Tālivaldis Āboliņš (* 11. Februar 1932 in Riga; † 18. Mai 1991 ebenda) war ein sowjetischer Schauspieler und Sänger.
Biografie Āboliņš war der Sohn des Offiziers Pēteris Āboliņš, seine Mutter arbeitete als Buchhalterin. Er besuchte zunächst das Industriepolytechnikum in seiner Geburtsstadt und nahm nebenher an Theateraufführungen im örtlichen Pionierpalast teil. Anschließend studierte Āboliņš am Staatliche All-Unions-Institut für Kinematographie unter Olga Iwanowna Pyschowa und deren Ehemann Boris Wladimirowitsch Bibikow. Seine erste Arbeitsstelle hatte der Rigaer als Toningenieur und Ansager beim Radio. Ab 1955 trat er als Hauptdarsteller am Staatstheater für junge Zuschauer der Lettischen Sozialistischen Sowjetrepublik auf.Biografie Āboliņš' auf kino-teatr.ru (russisch), abgerufen am 20. Dezember 2022.Dziedošā aktiera Tālivalža Āboliņa 85. jubilejai par godu… auf lr2.lsm.lv (lettisch) vom 13. Februar 2017, abgerufen am 20. Dezember 2022. Parallel nahm der dunkelhaarige Mime auch einzelne kleine Filmrollen an, sein einziges größeres Engagement vor der Kamera war die Titelfigur in der Fernsehfilmbiografie Albert Einstein (1990).Filmografie Āboliņš' auf kino-teatr.ru (russisch), abgerufen am 18. Dezember 2022. Außerdem trat Āboliņš ab den 1960er Jahren als Sänger auf, vertiefte diese Tätigkeit aber erst zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern in den 1980er Jahren. Er stand außerdem als Gedichtrezitator auf der Bühne.
Āboliņš war seit 1965 Träger des Titels Verdienter Künstler der Lettischen SSR. Im Eduard-Smilgis-Theatermuseum wurde im Jahr 2012 eine Gedenkveranstaltung für ihn durchgeführt, dem folgte im Frühjahr 2022 eine Ausstellung.Aktierim Tālivaldim Āboliņam – 90. Atmiņas, stāsti un izstāde auf lr1.lsm.lv (lettisch) vom 16. Februar 2022, abgerufen am 20. Dezember 2022.
Er war mit seiner Kollegin Vera Singajevska (1923–2014) verheiratet. Beide hatten zwei Söhne namens Gundars und Māris. Erstgenannter wurde ebenfalls Schauspieler, Māris absolvierte eine Musikschule und ist heute Tonregisseur beim lettischen Fernsehen. Seine Tochter Anne Nele ist auch Schauspielerin. Sie plant eine Masterarbeit über ihren Großvater.
Āboliņš’ Grab befindet sich auf dem Rigaer Waldfriedhof.
Theaterarbeit (Auswahl) 1956: Das goldene Ross (Zelta zirgs) – von Rainis 1957: Эмиль и берлинские мальчишки (Emil i berlinskije maltschiki) – nach Emil und die Detektive 1957: Auf der Suche nach Freude (W poiskach radosti) – von Wiktor Rosow 1958: Vārnu ielas republika – von Jānis Grīziņš 1961: Princese Gundega un karalis Brusubārda – von Anna Brigadere 1962: Внуки Колумба (Wnuki Kolumba) – nach Zigmunds Skujiņš’ Kolumba mazdēli 1964: Lazdu laipa – von Ilze Indrāne 1965: Indulis un Ārija – von Rainis 1966: Легенда об Уленшпигеле (Legenda ob Ulenschpigele) – nach Die Legende und die heldenhaften, fröhlichen und ruhmreichen Abenteuer von Ulenspiegel und Lamme Goedzak 1967: Maija un Paija – von Anna Brigadere 1968: Mutter Courage und ihre Kinder 1969: Хоро (Choro) – nach dem gleichnamigen Roman von Anton Straschimirow 1970: L’augellino bel verde – von Carlo Gozzi 1972: Ugunskurs lejā pie stacijas – von Gunārs Priede 1975: Iwanow 1978: Bastards – von Pēteris Pētersons 1978: Капля солнечной росы (Kaplja solnetschnoi rosy) – nach Jānis Jaunsudrabiņš 1979: Peer Gynt 1986: Sniegotie kalni – von Gunārs Priede 1988: Smaržo sēnes – von Gunārs Priede
Filmografie (Auswahl) 1959: Svešiniece ciemā 1978: Rallye (Rallijs) 1984: Wenn die Bremsen versagen (Kogda stajut tormosa) 1984: Front im Vaterhaus (Fronte tēva pagalmā) 1990: Albert Einstein
Weblinks
(englisch)
Einzelnachweise
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