Friedrich „Fritz“ Balthes (* 20. Juni 1882 in Schäßburg; † 1914 in Serbien vermisst) war ein siebenbürgisch-sächsischer Architekt.

Leben mini|Entwurfsplan für Neu-Tartlau (1914)

Balthes Eltern waren der Finanzbeamte Julius Balthes und dessen Frau Josefine, geb. Fronius. Balthes hatte vier Geschwister, die Mutter starb, als er zwölf Jahre alt war. Er besuchte das Gymnasium in Schäßburg und studierte anschließend an der Technischen Hochschule in Charlottenburg, in München und an der Technischen Hochschule in Karlsruhe, wo er 1905 sein Diplom erhielt. Während seines Studiums unternahm er Studienreisen nach Venedig, ins Elsass und in den Schwarzwald. Nach der Beendigung des Studiums arbeitete Balthes zunächst beim Architekten Otto March in Berlin. 1906/07 musste er als ungarischer Staatsbürger Militärdienst leisten. mini|Geplantes Straßenbild in Neu-Tartlau 1909 machte sich Balthes als Architekt in Schäßburg selbstständig. Er entwarf in den folgenden Jahren Schulen, Pfarr- und Gemeindehäuser sowie andere öffentliche und private Gebäude. In der Anfangszeit war Balthes auch mit Bauaufnahmen und Restaurierungen historischer Gebäude beschäftigt. 1914 plante er die Gartenstadt Neu-Tartlau, die zwischen Kronstadt und Tartlau gebaut werden sollte.Karl Scheiner: Die Gartenstadt „Neu-Tartlau“ in Siebenbürgen. In: Der Städtebau, Jg. 14 (1917), Doppelheft 2–3, S. 13f. und Tafel 9–11.

Balthes war daneben auch im „Sebastian-Hann-Verein für heimische Kunstbestrebungen“ aktiv. Im Rahmen der Generalversammlung des Vereins 1908 erarbeitete Balthes eine Fotoausstellung, die gute und schlechte Baubeispiele in Siebenbürgen zeigte.

1914 zog er als Soldat in den Ersten Weltkrieg. Er fiel schon im ersten Kriegsjahr unter ungeklärten Umständen in Serbien. Laut einer Vermisstenanzeige seiner Familie vom Juni 1916 war er zuletzt am 15. Dezember 1914 in Semlin und Belgrad gesehen worden und galt als vermisst.Neue freie Presse, Nr. 18620, 24. Juni 1916, S. 11 (Digitalisat).

Die „Baukanzlei Fritz Balthes“ wurde nach Balthes’ Tod von seinen engsten Mitarbeitern weitergeführt. mini|Geplante Fabrikbauten für Neu-Tartlau

Bauten

1908–1912: Gebäudes des Evangelischen Gymnasiums A. B. Mediasch (heute Liceul Teoretic Stephan Ludwig Roth)https://www.liceulroth.ro/de/geschichte/ 1909: Gemeindewirtshaus „Im Krug zum grünen Kranze“ in Schönberg 1909–1910: Umgestaltung der Evangelischen Volksschule A. B. in Kleinschenk 1910: Wohnhaus Dr. Michael Fograscher in Hermannstadt 1910: Wohnhaus Eugen Schotsch in Schäßburg 1910–1912: Hotel „Zum Goldenen Stern“ in Schäßburg 1911: Pfandbriefanstalt der Siebenbürgischen Sparkasse in Mediasch 1911: Restaurierung und Umgestaltung der Ringmauer der Kirchenburg und des Kirchenportals in Heltau 1911–1913: Evangelisches Gemeindehaus in Martinsberg 1911–1913: Planung und Bau des Studentendenkmals in Marienburg im Burzenland 1912: Wohnhaus Fritz Schiel in Bușteni 1912–1913: Umbau der Evangelischen Volksschule A. B. in Gürteln 1912–1913: Umbau der Evangelischen Volksschule A. B. in Braller 1914: Pfarrhaus in Neithausen 1914: Gemeindesaal in Schönberg 1914: Kindergarten in Agnetheln 1914: Evangelische Volksschule A. B. in Zied

Literatur

Gerhild Rudolf / Hermann Fabini (Hrsg.): Architekt Fritz Balthes 1882–1914. Sein Denken und Schaffen als Beitrag zum siebenbürgischen Kulturerbe. Honterus Verlag, Hermannstadt 2021 (Miscellanea ecclesiastica; 23) ISBN 978-606-008-097-8.

Weblinks

https://www.hermannstaedter.ro/2022/03/ein-einheitliches-kunstwerk-zu-formen/

Einzelnachweise

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