rechts|40px In der Liste der Kulturdenkmale in Sulzburg sind die Kulturdenkmale der Stadt Sulzburg mit ihrem Ortsteil Laufen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende

Kulturdenkmale in Sulzburg

Ortsteil Laufen (mit St. Ilgen) Laufen liegt im Markgräfler Hügelland, der hügeligen Vorbergzone des östlich anschließenden Schwarzwaldes, auf einer Höhe von etwa 275 m ü. NN. Innerhalb der Lößplattenlandschaft bildete der Hohlenbach mit seinen Nebenbächen die nach Westen geöffnete „Laufener Bucht“. Der 793 erstmals erwähnte Ort war in alemannisch-merowingischer Zeit entstanden und soll schon um 800 neben dem klösterlichen Meierhof eine Kapelle besessen haben. Vermutlich durch Schenkungen aus adeliger Hand bestimmten im hohen Mittelalter zahlreiche Klöster die grundherrschaftlichen Verhältnisse, zunächst St. Gallen und später St. Trudpert, aber auch St. Blasien und St. Peter. Die Oberlehenshoheit gelangte über die Zähringer an die Grafen von Freiburg, wobei Laufen ein Sitz der ursprünglich sieben Badenweiler Vogteien war. Nach dem Aussterben der Freiburger Grafen entstand 1444 durch den Zusammenschluss der Herrschaften Rötteln, Sausenberg und Badenweiler die Obere Markgrafschaft, das sog. Markgräflerland. 1503 kam es durch Erbschaft an die Markgrafen von Baden, ab 1806 war es Teil des Großherzogtums Baden. Heute gehört Laufen zur Stadt Sulzburg. Laufen ist ein typisches Haufendorf, das sich an einem Wegekreuz entwickelt hat, einerseits der Nord-Süd gerichteten Weinstraße, einer Alternativtrasse des alten „Heereweges“, und der West-Ost gerichteten Hohlenbergstraße bzw. Unteren Holzgasse. Eine der mittelalterlichen Keimzellen war sicherlich der Meierhof sowie die vielleicht ursprünglich dazugehörige Kapelle und spätere Kirche, die beide anstelle des heutigen Schlosses standen. Aufgrund der Lage dieses herrschaftlichen Zentrums sowie der dichteren Bebauung im Bereich südwestlich davon einschließlich einiger öffentlicher Gebäude dürfte die Siedlung östlich der Hauptstraße ihren Anfang genommen haben. Zwar ist die Weinstraße als Leitlinie des Ortes relativ geradlinig, doch wie für ein Haufendorf typisch sind die Hofreiten sehr unregelmäßig geformt. Nur ansatzweise ordnen sich die Anwesen gezielt auf das Wegenetz aus, nicht selten traufständig aber überwiegend giebelständig. Der Verlauf des im Osten noch bestehenden Etterweges zwischen Brunnengasse und Wüstgasse sowie im Westen der vielleicht auf einen Etterweg zurückgehenden Eich- bzw. Sailergasse und deren südlicher Fortsetzung veranschaulichen in etwa die historische Ausdehnung des Ortes. Über die Quellbäche des Hohlenbaches ist der Ort bereits topographisch hervorragend in die umgebende Weinberglandschaft eingebettet. Zur Einbindung des Ortes tragen auch die rückwärtigen Gärten bei, soweit diese nicht durch Neubaugebiete verdeckt werden. Letztere konzentrieren sich westlich und südöstlich der alten Ortslage und fügen sich durch ihre Tallage ebenfalls gut in die Landschaft ein. Die recht homogene und dichte Dachlandschaft von Laufen wird von rotbraunen Sattel- und Walmdächern bestimmt. Über sie erhebt sich die erst ab 1860 neu erbaute evangelische Kirche, die man in linearer Fortsetzung der Weinstraße nördlich des alten Ortsbereiches errichtet hat. Ihre Funktion als städtebauliche Dominante wird durch die erhöhte Lage am nördlichen Ortsrand zusätzlich verstärkt. Abgesehen von der neuen Kirche und dem ab 1854 anstelle der abgerissenen alten Kirche erweiterten Schloss beherrschen weinbäuerliche Anwesen das innere Ortsbild. Fast immer sind die meist verputzten, gelegentlich noch in Fachwerk ausgeführten Häuser gestelzt, haben also ein hohes und massives Kellergeschoss, das man zur Reifung und Lagerung des Weines benötigte. Größere Anwesen in Form von Vier- und Dreiseithöfen durchmischen sich mit kleineren Anwesen in Form von meist ungeregelten Zweiseithöfen und seltener auch Einfirstanlagen. Sie veranschaulichen das typisch breite soziale Spektrum eines stark verdichteten Haufendorfes im Altsiedelland. Die größeren Häuser mit ihren zweigeschossigen Sattel- oder auch Walmdächern erwecken durch die hohen Kellergeschosse fast den Eindruck einer Dreigeschossigkeit. Auffällig sind neben den stattlichen Gaststätten auch einige öffentliche Bauten. Zu nennen sind das alte Schul- und Rathaus und das neuere Rathaus von 1914/15, beide mit Walmdächern. Der im Kern altertümliche Pfarrhof vermittelt zwischen dem Schloss und der neueren Kirche. Zu den ältesten Anwesen gehört sicherlich der ehemalige Zehnthof, der im Süden, an der Abzweigung Weinstraße – Brunnengasse, das städtebauliche Pendant zur neuen Kirche bildet und mit seinen frühneuzeitlichen Staffelgiebeln im Ortsbild wirksam wird. Den südlichen Abschluss der Weinstraße und damit auch des Ortskerns bildet seit 1934 das Gebäude der Winzergenossenschaft mit seinem mächtigen Giebel. Das mit dem ehemaligen Meierhof und heutigen Schloss an seine Frühzeit erinnernde Laufen ist ein typischer Weinort in der Vorbergzone des Schwarzwaldes. Die dichte weinbäuerlich dominierte Bebauung stellt einen engen Bezug zur ebenfalls vom Weinbau geprägten hügeligen Lößlandschaft her. Das charakteristische Haufendorf mit teils erhaltenem Etterweg besitzt mit der Weinstraße eine städtebauliche Leitlinie, an der sich nicht nur stattliche Weingüter und Gasthöfe, sondern auch öffentliche Gebäude aneinander reihen. Große Fernwirkung entfaltet die mit dem ehemaligen Zehnthof korrespondierende evangelische Pfarrkirche als nördlicher Endpunkt der Weinstraße. Das historische Siedlungsgefüge des Ortskerns ist mit seinen wesentlichen Bestandteilen und deren räumlich-funktionalem Zusammenhang in bemerkenswertem Maße erhalten bzw. ablesbar geblieben.

Sulzburg Sulzburg liegt in einem Tal am westlichen Rand des Schwarzwalds, das oval der mittelalterlichen Stadtanlage südlich, der ehem. Klosterbezirk mit der ottonischen Kirche St. Cyriak nördlich des Sulzbachs zu Füßen des Schlossbergs. Der Ort, 847 erstmals erwähnt, war vom Frühmittelalter bis in die frühe Neuzeit Zentrum der Gewinnung von Schwarzwälder Silbererz. Die Grablege des Breisgaugrafen Birchtilo bildete vor der Jahrtausendwende die Keimzelle eines Benediktinerinnenklosters. Vor 1283 wurde Sulzburg zur Stadt erhoben, 1515 zur Residenz des Markgrafen Ernst von Baden. Ab 1599 entstand unter Markgraf Georg Friedrich eine Schlossanlage mit Garten, Kapelle und Ballhaus. Seit Ende des 15. Jahrhunderts lebte in der Stadt eine jüdische Minderheit, 1727 bis 1886 war Sulzburg Rabbinatssitz für das badische Oberland. Die Grundzüge der Stadtanlage und die Stadtbefestigung entstanden im 12.–14. Jahrhundert, die Vorstadt wird 1416 genannt. Nach Merians Darstellungen von 1642 ist die Stadt von einer Mauer mit vorgelegtem Doppelgraben umschlossen. Die breite Haupt- oder Marktstraße schließt im Westen und Osten mit zwei Toren ab, ein drittes Tor führt im Norden zum Kloster. Den Südwesten der Stadtanlage nimmt der Komplex des Residenzschlosses mit Gartenanlage ein. Der 30jährige Krieg und die Erb-folgekriege führten zum Niedergang der Stadt und der Erzgewinnung. Der Schlosskomplex, in den Kriegen erheblich beschädigt, wurde in den 1830er Jahren zum Zentrum der bürgerlichen Stadt umgestaltet. Die historische Stadtumgrenzung ist heute noch deutlich ablesbar. Stadtmauerreste sind teils in den Gebäuden integriert, teils freistehend erhalten. Freiflächen lassen den ehem. Grabenbereich erkennen. Im Norden begrenzt der Sulzbach die Stadtanlage. Von Westen kommend durchquert man die einstige Vorstadt mit großzügigen Gehöften und betritt durch das erhaltene Niedere Tor die breite Hauptstraße. Von meist traufständigen Bürgerhäusern gesäumt, weitet sie sich in ihrer Mitte nach Süden zum Marktplatz. Die frühere evangelische Stadtkirche, 1836 nach Entwürfen von Heinrich Hübsch anstelle der Schlosskapelle errichtet (heute Landesbergbaumuseum), das Rathaus, 1831 bis 35 als repräsentatives Wohnhaus eines Weinhändlers erbaut und die beiden erhaltenen Flügel des Schlosses nehmen drei Seiten des Marktplatzes ein. Die bürgerlichen Anwesen bestehen meist aus Vorderhäusern und rückwärtigen Wirtschaftsgebäuden. Im Süden der Stadt herrschen größere Anwesen vor, im nördlichen Teil waren vorwiegend Handwerker und Gewerbetreibende ansässig. Hier stehen auch die 1822 errichtete Synagoge im Weinbrennerstil und das ehem. jüdische Gemeindehaus. Trotz weitgehendem Verlust des markgräflichen Schlosses zeichnen sich die Stadtanlage und der frühere Klosterbezirk durch einen dichten historischen Baubestand und ihre Einbindung in die Kulturlandschaft aus.

Quellen

Weblinks

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