Lanfranco Caretti (* 3. Juli 1915 in Ferrara; † 4. November 1995 in Florenz) war ein italienischer Philologe und Literaturkritiker. mini|Vittorina und Lanfranco Caretti
Leben Er machte sein Abitur am Regio Liceo Ginnasio „L. Ariosto“ in Ferrara und schloss sein Literaturstudium an der Universität Bologna ab. Er widmete sich einer intensiven Forschungstätigkeit, die ihm den Lehrstuhl für italienische Literatur an der Universität Pavia einbrachte. Sein Engagement als Dozent setzte er ab 1964 an der Universität Florenz fort. Seine kritische Methode, in der Philologie und Geschichte rigoros zusammentreffen, zeichnet sich vor allem durch die VariantenkundeWörter oder Sätze, die anders geschrieben sind oder fehlen oder hinzugefügt oder an einer anderen Position platziert sind aus, d. h. die Untersuchung des Werks eines Schriftstellers anhand von Korrekturen oder Änderungen, die sich aus Handschriften und verschiedenen Ausgaben ergeben.
Caretti widmete seine höchst interessante Studien dem humanistisch-renaissancezeitlichen Umfeld des Hofes der Este, dies zeigen die Aufsätze und Ausgaben, die den beiden großen Dichtern der Zeit, Ariosto und Tasso, gewidmet sind.
Viele Aufsätze waren dem philologischen und kritischen Studium der Werke klassischer Autoren gewidmet, von Dante bis Manzoni, von Giuseppe Parini bis Vittorio Alfieri. Außerdem gibt es Studien über die zeitgenössischen Dichter Eugenio Montale, Sergio Solmi und Vittorio Sereni.
Eines der wichtigsten kulturellen Archive zur Literatur des 20. Jahrhunderts ist die Bibliothek und der Nachlass von Lanfranco Caretti, die sich in der Biblioteca Comunale Ariostea befinden. Vor seinem Tod vereinbarte Caretti, alle seine Bücher der Ariostea zu hinterlassen. Ab 2000 begannen seine drei Söhne auch mit der Übergabe des Archivs, das aus Familiendokumenten, Studien- und Arbeitsunterlagen, Briefen und Fotos besteht.aus "estense.com vom 13. Februar 2014
1976 wurde er zum korrespondierenden und 1986 zum ordentlichen Mitglied der Accademia Nazionale dei Lincei gewählt.
Werke Abhandlungen mini|Caretti mit seiner Frau Vittorina und zwei seiner drei Kinder in Florenz im Jahr 1951 Studi sulle rime del Tasso, Edizioni di storia e letteratura, Rom, 1950 Saggi sul Sacchetti, Laterza, Bari, 1951 Studi e ricerche di letteratura italiana, La Nuova Italia, Florenz, 1951 Parini e la critica: storia e antologia della critica, Silva,[s.l.], 1953 Ariosto e Tasso, Einaudi, Turin, 1961 Filologia e critica (Aufsatz, der einer angesehenen Zeitschrift ihren Namen gab), Ricciardi, Milano-Napoli, 1955 Dante, Manzoni e altri studi, Ricciardi, Mailand-Neapel, 1964 Manzoni. Ideologia e stile, Einaudi, Turin, 1972 Lingua e sport, Vallecchi, Florenz, 1973 Antichi e moderni. Studi di letteratura italiana, Einaudi, Turin, 1976 Sul Novecento, Nistri-Lischi, Pisa 1976 Manzoni. Guida storica e critica, Laterza, Rom-Bari, 1976 Montale e altri, Morano, Neapel, 1987 Foscolo. Persuasione e retorica, Nistri-Lischi, Pisa, 1996 Studi sulle lettere alfieriane, Mucchi, Modena, 1999
Kritische Ausgaben Giuseppe Parini, Le Odi, Ricciardi, Mailand-Neapel, 1951 Ludovico Ariosto, Orlando Furioso, Ricciardi, Mailand-Neapel, 1954 Vittorio Alfieri, Epistolario, 1963 und 1981 Torquato Tasso, Gerusalemme Liberata, Laterza, Bari, 1967 Alessandro Manzoni, Liriche e tragedie, Mursia, Mailand, 1967 Alessandro Manzoni, I promessi sposi, Einaudi, Turin, 1971 Ludovico Ariosto, Cinque canti, Einaudi, Turin, 1977
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Philologe Kategorie:Literaturkritiker Kategorie:Absolvent der Universität Bologna Kategorie:Hochschullehrer (Universität Pavia) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Florenz) Kategorie:Mitglied der Accademia dei Lincei Kategorie:Italiener Kategorie:Geboren 1915 Kategorie:Gestorben 1995 Kategorie:Mann