Die Alpilles (; auf Deutsch auch Alpillen) sind eine Kalksteinkette im Südwesten der Provence. Sie liegen etwa 60 km nordwestlich von Marseille im Département Bouches-du-Rhône zwischen Salon-de-Provence, Cavaillon und Arles. In der Region leben etwa 46.900 Menschen. Am 1. Februar 2007 wurden die Alpilles zum Regionalen Naturpark Alpilles erklärt und unter Schutz gestellt. Ziel ist der Erhalt und die nachhaltigen Entwicklung eines regionalen Lebensraumes, dessen Natur- und Kulturerbe akut bedroht ist. Die stark zerklüfteten Gebirgsstöcke zeichnen sich hell gegen den blauen, besonders bei Mistral sehr klaren Himmel ab. Vincent van Gogh schätzte dieses klare Licht der Provence. Er verbrachte krankheitsbedingt ein Jahr in Saint-Rémy-de-Provence im Norden der Alpilles und hat etwa 150 wesentliche Kunstwerke hier geschaffen.

Lage Die Alpilles gehören zur Region Provence-Alpes-Côte d’Azur und liegen im Département Bouches-du-Rhône, zwischen Tarascon im Osten, Orgon im Westen, St Rémy de Provence im Norden und Maussane-les-Alpilles, im Süden. Ihre Ausdehnung beträgt in West-Ost-Richtung etwa 30 und in Nord-Süd-Richtung etwa 10 Kilometer, sie erreichen Höhenlagen von 300 bis 500 Meter. Das Massiv der Alpilles hat eine Fläche von etwa 171 km², die gesamte Region um die Alpilles umfasst eine Fläche von etwa 500 Quadratkilometern.http://www.ville-saint-martin-de-crau.fr/Regionaler-Naturpark-der-Alpillen.html?retour=backhttp://www.parc-alpilles.fr/ Die höchste Erhebung ist Les Opies (498 m). 1965 wurden die Alpilles als bemerkenswerter Standort klassifiziert (sites remarquables). Die angrenzenden 14 Gemeinden sind: Aureille, Les Baux-de-Provence, Eygalières, Eyguières, Fontvieille, Maussane-les-Alpilles, Mouriès, Paradou, Orgon, Saint-Étienne-du-Grès, Saint-Martin-de-Crau, Saint-Rémy-de-Provence, Sénas, Tarascon.

Geologie zentriert|mini|494x494px|Blick über die Kette der Alpilles. Aufgenommen westlich von Eyguières, vom Gipfel des Berges Les Opies. Im Vordergrund und im Zentrum sind Schichten aus dem Oberjura (j6) zu sehen, im Hintergrund helle Felsen aus urgonischem Kalk der unteren Kreide. Die Alpilles gehören zur Pyrenäisch-Provenzalischen Gebirgskette, die sich von den Pyrenäen über die Alpilles, den Montagne St Victoire bis zum Massif des Maures und das Esterel erstreckt. Korsika und Sardinien gehören auch zu dieser Kette. Sie lag bis zum Oligozän grob in der Verlängerung der heutigen Pyrenäen in West-Ost-Richtung an der Stelle, die heute der Golfe du Lion einnimmt. Vielfältige Faltungen und Überschiebungen im gesamten regionalen Mittelmeerraum aus der Oberkreide und dem Eozän veränderten Lage und Form der Kette. Die gefalteten Schichten aus den Sedimentgesteinen Kalkstein, Sandstein, Bauxit und Mergel bilden eine Antiklinale. { "type": "FeatureCollection", "features": [

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Geschichte

Herkunft des Namens Im Ancien Régime hatte der Gebirgszug wahrscheinlich keinen Namen. Claude François Achard sprach 1787 von den „Bergen von Baux“. Er nannte einen Gipfel der Alpilles „Houpies“ und meinte wahrscheinlich den heutigen Gipfel Les Opies. Dieser französisierte Name leitet sich vom provenzalischen „Aupiho“ ab, was eine Verkleinerungsform des Namens „Aup“ ist und die Alpen bedeutet. Der Begriff Alpilles bezeichnet folglich die Gebirgskette kleinen Alpen. Der Name könnte aber auch auf den Begriff „Alpines“ zurückgehen mit dem noch heute z. B. der Alpines-Kanal in Barbentane bezeichnet wird. Er ist zweifellos älter als die Form „Alpilles“. In der Vita des Caesarius, Bischof von Arles (6. Jahrhundert), werden geistliche Besuche in „Alpinis locis“ erwähnt, was eher auf die Alpilles als auf die Alpen hindeutet. Im 19. und 20. Jahrhundert wurden beide Bezeichnungen verwendet. Fréderic Mistral verwendete ausnahmslos die Form „Alpilles“, die sich schließlich als Bezeichnung für die Bergkette durchsetzte.„C'est la chaîne des Alpilles, ceinturée d'oliviers comme un massif de roches grecques, un véritable belvédère de gloire et de légendes“, Übersetzt aus dem Okzitanischen ins Französische von Frédéric Mistral, 1906.

Protohistorische Zeit mini|Oppidum de Caisses de Jean-Jean bei Mouriès In protohistorischer Zeit, das heißt in der zweiten Hälfte der frühen Eisenzeit (7.–6. Jh. v. Chr.) bevor es Aufzeichnungen gab, wurde die bis dahin hauptsächlich nomadische Bevölkerung sesshaft und begann mit dem Bau von festen Gebäuden. Die WehrsiedlungenIn der Referenz Castrum genannt sind wie ein Dorf mit Straßen und Reihenhäusern aufgebaut. In den Alpilles wurden 16 bewohnte Orte gegründet, die aus Verteidigungsgründen auf Anhöhen errichtet wurden. Y. Marcadal nennt 16 Oppida in den Alpilles: le Mont de Cordes, le Plateau des Castelet de Fontvieille, les Tours de Castillon, l'Oppidum de Les Baux, le Castellas de Maussane, l'Oppidum de Caisses de Jean-Jean, le Castellas d'Aureille, l'Oppidum de Sainte-Cécile, l'Oppidum de Mont-Menu, l'Castellas de Lamanon, Ernaginum, Saint-Gabriel, Notre-Dame-du-Château, Glanon, l'Oppidum de La Vallongue und l'Oppidum de Notre-Dame-de-Beauregard. Der Prozess der dauerhaften Ansiedlung geht mit der Intensivierung des Handels im Mittelmeerraum einher. Die Bewohner der Alpilles produzierten Getreide um es gegen Luxusgüter einzutauschen. Die Gesellschaft entwickelte sich von einer Autarkie zu einer Austauschwirtschaft.

Ab dem Ende der Eisenzeit (2. – 1. Jh. v. Chr.) entwickelten sich mehrere aufstrebende Dörfer, die Monumente im spät-hellenistischen Stil errichteten. Dachplatten aus gesägtem, weichen Kalkstein, Schieferplatten nachempfunden, finden sich an mehreren Orten und zeugen vom griechischen Einfluss.

Aufgezeichnete Geschichte Die Geschichte der Regionen und Städte in historischer Zeit ist in folgenden Hauptartikeln zu finden:

→ Hauptartikel Les Baux-de-Provence,

→ Hauptartikel Eygalières,

→ Hauptartikel Fontvieille,

→ Hauptartikel Mouriès,

→ Hauptartikel Sénas,

→ Hauptartikel St Remy de Provence,

→ Hauptartikel Tarascon,

→ Hauptartikel Glanum,

→ Hauptartikel Mont Gaussier

→ Hauptartikel Chapelle Saint-Gabriel de Tarascon

Neuzeit Im Jahre 1999 hat ein Waldbrand eine Fläche von 2.500 ha zerstört. Im Februar 2007 wurden die Alpilles zum regionalen Naturpark erklärt und unter Schutz gestellt. Ziel ist der Erhalt eines regionalen Lebensraumes, dessen Natur- und Kulturerbe akut bedroht ist, nachhaltig zu entwickeln; → Hauptartikel Parc Naturel Régional des Alpilles.

Wasserwirtschaft mini|Gaudre du Trible bei Maussane

Bäche und Kanäle Die Alpilles sind von mehreren Bächen durchzogen, die nur wenig Wasser führen und im Sommer häufig austrocknen. Sie werden „Gaudres“ genannt, abgeleitet von provenzalischen Wort „Gaudre“ für „kleiner Bach“. Kanäle (auch Roubine genannt) wurden angelegt, um die Gemeinden zu entwässern bzw. deren Wasserbedarf zu decken. Hierzu wurden einige Gaudres angezapft oder umgeleitet. Ausgewählte Gaudres sind:

Gaudre du Trible: Seine Quelle liegt nördlich von Les Baux-de-Provence. Er überquert in Saint-Jean eine Straße mittels eines Aquädukts und mündet südlich von Maussane in den Kanal Vallée des Baux. Gaudre de Malaga: Er markiert die Grenze zwischen den Gemeinden Maussane und Mouriès. Er entspringt in der Gemeinde Mouriès in der Nähe des Château de Pierredon und mündet in den Kanal des Vallée des Baux. Gaudre de la Vallongue: Er ist ein Nebenfluss des Gaudre du Destet, der in Aureille entspringt und nach Mouriès fließt. Gaudre d'Aureille: Er fließt durch Aureille, Eyguières und Mouriès. Gaudre de Romanin: Er fließt durch die Gemeinden Aureille, Eygalières und Saint-Rémy-de-Provence.

mini|Kanal von Craponne bei Aureille Ausgewählte Kanäle sind:

Kanal von Van-ens (südlich des Massivs). Kanal des Vallée des Baux (südlich des Massivs). Kanal von Craponne (südlich des Massivs). Kanal von Monestier (südlich des Massivs). Kanal des Alpilles-Kanal (nördlich des Massivs). Kanal von Plan und Crau (nordöstlich des Massivs). Kanal der Mühle von Saint Andiol (nordöstlich des Massivs). Kanal von Viguièrat (Nordwesten und Westen des Massivs).

Ehemalige Sümpfe Der Marais des Baux ist eine natürliche Senke südlich der Gemeinden Fontvieille, Paradou, Maussane-les-Alpilles und Mouriès. An dieser Stelle existierte auf einer Fläche von 18,25 km² ein Sumpfgebiet mit See. Die republikanische Verwaltung empfahl 1791 die endgültige Trockenlegung der Sümpfe, um die „Fäulnis der Luft“ zu verhindern. Der Hauptgrund für die Trockenlegung dürfte aber eher der Verdienst an der Bewirtschaftung des sehr fruchtbarem Landes durch Großgrundbesitzer gewesen sein. Die Trockenlegung war Ende 1880 abgeschlossen. Das Gebiet ist nach wie vor überschwemmungsgefährdet. Bei den Überschwemmungen im Dezember 2003 war beispielsweise die gesamte Fläche der ehemaligen Sümpfe mehrere Wochen lang überflutet. Ein ganzes Netz von Kanälen durchzieht heute die ehemaligen Sümpfe, wie der Kanal von Monestier, der Kanal des Vallée des Baux, der Kanal von Van-ens sowie die Roubine von Saint-Laurent. Im Februar 2007 wurden die ehemaligen Sümpfe dem Regionalen Naturpark Alpilles eingegliedert, um so ihren Schutz zu gewährleisten. Am 28. Juli 2018 wurden der Marais des Baux in die Liste der UNESCO Naturerbe aufgenommen.

Flora und Fauna → Hauptartikel Regionaler Naturpark Alpillen

Bevölkerungsentwicklung Die folgende Tabelle zeigt die Einwohner der Gemeinden in den AlpillesAureille, Les Baux-de-Provence, Eygalières, Eyguières, Fontvieille, Lamanon, Mas-Blanc, Maussane-les-Alpilles, Mouriès, Orgon, Paradou, Saint-Étienne-du-Grès, Saint-Rémy-de-Provence et Sénas zum jeweils selben Zeitpunkt. Die Zahlen von 1962 bis 1999 basieren auf Volkszählungen. Die Bevölkerung hat sich zwischen 1936 und 2019 mehr als verdoppelt.

Klima Es gibt keine nennenswerte Unterschiede des Klimas zwischen der Bergkette und den umgebenden Ebenen. Das Klima ist mediterran, mit trockenen Sommern und regenreichen Übergangs-Jahreszeiten. Die Alpilles sind besonders dem Mistral ausgesetzt. Die Berge lenken zwar den Wind ab, er weht aber in Les Baux praktisch genauso stark wie in Saint-Remy. Der Mistral weht im Durchschnitt an 100 Tagen im Jahr stark und an 83 Tagen schwach. Nur 182 Tage im Jahr gelten als windstill. Der Frühling kommt früh in die südlich gelegenen Ebenen, er gehört zu den frühesten in der Provence. Die Mandelblüte kann bereits Ende Januar einsetzen. Eine der den Alpilles am nächsten gelegenen Wetterstationen von Météo-France ist diejenige von Saint-Martin-de-Crau. Von dort stammen die folgenden Klimadaten.

Wirtschaft Die verwendeten Daten beziehen sich auf das Jahr 2015 und auf die Gemeinden des Park National Régional des Alpilles. Da die Parkgrenzen bis auf die Gemeinden Lamanon und Mas-Blanc des Alpilles identisch sind mit den an die Alpilles angrenzenden 14 Gemeinden, sind die Daten vergleichbar.

Verteilung der Berufe nach Sektoren