Die Xbox 360 ist eine von Microsoft entwickelte Spielkonsole und Nachfolger der ersten Xbox. Der Projektname der Konsole war Xenon. In der Presse wurde sie vor Bekanntgabe des Namens auch als Xbox 2 oder Xbox Next bezeichnet. Sie wurde Ende 2005 auf den Märkten der Vereinigten Staaten, Europas und Japans eingeführt. In Ozeanien war sie ab Ende März 2006 erhältlich. Es ist die zweite Spielkonsole der Xbox-Produktreihe und stand in Konkurrenz zur Sony PlayStation 3 und Nintendo Wii. Für die Xbox 360 gibt es einen Online-Service namens Xbox Live, der den Nutzern erlaubt, online zu spielen. Die Möglichkeit Spiele digital zu kaufen und herunterzuladen (Xbox Live Arcade) sowie Musik, TV-Programme und Filme über das Xbox Video Portal zu kaufen und zu streamen wurde am 29. Juli 2024 eingestellt. Bis zum 31. Dezember 2017 war es auch möglich, Xbox Music auf der Xbox zu nutzen.

Microsoft gab im Juni 2014 bekannt, über 84 Millionen Konsolen abgesetzt und mit Spieleverkäufen einen Umsatz von 37,7 Milliarden US-Dollar erzielt zu haben.

Der Nachfolger, die Xbox One, erschien am 22. November 2013. Microsoft gab am 20. April 2016 bekannt, dass die Produktion der Xbox 360 eingestellt wurde und die letzten Einheiten abverkauft werden. Der Online-Support für Xbox Live ist davon vorerst nicht betroffen.news.xbox.com: Produktionsende der Xbox 360, 20. April 2016

Veröffentlichung mini|Präsentation der Konsole auf der Tokyo Game Show 2005

Marketing im Vorfeld Auf der Game Developers Conference im März 2005 wurde das Gerät erstmals dem breiten Fachpublikum vorgestellt. Die offizielle Präsentation der Konsole fand bereits am 12. Mai 2005 im nordamerikanischen Fernsehen auf dem Kanal MTV unter Einbeziehung der Band The Killers statt.Xbox 2 feiert Premiere bei MTV. Golem.de, 11. April 2005 Die Konsole wurde darin von dem Schauspieler Elijah Wood dem Publikum präsentiert. In Europa wurde die Show einen Tag später ausgestrahlt. Im Nachhinein wurde kritisiert, dass die Veranstaltung den Charakter einer Promotion für die Musikgruppe hatte. Im Rahmen der Games Convention 2005 in Leipzig wurde die Xbox 360 zum ersten Mal live auf der Bühne präsentiert und das Publikum über weitere Details und Spiele informiert.Premiere: Xbox 360 auf der Games Convention. Golem.de, 22. Juli 2005 Im September 2005 gab Microsoft auf der Tokyo Game Show die endgültigen Veröffentlichungsdaten bekannt.

Markteinführung Die Xbox 360 kam am 22. November in den Vereinigten Staaten und Kanada, am 2. Dezember in Europa und am 10. Dezember 2005 in Japan in den Handel. Später erschien sie auch in Nebenmärkten wie Lateinamerika oder Ozeanien. Die Konsole erschien in zwei verschiedenen Ausführungen, der Core-Edition und der Premium-Edition. Letztere beinhaltete zusätzlich eine Festplatte mit 20 GB Speicher sowie einen kabellosen Controller, ein Headset und ein Ethernet-Kabel. Darüber hinaus lag den Exemplaren der Erstauslieferung eine Fernbedienung bei.

Während in Nordamerika zum Start der Konsole 18 Titel erschienen, gab es zur Markteinführung in Europa lediglich 15 Spiele, von denen das Spiel Condemned: Criminal Origins auf den Index der BPjM gelangte. In Japan wurden nur sechs Spiele veröffentlicht, was mit der schwierigen Lokalisierung begründet wurde. International verkaufte sich das Spiel Call of Duty 2 von allen Starttiteln am besten.

Peter Moore, ehemalsPeter „Mr. Xbox“ Moore wechselt zu Electronic Arts. Der Standard, 19. Juli 2007 Microsofts Vizepräsident, gab an, dass bis Ende 2006 weltweit 10 Millionen Exemplare ausgeliefert werden sollten. Dieses Ziel wurde mit 10,4 Millionen Konsolen sogar knapp übertroffen.

Im Laufe der Markteinführung stellte sich heraus, dass viele der ausgelieferten Geräte fehlerhaft waren und bereits nach kurzer Zeit ohne ersichtlichen Grund nicht mehr funktionierten. 1UP.com, 23. November 2005 Dennoch war die Auslieferungsmenge von 400.000 Stück in den Vereinigten Staaten schnell vergriffen.

Die große Nachfrage nach dem Gerät führte dazu, dass einige Besitzer ihr Gerät zu überhöhten Preisen über das Internet verkauften. So wurden allein über das Online-Auktionshaus eBay über 40.000 Konsolen versteigert.Edge Online: , 2. Dezember 2005 Das Marktforschungsinstitut NPD Group berichtete, dass allein im November 2005 insgesamt 326.000 Konsolen verkauft wurden.

Microsoft musste im Bereich „Heim und Unterhaltung“ in den Geschäftsjahren zwischen 2005 und 2007 einen operativen Verlust von 3,8 Mrd. US-Dollar verbuchen, der in erster Linie auf die Xbox 360 zurückgeht.Xbox-Reparaturen kommen Microsoft teuer. Handelsblatt.com, 6. Juli 2007 Auch im vierten Quartal 2007 hat der Konsolenbereich wieder den Gewinn von Microsoft gedrückt, diesmal aufgrund der bekannt gewordenen großen Hardware-Probleme der Xbox 360. Financial Times Deutschland, 20. Juli 2007

Nach zuletzt guten Verkaufszahlen brachen die Verkaufszahlen der Xbox 360 im Jahr 2012 erstmals wieder stark ein. Nach Meinung von Experten waren die anhaltenden Gerüchte um einen Nachfolger für die Konsole ein Grund dafür.

System Xbox 360 (2005–2010) mini|Xbox-360-Premium-Variante in Weiß (Modell bis Mitte 2010)

Die erste Version der Xbox 360 erschien 2005 auf dem Markt. Sie war anfangs in zwei Varianten erhältlich. Das „Core“ genannte Modell stellte das Einsteigerpaket dar und war 100 Euro günstiger als die „normale“ Variante. Letztere hatte offiziell seitens Microsoft keinen Namen, wurde jedoch von der Fachpresse häufig als „Premium“ bezeichnet. Diese enthielt gegenüber der „Core“-Variante eine 20-GB-Festplatte, einen kabellosen Controller sowie ein zusätzliches Netzwerk- und für HDTV geeignetes Videokabel. Beide Konsolen waren ausschließlich in Weiß erhältlich.

Ende April 2007 erschien in den USA zusätzlich die Variante „Xbox 360 Elite“, die seit 24. August 2007 auch auf dem europäischen Markt erhältlich war.Xbox 360 Elite startet am 24. August. ComputerBase, 11. Juli 2007 Das neue Top-Modell hatte eine von 20 auf 120 GB erweiterte Festplatte, einen HDMI-Ausgang, dazu lag ein graues HDMI-Kabel bei und die Konsole erschien statt in weiß in schwarz, zusammen mit einem ebenfalls schwarzen Wireless-Controller. Um das in Kontext zu setzen: Zu der Zeit lag der Marktpreis eines vergleichbaren HDMI-Kabels bei rund 100 Euro. Einige Monate nach Einführung der „Elite“ wurde auch das „Premium“-Modell mit einem HDMI-Ausgang ausgestattet.Aufwertung: Xbox 360 Premium mit HDMI. Golem.de, 9. August 2007

Am 26. Oktober 2007 wurde schließlich die neue Einstiegsvariante „Arcade“ eingeführt, die die „Core“ ersetzte.Arcade-Edition ab 26. Oktober. Xbox Aktuell, 23. Oktober 2007 Sie war mit HDMI-Ausgang, 256-MB-Speicherkarte, Wireless-Controller und fünf Arcade-Spielen besser ausgestattet als die ehemalige „Core“-Version und wurde im Preis leicht gesenkt, um sich im Wettbewerb besser gegenüber Nintendos Wii zu positionieren. Ab dem 15. August 2008 wurde die 20-GB-Festplatte der „Premium“ durch ein 60 GB großes Modell ersetzt.

Ende 2008 entfiel bei der Arcade-Variante die mitgelieferte 256-MB-Speicherkarte, stattdessen wurde ein 256 MB großer interner Flash-Speicher verwendet.

Nach ersten Gerüchten Mitte 2009 über die Einstellung der 60-GB-Variante,Naht das Ende der Xbox 360 mit 60 GByte? ComputerBase, 6. August 2009 wurde diese ab Herbst 2009 nicht mehr angeboten.Xbox 360 Elite offiziell 50 Euro günstiger. Golem.de, 27. August 2009 Die 60-GB-Festplatte konnte jedoch weiterhin separat erworben werden, um die „Arcade“-Version damit aufzurüsten. Im Zuge einer Preissenkung Ende August 2009 entfiel bei der „Elite“ das im Lieferumfang enthaltene HDMI-Kabel. Onlinekosten.de, 27. August 2009

Zusätzlich gab es limitierte, in speziellen Farben lackierte Sondereditionen der Konsole, die zu Spielepremieren, wie zum Beispiel Halo 3, Joystiq, 16. September 2009 Forza Motorsport 2 oder Resident Evil 5 Joystiq, 24. Februar 2009 erschienen sind. Die ab Ende Oktober 2009 veröffentlichten Sondereditionen zu Forza Motorsport 3 und Call of Duty: Modern Warfare 2 wurden entgegen den bisherigen Modellen mit einer 250-GB-Festplatte ausgeliefert.Xbox 360 mit neuer Festplattengröße im „Call of Duty“-Bundle. Golem.de, 16. September 2009Auch Forza 3 mit 250GB-HDD-Bundle News. Eurogamer.de, 17. September 2009

Auffälligster Unterschied der jeweils teureren Varianten (Premium/Elite) zu den günstigeren Varianten (Core/Arcade) waren die silber verchromten Laufwerkabdeckungen.

Xbox 360 S (ab 2010) mini|Xbox 360 S

Diese Variante der Konsole präsentierte Microsoft auf der E3 2010. Die vorgestellte Version des als Xbox 360 S bezeichneten Modells ist um 30 % kleiner als sein Vorgänger und hat unter anderem eine 250-GB-Festplatte und einen integrierten WLAN-Adapter. Beim S-Modell entfällt die Unterstützung für die Memory Units, dafür sind jedoch zwei weitere USB-Anschlüsse und ein optischer Audioausgang an der Rückseite der Konsole hinzugekommen. Ebenso unterstützt die neue Konsole den direkten Anschluss des als Kinect bezeichneten Steuerungskonzept ohne separates Netzteil. Die Xbox 360 S erschien am 18. Juni auf dem nordamerikanischen Markt und am 16. Juli 2010 in Europa.E3: Microsoft stellt komplett neue Xbox 360 & Kinect-Steuerung vor – alle Details. Player.de, 15. Juni 2010

Am 4. August 2010 erschien in den USA auch ein Modell ohne Festplatte, das in Europa seit dem 20. August erhältlich war. Diese Variante war 50 Euro günstiger als das Pendant mit Festplatte, hat einen 4 GB großen internen Flash-Speicher und unterschied sich bis Herbst 2011 äußerlich durch eine matte Gehäuseoberfläche,Schlanke 4 GB-Variante im EU-Handel. Gameswelt, 20. August 2010 danach wurde auch die Variante mit Festplatte mit dem matten Gehäuse ausgeliefert. Das 4-GB-Modell kann mit einer Festplatte aufgerüstet werden, die separat im Handel erhältlich ist.

Seit November 2010 waren beide Konsolenvarianten auch zusammen mit Kinect erhältlich.

Im Oktober 2011 erschien zusätzlich eine 320-GB-Festplatte, die schon zuvor in verschiedenen Sondereditionen der Xbox 360 S verwendet wurde.Xbox 360 320 GB HDD available this month. Gizmag, 12. Oktober 2011 Eine Konsolenvariante mit 500-GB-Festplatte wurde ab August 2014 angeboten.

Xbox 360 E (ab 2013) mini|Xbox 360 E

Drei Jahre nach der Einführung der Xbox 360 S wurde auf der E3 2013 eine neue Version angekündigt. Optisch orientiert sich das als „Xbox 360 E“ bezeichnete Modell deutlicher an dem Nachfolger Xbox One. Die Konsole wurde zum Start als 4-GB-Variante mit Kinect oder mit 250-GB-Festplatte verkauft. Chip.de, 12. Juni 2013 Neben der optischen Änderung wurden auch einige technische Details überarbeitet. So entfällt auf der Rückseite der Konsole ein USB-Anschluss und der optische Audioausgang. Der AV-Ausgang wurde überarbeitet und weist eine neue Steckerform auf, die ihn zu Kabeln der alten Modelle inkompatibel macht und nur noch Composite Video über eine Kabelpeitsche ermöglicht. Ebenfalls überarbeitet wurde der Netzteilanschluss an der Konsole und das Netzteil. Seit August 2014 ist zudem eine Festplatte mit 500 GB erhältlich.

Spiele-Abwärtskompatibilität