Dirk Werner Nowitzki (* 19. Juni 1978 in Würzburg) ist ein ehemaliger deutscher Basketballspieler. Er spielte von 1998 bis 2019 in der nordamerikanischen Profiliga NBA für die Dallas Mavericks. In der NBA-Saison 2006/07 bekam Nowitzki als erster Europäer den NBA Most Valuable Player Award (MVP) für den wertvollsten Spieler der Hauptrunde verliehen. In den NBA Finals 2011 gewann er mit den Dallas Mavericks als erster Deutscher die NBA-Meisterschaft und wurde zudem mit dem NBA Finals MVP Award für den wertvollsten Spieler der Finalserie ausgezeichnet. Insgesamt 14 Mal wurde Nowitzki für das NBA All-Star Game nominiert.

Nowitzki gilt als einer der besten Spieler in der Geschichte des Basketballsports. Magic Johnson und Charles Barkley bezeichneten ihn 2011 als „einen der größten Basketballer aller Zeiten“ bzw. als einen der überragenden Spieler der letzten 30 Jahre. Er zählt mit 1.522 Spielen zu den vier am häufigsten eingesetzten Akteuren und gehört mit 31.560 erzielten Punkten zu den sieben besten Korbjägern der NBA-Geschichte. Neben Karl Malone und Kobe Bryant ist er einer von nur drei Spielern, die diese enorme Punktezahl mit nur einem Team erzielten. Dirk Nowitzki ist zudem der beste Scorer der NBA-Geschichte, der nicht in den USA geboren wurde. 2011 wurde Nowitzki als erster Mannschaftssportler in Deutschland zum Sportler des Jahres gewählt.

Zum 75. Geburtstag der NBA wurde Nowitzki im Oktober 2021 von einer Jury als einer der besten 76 Spieler der Geschichte der NBA in das NBA 75th Anniversary Team gewählt sowie im April 2022 als Spieler mit den meisten Stimmen in das Team der besten Europäer der NBA-Geschichte. Im August 2023 wurde er zusammen mit Dwyane Wade, Pau Gasol und Tony Parker in die Naismith Memorial Basketball Hall of Fame aufgenommen. Seit seinem Karriereende arbeitet Nowitzki als Botschafter für seine Werbepartner, als Basketballexperte und als Redner im Bereich Sport und Motivation. Seit 2021 fungiert Nowitzki als Special Advisor („Sonderberater“) im Management der Dallas Mavericks. Zudem kümmert er sich um seine Stiftungen und karitativen Aktivitäten. 2025 wurde Nowitzki in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen. Im April 2026 wurde Nowitzki Mitglied der FIBA Hall of Fame.

Leben und Karriere Anfänge in Deutschland Dirk Nowitzkis Mutter Helga Nowitzki war ebenso wie seine Schwester Silke Nowitzki Basketballnationalspielerin. Sein Vater Jörg-Werner Nowitzki spielte früher Handball in der 2. Bundesliga und war zwischenzeitlich Dirks Handballtrainer. Über Turnen, Handball und Tennis kam Dirk Nowitzki selbst jedoch erst mit 13 Jahren zum Basketball (Schulmannschaft des Würzburger Röntgen-Gymnasiums und später DJK Würzburg). Sein späterer Mentor und Trainer Holger Geschwindner traf im Sommer 1993 zufällig auf Nowitzki. Geschwindner selbst erachtet sich nicht als Nowitzkis Entdecker: „Ich habe ihn gar nicht entdeckt, er hat schon Basketball gespielt“, so Geschwindner im Jahr 2015. Als Spieler einer Eggolsheimer Altherrenmannschaft sah der ehemalige Nationalspieler den jugendlichen Nowitzki. „Vor uns war ein Jugendspiel und da sprang so ein langer, dünner Bub [herum]. Der machte witzigerweise alles, was ein guter Basketballspieler können muss, ziemlich richtig, hatte aber keine technischen Werkzeuge, also Dribbeln, Schießen und, und, und. Das sind alles Dinge, die man lernen kann, und dann habe ich ihn gefragt: ‚Wer bringt dir denn die Sportart bei?‘“ „Niemand“, so habe Nowitzki geantwortet, sagte Geschwindner. Er bot Nowitzki an, ihn zu trainieren („Na los, wenn du willst, können wir es mal probieren.“). Er arbeitete fortan intensiv mit ihm an der Basketballtechnik und stand Nowitzki bis zu seinem Karriereende bei wichtigen Turnieren oder in wichtigen Saisonphasen (Play-offs usw.) als Trainer sowie als Manager mit Rat und Tat zur Seite.Christian Witt: Basketball: Die Riesen aus Rattelsdorf, in: Focus vom 26. Mai 2003, abgerufen am 4. Oktober 2012. Geschwindner sei anders als alle anderen Trainer gewesen, die er über 20 Jahre gesehen habe, so Nowitzki im Oktober 2019 rückblickend. Dieser habe immer versucht, das Training „interessant zu halten“, urteilte Nowitzki. Als Geschwindner Nowitzki als Jugendlichen betreute, habe der Trainer „einfach einen guten Mittelweg gefunden, damit wir Jungs nicht den Spaß verlieren und abspringen“. Ab Sommer 1994 gehörte Nowitzki zur ersten Mannschaft der DJK Würzburg und spielte in der 2. Basketball-Bundesliga.

Auch während seiner Zeit als Wehrpflichtiger der Bundeswehr, vom 1. September 1997 bis 30. Juni 1998, spielte Nowitzki Basketball, er gehörte der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Mainz an. Er war in der Saison 1997/98 erfolgreichster Korbschütze und Rebounder des damaligen Zweitligisten DJK Würzburg und verhalf der Mannschaft entscheidend zum Aufstieg in die Basketball-Bundesliga. In der Aufstiegsrunde zur ersten Basketball-Bundesliga erreichte der DJK Würzburg mit 14:2 Punkten den ersten Platz in seiner Gruppe. Das letzte und entscheidende Aufstiegsspiel gewannen die Würzburger mit 95:88 gegen den Erzrivalen USC Freiburg, die daraufhin nach einem Jahr Erstligazugehörigkeit wieder aus der Basketball-Bundesliga absteigen mussten. Nowitzki erzielte in diesem Spiel 26 Punkte. Das deutsche Fachmagazin „Basket“ verlieh dem damaligen Zweitligaspieler Nowitzki 1998 den inoffiziellen Titel Wertvollster Spieler (MVP) der Relegation zur Basketball-Bundesliga 1998.

Die Scouts der NBA wurden auf den 19-Jährigen aufmerksam, als er am 29. März 1998 in San Antonio, Texas beim alljährlichen Nike Hoop Summit eine Junioren-Weltauswahl gegen die besten US-Talente mit einer überragenden Leistung zum Sieg führte (33 Punkte, 14 Rebounds und 3 Steals). In: usabasketball.com Außerdem zeigte Nowitzki sein Können bei der U22-Junioren-Basketball-Europameisterschaft, die vom 14. bis 23. Juli 1998 in Trapani, Italien stattfand. Die Junioren-Basketballnationalmannschaft erreichte das Achtelfinale und Nowitzki spielte beim Spiel um den siebten Platz (97:95-Sieg in der Verlängerung gegen Litauen) mit 34 Punkten überragend. Daraufhin wurde er im NBA-Draft 1998 als neunter Spieler ausgewählt.

Wegen des Spielerstreiks (Lockouts) in der NBA spielte Nowitzki zunächst weiter in Deutschland. Sein Erstligadebüt gab er am 4. September 1998 gegen Alba Berlin. Ihm gelangen in diesem Spiel 6 Steals. Nowitzki wurde in seiner ersten und einzigen Bundesliga-Saison 1998/1999, im Aufstiegsjahr der DJK Würzburg, zum Basketballer des Jahres gewählt, obwohl er nur vier Monate und 16 von insgesamt 26 Pflichtspielen absolvierte, da er bereits einen Profivertrag in der NBA unterschrieben hatte. Nowitzki erreichte in diesen 16 Spielen einen Punkteschnitt von 22,9, kam im Durchschnitt auf 8,4 Rebounds und 3,1 Assists und erreichte einen Effektivitätswert von 27,13. In: statistik.basketball-bundesliga.de Sein letztes Spiel in der Basketball-Bundesliga absolvierte er am 3. Januar 1999 gegen den MTV Gießen, Nowitzki erzielte 34 Punkte.

NBA-Spieler bei den Dallas Mavericks Im NBA Draft 1998 wurde Dirk Nowitzki von den Milwaukee Bucks an neunter Stelle ausgewählt und anschließend zusammen mit Pat Garrity (19. beim Draft) im Tausch gegen Robert Traylor, der zuvor an sechster Stelle geführt wurde, zu den Dallas Mavericks transferiert. Dirk Nowitzki war damit der erste deutsche Basketballspieler, der direkt aus Europa in die NBA wechselte; der in den 1990er-Jahren unter anderem bei den Seattle SuperSonics spielende Detlef Schrempf hatte zuvor an einem US-amerikanischen College gespielt.

Sein erstes NBA-Spiel absolvierte Nowitzki in der durch einen Lockout verkürzten Saison 1998/99 am 5. Februar 1999 gegen die Seattle SuperSonics mit Detlef Schrempf. Bei den Dallas Mavericks wurde Nowitzki als „German Wunderkind“ eingeführt. Sein damaliger Trainer bei den Mavericks, Don Nelson, propagierte den jungen Deutschen als potentiellen Gewinner für den besten Neuling der Liga. Mit diesem großen Erwartungsdruck tat sich Nowitzki in seinem ersten NBA-Jahr schwer. Klar war von Anfang an nur, dass er ein außergewöhnlich talentierter Basketballspieler ist. Schon in seiner zweiten Saison verbesserte sich der junge Deutsche in allen statistischen Kategorien deutlich (zweiter Platz in der Wahl des Most Improved Player der NBA) und konnte sich als ein Führungsspieler seiner Mannschaft etablieren. Seit der Spielzeit 2000/01 war Nowitzki regelmäßig der erfolgreichste Korbjäger der Mavericks. In dieser Saison hatte Nowitzki zusammen mit Michael Finley und Steve Nash entscheidenden Anteil daran, dass sich Dallas zum ersten Mal seit elf Jahren wieder für die Play-offs qualifizieren konnte. Dort verloren die Mavericks in der zweiten Runde 1:4 gegen die San Antonio Spurs, nachdem zuvor die Utah Jazz mit 3:2 besiegt wurden. Nowitzki wurde erstmals ins All-NBA Third Team gewählt.

Vor der Saison 2002/03 wurde Nowitzki von den NBA-Vereinspräsidenten zum besten ausländischen Spieler der NBA gewählt. In den NBA-Play-offs 2003, in denen er mit den Dallas Mavericks das Halbfinale erreichte, gelang ihm mit 46 Punkten in einem Spiel ein neuer Vereinsrekord. In der Saison 2003/04 gelang ihm im Auswärtsspiel bei den Seattle SuperSonics am 27. Januar 2004 mit acht erfolgreichen Drei-Punkte-Würfen sein bisheriger Karrierebestwert. Am 2. Dezember 2004 konnte er den Vereinsrekord für die meisten Punkte in einem Spiel gegen die Houston Rockets mit 53 Punkten überbieten. Im Februar 2006 gewann Nowitzki den Dreipunkte-Wettbewerb des 55. NBA-All-Star-Wochenendes. Nowitzki ist der erste Europäer in der Geschichte der NBA, der ins All-NBA-First-Team (2005–2007, 2009) gewählt wurde.

In der Saison 2005/06 führte er sein Team wieder in die Play-offs und nach dem vierten Sieg im sechsten Spiel gegen die Phoenix Suns sogar zum ersten Mal in der Geschichte der „Mavs“ ins Finale. Im fünften Spiel des Halbfinales erzielte er 50 Punkte und sorgte damit nicht nur für die Wende in der Serie, sondern baute seinen Punkterekord in einem Play-off-Spiel aus. Im NBA-Finale trafen sie auf die Miami Heat und unterlagen mit 2:4 Siegen, nachdem sie bereits mit 2:0 in Führung gegangen waren. Bereits vor den Play-offs brach er einen weiteren Teamrekord der Mavericks, indem er 60 Freiwürfe nacheinander traf. Im Herbst 2010 konnte er diesen Rekord sogar noch steigern, als er erst nach 82 verwandelten Freiwürfen in Folge wieder einen verwarf. mini|Nowitzki (2008)