zentriert|x120px Name Coburger Convent der akademischen Landsmannschaften und Turnerschaften an deutschen Hochschulen Abkürzung CC Farben Weiß, Grün, Rot und Weiß Grundsatz Selbsterziehung seiner Mitglieder Vertreten in Gründung 12. Mai 1951 in Coburg Wahlspruch Ehre – Freiheit – Freundschaft – Vaterland Mitgliedsverbindungen 91Mitglieder & Vereine des Coburger Convent. In: coburger-convent.de. Mitgliederzahl 1.638 Aktive in 91 Aktivitates an 47 Hochschulorten10.000 Alte Herren in 92 Altherrenvereinen Art der Mitglieder Männerbünde Altherrenverbände Verband Alter Herren des Coburger Convents (AHCC), Vereinigung Alter Herren des Coburger Conventes (VACC) Religiöse Ausrichtung Konfessionell ungebunden Stellung zur Mensur Pflichtschlagend Farbenstatus Farbentragend Mitgliederzeitschrift CC-Blätter (halbjährlich) Vorsitz AHCC e. V. Hubert Stech Sprecher / Präsidium Torben Herrmann Präsidierende (2026) Landsmannschaft Hercynia Jenensis et Hallensis im CC zu Mainz Kartellvertrag Kein Kartellabkommen Befreundet Deutsche Sängerschaft (DS) seit 1922 Arbeitsgruppen Arbeitsgemeinschaft Andernach der mensurbeflissenen Verbände (AGA) Archiv Studentengeschichtliche Vereinigung des Coburger Convents e. V.studentengeschichte.cc Geschäftsstelle CC-Kanzlei, Triftstraße 1, 80538 München Website coburger-convent.de
Der Coburger Convent der akademischen Landsmannschaften und Turnerschaften an deutschen Hochschulen (CC) ist ein Korporationsverband deutscher und österreichischer Studentenverbindungen, genauer Landsmannschaften und Turnerschaften. Er organisiert den Coburger Pfingstkongress.
Farben und Wahlspruch Die Farben des Verbandes sind weiß-grün-rot-weiß. Sie vereinen die Farben der Vorläuferverbände Deutsche Landsmannschaft (DL) (weiß-grün-weiß) und Vertreter-Convent der Turnerschaften (VC) (rot-weiß-rot). Der Wahlspruch des Coburger Convents lautet „Ehre – Freiheit – Freundschaft – Vaterland“.
Wichtigster Grundsatz des Coburger Convents ist die Selbsterziehung seiner Mitglieder. Erfüllt wird diese Aufgabe durch die Einzelverbindungen. Die Worte des Wahlspruchs sollen dabei Richtschnur sein. Dabei binde sich der Verband nicht parteipolitisch oder konfessionell und erwarte von seinen Mitgliedern, sich „für die Bundesrepublik Deutschland und deren freiheitlich-demokratische und liberal-rechtsstaatliche Ordnung“ einzusetzen.
Tagungsort mini|Blick auf die Veste Coburg
Gründungs- und Tagungsort des Coburger Convents ist die fränkische Stadt Coburg. Dort findet die jährliche Verbandstagung des CC, der Coburger Pfingstkongress, statt. Seit 2000 wird jährlich im Herbst im thüringischen Bad Blankenburg, welches der alte Tagungsort der Turnerschaften war, die Greifensteintagung veranstaltet.
Aufbau und Organisation
Der Coburger Convent besteht aus aktuell 91 Mitgliedsverbindungen (Stand 2025, siehe auch: Liste der Mitgliedsverbindungen im Coburger Convent). Sie sind pflichtschlagend und haben nur männliche Mitglieder.
Er besteht aus zwei tragenden Säulen. Die erste Säule sind die Alten Herren. Die Altherrenverbände der Korporationen sind im Verband Alter Herren des Coburger Convents (AHCC) zusammengeschlossen. Der AHCC wird ergänzt durch die Vereinigungen Alter Herren des Coburger Convents (VACC). Die zweite Säule besteht aus den Aktivitates, die im aktiven Coburger Convent (CC) zusammengeschlossen sind. Beide Säulen sind statutenmäßig getrennt.
Der AHCC ist ein im Coburger Vereinsregister eingetragener Verein. Der CC ist ein nichteingetragener, nichtrechtsfähiger Verein. Die lokalen VACC fasst die Alten Herren der im Coburger Convent (CC) vereinigten Bünde in ihren bündischen und örtlichen Zusammenschlüssen zusammen, um ihr Interesse an der Entwicklung und Leistung des CC und seiner Bünde wachzuhalten und den CC durch wirtschaftliche Hilfe zu fördern. CC-Korporationen, die am gleichen Hochschulort ansässig sind, bilden jeweils einen Ortsverband des Coburger Convents (OCC).
Die Legislative des Verbandes besteht aus drei Mitgliederversammlungen: Dem CC-Tag, dem AHCC-Tag und dem Coburger Generalconvent (CGC). Auf dem CC-Tag hat jeder aktive Bund eine Stimme. Bünde, die suspendiert sind, d. h. aufgrund einer zu geringen Stärke keinen täglichen Studentenbetrieb mehr vollziehen, verlieren ihr Stimmrecht. Auf dem AHCC-Tag hat jede Altherrenschaft eine Stimme, auch wenn der dazugehörige aktive Bund suspendiert ist. Zusätzlich haben auf dem AHCC-Tag alle örtliche Vereinigungen Alter Herren des Coburger Convents (VACC) Stimmrecht. Die Stimmen der VACC werden nach deren Mitgliederstärke berechnet. Auf dem CGC haben alle auf dem CC-Tag stimmberechtigten Bünde, alle Altherrenschaften sowie alle VACC eine Stimme.
Die Exekutive des aktiven Verbandes ist die Präsidierende. Diese Korporation hat zur Ausübung ihrer Geschäfte einen Präsidialausschuss einzusetzen, der aus ihrem Sprecher und seinen zwei Stellvertretern sowie einem Vertreter der Vor- und Nachpräsidierenden mit beratender Stimme besteht. Die jeweils Präsidierende wird nach ihrem Eintrittsdatum in den CC beziehungsweise die Deutsche Landsmannschaft (DL) oder den Vertreter-Convent (VC) berufen. Die Präsidierende wird in ihrer Arbeit von den Ämtern beziehungsweise deren Amtsinhabern und Amtsleitern unterstützt. Im Jahr 2000 wurde die Landsmannschaft der Salzburger zu Salzburg die 1. österreichische Präsidierende. Im Präsidialjahr 2006/07 führte mit der Landsmannschaft Palaeomarchia Halle erstmals seit der Wiedervereinigung eine Korporation aus Mitteldeutschland die Geschäfte. Mit dem Präsidialjahr 2007/08 begann die Reihenfolge wieder von Beginn an und die Gründungslandsmannschaft Ghibellinia Tübingen übernahm das Präsidium zum zweiten Mal nach 1952/53.coburger-convent.de:
Die Exekutive des AHCC ist der Vorstand, der alle zwei Jahre neu gewählt wird. Die Vorstandsmitglieder sollen nach Möglichkeit aus einer VACC stammen, die auf Vorschlag zum Vorort gewählt wird. Zur Unterstützung des Vorstandes werden parallel zu den Bereichen der Ämter Beauftragte gewählt.
Geschichte mini|Postkarte der DL von 1925
Der Coburger Convent entstand am 12. Mai 1951 durch Zusammenschluss der Landsmannschaften der Deutschen Landsmannschaft und der Turnerschaften des Vertreter-Convents der Turnerschaften an deutschen Hochschulen. Als sein Gründungsdatum gilt das des Allgemeinen Landsmannschafter-Convents, 1. März 1868 in Kassel, dem ältesten Vorgängerverband der Deutschen Landsmannschaft. Der Vertreter-Convent wurde am 4. August 1872 in Berlin gegründet. Die österreichischen Landsmannschaften und Turnerschaften waren ab 1954 über den Österreichischen Landsmannschafter- und Turnerschafter-Convent (ÖLTC) assoziiert und wurden 1996 als volle Mitgliedsbünde im Coburger Convent aufgenommen.
Der Coburger Convent begründet sich auf Traditionen beziehungsweise wurde stark beeinflusst von einer Reihe von Verbänden der Landsmannschaften und Turnerschaften:
Gründung Verband Ort 28. Juni 1867 Wetzlarer Allgemeiner Landsmannschaften-Senioren-Convent (Wetzlarer ALSC)Dietrich Weber: Landsmannschaften an Technischen Hochschulen und ihre Verbände. S. 78. Wetzlar 1. März 1868 Allgemeinen Landsmannschafter-Convents (LC) → DL Kassel 1. Juni 1872 Coburger Landsmannschafter Convent (Coburger LC) → DL Coburg 4. August 1872 Vertreter-Convent (VC) Berlin 7. Januar 1882 Coburger Landsmannschafter Convent (Coburger LC) → DL Würzburg 1882 Goslarer Chargierten-Convent (GCC) Goslar 11. November 1883 Allgemeiner Deutscher Burschenbund (ADB) (Reformburschenschaften) Berlin 1895 Auerbacher Landsmannschafts-Senioren-Convent (Auerbacher LSC)Dietrich Weber: Landsmannschaften an Technischen Hochschulen und ihre Verbände. S. 86 ff. Auerbach 1898 Arnstädter Landsmannschafter Convent (ALC) → DL Arnstadt 1. April 1900 Verbandes Alter Turnerschaften (VAT) Gotha? 6. Februar 1904 Vereinigung von Landsmannschaften Deutscher Hochschulen (VLDH)Dietrich Weber: Landsmannschaften an Technischen Hochschulen und ihre Verbände. S. 89 ff. Darmstadt 1904 Allgemeiner Landsmannschafter Convent auf der Marksburg (ALC a. d.M)Dietrich Weber: Landsmannschaften an Technischen Hochschulen und ihre Verbände. S. 91. Marksburg 1908 Deutsche Landsmannschaft (DL) Coburg 16. November 1954 Österreichischer Landsmannschafter- und Turnerschafter-Convent (ÖLTC) Wien
Landsmannschaftliche Wurzeln Der LC von der Gründung 1868 bis zur Umbenennung in DL 1908 mini|Postkarte des Coburger LC von 1914 mini|Mitglieder des Coburger LC auf dem Weg zur „Front“ Um die Mitte des 19. Jahrhunderts ist an vielen Hochschulorten in Deutschland die Gründung neuer akademischer Landsmannschaften zu erkennen. Sie nahmen sich die Landsmannschaften des 18. Jahrhunderts mit ihrem Regionalprinzip zum Vorbild.
Erste landsmannschaftliche Zusammenschlüsse bestanden mit einem örtlichen Verband landsmannschaftlicher Verbindungen (D.C. genannt) vom 1. Juli 1850 bis zum Jahr 1854 in Halle, dem die Neoborussia, Normannia, Salingia und die Verbindung „Pflug“ angehörten und einem lokalen Landsmannschafter-Verband (C.C.) seit 1856 in Leipzig, der gegen den Senioren-Convent Front machte und aus den Landsmannschaften Plavia, Lipsia, Dresdensia und Ruthenia bestand. Allerdings gelangen keine hochschulübergreifenden Zusammenschlüsse.
Um diese Situation zu verändern, erging im Juli 1858 von Normannia Berlin ein Aufruf an „alle schlagenden, corpsfeindlichen Verbindungen unter Ausschluss aller progressfreundlichen und rein christlichen Verbindungen“, einen gemeinsamen Verband „gegen den S.C.“ zu gründen. Ein zweiter Versuch der Verbandsgründung wurde neun Jahre später, im Sommer 1867, initiiert.Theodor Hölcke: Zur Geschichte der Deutschen Landsmannschaft (= Historia Academica, Sonderband 1). Würzburg 1998, S. 14. Der Ausgangspunkt der Aktivitäten war, dass Ghibellinia Tübingen 1867 suspendiert worden war und von in Tübingen anwesenden Vertretern verschiedener Landsmannschaften wieder eröffnet werden sollte. Aufgrund der freundschaftlichen Beziehungen der in Tübingen bei Ghibellinia aktiven Landsmannschafter wurde von dort aus angeregt, mit anderen Landsmannschaften in Deutschland freundschaftliche Verhältnisse zu pflegen. Deshalb schrieben Mitglieder der Ghibellinia am 2. Juli 1867 an Teutonia Halle mit dem Vorschlag, „ein freundschaftliches Verhältnis mit ihr einzugehen.“ Am 1. März 1868 trafen sich die Vertreter der fünf Gründungs-Landsmannschaften in Kassel. Diese waren die Landsmannschaften Ghibellinia Tübingen, Verdensia Göttingen, Teutonia Halle, Teutonia Bonn und Makaria Würzburg.
Am 2. Juni 1868 fand der offizielle Gründungsakt im Rahmen des 1. Kongresses des Allgemeinen Landsmannschafterverbandes in Zwingenberg statt. Dieses Ereignis wird auch heute noch, alle Jahre kurz nach Pfingsten, mit dem Zwingenberg-Fest des Coburger Conventes gefeiert, bei dem die aktiven Bünde aus dem Rhein-Main-Gebiet und der Rhein-Neckar-Region, sowie die in der Region ansässigen Altherrenstammtische anwesend sind.
Zu den Prinzipien des neuen Verbandes sollten zum einen die Verwirklichung einer größtmöglichen persönlichen Freiheit im Rahmen einer Studentenverbindung und zum anderen die Gleichstellung gegenüber allen unbedingte Satisfaktion gebenden Studentenverbindungen gehören. Die aktive Verfolgung politischer und religiöser Tendenzen oder Richtungen wurde von Anfang an verneint und den Mitgliedern wurden die moralischen Regeln auferlegt, die sich aus den allgemeinen Anstandsregeln der jeweiligen Zeit ableiten sollten. Der Coburger Convent steht auch heute diametral zu den Burschenschaften und den konfessionellen Studentenverbindungen.
Erst 1872 kam es zu einer endgültigen Festlegung des Tagungsortes, nämlich Coburg. Der Name des Verbandes wurde daraufhin in Coburger LC umgewandelt.