Dressendorf (bis 1875 offizielle Schreibweise: Tressendorf) ist ein Dorf im Stadtgebiet von Goldkronach im oberfränkischen Landkreis Bayreuth in Bayern. Die Gemarkung Dressendorf hat eine Fläche von 5,685 km². Sie ist in 626 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9081,24 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Forthof, Melm, Sand und Sandhof.

Geografie Das Dorf liegt auf freier Flur im Tal des Kuhbachs, eines linken Zuflusses der Kronach, am Fuß des Bindlacher Bergs. Die Staatsstraße 2163 führt nach Goldkronach (2,5 km nordöstlich) bzw. nach Allersdorf (2,5 km südwestlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Deps (1,9 km nordwestlich) und nach Pöllersdorf (1,2 km südöstlich).

Geschichte Der Ort wurde im Jahre 1336 als „Tresendorf“ erstmals urkundlich erwähnt.D. Hermann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land, Sp. 116. 1487 wurde der Ort als „Trebssenndorff“ geführt, 1495 dann als „Tresendorff“, 1503 als „Trebßendorff“ und 1523 als „Drebssendorff“.Stadt Goldkronach: Goldkronach. Alexander-von-Humboldt-Stadt, Schwabach 2011, S. 11.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Dressendorf 36 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtvogteiamt Bayreuth zu. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Hofkastenamt Bayreuth. Grundherren waren das Hofkastenamt Bayreuth (4 Halbhöfe, 3 Dreiachtelhöfe, 3 Viertelhöfe, 1 Achtelhof, 4 Sölden, 1 Sölde mit Schmiedrecht, 1 Dreiviertelsölde, 2 Viertelsölden, 2 Tropfsölden, 1 Tropfhaus mit Zapfenschenke, 2 Häuser, 1 Hirtenhaus), die Hofkanzlei Bayreuth (1 Sölde, 1 Schmiede, 1 Haus), das Stift- und Pfründeamt Bayreuth (1 Söldengütlein), das Kloster Michelsberg (2 Güter), das Rittergut Dressendorf (2 Halbhöfe, 2 Sölden), der Oberförster Pöhner zu Weidenberg (1 Gut).R. Winkler: Bayreuth, S. 351.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Bayreuth. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde Dressendorf bayerisch. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde Dressendorf dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Benk zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Dressendorf, zu der Forthof gehörte. Lindenberg, Melm und Sand wurden etwas später auf dem Gemeindegebiet gegründet. Die Gemeinde Dressendorf war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Bayreuth zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Bayreuth (1919 in Finanzamt Bayreuth umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden vier Anwesen bis 1844 dem Patrimonialgericht Dressendorf. Ab 1862 gehörte Dressendorf zum Bezirksamt Bayreuth (1939 in Landkreis Bayreuth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Bayreuth (1879 in Amtsgericht Bayreuth umgewandelt).R. Winkler: Bayreuth, S. 469.

Im Jahr 1869 konnte die Freiwillige Feuerwehr ihr erstes Gerätehaus einweihen. Nach den Bombenangriffen auf Bayreuth wirkte die Dressendorfer Wehr im April 1945 dort bei der Brandbekämpfung mit. Ein Blitzschlag entfachte am 8. Mai 1948 ein Großfeuer im Dorfzentrum. Trotz der Hilfe von Wehren aus Bayreuth, Nemmersdorf, Goldkronach, Leisau, Neudorf, Bindlach und Deps konnten ein Wohnhaus und drei Scheunen nicht gerettet werden. Am 20. April 1951 wurde ein neuer Löschwasserteich seiner Bestimmung übergeben. Das heutige Feuerwehrhaus wurde 1968 errichtet; der 1954 in Betrieb genommene Schlauchturm in Holzbauweise wurde nach Schäden 1997 wieder abgebaut.Chronik der Freiwilligen Feuerwehr e.V. Dressendorf bei ff-dressendorf.de, abgerufen am 23. Oktober 2022

Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,690 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Dressendorf am 1. Januar 1972 in Goldkronach eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Dressendorf Jahr 1822 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 215 280 345 347 379 389 375 390 406 410 399 403 370 363 358 334 322 292 319 391 389 360 349 352HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 36 57 62 60 61 55 56 59 Quelle

Ort Dressendorf Jahr 1819 1822 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 240 207 330 333 365 327 286 331 306 320 253Häuser 34 56 54 49 50 53 64Quelle

Religion Dressendorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach Nemmersdorf gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Bayreuth Kategorie:Geographie (Goldkronach) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bayreuth) Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ersterwähnung 1336 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bayreuth