mini|Nana Ekvtimishvili (2013) Nana Ekvtimishvili (, Nana Ekwtimischwili; * 9. Juli 1978 in Tiflis, Georgische SSR, Sowjetunion) ist eine georgische Schriftstellerin, Drehbuchautorin und Filmregisseurin.
Leben und Werk Nana Ekvtimishvili wurde am 9. Juli 1978 in der georgischen Hauptstadt Tiflis geboren. Nach einem Studium der Philosophie an der Staatlichen Universität Tiflis ging sie nach Deutschland, um an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg Drehbuchschreiben und Dramaturgie zu studieren.
Von ihr geschriebene Erzählungen wurden erstmals 1999 in der georgischen Literaturzeitschrift Arili () veröffentlicht. Sie schrieb Prosa und Drehbücher und führte 2008 erstmals zusätzlich auch selbst die Regie bei einem dokumentarischen Kurzfilm. Der von ihr 2011 geschaffene Kurzfilm Deda (, englischer Titel Waiting for Mum) gewann 2012 den Preis des Trieste Film Festivals in Italien. mini|Nana Ekvtimishvili mit Simon Groß am 14. August 2014 in Hamburg Gemeinsam mit dem deutschen Filmemacher Simon Groß vollendete Ekvtimishvili 2012 ihren ersten Spielfilm mit dem Titel Grdzeli Nateli Dgeebi (, englischer Titel In Bloom), der zur Zeit des georgischen Bürgerkriegs in Tiflis spielt. Dieser Film basiert auch auf eigenen Erinnerungen Ekvtimishvilis aus jener Zeit. In Bloom wurde 2013 unter dem deutschen Titel Die langen hellen Tage bei den 63. Internationalen Filmfestspielen Berlin uraufgeführt und mit dem CICAE-Preis der Internationalen Konföderation des Kunstkinos ausgezeichnet. Er gewann zahlreiche weitere Preise bei anderen internationalen Filmfestivals in Hongkong, Tokio, Paris, Los Angeles und Sarajevo, und stand 2014 auf der georgischen Vorschlagsliste für einen Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film.
2017 folgte mit Meine glückliche Familie ein weiteres filmisches Gemeinschaftswerk von Ekvtimishvili und Groß.
In Georgien veröffentlichte Ekvtimishvili 2015 ihren ersten Roman mit dem Titel მსხლების მინდორი (Mschlebis Mindori). Darin gibt sie den rebellischen Mädchen und Frauen in der georgischen Gesellschaft Gesicht und Stimme. Unter dem Titel Das Birnenfeld erschien das Werk 2018 auch auf Deutsch und wurde im Oktober desselben Jahres im Rahmen der Frankfurter Buchmesse vorgestellt, bei der Georgien Ehrengast war. Der Literaturkritikerin Iris Radisch gefielen an dem Buch „eine an J. M. Coetzee erinnernde 'schonungslose Sachlichkeit'“ und „das große Vermögen der Autorin, Verborgenes unter der Oberfläche vibrieren zu lassen“.Rezension zu Nana Ekvtimishvili: Das Birnenfeld. In: Die Zeit vom 4. Oktober 2018 (Buchmessenbeilage). In einem Radio-Interview im Deutschlandfunk Kultur sagte Mirko Schwanitz, Journalist und einer der besten Kenner des Landes, über das Buch:
Nana Ekvtimishvili lebt in Berlin und Tiflis.
Filmografie (Auswahl) Drehbuch (gemeinsam mit Simon Groß und Stefan Stabenow) 2007: ფატა მორგანა (Fata Morgana) – dokumentarischer Kurzfilm Drehbuch und Regie 2008: დაკარგული ხმელეთი (Dakarguli Chmeleti, englisch The Lost Mainland) – dokumentarischer Kurzfilm 2011: დედა (Deda, deutscher Titel Warten auf Mama, englisch Waiting for Mum) Drehbuch; Regie gemeinsam mit Simon Groß 2013: გრძელი ნათელი დღეები (deutscher Titel Die langen hellen Tage, englischer Titel In Bloom) 2017: ჩემი ბედნიერი ოჯახი (Tschemi bednieri ojachi, deutscher Titel Meine glückliche Familie)
Buchveröffentlichung მსხლების მინდორი (Mschlebis Mindori), Sulakauri Publishing, Tiflis 2015 (georgisch). Das Birnenfeld. Deutsche Erstausgabe. Suhrkamp, 2018, ISBN 978-3-518-46882-1.
Weblinks
Vorstellung von Nana Ekvtimishvili auf der Website der Filmuniversität Babelsberg
Einzelnachweise
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