Myxorrouma ( auch Mixorrouma ) ist ein Dorf im Süden der griechischen Mittelmeerinsel Kreta. Administrativ gehört zum Gemeindebezirk Lambi der Gemeinde Agios Vasilios in der Region Kreta. Gemeinsam mit drei weiteren kleinen Siedlungen bildet es die gleichnamige Kinotita mit insgesamt 371 Einwohnern.

Lage Das Dorf Myxorrouma liegt an der Landstraße Rethymno-Spili. Das Gebiet um Myxorrouma erstreckt sich etwa sieben Quadratkilometer südwärts zwischen den Wildbächen Megalopotamos und Kissamos bis zum Berg Koúles (676 m), der natürlichen Grenze zu Asomatos. Der Ortsteil Agia Pelagia liegt in geringer Entfernung unmittelbar westlich von Myxorrouma, nördlich grenzt es an die Ortsgemeinschaft Lambini (Λαμπινή). Die Siedlung Frati ist etwa drei Kilometer südwestlich gelegen. Der Name Myxorrouma bezieht sich auf die ursprünglich Lage des Dorfes, tiefergelegen und etwas südlich vom heutigen Standort am Zusammenfluss zweier Bäche.Wortzusammensetzung aus dem lokalen kretischen Dialekt, (s)mixi und rouma ( von griechisch ) = Smixorruma-Mixorruma. Χαρίδημος Κακλαμάνος: Το Μιξόρρουμα. S. 428. Einmündung eines kleineren Bachs in den Kissamos.

Verwaltungsgliederung links|mini|Kato Myxorrouma Zum Ende der Osmanischen Herrschaft stimmte die „Generalversammlung der Kreter“ () 1879 für ein Kommunalrecht, das die Provinzen in kleinere erste Verwaltungseinheiten mit Elementen der Selbstverwaltung unterteilte. In der Provinz Agios Vasilios () wurden vier Gemeinden gegründet. Mixorrouma, Agia Pelagia, Diplochori und Frati bildeten mit weiteren 13 Dörfern die Gemeinde Lampi. Mit der administrativen Neuorganisation des Kretischen Staates im April 1911 folgte die Abschaffung dieser provinziellen Großgemeinden zugunsten kleinerer ländlicher Gemeinden () als selbstständige juristische Personen des öffentlichen Rechts abhängig von ihrer Einwohnerzahl. Die Dörfer Mixorrouma, Agia Pelagia, Diplochori und Frati bildeten jetzt die ländliche Gemeinde Mixorrouma. Nach der Vereinigung des Kretischen Staats mit Griechenland 1925 bildete der Ort Myxorrouma als Verwaltungssitz gemeinsam mit Agia Pelagia, Lambini und Frati die unabhängige Landgemeinde Myxorrouma (), Diplochori wurde der Landgemeinde Mourne zugeschlagen. Bereits 1931 wurde Lambini als eigenständige Landgemeinde wieder ausgegliedert. In: Band 3, Teil 2, Rethymno 2014, ISBN 978-960-99783-4-7, S. 69–106. (griechisch) Die Anerkennung der direkt an der Landstraße gelegenen Ansiedlung Ano Myxorrouma erfolgte 1951. Mit der Gebietsreform von 1997 wurde Myxorrouma der Gemeinde Lambi angegliedert.Kapodistrias-Programm, Gesetz 2539/1997, S. 8825. PDF Online (griechisch) Diese Gemeinde wiederum bildet seit der Verwaltungsreform von 2010 einen von zwei Gemeindebezirken der neu gegründeten Gemeinde Agios Vasilios und Myxorrouma zunächst eine Ortsgemeinschaft. Dieser Begriff wurde mit dem Kleisthenis-I-Programm 2019 durch Kinotita ersetzt.Kleisthenis I-Programm, Gesetz 4555/2018, Griechisches Gesetzesblatt vom 19. Juli 2018, , S. 8958. PDF Online (griechisch)

An der untenstehenden Tabelle zur Einwohnerentwicklung lässt sich gut ersehen, dass das ursprüngliche unten am „Fluss“ gelegene Dorf Myxorrouma nach dem Zweiten Weltkrieg nach und nach komplett entvölkert wurde. Die Menschen ließen sich in nördlicher Richtung weiter oben an der im Krieg ausgebauten Landstraße nach Spili nieder, diese neue Niederlassung wurde ab dann verwaltungstechnisch als Ano Myxorrouma (Ober-Myxorrouma) bezeichnet. Landläufig wird dieser Namenszusatz aber kaum verwendet. Auf das alte Dorf dagegen wird seitdem mit dem Zusatz Kato Myxorrouma (Unter Myxorrouma) verwiesen. In Kato Myxorrouma wurden seit Anfang der 2000er Jahre einige der seit Jahrzehnten leerstehenden Ruinen wieder renoviert, so dass sein Status als „Geisterdorf“ wieder beendet ist.

+ Einwohnerentwicklung von MyxorroumaEinwohnerzahlen von Myxorrouma 1920–2001. Griechisches Statistisches Amt ELSTAT, Digitale Bibliothek (griechisch) Name griechischer Name Code 1920 1928 1940 1951 1961 1971 1981 1991 2001 2011 Myxórrouma 7302011401 207 220 280 173 128 42 18 8 0 14 Agía Pelagía 7302011402 84 108 121 116 104 91 89 59 51 90 Áno Myxórrouma 7302011403 148 159 216 225 231 260 210 Fratí 7302011404 76 92 122 106 97 85 102 96 84 57 Gesamt 73020114 393* 420 523 543 488 434 434 394 395 371

* einschließlich Diplochori ( ) damals mit 26 Einwohnern

Kapellenweg mini|Kapelle bei Myxorrouma Von Myxorrouma führt ein „Kapellenweg“ genannter etwa dreistündiger Rundwanderweg durch das Hügelland westlich der Ortschaft. Auf nicht markierten Feld- und Wirtschaftswegen kommt man an sechs Kapellen und drei Dorfkirchen vorbei.Rolf Goetz: Rother Wanderführer Kreta. 8. Auflage. Bergverlag Rother, München 2025, ISBN 978-3-7633-1409-6, S. 190 ff.Berend Wolffenbuttel, Toine van der Meijden: Entdecke Plakias und Spili zu Fuß. Discover on Foot, 2020, ISBN 978-618-83676-8-5, S. 32 ff.

Anmerkungen

Literatur In: [Veröffentlichung der Internationalen Wissenschaftlichen Konferenz für die ehemalige Provinz Agios Vasilios.] Band 4, Rethymno 2011, ISBN 978-960-99783-0-9, S. 427–443. (griechisch)

Weblinks , Website der Gemeinde Agios Vasilios (griechisch)

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