mini|Transfeminine Menschen streben manchmal eine flachere Leistengegend an, um ein feminines oder androgynes Aussehen zu erreichen.
Tucking (von engl. „to tuck“ für verstauen, falten) ist eine Technik, bei der eine Person die Vorwölbung des Penis und der Hoden im Schritt versteckt, so dass sie durch die Kleidung nicht auffällt.
Am häufigsten wird diese Praxis von Crossdressern, transfemininen sowie nicht-binären Menschen und Drag-Künstlern angewendet, die sich ein feminines oder androgynes Erscheinungsbild wünschen. Nebenbei hat Tucking auch Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit, zum Beispiel in Form einer verminderten Spermienzahl.Ducheny, Kelly M., and Randall D. Ehrbar: Family creation options for transgender and gender-nonconforming people. In: Psychology of Sexual Orientation and Gender Diversity. Band 3.2, 2016, S. 173. Bestimmte Kleidungsstücke wie Gaffs und Boxershorts sind speziell darauf ausgelegt, die Ausbuchtung im Schritt zu verbergen.
Das entgegengesetzte Verhalten, nämlich das künstliche Erzeugen einer Wölbung in der Leistengegend, wird als Packing bezeichnet.
Methoden Bei einer Methode wird der Penis zwischen den Beinen nach hinten gezogen, während gleichzeitig die Hoden nach oben in den Leistenkanal geschoben werden.Jake Pyne: Unsuitable bodies: Trans people and cisnormativity in shelter services. In: Canadian Social Work Review/Revue Canadienne de service social. Band 28.1, 2011, S. 129–137. Um diese Position zu sichern, verwenden manche besonders enge Unterwäsche oder einen Leotard mit einem Gurt.Maria San Filippo: Female Trouble: Representing Transwomen in The Danish Girl and The New Girlfriend. In: Journal of Bisexuality. Band 16.3, 2016, S. 403–407. Eine andere Praxis ist das Abflachen oder Binden mit Klebeband, um die Genitalien entlang des Perineums und wenn möglich zwischen den Pobacken zu fixieren. Es gibt auch improvisierte oder selbstgemachte Vorrichtungen, bei denen ein elastischer Bund von einem vorhandenen Kleidungsstück abgeschnitten und dann ein Beutel in der Mitte platziert wird, der dann hochgezogen wird.L. A. E. Conard: Supporting and caring for transgender and gender-nonconforming youth in the urology practice. In: Journal of Pediatric Urology. Band 13, 2017, S. 300, doi:10.1016/j.jpurol.2017.02.019.
Manche Personen verwenden speziell angefertigte höschenähnliche Kleidungsstücke, oft Gaffs genannt, die dazu dienen, die Genitalien zu verbergen und einen flachen und glatten weiblichen Intimbereich zu schaffen.Samantha Johnson, Transgender Zone: Penis – methods of concealment and obtaining a 'flat-look' for pre-op male-to-female transgender people. Auf: library.transgenderzone.com; zuletzt abgerufen am 17. Juni 2023. Dies ähnelt Methoden die beim Binding, einem Verfahren zum Verstecken der Brüste, verwendet werden.
Weiteres Auch bei cis Männern wird die Praxis des Bindens aus anderen Gründen als dem des weiblichen Aussehens beobachtet, und zwar auf unterschiedliche Art und Weise.Jacki Willson, Nicola McCartney: A look at ‘fishy drag’and androgynous fashion: Exploring the border spaces beyond gender-normative deviance for the straight, cisgendered woman. In: Critical Studies in Fashion & Beauty. Band 8.1, 2017, S. 99–122. Manche machen dies, weil sie eine Körperdysmorphie spüren, während andere dies aus Scham tun, um eine Erektion zu verbergen, sich aus Prüderie zu desexualisierenLois Shawver: Sexual Modesty, the Etiquette of Disregard, and the Question of Gays and Lesbians in the Military. In: Out in force: Sexual orientation and the military. 1996, S. 226. oder weil die Ausbuchtung zu einem unpassenden Zeitpunkt hervorsteht.Danielle Page: 10 Weird Things About Having an Erection, According to Guys, Because You Can Wiggle It. Auf: bustle.com vom 9. Juni 2015; zuletzt abgerufen am 17. Juni 2023. Zu den Tucking-Methoden gehört das Platzieren des Penis hinter dem Hosenbund, während einige Männer gezielt komprimierende Unterwäsche tragen.Esquire: These New Boxers Will Hide Your Untimely Erection.| Auf: esquire.com vom 15. Juli 2015; zuletzt abgerufen am 17. Juni 2023. Variationen des Tuckings können von makrophallischen Männern angewandt werden, wenn sie ihre Ausbuchtung im Schritt als obszön empfinden.Janet Lever, David A. Frederick, Letitia Anne Peplau: Does size matter? Men’s and women’s views on penis size across the lifespan. In: Psychology of Men & Masculinity. Band 7.3, 2006, S. 129.
Gesundheitliche Folgen Werden die Hoden näher am Körper platziert, erhöht sich ihre Regulierungstemperatur. Dies kann zu einer thermischen Belastung der Spermien im Inneren der Hoden führen, wodurch diese vorzeitig absterben und die Spermienzahl verringert wird. Zudem kann das Tucking zu einer Hodentorsion führen.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Transgeschlechtlichkeit Kategorie:Crossdressing