Ludwig Schwering (* 20. Juli 1846 in Hannover; † 21. Februar 1919 ebenda) war ein deutscher Eisenbahn-Bauingenieur und preußischer Baubeamter, der bis zum Präsidenten der Königlichen Eisenbahndirektion Saarbrücken aufstieg.

Leben Nach dem Abitur am Gymnasium Hannover absolvierte Ludwig Schwering von 1862 bis 1867 ein Studium am Polytechnikum Hannover, wo er Schüler von Conrad Wilhelm Hase war. 1868 ging er nach dem bestandenen ersten Staatsexamen in den Vorbereitungsdienst, 1872 legte er das zweite Staatsexamen ab und wurde zum Regierungsbaumeister (Assessor in der öffentlichen Bauverwaltung) ernannt. 1874 hatte er maßgeblichen Anteil am Umbau des Bahnhofs Hannover-Herrenhausen sowie seiner Umgebung mit einer Arbeitersiedlung. Er war Schriftführer des Architekten- und Ingenieur-Vereins Hannover und wurde 1883 zum Eisenbahn-Bau- und Betriebsinspektor befördert. Bei der Königlichen Eisenbahndirektion Hannover war Schwering von 1884 bis 1892 Vorstandsmitglied des bautechnischen Büros und stieg zum Direktoriumsmitglied auf. Um 1885 wurden unter seiner Beteiligung zwei eindrucksvolle dreigeschossige Magazingebäude im Eisenbahn-Ausbesserungswerk Hannover-Leinhausen errichtet.Axel Priebs (Hrsg.): Kali, Kohle und Kanal. Industriekultur in der Region Hannover. Hinstorff, Rostock 2011, ISBN 978-3-356-01378-8, S. #. (eingeschränkte Vorschau auf Google Bücher) Von 1893 bis 1895 war er im preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten in Berlin tätig. In dieser Zeit war er mit der Gestaltung des Hauptbahnhofs Osnabrück beschäftigt, der am 24. April 1895 durch Wilhelm II. feierlich eröffnet wurde. Von 1898 bis 1913 war er Präsident der Königlichen Eisenbahndirektion Saarbrücken. Dort initiierte er auch die Errichtung des Eisenbahnerkindergartens in der Arbeiterkolonie des Ausbesserungswerks Burbach. Zum 1. Januar 1914 wurde er in den Ruhestand versetzt und kehrte in seine Heimatstadt Hannover zurück.

Schwering war mit Anna geb. Hornemann verheiratet, die in seiner Dienstzeit in Saarbrücken auch in der lokalen Sektion des Vaterländischen Frauenvereins aktiv war und die Gründung eines Eisenbahn(er)-Frauenvereins anstieß. Aus der Ehe stammen die Tochter Elsbeth, die mit dem Eisenbahndirektor Otto Loewel (* 1871) verheiratet war,Herrmann A. L. Degener (Hrsg.): Wer ist’s? 10. Ausgabe 1935, S. 991. (Vorschau auf Google Bücher) und der Sohn Karl (1879–1948).

Auszeichnungen 1895: Geheimer Baurat 1898: Geheimer Oberbaurat 1908: Wirklicher Geheimer Oberbaurat 1912: Benennung der Schweringstraße in Trier-West/Pallien / Euren o. J.: Benennung der Schweringstraße in Saarbrücken-Malstatt

Schriften Verglaste Dächer und Dachlichter. In: Die Hochbau-Constructionen des Handbuchs der Architektur. 3. Teil, 2. Band, Raumbegrenzende Constructionen. 5. Heft. Arnold Bergsträsser, Darmstadt 1894, S. 282–343 (39. Kapitel). (Vorschau auf Google Bücher)

Literatur „B–m“: Ludwig Schwering †. In: Zentralblatt der Bauverwaltung, 39. Jahrgang 1919, Nr. 21 (8. März 1919), S. 109. (Digitalisat bei der ZLB) Engelbert Zimmer: Die Saarbrücker Eisenbahnverwaltung im Wandel der Zeit 1847–1957. Saarbrücken 1959, S. 133 f.

Weblinks (mit missverständlichen Formulierungen, irrtümlich als Architekt bezeichnet)

Einzelnachweise

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