mini|hochkant|Günter Binge (2022) Günter Christoph Albert Binge (* 27. Februar 1947 in Hannover; † 19. Oktober 2025 in LübeckTraueranzeige Günter Christoph Albert Binge, Trauer-Anzeigen.de, abgerufen am 26. Oktober 2025) war ein deutscher Opern- und Konzertsänger, Gesangspädagoge und Hochschullehrer.
Leben Günter Binge studierte zunächst Schulmusik an der Musikhochschule Hannover sowie Germanistik bei Hans Mayer. Dann nahm er ein Gesangsstudium an der Musikhochschule HamburgBinge, Günter. In: Kürschners Musiker-Handbuch. 5. Ausgabe, K. G. Sauer, München 2006, S. 38. bei Naan Pöld auf. Noch während des Studiums wurde er für den Chor des Norddeutschen Rundfunk engagiert. 1974 gewann er den Gesangswettbewerb des Deutschen Tonkünstlerverbandes in Berlin für Musik des 20. Jahrhunderts.
1975 erhielt Binge ein Solo-Engagement am Theater Aachen. Dort sang er unter anderem Figaro in Rossinis Der Barbier von Sevilla, Andrei Schtschelkalow in Mussorgskis Boris Godunow oder den Minister in Beethovens Fidelio. Zwei Jahre später wechselte er an das Staatstheater Saarbrücken und sang dort Rollen wie Moruccio in Tiefland von Eugen d’Albert und Guglielmo in Mozarts Così fan tutte. Zudem gastierte er im In- und Ausland.
Binge sang in Erst- und Uraufführungen von Werken zeitgenössischer Komponisten wie zum Beispiel Hans Werner Henze, Karlheinz Stockhausen, Günter Bialas, Franz Hummel, Aribert Reimann, Ernst Helmuth Flammer oder Heinz Winbeck. Rundfunkaufnahmen erfolgten beim Westdeutschen Rundfunk, Bayerischen Rundfunk, Radio Bremen und anderen Sendern. Er nahm mehrere Schallplatten und CDs auf, zum Beispiel mit Aribert Reimann als Begleiter dessen Nachtstück und Haiku II von Günter Bialas.
Parallel wirkte er als Gesangsdozent an der Pädagogischen Hochschule Kiel und wurde 1986 als Professor an die Musikhochschule Lübeck berufen, wo er bis März 2012 lehrte.Personalarchiv der Musikhochschule Lübeck Von 1988 bis 1991 war er Rektor der Hochschule.
Er arbeitete mit dem Schleswig-Holstein Musik Festival zusammen und vereinbarte mit Justus Frantz die Abhaltung der Meisterkurse des Festivals in den Räumen der Hochschule während der unterrichtsfreien Zeit. Binge leitete an der Hochschule den musikologischen Teil im Forschungsprojekt WissPro, (finanziert vom Bundesbildungsministerium) und arbeitete an Programmen für die Klanganalyse von Sängerstimmen. In Lübeck gründete er mit Christoph Dammann die Junge Oper Lübeck.
Außerdem unterrichtete Binge in Meisterkursen im In- und Ausland, zum Beispiel an der Londoner Royal Academy of Music, am Prager Konservatorium, beim Schleswig-Holstein Musik Festival (1989) sowie in Washington und San Francisco. Zu seinen Schülern zählen Klaus Florian Vogt, Kristina Antonie Fehrs, Stephan Rügamer, Lea-Ann Dunbar, Vincenzo Neri und Gideon Poppe.
Als Intendant leitete Binge von 1991 bis 1999 im österreichischen Judenburg das Festival Judenburger Sommer. Außerdem leitete er von 1990 bis 2011 das Programm der Konzertreihe im Kloster Cismar.
Binge starb im Oktober 2025 nach langer schwerer Krankheit in Lübeck.
Rollenrepertoire (Auswahl) Guglielmo in Cosi fan tutte von Wolfgang Amadeus Mozart Minister in Fidelio von Ludwig van Beethoven Figaro in Der Barbier von Sevilla von Gioachino Rossini Moruccio in Tiefland von Eugen d’Albert Schaunar und Marcello in La Bohème von Giacomo Puccini Andrei Schtschelkalow in Boris Godunow von Modest Mussorgski Die Uhr in L’enfant et les sortilèges von Maurice Ravel Zweiter Fremder in Der Vetter aus Dingsda von Eduard Künneke
Schriften
als Hrsg. mit Arndt Schnoor, Regina Oehlmann, Ulf Kaminski: Lübecker Liederbuch: Werke von Lübecker Komponisten für Gesang und Klavier aus drei Jahrhunderten. Verlag Junge Oper Lübeck, Lübeck 2001.
Die Botschaft des Orpheus. Warum können uns Sängerinnen und Sänger mit ihrer Kunst buchstäblich „zu Tränen rühren“? In: Lübeckische Blätter, 167. Jhrg., Heft 11 vom 25. Mai 2002, S. 166–170. (Digitalisat) Schuld und Verbrechen in der Oper. In: Manfred Oehmichen, Dietrich von Engelhardt (Hrsg.), Schuld und Sühne, Verbrechen und Strafe / Guilt and atonement, crime and punishment. Schmidt-Röhmhild, Lübeck 2005, ISBN 3-7950-0330-X, S. 91–113.
Diskografie Heinz Winbeck: The Complete Symphonies. Davon Sinfonie Nr. 4 mit Günter Binge, Christel Borchers, Werner Buchin, Beethoven Orchester Bonn, Konzertchor Darmstadt, Dirigent: Dennis Russel Davies (TYXart; 2019)
Günter Bialas: Ja, ja, schrie ich ... (Haiku-Folge II). Mit Aribert Reimann, Klavier (Schallplatte, ca. 1975) Ernst Helmuth Flammer: Der Turmbau zu Babel. Mit u. a. Catherine Gayer (Sopran), Nordwestdeutsche Philharmonie, Chor des Norddeutschen Rundfunks, Aufnahme von 1983 (Neos; 2020) Stille Nacht – die schönsten Melodien zur Weihnachtszeit Schostakowitsch: Hebräische Gesänge, Romanzen-Suite. Mit Günter Binge, Tenor; Eva Csapò, Sopran; Anke Eggers, Alt; Horst Göbel, Klavier; Hans Maile, Violine; René Forest, Cello (Thorofon, Wedemark; 1985)
Weblinks
Nachruf, Musikhochschule Lübeck, 22. Oktober 2025. Kurzbiografie auf der Website der Universität zu Lübeck
Einzelnachweise
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