mini|Plenarsaal des Niedersächsischen Landtages in Hannover

Die Wahl zum 20. Niedersächsischen Landtag wird, wenn die Legislaturperiode regulär abläuft, am 26. September 2027Der Niedersächsische Landtag wird am 26. September 2027 neu gewählt stattfinden.

Wahlrecht Die Niedersächsische Verfassung legt fest, dass der Landtag auf fünf Jahre gewählt wird. Der nächste Landtag wird regulär frühestens 56, spätestens 59 Monate nach Beginn der Wahlperiode gewählt.

Der 19. Niedersächsische Landtag hat sich am 8. November 2022 konstituiert. An diesem Tag begann somit die Wahlperiode. Der frühestmögliche reguläre Wahltermin wäre somit Sonntag, 11. Juli 2027, das späteste Datum, Sonntag, 3. Oktober 2027.

Nachdem der Staatsgerichtshof die Wahlkreiseinteilung im Dezember 2024 für verfassungswidrig erklärt hatte wegen zu großer Abweichungen der Bevölkerungszahlen vieler Wahlkreise vom Landesdurchschnitt, beschloss der Landtag am 3. März 2026 mit den Stimmen der Regierungsparteien SPD und Grüne gegen die Stimmen der Oppositionsfraktionen von CDU und AfD einen Neueinteilung, wodurch sich die Zahl der Wahlkreise von 87 auf 90 erhöht. Gleichzeitig wurde die Sitzverteilung auf die Parteien vom D’Hondt-Verfahren auf das Sainte-Laguë-Verfahren umgestellt.Niedersächsisches Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung: Abstimmung im Landtag: Niedersachsen stellt Wahlkreise für die Landtagswahl 2027 verfassungskonform neu aufMindener Tageblatt: 90 statt 87: Wie sich die Wahlkreise in Niedersachsen ändern

In jedem der 90 Wahlkreise ist der Bewerber mit meisten Erststimmen gewählt. Die 135 Sitze im Landtag werden gemäß den Zweitstimmen nach dem Sainte-Laguë-Verfahren proportional verteilt. Hierbei gilt eine Fünf-Prozent-Hürde. Erhält eine Partei mehr Sitze, als sie in den Wahlkreisen errungen hat, werden die restlichen über ihren Landeswahlvorschlag besetzt.

Erhält eine Partei in den Wahlkreisen mehr Sitze, als ihr nach dem Zweitstimmenanteil zustehen, so behält sie diese zusätzlichen Sitze (Überhangmandate) und die übrigen Parteien erhalten Ausgleichsmandate. Die Sitzzahl des Landtags wird über 135 hinaus angehoben um das Doppelte der Anzahl der Überhangmandate und die Sitzverteilung erneut nach dem Sainte-Laguë-Verfahren berechnet. Sollten auch hiernach Überhangmandate vorhanden sein, bleiben sie ohne Ausgleich bestehen.Erklärungen zum Niedersächsischen Wahlrecht, auf wahlracht.de

Ausgangslage Vorherige Wahl 2022

Die SPD blieb trotz leichter Verluste mit 33,4 Prozent stärkste Partei in Niedersachsen, gefolgt von der CDU, die mit 28,1 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis seit Jahrzehnten erreichte. Bündnis 90/Die Grünen gewannen hinzu und wurden mit 14,5 Prozent der Stimmen erneut drittstärkste Kraft im Landtag. Die AfD gewann trotz interner Querelen und einer Beobachtung durch den Verfassungsschutz auf 10,9 Prozent hinzu. Die FDP scheiterte mit 4,7 Prozent der Stimmen knapp am Wiedereinzug in den Landtag. Die Linke verpasste den Einzug in den Landtag mit nur noch 2,7 Prozent nun deutlich.

Durch die Wahl erhielt eine von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) angestrebte rot-grüne Landesregierung erstmals seit 2017 wieder eine Mehrheit. Weil kündigte noch am Wahlabend an, Koalitionsverhandlungen mit den Grünen aufnehmen zu wollen. Diese führten schließlich zur Bildung des Kabinetts Weil III.

Rückzug Weils Am 1. April 2025 kündigte Ministerpräsident Stephan Weil seinen vorzeitigen Rückzug von seinen politischen Ämtern an. Er begründete dies unter anderem mit „persönlichen Motiven“ und nannte Schlafstörungen und einen hohen Druck, die ihn belasteten. Vertreter der CDU kritisierten die Entscheidung hingegen als Wortbruch und parteitaktisches Manöver und legten Neuwahlen nahe. Als seinen Nachfolger, sowohl im Amt des Ministerpräsidenten als auch als Vorsitzender des SPD-Landesverbands, schlug Weil den bisherigen Minister für Wirtschaft, Bauen, Verkehr und Digitalisierung Olaf Lies vor. Dieser wurde am 20. Mai 2025 zum Ministerpräsidenten gewählt und führt das Kabinett Lies an.

Im Landtag vertretene Fraktionen Fraktion / Landesverband Kurzbe-zeichnung Sitze 2022 2026Sozialdemokratische Partei DeutschlandsSPD5757Christlich Demokratische Union DeutschlandsCDU4747Bündnis 90/Die GrünenGRÜNE2424Alternative für DeutschlandAfD1816

Parteien und Kandidaten Parteien müssen bis zu einem noch festzulegenden Termin ihre Teilnahme an der Wahl anzeigen. Sie müssen zur Zulassung ihrer Landesliste fristgerecht mindestens 2000 Unterstützerunterschriften beziehungsweise je 100 Unterstützungsunterschriften für jeden Kreiswahlvorschlag einreichen. Auch Einzelbewerber benötigen jeweils 100 Unterstützungsunterschriften. Davon ausgenommen sind Parteien, die in Bundes- oder Landtag vertreten sind oder auf die bei der letzten Bundestagswahl mindestens 5 Prozent der gültigen Stimmen in Niedersachsen entfielen.

Umfragen Sonntagsfrage

Institut Datum INSA 11.09.2026 26 % 22 % 15 % 21 % 5 % 6 % — 3 % 2 % INSA 22.04.2026 25 % 25 % 12 % 20 % 4 % 7 % — 3 % 4 % Allensbach 25.02.2026 26 % 27 % 10 % 21 % 3 % 7 % — — 6 % Infratest dimap 19.11.2025 26 % 26 % 12 % 20 % 3 % 6 % — 3 % 4 % Bundestagswahl 23.02.2025 23,0 % 28,1 % 11,5 % 17,8 % 4,1 % 8,1 % 0,7 % 3,8 % 2,9 % INSA 19.02.2025 25 % 30 % 10 % 16 % 5 % 5 % — 5 % 4 % Allensbach 05.12.2024 27 % 33 % 10 % 16 % 4 % — 4 % 4 % 2 % INSA 12.11.2024 26 % 31 % 10 % 16 % 4 % 2 % — 6 % 5 % Infratest dimap 08.11.2024 25 % 32 % 12 % 15 % — — — 4 % 12 % Europawahl 09.06.2024 19,5 % 31,4 % 12,2 % 13,2 % 5,3 % 2,1 % 1,2 % 4,5 % 10,6 % Allensbach 05.02.2024 29 % 30 % 11 % 21 % 4 % 2 % — — 3 % Infratest dimap 14.11.2023 26 % 28 % 13 % 18 % 5 % — — — 10 % INSA 19.10.2023 27 % 29 % 13 % 17 % 4 % 3 % — — 7 % Allensbach 12.07.2023 32 % 29 % 13 % 14 % 5 % 3 % — — 4 % Forsa 16.02.2023 33 % 26 % 17 % 10 % 5 % 3 % — — 6 % Landtagswahl 2022 09.10.2022 33,4 % 28,1 % 14,5 % 11,0 % 4,7 % 2,7 % 0,8 % — 4,8 %

Verlauf mini|links|500px|Verlauf der Umfragewerte seit 2022

Siehe auch Landtagswahlen in Niedersachsen Liste voraussichtlicher Wahltermine in Deutschland

Weblinks Offizielle Informationen zu Wahlen in Niedersachsen

Einzelnachweise

#2027 Niedersachsen