Franz Caspar (auch Johann Franz Kaspar; * 1669 in Würzburg, Franken; † 22. September 1728 in WienMatriken Erzdiözese Wien St. Stephan Bahrleihbuch 1728, Lebensalter mit 59 Jahren angegeben.) war ein kaiserlicher Hof-Bildhauer des Barock.

Leben Am 19. August 1714 heiratete Franz im Stephansdom zu Wien Magdalena Kayserin, Witwe des Johann Georg Kayser, kaisl. Tellerwäscher.Herbert Haupt: Das Hof- und hofbefreite Handwerk im barocken Wien 1620 bis 1770. Studien-Verlag, Innsbruck u. a. 2007, ISBN 978-3-7065-4342-2. Nr. 752.

Durch die Zusammenarbeit mit Matthias Steinl, dem Ingenieur, nach dessen Plänen Bildhauer arbeiteten, bestand eine künstlerische Verbindung. So beim 1701 begonnenen Hochaltar im Stift Vorau. Franz Caspar wurde nach Steinls Tod 1727 zum Vormund von dessen jüngstem Sohnes Joseph Caspar bestellt und schloss als solcher den Lehrvertrag mit dem Maler Johann Georg Schmidt ab.Österreichisches Staatsarchiv, Obersthofmarschallamtliche Abhandlungen, 22. April 1727 ... ist zwischen Herrn Franz Caspar Hoff-befreyten Bildhauern ... und Herrn Johann Georg Schmidt Hoffbefreyten Mahler ...

Gesuch an Herrn Obrist Hofmarschall Johann Baptist Graf von Colloredo, kaiserlicher Oberhofmarschall

mini|hochkant=1|Stift Vorau 1701 Hochaltar Figurengruppe mini|hochkant=0.7|Augustinerkirche Trauergerüst Joseph I. 1711 mini|hochkant=1|Pfarrkirche Leopoldau, Figurengruppe vom Hochaltar der (alten) Heiligenstädter Kirche 1723 mini|hochkant=0.7|Servitenkirche Wien, Altar Engerln mit Dreifaltigkeitsgruppe 1723 Werke Stift Vorau, Steiermark Stiftskirche Vorau Hochaltar, Entwürfe von Matthias Steinl, Franz Caspar als ausführender Hauptmeister der Plastik des 1701 begonnenen Vorauer Hochaltares. Das Thema der Himmelfahrt Mariens wurde auf Malerei (Antonio Bellucci) und Plastik aufgeteilt. Figürliche Mittelgruppe der Apostel um den leeren Sarg, in den Säulen Bischof, Kardinal und Papst, Glorie um Trinitätsgruppe, überlebensgroß.Archiv Stift Vorau Protocollum Voraviense antiquissimum (Vorauer Handschrift 73), S. 57. → Jakob Seer#Stiftskirche

Augustinerkirche, Wien In der Augustinerkirche feierliche Trauerpracht für Kaiser Joseph I. der am 17. April 1711 starb. Überliefert durch eine eigenhändige Zeichnung von Joseph Emanuel Fischer von Erlach. Dokumentiert sind die Mitarbeiter (Auswahl) Giovanni Stanetti, Franz Caspar, Tobias Kracker.Hans Sedlmayr: Johann Bernhard Fischer von Erlach, Verlag Herold Wien 1976, S. 280.

Wiener Karlskirche Die Hauptfassade der Karlskirche führt über eine große Treppe zum vorgelagerten Säulenportikus. Zu beiden Seiten am Aufgang zwei Engelsfiguren von Franz Caspar, das Alte und das Neue Testament darstellend, Entstehungszeit ab 1721.

Der kaiserliche Kirchenbau von Karl VI., die Karl-Borromäus Kirche Alte Heiligenstädter Kirche zum hl. Michael (Alte) Heiligenstädter Pfarrkirche, zum hl. Michael, dem Stift Klosterneuburg inkorporiert. Hochaltar, Kontrakt mit Johann Franz Caspar vom 29. Jänner 1723: Verfertigung der großen und kleinen Statuen und der Zieraten zu 380 fl.Dehio-Handbuch: Wien X. bis XIX. und XXI. bis XXIII. Bezirk. Verlag Schroll, Wien 1996, S. 624. Nach Zerstörung Reste in die Pfarrkirche Leopoldau transferiert.

Servitenkirche in Wien In der Servitenkirche für einen Seitenaltar nach Entwurf von Antonio Beduzzi eine plastische Dreifaltigkeitsgruppe mit Engeln, um 1723.Dehio-Handbuch: Wien II. bis IX. und XX. Bezirk. Verlag Schroll, Wien 1996, S. 379.

Stiftskirche Klosterneuburg In der Stiftskirche Klosterneuburg das kaiserliche Oratorium Bezahlung 15. Dezember 1725 für vier Putten, vier Adler und den Doppeladler 53 fl.Leonore Pühringer-Zwanowetz: Matthias Steinl. Verlag Herold, Wien 1966.

Hochaltar Entwürfe von Matthias Steinl, Ausführung der Salzburger Steinmetzmeister Sebastian Stumpfegger, Altarbild Johann Georg Schmidt (1727), Statuen von Franz Caspar aus dem Stammbaum Jesu: König David und Opfer Abraham, Jakob mit dem Engel und König Josaphat, oben Ezechias und Josias, den überragenden Aufsatz mit der Gruppe Hl. Dreifaltigkeit. Tabernakel mit dem Erzherzogshut als Bekrönung.Dehio-Handbuch: Niederösterreich, südlich der Donau, Teil 1. Verlag Berger, Horn/Wien 2003, S. 1022.

Tod Der kaiserliche Hofbildhauer Franz Caspar starb am 22. September 1728 in seinem Haus „Beim goldenen Glöckel“ am Tiefen Graben und wurde auf dem Neuen Friedhof zu St. Stephan begraben. Seine Witwe erhielt im November 1728 das Honorar für die Bildhauerarbeit am Klosterneuburger Hochaltar.Wolfgang Pauker: Jahrbuch des Stiftes Klosterneuburg II. S. 367.

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Einzelnachweise

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