rechts|40px In der Liste der Kulturdenkmale in Merdingen sind die Kulturdenkmale der Stadt Merdingen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg aufgelistet.
Legende
Kulturdenkmale in Merdingen Ein alter Winzerort am Fuße des Tunibergs, 1169 urkundlich erwähnt, wurde im Dreißigjährigen Krieg zum größten Teil zerstört. Nur wenige Datierungen an Türstürzen und Torbögen weisen auf die Zeit um 1600 zurück. Noch gut erhalten ist aber die Bebauung, die in der Folgezeit, vor allem im l8. Jahrhundert entstand, als sich Merdingen – ab 1716 unter der Ortsherrschaft der Freiburger Deutschordensherren – zu einem ländlichen Gewerbemittelpunkt und einem der größten Dörfer im Breisgau entwickelte. Die wichtigste Straße ist die Langgasse, die den Ort in Ost-West-Richtung durchzieht. Seinen Mittelpunkt bildet die vom Deutschordensbaumeister Johann Kaspar Bagnato erbaute Barockkirche St. Remigius (1738 bis 41). Um die Kirche gruppieren sich weitere bedeutende Gebäude und Hofanlagen: Vom selben Baumeister das stattliche Pfarrhaus (1754), gegenüber ein Anwesen mit turmartigem Erker (Hoftor datiert 1604); oberhalb, um den Stockbrunnen (1739) mit J. B. Sellingers Wendelinsfigur, die Baugruppe mit dem Rathaus und den drei Gasthäusern „Pfauen“, „Sonne“ und ehem. „Pflug“. Die Höfe reihen sich dicht aneinander: die Wohnhäuser überwiegend giebelständig, mit hohem Sockelgeschoss, das den Weinkeller aufnimmt, dazwischen immer wieder auch stattliche traufständige Anwesen. Die Gebäude sind häufig durch Hofmauern oder Torhäuser verbunden, so dass geschlossene Straßenfronten entstehen. Charakteristisch sind die mächtigen, sandsteingerahmten Torbögen. Wenn die Tore geöffnet sind, geben sie den Blick frei auf den Hofraum, der nach hinten meist durch eine mächtige Scheune abgeschlossen ist. Von besonderer Bedeutung für das Ortsbild sind die reich gestalteten Fachwerkhäuser an der Langgasse: Haus Saladin (1666) mit kleinteiligem Zierfachwerk und Erker, Haus Wirth (1631)und das Haus Berberich mit einem weiteren Aussichtserker. Den westlichen Abschluss des historischen Ortskerns bildet die ehemalige Gutleuthauskapelle St. Wendelin (im Kern 15. Jh.). Die Bebauung mit den zur Straße hin abgeschlossenen Zwei- und Dreiseithöfen – meist aus dem 18. Jahrhundert – setzt sich in den Nebenstraßen nach Norden und Süden fort, so dass wir auch hier geschlossene Straßenräume vorfinden, die ihren historischen Charakter noch in hohem Maße bewahrt haben. Besonders hervorzuheben sind die Sichtbeziehungen, die sich zu herausragenden Einzelobjekten ergeben, so z. B. aus der Kirchstraße zur Kirche oder von der Stockbrunnengasse aus zum Stockbrunnen, zum ehem. Gasthof „Pflug“ und zur „Sonne“. Der Ortskern von Merdingen zeichnet sich durch die Dichte der dörflichen Kulturdenkmale und das noch weitgehend geschlossen erhaltene historische Ortsbild aus. Sie machen das besondere öffentliche Interesse deutlich, das an der Erhaltung dieser Gesamtanlage besteht.
Quellen Denkmalpflegerischer Werteplan Gesamtanlage Merdingen, 5. September 2017, Viola Lampert-Grohe (PDF; 1,6 MB)
Weblinks
Merdingen