mini|Karl Hinsch (erster von links) u. a. mit Generaladmiral Conrad Albrecht beim Besuch im Landeshaus Kiel, 2. Juni 1966 Karl Hinsch (* 2. April 1880 in Bremerhaven; † 14. April 1971 in Bremen) war ein deutscher Kapitän zur See der Kriegsmarine.
Leben Karl Hinsch trat am 10. April 1899 in die Kaiserliche Marine ein. Am 24. April 1916 wurde er zum Korvettenkapitän befördert. Später war er bis Juni 1917 Erster Artillerieoffizier auf der Westfalen. Anschließend war er bis Kriegsende als Admiralstabsoffizier im Stab des Befehlshabers der U-Boote und zugleich von Mai 1918 bis Januar 1919 Kommandant der Hamburg, dem Wohnschiff des Befehlshabers. Am 8. Juni 1919 wurde er aus der Marine verabschiedet.
Bis Mitte Februar 1918 war er unter anderem mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse, dem Bremischen Hanseatenkreuz und dem Friedrich-August-Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet worden.
Nach dem Krieg war er als Kaufmann aktiv und war ab März 1930 Gauführer Bremen des Stahlhelms. 1932 kam es zum Zerwürfnis zwischen dem Stahlhelm und Hinsch. Der Funke berichtete dazu am 20. April 1932 über die „Stahlhelm-Rebellion in Niedersachsen“:Der Funke. Nummer 92, 1. Jahrgang.
Im Ergebnis dieser Ereignisse wurde Hinsch aus dem Stahlhelm ausgeschlossen, wobei sich etwa die Hälfte der Bremer Stahlhelm-Mitglieder Hinsch anschlossen. Am 13. April 1932 gründete er als Gegenpol zum Stahlhelm den Kampfbund Niedersachsen. Zum 1. Oktober 1932 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.366.339).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/15780110Dennis Werberg: Der Stahlhelm – Bund der Frontsoldaten. Berlin 2023. Später wurde Hinsch SA-Führer.
In der Kriegsmarine wurde er mit der Einrichtung im August 1940 Kommandeur der Marinepropagandaabteilung West in Paris und blieb in dieser Position bis April 1943. Von Mai bis Juli 1943 war er als Kapitän zur See kurz Kommandant des Abschnitts Südjütland und dänische Inseln. Im Juli 1943 war er bis zur Auflösung der Dienststelle im April 1944 Kommandant des Abschnitts Nordjütland. Anschließend übernahm er die aus der Dienststelle hervorgegangenen Seekommandantur Nordjütland. Im Oktober 1944 gab er das Kommando ab.
Am 27. April 1908 heiratete er in Lenggries Anna Maria Mauchenheim genannt Bechtolsheim (1879–1967).
Literatur Marine-Offizier-Verband (Hrsg.), Albert Stoelzel: Ehrenrangliste der Kaiserlich Deutschen Marine. 1914–18. Thormann & Goetsch, Berlin 1930, S. 178. Angaben zu Daten zum Abschnittskommandant und Seekommandant. In: Walter Lohmann, Hans H. Hildebrand: Die deutsche Kriegsmarine, 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. Band 2, Podzun, 1956, diverse Seiten.
Einzelnachweise
Kategorie:Korvettenkapitän (Kaiserliche Marine) Kategorie:Kapitän zur See (Kriegsmarine der Wehrmacht) Kategorie:Kleiner-Kreuzer-Kommandant (Kaiserliche Marine) Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse Kategorie:Träger des Hanseatenkreuzes (Bremen) Kategorie:Träger des Friedrich-August-Kreuzes Kategorie:Mitglied im Stahlhelm Kategorie:SA-Mitglied Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1880 Kategorie:Gestorben 1971 Kategorie:Mann