Lucas Krzikalla (* 14. Januar 1994 in Großenhain bei Meißen) ist ein deutscher Handballspieler.

Karriere Krzikalla wuchs in Großenhain auf. Der Vater ist Lagerleiter in einem Autohaus, die Mutter Erzieherin. Mit 16 Jahren wechselte er auf das Sportinternat nach Leipzig.

2012 wurde der Rechtsaußen Teil der Profimannschaft des damaligen Zweitligisten SC DHfK Leipzig. 2015 gelang der Aufstieg in die Bundesliga.

In der Spielzeit 2021/22 war er mit 156 Toren, davon 99 Siebenmetern, Top-Torschütze seines Vereins.

Sein Vertrag lief 2026 von Vereinsseite her aus. Zum Saisonende kündigte er an, zu seinem Lebenspartner nach München zu ziehen. Anschließend schloss er sich dem Regionalligisten Münchner Panther an.

Bundesligabilanz SaisonVereinSpielklasseSpieleTore7-MeterFeldtore2012/13SC DHfK Leipzig2. Bundesliga17180182013/14SC DHfK Leipzig2. Bundesliga35830832014/15SC DHfK Leipzig2. Bundesliga3712501252015/16SC DHfK LeipzigBundesliga17500502016/17SC DHfK LeipzigBundesliga14390392017/18SC DHfK LeipzigBundesliga34380382018/19SC DHfK LeipzigBundesliga25190192019/20SC DHfK LeipzigBundesliga258458262020/21SC DHfK LeipzigBundesliga3815699572021/22SC DHfK LeipzigBundesliga349539562022/23SC DHfK LeipzigBundesliga334011292023/24SC DHfK LeipzigBundesliga29150152024/25SC DHfK LeipzigBundesliga33250252025/26SC DHfK LeipzigBundesliga349954452012–15 gesamt2. Bundesliga8922602262015– gesamtBundesliga316660261399 Stand Saisonende 2025/26

Outing Am 1. Oktober 2022 veröffentlichte der MDR eine vierzehnminütige Dokumentation mit dem Titel Aus der Deckung – Coming-Out in der Handball-Bundesliga, in der Krzikalla sein Coming-out als homosexuell hat. Neben Krzikalla selbst kommen darin auch dessen Partner, sein Bruder Julian sowie der ehemalige Mitspieler Alen Milosevic und der Geschäftsführer des SC DHfK, Karsten Günther, zu Wort. In einem Interview mit der Welt am Sonntag sagte Krzikalla:

Weiterhin erklärte er, dass er in der ersten und zweiten Handballbundesliga allein von fünf homosexuellen Spielern wisse, die dies zwar vielleicht der Mannschaft erzählten, jedoch vor einem öffentlichen Outing zurückschreckten. Krzikalla fordert, dass die Sexualität in jedem Beruf egal sein müsse. Deshalb müssten Profisportler auch selbst etwas unternehmen, die Veränderung müsse auch von innen, aus dem Sport selbst kommen. Er sehe nach Jahren der Diskriminierung nun eine echte Chance auf Veränderung. Jedes Coming-Out sei eine Befreiung – nicht nur für einen selbst, sondern auch für andere.

Daraufhin bekundeten sowohl der Kapitän der Nationalmannschaft, Johannes Golla, als auch der Präsident des Deutschen Handballbundes, Andreas Michelmann ihren Respekt:

Zum Zeitpunkt seines Outings ist Krzikalla der einzige offen homosexuelle Mannschaftssportler in Deutschlands männlichen Profiligen.

Weblinks

Spielerprofil auf der Vereinswebseite Spielerprofil auf der Website der Handball-Bundesliga

Einzelnachweise

Kategorie:Handballspieler (SC DHfK Leipzig) Kategorie:Handball-Außenspieler Kategorie:Homosexualität im Sport (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1994 Kategorie:Mann