All-Starr-Band den Beatles-Klassiker Birthday. 13. Juli: Das neunte Studioalbum der Nu-Metal-Band Korn, Korn III – Remember Who You Are, steigt in der ersten Woche auf Platz 2 der Billboard 200 ein. Ray Luzier, Session-Schlagzeuger der Band, wird damit festes Bandmitglied, womit David Silverias Ausscheiden im Jahr 2006 bestätigt wird. 15. Juli: Fast auf den Tag genau 15 Jahre nach seinem Ausstieg gibt Robbie Williams seine Rückkehr zu Take That bekannt. 24. Juli: Bei der Loveparade in Duisburg kommt es zu einer Massenpanik, in deren Folge 21 Menschen zu Tode kommen und mindestens 652 verletzt werden. 4. August: Taylor Swifts Single Mine wird vorab geleakt und später von Big Machine Records auf iTunes veröffentlicht. Nach nur fünf Stunden erreicht sie Platz 1 der Billboard Adult Contemporary Charts. Damit stellt sie einen Rekord für den schnellsten Aufstieg einer Single auf Platz 1 auf. 2. September: Die britische Rockband Supertramp startet in Halle (Westf.) ihre 70–10 Tour. 12. September: Lady Gaga räumt bei den MTV Video Music Awards in Los Angeles ab und gewinnt acht Auszeichnungen: sieben für ihr Video zu Bad Romance und die Auszeichnung für die beste Zusammenarbeit für ihr Duett Telephone mit Beyoncé. Lady Gaga hält außerdem eine Dankesrede in einem Kleid, das komplett aus Fleisch besteht. Sie kündigt auch den Titel ihres dritten Albums Born This Way an, das im Mai 2011 erscheinen wird. Lady Gaga ist für 13 Preise nominiert – so viele wie nie zuvor in der Geschichte der Show – und erhält weitere fünf Nominierungen für ihren Beitrag zu Beyoncés Telephone. Justin Bieber gewinnt den Preis als bester neuer Künstler und ist damit der jüngste VMA-Gewinner aller Zeiten. 21. November: Bei den American Music Awards 2010 gewinnt Justin Bieber alle vier Auszeichnungen, für die er nominiert ist, darunter den Preis für den Künstler des Jahres. Mit 16 Jahren wird er zum jüngsten Gewinner dieser Auszeichnung in der 37-jährigen Geschichte der Awards. 2. Dezember: Gemeinsam mit 15 weiteren Improvisatoren erinnert Joëlle Léandre in der Pariser Fondation Cartier in einem Konzert mit unterschiedlichen Miniaturen an den 40. Todestag Albert Aylers. 9. Dezember: Jim Morrison, der ehemalige Leadsänger der Doors, wird 39 Jahre nach seinem Tod posthum begnadigt. Die Begnadigung bezieht sich auf eine sechsmonatige Haftstrafe wegen exhibitionistischer Handlungen, die Morrison 1969 nach einem Auftritt in Miami erhalten hatte. Morrison hatte gegen sein Urteil Berufung eingelegt und starb am 3. Juli 1971, ohne dass der Fall gerichtlich geklärt werden konnte. 10. Dezember: Mit Michael erscheint das erste, posthume Album des im Vorjahr verstorbenen Michael Jackson, welches Lieder enthält, die der King of Pop in der Zeit nach seinem Album Invincible (2001), aber in zwei Fällen auch um die Zeit seines Bestsellers Thriller (1982) aufgenommen hatte. Für Kontroversen sorgen die drei auf Michael befindlichen Lieder Breaking News, Monster und Keep Your Head Up, da sowohl Fans als auch Jacksons Mutter Katherine und seine Geschwister davon überzeugt sind, das auf den Gesangsspuren dieser Songs nicht Michael Jackson, sondern ein Stimmenimitator zu hören ist. Es verbreitet sich schnell der Verdacht, dass in Wahrheit der bekannte Jackson-Impersonator Jason Malachi für die Aufnahmen im Studio stand. Eddie Cascio, der Produzent dieser Lieder und ein langjähriger Freund Jacksons, weist diese Gerüchte jedoch zurück und behauptet, Michael Jackson habe die Gesangsspuren der Lieder im Jahr 2007 in seinem privaten Kellerstudio in New Jersey aufgenommen. 18. Dezember: Die Brüder Josh und Zac Farro geben ihren Ausstieg aus der Band Paramore bekannt. Josh Farro veröffentlicht auf seinem Blog eine Stellungnahme zu ihrem Ausstieg und behauptete, die Band sei zu einem „Produkt eines Major-Labels“ geworden. Er wirft Sängerin Hayley Williams vor, von ihrem Management und ihren Eltern manipuliert worden zu sein, die Gruppe als ihr Soloprojekt zu behandeln, und behauptete, sie sei das einzige Bandmitglied, das bei Atlantic Records unter Vertrag stehe, während ihre Bandkollegen lediglich „von ihrem Traum profitierten“. Die verbliebenen Bandmitglieder Williams, Jeremy Davis und Taylor York bestätigen Farros Aussage, dass Williams tatsächlich das einzige Bandmitglied war, das bei Atlantic unter Vertrag stand, weisen die anderen Anschuldigungen von ihm jedoch als „irrelevant, selbst, wenn sie wahr sein sollten“ zurück.

Klassische Musik und Musiktheater 1. März: Das Monodrama bzw. die Oper für eine einzige Sängerin in neun Szenen Émilie von Kaija Saariaho (Musik) mit einem Libretto von Amin Maalouf über das Leben der französischen Mathematikerin, Physikerin, Philosophin und Übersetzerin Émilie du Châtelet wird in der Opéra National de Lyon uraufgeführt. 20. März: Einen Tag vor Johann Sebastian Bachs 325. Geburtstag wird das Bach-Museum Leipzig durch den deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler wiedereröffnet. 21. März: Wolfgang Wagner, langjähriger Leiter der Richard-Wagner-Festspiele, stirbt in Bayreuth.