mini|hochkant|Wappen derer von Burghagen bei Siebmacher. Burghagen ist der Name eines erloschenen brandenburgischen Adelsgeschlechts.
Geschichte Stammgut war Burghagen in der Prignitz, wo das Geschlecht 1321 mit Ritter Heyno Burchhagen zuerst urkundlich genannt wurde.Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis. I. Band, Verlag F. H. Morin, Berlin 1838, S. 301. Bis in die Mitte des 16. JahrhundertsAdolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis. Namenverzeichnis zu sämmtlichen Bänden. Band I., Berlin 1867, S. 313–314. bzw. des 17. Jahrhunderts trat die Familie häufig urkundlich in Erscheinung.George Adalbert von Mülverstedt: Sammlung von Ehestiftungen und Leibgedingsbriefen ritterschaftlicher Geschlechter der Provinzen Sachsen, Brandenburg, Pommern und Preußen. Baensch jun. Magdeburg 1863, S. 73, 138, 146, 199 und 295. Gutsbesitz bestand in der Prignitz, etwa zu Gottschau und Ponitz bis ins 19. Jahrhundert. Über das Gut Kleinau (auch Kleinow) ist lediglich bekanntgeworden, dass von diesem Gut Erdmann Christoph von Burghagen und Achatz (Achaz Mathias) von Burghagen stammenGg. Schmidt: Die Familie v. Klitzing. Urkundenbuch, A. Leidholdt, Merseburg 1891, S. 416. und beide dem Landesherrn im Roßdienst ein Pferd stellen mussten.C. von Eickstedt: Beiträge zu einem neueren Landbuch der Marken Brandenburg. Prälaten, Ritter, Städte, Lehnschulzen, oder Roßdienst und Lehnwahr. Verlag Creutz, Magdeburg 1840, S. 347.
Um 1750 war die Familie auch in Preußen zu Dalwehnen, Quanditten und Taplacken, sämtlich im Kreis Fischhausen, begütert.Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 1, Verlag Ludwig Rauh, Berlin 1855, S. 124. Achatz Christoph Hartwig von Burghagen, verheiratet mit Friederike Wilhelmine Amalie geb. von Zenner, kaufte 1785 das Gut Pumptow im pommerschen Kreis Pyritz und löste auch vorhandene Rechte von Georg Wilhelm von Güntersberg († 1799) daran ab.
Dessen 1774 in Königsberg in der Neumark geborener Sohn, der Dragoner-Offizier Heinrich (Heinrich Wilhelm August) von Burghagen,E. v. Hagen: Geschichte des Neumärkischen Dragoner-Regiments Nr. 3. II: Personalien. Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1885, u. a. S. 220, S. 390, S. 466. legte 1831 südöstlich von Gut Pumptow ein neues Vorwerk an, das nach seinem Familiennamen den Ortsnamen Burghagen erhielt. Da letzterer keine Kinder hinterließ, setzte er 1826 in seinem Testament seinen Neffen Heinrich August von Wedel als Erben ein.Julius Theodor Bagmihl: Pommersches Wappenbuch. Band 2, Selbstverlag, Stettin 1846, S. 63–64. Als Erbe seines 1832 verstorbenen Onkels (Bruders seiner Mutter) erhielt Heinrich August von Wedel 1832 von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen die Erlaubnis zu Vereinigung von Namen und Wappen mit dem derer von Burghagen,Marcelli Janecki (Red. zug.): Jahrbuch des deutschen Adels. Band 1, Hrsg. D.A.G. Vaterländische Verlagsanstalt-W. T. Bruer, Berlin 1896, S. 937. mit der Namensfügung von Wedell-Burghagen;Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel. 1907. Jahrgang 8, Gotha 1906, S. 816. ähnlich wie von Wedell-Parlow. Major a. D. Heinrich von Burghagen bekam die Erlaubnis, obwohl er sich noch im Vorjahr 1831 mit einer Gesamtbeschwerde, wegen mehrerer einzelner Klagen wider der Preußischen Regierung, an die Deutsche Bundesversammlung richtete, so zunächst aktenkundig wurde und vor allem für öffentliches Aufsehen sorgte. Sämtliche Gesandtschaften der Bundesversammlung fanden sich nicht berufen, nicht zuständig.Protocolle der Deutschen Budesversammlung vom Jahre 1831. Loco dictaturae. Sitzung 17, § 19, Bundes-Präsidial-Buchdruckerei, Frankfurt a. M. 1831, S. 477–481, insb. S. 480.
Ihren Ausgang im Mannesstamm hat die Familie jedoch erst 1834 mit Friedrich Karl Ludwig von Burghagen (1791–1834), preußischem Major, zuletzt im 7. Dragonerregiment, der sich auch als Militärschriftsteller betätigte, gefunden. Henriette von Wedel geb. von Burghagen-Pumptow lebte bis 1835.Max von Wedell: Gesammtmatrikel des Schlossgesessenen Geschlechtes der Grafen und Herren von Wedel. Verlag von R. Eisenschmidt, Berlin 1886, S. 50.
In der Dorfkirche Burghagen ist um 1890 ein buntes Wappen für Caspar von Burghagen und seine Frau Hedwig von Rohr nachgewiesen.Inventar aelterer Oelbildnisse, Denkmäler u. s. w. des Deutschen Adels In: Beilage zum Deutschen Herold. Nr. 2, Berlin 1892, S. 36.
Wappen mini|hochkant|Verschmolzenes Wappen Wedell-Burghagen Das Wappen ist von Rot und Silber schrägrechts geteilt und zeigt oben 10 goldene Kugeln (oder Byzantiner) zu 4, 3, 2, 1 gestellt. Auf dem Helm mit links rot-silbernen und rechts gold-roten Decken fünf schwarze Hahnenfedern.Siehe Literatur: George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch. Bd. 3, 2. Abt., Bd. 1, T. 2; Nürnberg 1878, S. 437.; Bd. 2: , Nürnberg 1906, S. 180; Bd. 6, 5. 1880, S. 16; 9. Abt.: Ausgestorbener preußischer Adel, Provinz Pommern, 1894, S. 14, Tfl. 9 (Tfl. 9); Bd. 7, 3. Abt., a: 1900, S. 8; b: S. 5. Die Byzantiner dienten hier heraldisch nach Mülverstedt als frühe Andeutung zur Unterscheidung von Metall und Farbe.George Adalbert von Mülverstedt (Hrsg.): Geschichte des altadeligen Geschlechts von Oppen. E. Baensch jun., Magdeburg, 1898, S. 89.
Angehörige Daniel Albrecht von Burghagen (1688–1742), preußischer Major u. Kommandeur eines Grenadierbataillons Wilhelm Albrecht von Burghagen (1739–1799), preußischer Generalmajor u. Chef eines Infanterieregiments Friedrich Karl Ludwig von Burghagen (1791–1834), preußischer Major, Militärschriftstellerv. Burghagen, Friedrich Ludwig Karl, geb. 10. März 1791 in Stendal i. d. Altmark, evang. In: Hans von Rohr: Geschichte des 1. Garde-Dragoner-Regiments. Th. II, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin Juni 1880, S. 7.
Literatur Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 2, Friedrich Voigt, Leipzig 1860, S. 160. George Adalbert von Mülverstedt, u. a.: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch. Bauer und Raspe Emil Küster, Nürnberg: Bd. 3, 2. Abt., Bd. 1, T. 2: Der blühende Adel des Königreichs Preußen: Edelleute M - Z, Nürnberg 1878, S. 437.; Bd. 2: Der blühende Adel des Königreichs Preußen: Edelleute. Nachträge und Verbesserungen, 1906, S. 180.; Bd. 6, 5. Abt.: Der abgestorbene Adel der Provinz und Mark Brandenburg, 1880, S. 16; 9. Abt.: Ausgestorbener preußischer Adel, Provinz Pommern, 1894, S. 14, Tfl. 9.; Bd. 7, 3. Abt., a: Ausgestorbener Preußischer Adel, Provinzen Ost- und Westpreussen. Supplement, 1900, S. 8.; b: Abgestorbener Preußischer Adel, Provinz Brandenburg. Supplement, 1900, S. 5.
Einzelnachweise
Kategorie:Brandenburgisches Adelsgeschlecht Kategorie:Pommersches Adelsgeschlecht Kategorie:Ersterwähnung 1321