Johannes F. Coy (* 15. Dezember 1963 in Otzberg im Odenwald) ist ein deutscher Biologe und Krebsforscher. Er ist der Entdecker der Gene TKTL1 und DNaseX (Apo10). TKTL1 ist nach neuesten Erkenntnissen am Zellzyklus, aber auch an der Entstehung von verschiedenen Erkrankungen beteiligt sind. Coys Forschungsarbeiten haben eine neue Bedeutung bekommen, seit die Relevanz von TKTL1 für die Entwicklung der kognitiven Fähigkeiten des Homo sapiens durch Studien von Svante Pääbo und seiner Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie sowie Wieland B. Huttner gezeigt wurden.

Leben und wissenschaftliches Wirken Johannes Coy begann 1985 sein Biologiestudium an der Eberhard Karls Universität in Tübingen, welches er mit Fokus auf Molekular- und Humangenetik sowie Biochemie 1990 abschloss. Noch im gleichen Jahr wechselte er ans DKFZ in Heidelberg, wo er nach seiner Diplomarbeit (Kartierung eines Tumorsuppressor-Gens beim Neuroblastom) Mitglied des Forschungsprojekts Molekulare Genomanalyse unter Leitung des damaligen DKFZ-Leiters und späteren Nobelpreisträgers für Medizin, Prof. Harald zur Hausen, wurde.

Er konzentrierte sich in dieser Zeit auf die Identifizierung von Genen und entdeckte in dem Zusammenhang die beiden Gene TKTL1 und DNaseX (Apo10). Für seine auf der Entdeckung der beiden Gene aufbauenden Dissertation wurde er 1996 mit summa cum laude ausgezeichnet. Aus seinen Analysen der Gene TKTL1 und DNaseX (Apo10) schloss Coy, dass in beiden Genen das Potenzial für neue diagnostische Krebsmarker stecke.

In seinem weiteren wissenschaftlichen Wirken beschäftigte sich Coy fortan mit der ganzheitlichen Erforschung des Tumorzellstoffwechsels, insbesondere mit der Anwendung der beiden Gene zur Früherkennung von Krebs auf Basis diagnostischer Tests. Er fand heraus, dass das gleichzeitige Vorkommen von TKTL1 und DNaseX (Apo10) in Makrophagen auf eine Krebserkrankung schließen lässt und wirkte an der Entwicklung eines Bluttests mit, der TKTL1 und DNaseX (Apo10) in Makrophagen nachweisbar macht.

Außerdem entdeckte er den TKTL1-Stoffwechselweg sowie den damit verbundenen Zuckerstoffwechsel, der die Vermeidung und die Reparatur von Zellschäden ermöglicht.

Zu Coys diagnostischen Entwicklungen als Resultat seiner Forschungen zählen:

Epitopdetektion in Monozyten (EDIM) – Nachweisverfahren von Biomarkern in Zellen des angeborenen Immunsystems in Blutproben Automatisierbares Durchflusszytrometrie-Verfahren Durchflusszytometrie-basierte Bluttests

Johannes Coy hält mehrere Patente im Themengebiet Krebsforschung und Diagnostik, unter anderem zu DNaseX und TKTL1:

DNA encoding DNase and related vectors, host cells and antibodies (DNaseX) Transketolase-related protein (TKTL1)

Coy ist ferner Gründer des in Darmstadt ansässigen Start-ups Benfovir, das die kommerzielle Anwendung seiner Forschung ermöglichen soll.

Anti-Krebs-Ratgeber Seit 2009 hat Coy zahlreiche Ratgeber veröffentlicht, die sich mit dem Zusammenhang von Krebs und Ernährung befassen. Zunächst erschien in Co-Autorenschaft mit der Heilpraktikerin Maren Franz „Die Neue Anti-Krebs Ernährung: Wie Sie das Krebs-Gen stoppen“, ein Buch, das in den folgenden Jahren mehrere Neubearbeitungen erfuhr und heute (Stand: August 2025) Coy als alleinigen Autor benennt. Zugleich erschien 2009 in der Zeitschrift Erfahrungsheilkunde ein Aufsatz unter dem Titel „Wenn Krebszellen gären wird’s gefährlich: Ernährung bei Krebs nach dem Coy-Prinzip“.Dieter H. Möller und Johannes F. Coy: Wenn Krebszellen gären wird’s gefährlich. Ernährung bei Krebs nach dem Coy-Prinzip. In: Erfahrungsheilkunde. Band 58, Nr. 2, 2009, S. 61–69, doi:10.1055/s-0029-1213516. „Das Anti-Krebs-Kochbuch“ (2012) wird (Stand: August 2025) vom Verlag Graefe und Unzer mit dem Versprechen beworben: „Sogar die gefährlichsten Krebszellen, die sogenannten Krebsstammzellen, gegen die es bisher kein wirksames Krebsmedikament gibt, lassen sich durch die richtige Ernährung in Schach halten.“Das Anti-Krebs-Kochbuch. Auf der Website des Verlags Graefe und Unzer, eingesehen am 10. August 2025. In weiteren Ratgebern befasste Coy sich u. a. mit dem Zusammenhang von Zucker und gesunder Ernährung („Fit mit Zucker: Mit den richtigen Zuckern die Zellalterung stoppen, das Gehirn fit halten, die Gefäße schützen und die Fettverbrennung anschalten“, 2019), wobei er auch hier aufzuzeigen versucht, „welche gesunden Zucker es gibt, die den Stoffwechsel von Krebszellen so beeinflussen, dass diese sich nicht mehr im Körper ausbreiten und Metastasen bilden.“Zitat aus dem Klappentext von Die neue Anti-Krebs Ernährung..., Gräfe und Unzer Verlag, München 2019 (7. Auflage 2024), ISBN 978-3-8338-7119-1.

Auszeichnungen 2007: Waltraut-Fryda-Preis: Verliehen auf dem internationalen Fachkongress für biologische Krebsmedizin für die Aufklärung der Rolle des TKTL1-Gens für den Vergärungsstoffwechsel von Krebszellen. 2006: Diaita-Wissenschaftspreis: Verliehen von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. (heute Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V) auf der Medica für herausragendes wissenschaftliches Engagement im Bereich der Krebsforschung, -diagnostik und -therapie.

Wissenschaftliche Veröffentlichungen (Auswahl) Blood-Test Based Targeted Visualization Enables Early Detection of Premalignant and Malignant Tumors in Asymptomatic Individuals

EDIM-TKTL1/Apo10 Blood Test: An Innate Immune System Based Liquid Biopsy for the Early Detection, Characterization and Targeted Treatment of Cancer.

A key role for transketolase-like 1 in tumor metabolic reprogramming

A biomarker based detection and characterization of carcinomas exploiting two fundamental biophysical mechanisms in mammalian cells.

Transketolase-like protein 1 (TKTL1) is required for rapid cell growth and full viability of human tumor cells.

Expression of transketolase TKTL1 predicts colon and urothelial cancer patient survival. Warburg effect reinterpreted.

Mutations in the transketolase-like gene TKTL1. Clinical implications for neurodegenerative diseases, diabetes and cancer.

Functional characterization of DNase X, a novel endonuclease expressed in muscle cells.

Molecular cloning of tissue-specific transcripts of a transketolase-related gene. Implications for the evolution of new vertebrate genes.

Isolation, differential splicing and protein expression of a DNase on the human X chromosome.

Belege

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