mini|Logo der VVB Plast- und Elastverarbeitung (1965) Der VEB Kombinat Plast- und Elastverarbeitung Berlin war ein Kombinat in der DDR. Stammbetrieb war der VEB Gummiwerk Berlin. Im Kombinat waren Betriebe zusammengefasst, die Plaste und Elaste weiterverarbeiteten. Das Kombinat beschäftigte zeitweise mehr als 30.000 Mitarbeiter und wurde 1990 aufgelöst.

Das Kombinat unterstand dem Ministerium für Chemische Industrie. Weitere zentralgeleitete Kombinate im Zuständigkeitsbereich dieses Ministeriums sind in der Liste von Kombinaten der DDR aufgeführt.

Geschichte Das Kombinat Plast- und Elastverarbeitung wurde 1979 aus der Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) Plast- und Elastverarbeitung gebildet. Jene VVB hatte besonders ab 1972 durch den Zwangsaufkauf mittelständischer Betriebe an Größe zugelegt.Henning Diederichs: Die Plastverarbeitung der DDR und ihr Umfeld. Peter Lang, Frankfurt am Main 2003, ISBN 978-3-631-51438-2. Das Logo der VVB zeigte ein stilisiertes „P“ und „E“.Logo der VVB Plast-Elast-Verarbeitung, Entwurf Christoph Hülsenberg (1965). In den Betrieben des Kombinats wurden Phenolharzpressmassen und Schichtpressstoffe, Filter, Verpackungsmaterial, Fördergurte, Schläuche, Konsum- und Industrieerzeugnisse aus Kunststoffen und Synthesekautschuk hergestellt.Bundesministerium des Innern (Hrsg.): DDR-Handbuch, 3. und erweiterte Auflage. Verlag Wissenschaft und Politik, Köln 1985, ISBN 978-3-8046-8642-7, S. 255. (Stichwort „Chemische Industrie“, Stand 1982) 1982 zählten die Betriebe des Kombinats 32.000 Beschäftigte.

1960 wurde in Leipzig von der VVB Plastverarbeitung das Zentrallaboratorium für Plastverarbeitung gegründet, das als wissenschaftlich-technisches Zentrum der Vereinigung Volkseigener Betriebe fungierte. 1970 wurde das Zentrallaboratorium dem Presswerk Ottendorf-Okrilla als Hauptabteilung „Grundlagenforschung und Automatisierung“ angegliedert. 1983 wurde die Hauptabteilung „Verfahrensentwicklung und Prüftechnik“ dem VEB Gummiwerke Berlin als Stammbetrieb des Kombinats unterstellt.Kunststoff-Zentrum in Leipzig bei der DNB

1990 wurde das Kombinat aufgelöst, die Betriebe durch die Treuhandanstalt verkauft bzw. liquidiert.

Zugehörige Betriebe mini|Behälter für zwei Eier mit Löffeln und Salzstreuer aus dem VEB Plaste Wolkenstein mini|Mit Sprelacart laminierte Küchenmöbel (1980) mini|Recycling von Ausschuss bei der Produktion von Wäschekörben im VEB Preßwerk Ottendorf-Okrilla Zum Kombinat gehörten zuletzt die folgenden Betriebe: Liste der privatisierten Unternehmen der Treuhandanstalt Liste der Treuhandunternehmen in: Zusammenstellung der beim Versorgungsträger für die Zusatzversorgungssysteme zu den ehemaligen Betrieben und Einrichtungen der DDR vorhandenen Unterlagen bei Deutsche Rentenversicherung (in archive.org)Zuordnung von Betrieben und Betriebsteilen zum Kombinat nach Eingaben zur Tätigkeit im VEB Kombinat Plast- und Elastverarbeitung Berlin-Weißensee. In: Bundesarchiv, BArch DY 30/38804 (Band 1, 1976–1984) und Bundesarchiv BArch DY 30/38805 (Band 2, 1985–1989)

Einige kleinere Betriebe der Plastverarbeitung waren nicht dem Kombinat unterstellt, sondern der Bezirksgeleiteten Industrie. Zum Beispiel war der VEB Kunststoffverarbeitungsindustrie Sebnitz aus Sebnitz, der mit bis zu 500 Beschäftigten Angelruten, Wellplatten und Profil-Stäbe aus Glasfaser herstellte, Stammbetrieb des bezirksgeleiteten VEB Kombinat Plastik.Herbert Bergmann: Damals groß im Exportgeschäft — die Sebnitzer Glasfaser. In: Sächsische Zeitung, 16. Mai 2002.

Weblinks

Einzelnachweise

Plast- und Elastverarbeitung Plast- und Elastverarbeitung Kategorie:Chemieunternehmen (Deutschland) Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Berlin) Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Kunststoff) Kategorie:Unternehmensgründung 1979 Kategorie:Aufgelöst 1990