mini Der Kastanientinamu (Crypturellus obsoletus) ist eine in weiten Teilen Südamerikas recht häufige Art der Steißhühner.

Merkmale Kastanientinamus werden 25 bis 30 cm lang, weibliche Vögel 395 bis 540, Männchen zwischen 350 und 480 g schwer. Das Gefieder ist überwiegend dunkelbraun, die Unterseite heller nussfarben und oberhalb der Beine dunkel gebändert. Kopf und Nacken sind graubraun, die Kehle grau. Die Iris ist orangefarben, die Beine sind grünlich. Jungvögel ähneln den Altvögeln, haben aber auf dem Rücken und teilweise auch auf den Flügeln schwarze Punkte. Weibchen sind oft heller.

Verbreitung Das Verbreitungsgebiet reicht im Südosten Brasiliens von Bahia bis Rio Grande do Sul, umfasst den Osten Paraguays und Argentiniens sowie Teile Venezuelas, Ecuadors, Perus und Boliviens. Bevorzugter Lebensraum sind Waldränder und Waldlichtungen. Kastanientinamus leben in tiefen bis mittleren Lagen, in den Anden bis in Höhen von 2200 Metern, im Südosten Perus und in Bolivien ausnahmsweise auch bis in Höhen von 2900 Metern.

Kastanientinamus gehören in manchen Regionen zu den häufigsten Steißhühnern. So sind sie im Südosten Brasiliens überaus häufig geworden und haben wahrscheinlich vom Bestandsrückgang anderer Steißhuhn-Arten, vor allem des Grausteißtinamus (Tinamus solitarius) profitiert. Hingegen ist der Kastanientinamu in Kolumbien ausgerottet worden.

Unterarten Es wurden neun Unterarten beschrieben, die sich in Größe und Färbung unterscheiden lassen. Bei der oberseits reinschwarzen C. obsoletus traylori könnte es sich auch um eine eigene Art handeln.IOC World Bird List Ratites: Ostriches to Tinamous C. obsoletus obsoletus (, 1815)Coenraad Jacob Temminck (1815), S. 588–589 & 751, die Nominatform, Südostbrasilien, Osten Paraguays, Nordostargentinien. C. obsoletus castaneus (, 1858)Philip Lutley Sclater (1858), S. 111, östliches und zentrales Kolumbien und östliches Ecuador, Norden Perus. C. obsoletus ochraceiventris (, 1926)Jan Sztolcman (1926), S. 199, Zentralperu. C. obsoletus traylori , 1961Emmet Reid Blake (1961), S. 573, Südosten Perus. C. obsoletus punensis (, 1918)Charles Chubb (1961), S. 30, Südosten Perus, Norden Boliviens. C. obsoletus cerviniventris ( & , 1873)Philip Lutley Sclater u. a. (1873), S. 512, Norden Venezuelas. C. obsoletus knoxi , 1976William Henry Phelps, Jr. (1976), S. 16, Nordwesten Venezuelas. C. obsoletus griseiventris (, 1895)Tommaso Salvadori (1895), S. 514 & 521, Norden und Mitte Brasiliens. C. obsoletus hypochraceus (, 1938)Alípio de Miranda Ribeiro (1938), S. 763, Südwestbrasilien.

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Kastanientinamus erfolgte 1855 durch Coenraad Jacob Temminck unter dem wissenschaftlichen Namen Tinamus obsoletus. Als Verbreitungsgebiet nannte Brasilien. Außerdem bezog er sich auf Félix de Azaras Ynambú del azulado.Félix de Azara (1805), S. 52–53. 1914 führten Wyndham Wentworth Knatchbull-Hugessen 3. Baron Brabourne und Charles Chubb die für die Wissenschaft neue Gattung Crypturellus ein.Wyndham Wentworth Knatchbull-Hugessen 3. Baron Brabourne u. a. (1914), S. 322 Dieser Begriff ist das Diminutiv von Crypturus für Tinamu und leitet sich aus für versteckt und für Schwanz ab.Crypturellus in The Key to Scientific Names Edited by James A. JoblingCrypturus in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname »obsoletus« bedeutet .obsoletus in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Knoxi ist William Graham Knox, Jr. (1918–2009) gewidmet, traylori Melvin Alvah Traylor, Jr. (1915–2008). Punensis bezieht sich auf die Region Puno, da Perry Oveitt Simons (1869–1901) den Balg dort gesammelt hatte. Castaneus hat seinen Ursprung in bzw. .castaneus in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Schließlich sind ochraceiventris Wortgebilde aus und ochraceiventris in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, cerviniventris aus und cerviniventris in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, griseiventris aus und griseiventris in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling und hypochraceus aus für unten und für ockerfarben.hypochraceus in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann nannte in seinem Werk Die Vögel von Paraguay Crypturellus obsoletus coerulescens (, 1819)Louis Pierre Vieillot (1819), S. 109 als Unterart für Paraguay. Vieillot bezog sich ebenso wie Temminck auf Azara. Crypturellus obsoletus laubmanni , 1933Oscar Neumann (1933), S. 181. sah er als zweifelhafte Unterart an bzw. verwies auf weitere erforderliche Analysen.Alfred Laubmann (1939), S. 114–115 Heute gelten sowohl Vieillots als auch Neumanns Name als Synonym zur Nominatform.

Lebensweise Kastanientinamus ernähren sich vor allem von Samen von Lorbeergewächsen, Wolfsmilchgewächsen und Rautengewächsen. Sie folgen den Zügen der Wanderameisen, um die Insekten zu fangen, die versuchen, den Wanderameisen zu entkommen. Auf dem Waldboden drehen sie Laub, um die darunter verborgenen Insekten zu fangen.

Sie brüten im Südosten Brasiliens von September bis November, im Südosten Perus im Oktober. Das Nest wird an der Basis von Bäumen gebaut. Die vier bis fünf Eier sind dunkelrosa, dunkelrot oder schokoladenfarben, je nach Unterart. Sie werden etwa 19 Tage lang bebrütet. Die Küken haben eine dunkle Kopfoberseite.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Steißhühner