mini|hochkant=0.85 Harry Hasso (* 24. Juli 1904 als Karl HartnagelHarry Hasso in den Akten der Reichsfilmkammer in Frankenthal, Deutsches Reich; † 11. Juli 1984 in Helsingborg, Schweden) war ein deutsch-schwedischer Kameramann und Filmregisseur.
Leben und Wirken Der 1904 im pfälzischen Frankenthal geborene Sohn eines Zimmermanns hieß mit vollem Namen Karl Harry Hasso Hartnagel. Während des Ersten Weltkriegs zog die Familie nach Haslach im Kinzigtal und Hartnagel besuchte dort das Realgymnasium, das er mit der mittleren Reife abschloss. Für das väterliche Handwerk zeigte er kaum Interesse und so reiste er zwei Jahre lang als Akrobat mit dem Zirkus Althoff. Anschließend kehrte er nach Frankenthal zurück, um bei der Firma Klein, Schanzlin und Becker eine technische Ausbildung zu beginnen. Von dort aus zog es ihn zur CB-Film Heidelberg, bei der er als Regieassistent und Sensationsdarsteller fungierte.Rainer Dick: Der Lebensakrobat. In: Die Rheinpfalz, Gesamtausgabe, Ihr Wochenende vom 3. August 2019
Bereits zur Zeit des ausgehenden Stummfilms begann er als Harry Hasso in Deutschland Kultur- bzw. Dokumentarfilme zu drehen und wirkte in ebendiesem Sektor mit Anbruch der Tonfilm-Ära als Kameramann. Ohne politisch oder rassisch verfolgt zu sein, entschloss sich Hasso 1933 zur Auswanderung nach Schweden. Dort lernte er noch im selben Jahr bei Dreharbeiten zu dem Krimi Tystnadens hus, einem der größten Flops der schwedischen Kinogeschichte, die Nachwuchsschauspielerin Signe Larsson kennen. Beide heirateten noch im selben Jahr, und die Schwedin nahm den Künstlernamen ihres Gatten an und nannte sich fortan Signe Hasso. Zwischen 1934 und 1938 fotografierte Hasso als Kameramann in Nordeuropa, Afrika und Indien mehrere Natur- und ExpeditionsfilmeSchwedische Gäste in Wien, 1936 war er als Hasso Hartnagel einer der zahlreichen an Leni Riefenstahls Olympia-Film beteiligten Kameraleute.
1941 ließ sich das Ehepaar Hasso scheiden, und während sich Signe Hasso nach Hollywood begab und dort die kommenden zehn Jahre eine Reihe von beachtlichen Erfolgen an der Seite mehrere Topstars feiern konnte, heiratete Harry Hasso Signes schwedische Kollegin Viveca Lindfors, mit der er im selben Jahr I paradis… drehte. Im darauf folgenden Jahr gingen beide nach Italien, um dort gemeinsam zu filmen. Die Ehe mit Lindfors hielt nur sehr kurz, und während seine Ex-Frau nach Schweden heimkehrte, ging Hasso wieder nach Deutschland.
Der Filmemacher wandte sich in Haslach 1944 der Technik zu und pries seine Erfindung eines Motors ohne Energieverbrauch, den Energiemotor Alpha Omega, den nationalsozialistischen Machthabern an, die nach Prüfung kein Interesse daran zeigten. Später konstruierte er Landmaschinen, einen Kohlenstaub-Motor und einen Rasenmäher. Einen Systematischen Antigravitation-Energiemotor bewarb er ohne Erfolg beim Bundeswirtschaftsministerium und 1961 beim Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika John F. Kennedy.Rainer Dick: Der Lebensakrobat. In: Die Rheinpfalz, Gesamtausgabe, Ihr Wochenende vom 3. August 2019
Seine Filmkarriere setzte er nach Kriegsende fort. 1950 inszenierte er in der noch jungen Bundesrepublik das Heimatfilm- und Schmugglerdrama Grenzstation 58, drei Jahre darauf im Schwarzwald in Zusammenarbeit mit seiner Ex-Frau Signe das mit seiner eigenen, winzigen Mühlenbacher Firma produzierte Bauernmelodram Maria Johanna. Dies sollte die letzte Filmtätigkeit des zu dieser Zeit im badischen OffenburgArt. Harry Hasso. In: Glenzdorfs Internationales Film-Lexikon, Band 1: A – Heck. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1960, S. 615. ansässigen Deutschland-Rückkehrers bleiben. Anschließend kehrte Harry Hasso nach Schweden heim und verbrachte dort seinen Lebensabend mit seiner dritten Frau, der schwedischen Schauspielern Britta Callmér-Hartnagel (1936–2015).
Filmografie Als Kameramann beim Spielfilm, wenn nicht anders angegeben: 1928: Vom richtigen und falschen Kuchenbacken (nur Kurz-Dokumentarfilm-Regie) 1930: Die deutsche Apotheke (Kurz-Dokumentarfilm) 1932: Ein Frühlingstag (Kurz-Dokumentarfilm) 1933: Budapest, ein Stück ungarischer Geschichte (Kurz-Dokumentarfilm) 1933: Das Gesicht der Straße (Kurzspielfilm) 1933: Tystnadens hus (auch Filmrolle) 1934: Falska Greta 1934: Marodörer 1936/38: Olympia, 1. Teil: Fest der Völker (Dokumentarfilm, als Hasso Hartnagel) 1936/38: Olympia, 2. Teil: Fest der Schönheit (Dokumentarfilm, als Hasso Hartnagel) 1938: Aromatisch (Kurz-Dokumentarfilm) 1938: Geld fällt vom Himmel 1938: Pengar från skyn (schwedische Version von Geld fällt vom Himmel) 1941: Det sägs på stan 1941: I paradis … 1942: Rückkehr ins Leben (La donna del peccato) (Regie) 1943: L’usuraio (Regie) 1951: Grenzstation 58 (nur Regie) 1953: Maria Johanna (auch Co-Regie mit Exfrau Signe Hasso, Drehbuch, Produktion)
Weblinks Harry Hasso in der schwedischen Filmdatenbank
Einzelnachweise
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