Unbreakable – Unzerbrechlich (Originaltitel Unbreakable) ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 2000. Regie führte M. Night Shyamalan, der auch das Drehbuch verfasste. Der Film lässt sich den Genres des Comicfilms, des Melodrams und des Thrillers zuordnen. Er erzählt die Geschichte von David Dunn, dem einzigen Überlebenden eines Zugunglücks. Dieser lernt den Comic-Sammler Elijah Price kennen. Die Begegnung führt dazu, dass sich David allmählich seiner übernatürlichen Kräfte bewusst wird.
Die Weltpremiere fand am 14. November 2000 in den Vereinigten Staaten statt. In Deutschland startete er am 28. Dezember 2000 in den Kinos. Die Kritiken fielen durchschnittlich bis positiv aus und der Film wurde bei einem weltweiten Einspielergebnis von rund 250 Millionen US-Dollar zu einem finanziellen Erfolg. Heute hat der Film Kultstatus erreicht.Franz Everschor: Comeback für Shyamalan. In: film-dienst Nr. 19/2015, S. 27
2016 erschien Shyamalans Film Split, der im selben Universum wie Unbreakable – Unzerbrechlich spielt und in dem Bruce Willis einen Cameoauftritt als David Dunn hat. Am 17. Januar 2019 wurde die Fortsetzung Glass in Deutschland sowie einen Tag später in den USA veröffentlicht, in der die beiden Filme fortgeführt werden.deadline.com, abgerufen am 27. April 2017 Die damit entstandene Trilogie fällt somit in ein zusammenhängendes Filmuniversum, das von M. Night Shyamalan als „Eastrail 177 Universe“ betitelt wurde (nach dem in diesem Film auftretenden Zugunglück am Anfang des Films). Eine weitere Fortsetzung wurde von M. Night Shyamalan ausgeschlossen.
Handlung mini|hochkant|links|Hauptdarsteller Bruce Willis 2007, sieben Jahre nach den Dreharbeiten zu Unbreakable Elijah Price kommt mit Osteogenesis imperfecta, der Glasknochen-Krankheit, zur Welt. Gefördert von seiner Mutter, gelingt es ihm, mit seiner Behinderung trotz wiederholten Krankenhausaufenthalten ein normales Leben zu führen. In einer Rückblende fürchtet sich Elijah, die Wohnung zu verlassen und auf den nahe gelegenen Spielplatz zu gehen. Seine Mutter ködert ihn mit einem Geschenk, das sie für ihn auf einer Bank auf dem Spielplatz deponiert hat. Er dürfe das Geschenk behalten, wenn er es sich selbst vom Spielplatz hole. Elijah bekommt so seinen ersten Comic geschenkt. Der Junge entwickelt von da an Interesse an dieser Gattung und wird nicht nur zum leidenschaftlichen Sammler von Comics, sondern spezialisiert sich später auch als Kunsthändler mit einer eigenen Galerie auf Originalzeichnungen von Comics.
David Dunn arbeitet beim Sicherheitsdienst eines Footballstadions und befindet sich im Zug auf dem Rückweg von einem Bewerbungsgespräch. Kurz vor der Ankunft entgleist der Zug – die Fahrt endet in einer Katastrophe. Alle anderen 131 Zuginsassen kommen ums Leben; David überlebt unverletzt. Wenig später findet er unter seinem Scheibenwischer die Karte der Kunstgalerie von Elijah Price. Auf ihr steht die Frage, wie oft er in seinem Leben krank war. Nachdem er zur Erkenntnis gekommen ist, dass er nie krank gewesen war, besucht er zusammen mit seinem Sohn Joseph die Galerie. Elijah eröffnet ihm, dass die Natur Menschen geschaffen habe, die körperlich unterdurchschnittlich entwickelt seien. Deshalb glaubt Elijah, dass es auch Menschen mit überdurchschnittlichen körperlichen Fähigkeiten geben muss – ähnlich den Superhelden in seinen Comics. Weil David so unerwartet eine Katastrophe unbeschadet überlebt hat, ist Elijah überzeugt, dass David ein realer Superheld ist. Elijah bedrängt David mit Fragen, wie z. B. ob er jemals krank gewesen sei. David reagiert brüsk, da er sich eine Antwort erhoffte auf seine allmorgendliche Traurigkeit, und die Dunns verlassen die Galerie.
Obwohl David die Möglichkeit, ein Superheld zu sein, Elijah gegenüber verneint hat, beginnt er in Betracht zu ziehen, dass an der Theorie von Elijah doch etwas Wahres sein könnte. Er erinnert sich an einen schweren Autounfall, den er ebenfalls unversehrt überstanden hat. Sein Sohn Joseph ist aber schnell überzeugt, dass sein Vater ein Superheld ist. Beim Hanteltraining geht dieser David zur Hand und legt ihm die Gewichte auf. David bemerkt nach einigen Wiederholungen, dass es zu viel Gewicht sei, und bittet Joseph, Gewichte herunter zu nehmen. Dieser legt jedoch weitere auf. Als David es bemerkt, staunt er selbst über seine ungeahnte Körperkraft und bittet Joseph sogar noch mehr Gewichte zu suchen, die er ebenfalls stemmen kann. Trotz alledem ist David nicht überzeugt. Um seinen zweifelnden Vater umzustimmen, dass er ein Superheld mit übernatürlichen Kräften ist, stiehlt er diesem die Pistole und will auf ihn schießen. David kann ihn von diesem Versuch jedoch abbringen.
Erbost u. a. über die Auswirkungen, die Elijahs Wunschdenken auf seinen Sohn hat, sucht David Price auf und sagt ihm, dass er nicht die Person sei, die Elijah sucht, da dieser sich doch an eine Krankheit erinnere, die er nach einem Schwimmunfall hatte. Desillusioniert sitzt Elijah darauf in einer Comicbuchhandlung, wobei ihm dabei ein Comic in die Hände fällt, das seine Zweifel beseitigt. Sowohl David als auch er selbst haben mit Wasser eine Schwachstelle. Er ruft David an, um ihm die Neuentdeckung zu berichten. David dringt kurz darauf in die Halle ein, in der die Trümmerteile des Unfallzuges aufbewahrt werden, und inspiziert auch den Platz, an dem er saß. Er sucht Price wieder auf und dieser schickt ihn an einen öffentlichen Ort mit vielen Menschen seiner Wahl, worauf David einen U-Bahnhof aufsucht.
Neben außergewöhnlichen Kräften entdeckt David seine Fähigkeit, die schlechten Taten von Menschen zu sehen, wenn er diese berührt. Er geht nachts durch die Stadt, um seine „Superkräfte“ zu prüfen, und entdeckt tatsächlich ein Verbrechen, das er zum Teil verhindern kann.
Er folgt einer Reinigungskraft des U-Bahnhofs zum Haus, das diese bewohnt. Der Mann im orangen Overall hat hierfür einen Familienvater getötet und hält dessen Kinder und Ehefrau gefangen. David verschafft sich Zutritt zum Haus und findet die Leiche des Vaters in der Kellertreppe, wie er es in seiner Vision sah. Er befreit die Kinder, während er weiter den Mann sucht. Bevor er ihn selbst finden kann, überrascht ihn der Mann im Overall von hinten und stößt ihn über das Balkongeländer in den abgedeckten Swimmingpool. David droht wegen der Plane zu ertrinken, wird aber von den befreiten Kindern gerettet. Danach betritt er erneut das Haus und schafft es, den Mörder zu töten, kann die Mutter jedoch nicht mehr retten.
Elijah und David sind sich im Lauf von Davids Entwicklung näher gekommen, weshalb der Galerist David zu einer Vernissage einlädt. In der Galerie ziehen sich die beiden zu einem Gespräch in Elijahs Büro zurück. Als David Elijah die Hand gibt, „sieht“ er, dass es Elijah war, der das Zugunglück und zuvor noch weitere Katastrophen zu verantworten hat. David stellt Elijah zur Rede und der Galerist gesteht, dass er mit diesen Unglücken Situationen herbeiführen wollte, die einen Superhelden erkennbar werden lassen würden. Alle diese Opfer seien nötig gewesen, und nun, da er David erkannt habe, habe er auch sich selbst erkannt. Er akzeptiert, dass er der „Böse“ ist, und erklärt, man könne den Bösewicht immer daran erkennen, dass er das exakte Gegenteil des Helden sei. David verlässt Elijah. Im Abspann erfährt man, dass Elijah verhaftet und in eine psychiatrische Klinik eingeliefert wird.
Entstehung David Dunn Bruce Willis Manfred Lehmann Elijah Price Samuel L. Jackson Engelbert von Nordhausen … als 13-JährigerJohnny Hiram JamisonFionn Michael Verona Audrey Dunn Robin Wright Penn Arianne Borbach Joseph Dunn Spencer Treat Clark Wilhelm-Rafael Garth Elijahs Mutter Charlayne Woodard Hansi Jochmann Doktor Dubin Michael Kelly Uwe Büschken Dr. Mathison Eamonn Walker Torsten Michaelis
M. Night Shyamalan entwickelte die Idee zu Unbreakable – Unzerbrechlich während der Dreharbeiten zu The Sixth Sense. Die Grundidee ist, dass eine Person bemerkt, ein Superheld zu sein. Shyamalan schrieb sechs Seiten pro Tag und teilte das Drehbuch in drei Akte auf.DVD: Unbreakable – Unzerbrechlich, Making of Im ersten Akt erkennt die Person ihre Macht, im zweiten kämpft sie gegen Gut und Böse und im dritten nur gegen das Böse. Im Nachhinein distanzierte sich Shyamalan aber von dieser Fassung, da er den zweiten und dritten Akt nicht für angemessen hielt. Deshalb überarbeitete Shyamalan das Skript, bis es seinen Vorstellungen entsprach. Nach dessen Fertigstellung präsentierte er es den Disney-Studios (The Walt Disney Company), die bereits seinen vorausgegangenen Film finanziert beziehungsweise verliehen hatten. Disney kaufte das Drehbuch für die Summe von 5 Millionen US-Dollar ab und bot Shyamalan weitere 5 Millionen US-Dollar für die Regie an. Dieser willigte ein.
Shyamalan legte das Skript anschließend dem Schauspieler Bruce Willis vor und bot ihm die Rolle des David Dunn an. Bereits während des Drehs zu The Sixth Sense hatte der Regisseur mit dem Schauspieler über seine neuen Ideen gesprochen. Willis fand das Drehbuch überzeugend und nahm an. Die Rolle der Audrey Dunn wollte der Regisseur ursprünglich mit Julianne Moore besetzen. Moore entschied sich jedoch für die ihr angebotene Rolle im Film Hannibal. Letztlich verpflichtete man Robin Wright Penn als Davids Frau.
Der indischstämmige Filmemacher wollte eine Welt kreieren, die sehr real sein sollte, „als ob die Geschichte sich um die Ecke abspielen könnte“.Interview mit Sound Designer Richard King auf der DVD: Unbreakable – Unzerbrechlich Die Dreharbeiten begannen schließlich am 25. April 2000 mit einem Budget von 75 Millionen US-Dollar und endeten im Juni 2000. Gedreht wurde unter anderem in Philadelphia, Pennsylvania.
Die deutsche Synchronfassung wurde von der Berliner Synchron GmbH Wenzel Lüdecke aufgenommen. Das Dialogbuch schrieb Alexander Löwe, die Dialogregie führte Clemens Frohmann.
Genre Genauso wenig wie sich Shyamalans Signs – Zeichen allein dem Science-Fiction-Film zuordnen lässt, kann man bei Unbreakable – Unzerbrechlich von einem Comicfilm sprechen. Der Film „unterwirft sich (zwar) den narrativen Rahmenbedingungen naiver Gut-Böse-Sujets“Westerboer: Der innere Blick. S. 97f und übernimmt visuelle Einflüsse aus der Comicwelt (Davids Sicherheitsumhang als Heldenkostüm, die orange Kleidung des Psychopathen als symbolischer Anzug des Bösewichts etc.), doch weist der Film ebenfalls erhebliche Abweichungen zu diesem Genre auf.Zywietz: Tote Menschen sehen. S. 65 Shyamalan zeichnet die Welt Davids und Elijahs sehr realistisch, ohne Mutanten oder fliegende Supermänner. Der Film verweigert sich ebenfalls schnellen Schnitten, Spezialeffekten oder Masken, die in dem Genre des Comic- und Actionfilms üblich sind. Außerdem werden die Actionszenen extrem langsam (fast schon unspektakulär) inszeniert: Als David mit dem Psychopathen kämpft und ihn überwältigt, „tut er das nicht nach Helden- und Männlichkeitsart, direkt, mit Fäusten und Distanz, gar mit coolen Sprüchen und akrobatischen Stunts“.Zywietz: Tote Menschen sehen. S. 66 Stattdessen schleicht er sich von hinten an den „Bösewicht“ und würgt ihn. Damit distanziert sich Unbreakable von Filmen wie Superman, Batman oder X-Men. Auf Grund von Shyamalans „ikonischem Spiel mit der Offenbarung eines transzendenten Wertgefüges innerhalb profaner Alltagssituationen“ sieht Westerboer im Film „melodramatische Geste(n)“ während Marco Kreuzer den Film wegen seiner teils unheimlichen und bedrohlichen Atmosphäre als Mystery-Thriller bezeichnet.Kreuzer: Die Dramaturgie des Unheimlichen bei M. Night Shyamalan. S. 98
Themen und Motive Familienkrise und Identitätssuche