Die Schlacht um die Yunnan-Burmastraße fand von März bis Ende Mai 1942 während des Burmafeldzugs im Pazifikkrieg statt. Sie war ein Teil der chinesischen Intervention, um den britischen Verbündeten zu helfen, als die Japaner ihre Invasion in Burma zu festigen versuchten.

Vorgeschichte Nachdem die japanischen Truppen im März 1942 Rangun erobert hatten, gruppierten sich die Alliierten in Zentral-Burma neu. Das neu gebildete 1. Burma-Korps, kommandiert von Generalleutnant William Slim, bestehend aus britischen, indischen und lokal aufgestellten burmesischen Truppen, versuchte, das Tal des Irrawaddy zu verteidigen, während das chinesische Expeditionskorps das Tal des Sittang im Osten verteidigte. Nachdem die Japaner Singapur und Niederländisch-Ostindien erobert hatten, konnten sie die durch diese Erfolge freigesetzten Divisionen und erbeuteten Lastwagen einsetzen, um ihre Armee in Burma zu verstärken und Angriffe auf Zentral-Burma zu starten.

Beteiligte Streitkräfte

NRA

An diesem Unternehmen waren die folgenden Streitkräfte der Nationalen Armee (NRA) der Republik China beteiligt:

Die 5. Armee unter dem Befehl von Generalleutnant Tu Yu-ming, die 6. Armee unter dem Befehl von Generalleutnant Kan Li-chu und die 66. Armee unter dem Befehl von Generalleutnant Ch'en Ch'eng.

Alle drei Armeen bestanden aus jeweils drei Divisionen, jede in Brigadegröße. Das Gesamtkommando der chinesischen Expeditionsstreitkräfte in Burma hatte Generalleutnant Joseph W. Stilwell mit Generalleutnant Lo Cho-ying als Stabschef.

Die Bewegung der chinesischen Armeen nach Burma erwies sich als sehr schwierig. Transportkapazitäten für die Truppen war knapp und die chinesische Armee hatte wenig oder kein internes logistisches Unterstützungssystem. Darüber hinaus reagierten die hochrangigen chinesischen Offiziere, ihre Armee- und Divisionskommandeure üblicherweise nur auf Befehle direkt aus Chungking. Generalissimus Chiang Kai-shek wartete bis zum 1. März, um den Einheiten der 5. Armee zu erlauben, mit dem Einzug nach Burma zu beginnen. Dort konnten die Briten logistische Unterstützung leisten, aber es war nicht unerwartet mit den chinesischen Kommandanten nur schlecht kommunizieren zu können. Stilwell kam schließlich am 4. März in Chungking an und eröffnete das Hauptquartier des CBI.

Chiang Kai-shek drückte auf einer Konferenz am 6. März seine Unzufriedenheit mit dem britischen Kommando in Burma aus und überraschte Stilwell, indem er vorschlug, dass Stilwell das alliierte Gesamtkommando über das komplette Operationsgebiet übernehmen sollte. Die Briten reagierten heftig auf den chinesischen Vorschlag. Während sie die chinesischen Armeen in Burma willkommen hießen, waren sie allerdings nicht erfreut über den Vorschlag, dass Stilwell sie befehligen sollte. General Harold Alexander, der damals die britischen Streitkräfte in Burma befehligte, hatte fest damit gerechnet, alle chinesischen Truppen zu kontrollieren, die zur Verteidigung der Region eingesetzt wurden.

Pläne für die chinesischen Armeen Stilwell wollte in die Offensive gehen und hatte bereits begonnen, Pläne zur Rückeroberung Ranguns zu entwickeln. Er glaubte, dass ein mutiges Vorgehen japanische Schwächen in Burma aufdecken könnte. Generalissimus Chiang Kai-shek hatte jedoch andere Ideen, mahnte zur Vorsicht und bestand darauf, dass die chinesischen Streitkräfte in der Defensive bleiben sollten. Er machte deutlich, dass die 5. und 6. Armee die Japaner nicht angreifen sollten, es sei denn, sie würden provoziert. Er legte auch spezifische geografische Beschränkungen für den Einsatz dieser Streitkräfte fest. Schließlich wiederholte er sein Misstrauen gegenüber britischen Motiven und sein Beharren darauf, dass die chinesischen Streitkräfte unabhängig vom britischen Kommando bleiben sollten. China, erklärte, dass es kein Interesse daran habe, das britische Empire zu erhalten, und würde in Burma nur so lange kämpfen, um die Versorgungslinie offen zu halten.

General Alexander, der jetzt zum Oberbefehlshaber der Alliierten in Burma ernannt wurde, organisierte diese Streitkräfte in zwei Korps, wobei Generalleutnant William Slim das britische 1. Burma-Korps in Prome und Stilwell das chinesische Expeditionskorps in Toungoo in Süd-Zentral-Burma am Ufer des Flusses Sittang befehligte. Stilwell sicherte sich die Zusammenarbeit der Kommandeure der 5. und 6. Armee, die sich beide einig waren, dass das Halten in Toungoo der Schlüssel zur Verteidigung Nordburmas sei. Sie beschlossen dort zu bleiben, solange die Briten in Prome blieben. Aber der britische Geheimdienst war schwach, und den alliierten Verteidigern Burmas unbekannt, verstärkten die Japaner ihre Streitkräfte im Land stetig und hatten Pläne entwickelt, die diese Verteidigung bald überflügeln würden.

Kaiserlich Japanische Armee Die japanische Invasion Thailands fand am 8. Dezember 1941 statt Nachdem Japan die thailändische Regierung zu einem Verteidigungspakt gezwungen hatte, durchquerten die japanischen Truppen der 15. Armee unter dem Befehl von Generalleutnant Iida Shōjirō das Land und überquerten am 20. Januar 1942 die Grenze nach Burma in die südliche Provinz Tenasserim. Darunter befand sich die 55. Division unter dem Befehl von Generalleutnant Takeuchi Hiroshi und die 33. Division unter dem Befehl von Generalleutnant Sakurai Shōzō.

Nach dem Fall Singapurs erhielt die 15. Armee Verstärkung von der 56. Division unter dem Befehl von Generalleutnant Watanabe Masao und stieß nach Norden in Zentral-Burma vor, um die Alliierten aus Burma zu verdrängen. Am 18. März verstärkten Flugzeuge aus Malaya und Niederländisch-Indien die in Burma operierenden japanische Heeresluftstreitkräfte, die nun etwa 420 Flugzeuge umfasste.

Briten und Inder Die 1. Burma-Infanteriedivision unter Generalmajor James Bruce Scott im Sittang-Tal mit der 1. und 2. Burma-Infanteriebrigade, die Rangun-Garnison und die 17. indische Infanteriedivision unter Generalmajor David Tennant Cowan im Prome-Gebiet mit der 13. indischen Infanterie-Brigade im Mawchi-Gebiet, sowie die 7. Panzerbrigade unter Brigadier John Anstice waren die Britisch-Indischen Streitkräfte in Zentral-Burma. Die letzten britischen Verstärkungen die Burma erreichten, waren das 1. Bataillon der Royal Inniskilling Fusiliers, das am 9. März von Indien nach Magwe eingeflogen wurde.

Am 16. März flog Generalleutnant William Slim von Indien nach Magwe ein, um das 1. Burma-Korps zusammenzustellen, das aus der 1. Burma-Infanteriedivision, der 17. Indischen Infanteriedivision sowie der 7. Panzerbrigade bestehen sollte. Slim übernahm drei Tage später das Kommando über das 1. Burma-Korps in Allanmyo.

Die Schlachten Die gesamte Operation um die Yunnan-Burmastraße zog sich von März 1942 bis Ende Mai des Jahres über viele Einzelschlachten hin. +Einzelschlachten um die Yunnan-BurmastraßeDatumSchlachtOrt18. bis 19. MärzSchlacht bei TachiaoTachiao20. bis 23. MärzSchlacht bei OktwinNahe Oktwin24. bis 30. MärzSchlacht um ToungooTaungoo5. bis 8. AprilSchlacht bei YedasheNahe Yedashe10. bis 16. AprilSchlacht am SzuwaAm Fluss Szuwa nordwestlich von YedasheAnfang April 1942Schlacht von Mawchi und BatoNahe Mawchi17. April 1942Schlacht bei BawlakheNahe Bawlakhe17. bis 19. April 1942Schlacht um YenangyaungYenangyaung17. bis 20. AprilSchlacht bei PyinmanaNahe Pyinmana20. AprilSchlacht bei Loi-kawNahe Loi-kaw20. bis 24. AprilSchlacht bei Hopong-TaunggyiNahe Hopong und Taunggyi25. AprilSchlacht um LoilemLoilem29. AprilSchlacht um LashioNahe Lashio1. MaiSchlacht von HsenweHsenwe6. bis 31. MaiSchlacht am SalweenAm Fluss Salween23. Mai 1942Schlacht an der Hsipaw-Mogok StraßeZwischen Hsipaw und Mogok

Schlachtverlauf Die Schlacht um die Yunnan-Burmastraße begann mit der zweitägigen Schlacht bei Tachiao am 18. März 1942, als etwa 200 japanische Aufklärungstruppen des 143. Regiments der 55. Division unter Generalleutnant Takeuchi Hiroshi, die auf Motorrädern unterwegs waren, von chinesischen Einheiten überfallen wurden, während sie auf eine wichtige Brücke etwa 56 Kilometer südlich von Toungoo und 19 Kilometer südlich von Phyu vorrückten. Die Japaner beklagten nach dreistündigem Kampf 30 Tote und verloren viel Ausrüstung, setzten aber ihren Vormarsch fort, als die Haupttruppen eintrafen.

Währenddessen bombardierten Flugzeuge der 1. amerikanischen Freiwilligengruppe Flying Tigers den japanischen Flugplatz in Moulmein und erklärten, dass 16 japanische Flugzeuge am Boden zerstört worden seien. Von der burmesischen Küste verstärkten Truppen aus Indien die britische Garnison auf der Insel Akyab. mini|262x262px|Generalmajor Dai Anlan, Oberkommandierender der chinesischen 200. Division Die japanische 15. Armee zog unterdessen durch Burma nach Norden und griff die Stellungen des chinesischen Kavallerieregiments der 5. Armee nördlich des Flusses Kan an und trieben die chinesischen Streitkräfte mit schweren Verlusten zurück. Die meisten Chinesen zogen sich dann in ein Gebiet nördlich von Toungoo zurück, so dass nur einzelne Kompanien von Kavallerie und Infanterie übrig blieben, um die vorrückenden Japaner aufzuhalten. In der Zwischenzeit verlegte Generalmajor Dai Anlan, Oberkommandierender der chinesischen 200. Division, seine Formationen in die Befestigungen, die bei Oktwin und um Toungoo errichtet worden waren. Diese Verteidigungsanlagen waren aus Holz erbaut worden, das reichlich vorhanden war, und alle Stellungen waren sorgfältig verborgen angelegt. Am 21. März besiegten die japanischen Streitkräfte die verzögert nachrückenden chinesischen Kräfte und erreichten die Außenposten der 200. Division in Oktwin.

Bei Tagesanbruch des 22. März begann das 112. Regiment den Angriff auf die Stellungen der 200. Division (siehe Schlacht bei Oktwin). Mittels Artilleriebeschuss und einem Infanteriebataillon wurden die besetzten Stellungen bedrängt. Kurz darauf flankierte eine japanische Kavallerie die Chinesen. Die Japaner waren jetzt vorsichtiger, nachdem ihre Vorhut überfallen worden war, und benutzten ihre Artillerie und Maschinengewehre, um auf verdächtige Positionen zu schießen, bevor sie ihre Infanterie einsetzten. Zwischen den Bäumen wurden leichte Maschinengewehre aufgestellt. Sie forderten viele chinesische Opfer. Schließlich stellten die Chinesen ihre schweren Maschinengewehre auf, um mit dieser Bedrohung fertig zu werden.