Die Hochgeschwindigkeitsstrecken in Ägypten sind ein im Aufbau befindliches Schienenverkehrsnetz in Ägypten.
Entwicklung Seit 2018 plant die ägyptische Regierung den Bau dreier Hochgeschwindigkeitsstrecken mit einer Gesamtlänge von etwa 2000 Kilometern. Als Auftraggeber auf ägyptischer Seite fungiert die National Authority of Tunnels, eine dem ägyptischen Verkehrsministerium unterstellte Behörde.
Zum 1. September 2021 unterzeichnete die National Authority of Tunnels mit Siemens Mobility einen ersten Vertrag über den Bau der ersten Strecke. Dem folgte im Mai 2022 ein zweiter Vertrag, der nun den Bau aller drei Strecken des Netzes umfasst. Siemens Mobility arbeitet dabei in einem Konsortium mit Orascom Construction und The Arab Contractors zusammen.Siemens Mobility schließt Vertrag über 2.000 km langes Hochgeschwindigkeitssystem in Ägypten ab. (Pressemitteilung Siemens vom 28. Mai 2022). Der Auftrag an Siemens und das Konsortium beinhaltet die schlüsselfertige Herstellung des Eisenbahnnetzes, inklusive Signaltechnik, Kommunikation und Zugsicherung. Die drei Strecken des Netzes sind die Bahnstrecke Marsa Matruh–Ain Suchna („Grüne Strecke“), die Bahnstrecke Kairo–Abu Simbel („Blaue Strecke“) und die Bahnstrecke Qina–Hurghada („Rote Strecke“).
Neben Siemens hatten sich für den Bau der Strecke die chinesische CCECC, der französische Konzern Alstom sowie die ägyptischen Unternehmen Arab Organization for Industrialization und Samcrete beworben.
Technische Parameter Das Netz wird in der in Ägypten üblichen Normalspur gebaut und soll für eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h eingerichtet, mit 25 kV / 50 Hz elektrifiziert und durch ETCS Level 2 gesichert werden.siem/schr: Siemens-Züge für Ägypten erscheinen. In: Eisenbahn-Revue International 7/2024, S. 302.
Die Strecken sollen sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr betrieben werden.
Künftiger Betrieb Die Deutsche Bahn erhielt den Auftrag, das Hochgeschwindigkeitsnetz künftig für 15 Jahre zu betreiben.Simon Artymiuk: Egypt signs contract with DB to operate high-speed network. In: International Railway Journal vom 9. November 2022; abgerufen am 3. Oktober 2024.
Die ersten von Siemens gefertigten Fahrzeuge wurden im Mai 2024 in Wildenrath der Presse präsentiert. Testfahrten sollen ab 2024 stattfinden und ein erster Abschnitt der Strecke Marsa Matruh–Ain Suchna – voraussichtlich Alexandria–Kairo – bereits 2026 eröffnet werden.siem/schr: Siemens-Züge für Ägypten erschienen. In: Eisenbahn-Revue International 7/2024, S. 302.
Weitere Planungen Die Absicht, eine Verlängerung nach Westen von Marsa Matruh über El Negaila nach Sallum an der libyschen Grenze und bis Bengasi in Libyen zu bauen, wurde vom ägyptischen Verkehrsminister Kamel Al-Wazir im November 2020 angekündigt und von der libysch-ägyptischen Handelskammer am 18. Januar 2021 erneut bestätigt – dürfte aber angesichts der politischen Instabilität in Libyen vorläufig nicht umsetzbar sein. Auch eine Verlängerung nach Siwa (ebenfalls an der libyschen Grenze) wurde erwähnt. Dies ist Teil des Plans der ägyptischen Regierung, politische und wirtschaftliche Verbindungen sowohl mit Libyen als auch mit dem Sudan auszubauen. Dazu gehört auch die im Mai 2022 veröffentlichte Absicht, die Strecke Kairo–Abu Simbel bis Wadi Halfa und somit grenzüberschreitend in den Norden Sudans zu verlängern.Egypt Expands Railway Network to Include Sudan, Libya. In: Asharq AL-awsat; abgerufen am 3. Oktober 2024.
Fahrzeuge mini|Siemens Velaro EGY auf der InnoTrans 2024 in BerlinSiemens wird auch die Fahrzeuge liefern. Vorgesehen sind: 41 achtteilige Siemens Velaro-Triebwagenzüge für den Fernverkehr. Diese basieren auf dem Siemens Velaro MS. Im Juli 2024 wurden bereits Fahrzeuge in Deutschland gesichtet. 94 vierteilige Siemens-Desiro HC-Triebwagenzüge für den Regionalverkehr und 41 Elektrolokomotiven des Typs Siemens Vectron
Einzelnachweise
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