mini|Die Gesellschaft zur Erforschung der Demokratiegeschichte e.V. führt ihr Logo seit 2021. Die Gesellschaft zur Erforschung der Demokratie-Geschichte (GEDG) wurde im Januar 2021 von Wissenschaftlern aus einer engen Kooperation in der Arbeitsgemeinschaft Orte der Demokratiegeschichte gegründet. Träger ist ein Verein mit Sitz in Weimar und Frankfurt am Main. Inhaltlich tätig ist die zugehörige Institut in Bereichen der demokratischen Frühgeschichte, der Weimarer Republik, dem demokratischen Widerstand in beiden deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts, dem demokratischen Neubeginn in der SBZ, der Geschichte der Bundesrepublik und den Transformationsprozessen vor und nach der Friedlichen Revolution 1989. Die GEDG gilt damit als ein Kompetenzzentrum für Demokratiegeschichte mit bundesweiter Bedeutung. Darüber hinaus ist die GEDG mit Partnerorganisationen weltweit verknüpft und führt transnationale Projekte durch. Die GEDG ist Mitglied in der AG Orte der Demokratiegeschichte. Leiter ist der Historiker Christian Faludi. mini|Die Plakette „Ort der Demokratie-Geschichte“ wird deutschlandweit verliehen. Seit November 2022 hängt sie auch im Deutschen Bundestag.
Ziele Das Ziel der GEDG ist die Förderung der Erforschung der Demokratiegeschichte. Darüber hinaus setzt sie sich dafür ein, die daraus gewonnenen Erkenntnisse für die Gestaltung einer lebendigen Erinnerungskultur nutzbar zu machen. Die GEDG führt Forschungs- und Vermittlungsprojekte durch, veröffentlicht Publikationen, organisiert Vorträge, Konferenzen und öffentliche Veranstaltungen.
Projekte und Aktionen (Auswahl) Die Projekte der GEDG wurden oder werden gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Thüringer Staatskanzlei, dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und dem Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland. Unter anderem betreut sie die Deutschlandkarte der DemokratieDeutschlandkarte der Demokratie, in dessen Rahmen die Plakette „Ort der Demokratie-Geschichte“ verliehen wird.
Im Jahr 2021 initiierte die GEDG erstmalig das Weimarer Forum für Erinnerungskultur (WFE). Seither begegnen sich hierbei am Abend des symbolträchtigen 9. November Zeitzeugen und Experten auf dem Podium im Deutschen Nationaltheater, um mit dem Publikum über die Herausforderungen der Gestaltung einer demokratischen Erinnerungskultur zu diskutieren. Flankiert wird das Forum jeweils am 10. November durch ein Kolloquium im Kongresszentrum Weimarhalle, bei dem bis zu 50 Vertreter bundesdeutscher Institutionen, die sich in jeglicher Weise mit Geschichte und Vermittlung in Erziehung/Kunst/Kultur etc. auseinandersetzen, darüber diskutieren, welche Aspekte der deutschen Geschichte in der heutigen Zeit wie erinnert werden sollen, um die daraus zu ziehenden Lehren für die demokratische Gestaltung der Gegenwart nutzbar zu machen.
Seit 2022 veranstaltet die GEDG in Kooperation mit der Wartburg-Stiftung, der Stadt Eisenach und der Friedrich-Schiller-Universität Jena das Wartburg-Fest der Demokratie. Dazu gehören eine Abendveranstaltung um das historische Datum des 18. Oktober im Festsaal der Wartburg, eine wissenschaftliche Tagung und das internationale Student Forum on Future and Democracy, an dessen Ende Studierende aus aller Welt eine Wartburg-Declaration veröffentlichen. Für dieses Projekt erhielt die GEDG beim 12. Thüringer Demokratierpreis 2026 eine Anerkennung.https://gedg.org/aktuelles/demokratiepreis-fuer-das-wartburg-fest-der-demokratie/ Pressemitteilung der GEDG vom 21. Mai 2026
Die GEDG erregt mit verschiedenen Aktionen immer wieder Aufmerksamkeit im öffentlichen Raum. So ließ sie etwa im November 2021 das Thälmann-Denkmal auf dem Weimarer Buchenwaldplatz verhüllen. Ziel der Intervention unter dem Titel „Nichts ist so unsichtbar wie ein Denkmal [für Ernst Thälmann]“ war, die Plastik von Walter Arnold ins erinnerungskulturelle Bewusstsein zurückzuholen und damit eine Debatte über den Umgang mit Monumenten anzustoßen, die aus ihrer Zeit gefallen sind. Ein daraus entstandenes Bündnis erweiterte den Platz zuletzt um eine Informationstafel. Eine Kampagne der GEDG über den vergessenen ersten Ministerpräsidenten des Landes Thüringen Arnold Paulssen führte im Jahr 2024 dazu, dass die Landesvertretung des Freistaats Thüringen in Arnold-Paulssen-Hau benannt wurde.
Im selben Jahr erinnerte die GEDG an die Berufung der ersten Frau auf eine ordentliche Professur an eine deutsche Universität. Seither erinnert eine Tafel in der Universität Jena an Mathilde Vaerting.
Publikationen Die GEDG gibt verschiedene Publikationsreihen heraus: darunter die Wissensreihe „Demokratie-Geschichte“ bei der Weimarer Verlagsgesellschaft im Verlagshaus Römerweg (bis 2025), ein selbst verlegtes GEDG-Paper, die Schriftenreihe „Beiträge zur Geschichte der Demokratie und Erinnerungskultur“ im Verlag Wallstein – sowie das jährlich erscheinende „Prospect. Bulletin der Gesellschaft zur Erforschung der Demokratie-Geschichte“.
Weblinks
Offizielle Homepage Deutschlandkarte der Demokratie
Einzelnachweise
Kategorie:Demokratietheorie Kategorie:Verein (Weimar) Kategorie:Forschungsinstitut in Deutschland Kategorie:Geschichtswissenschaftliches Forschungsinstitut Kategorie:Politikgeschichte (Deutschland) Kategorie:Forschungseinrichtungsgründung 2021